Für immer nie mehr allein


Es gab eine Zeit, da war ich allein.
Und das war okay.
Doch nun bin ich einsam,
seit es dich in meinem Leben gibt.

Einsam bin ich,
wenn du nicht neben mir einschläfst,
die Wärme deines Gesichts auf meiner Brust
und die Kühle deines Atems auf der Haut.

Als ich allein war,
durfte ich die Einsamkeit nicht üben,
denn ich war alleins damals.
Doch nun bin ich einsam,
weil es dich in meinem Leben gibt.

Einsam bin ich,
wenn du nicht neben mir erwachst,
die Feuchte deiner Küsse an meinen Schultern
und die Sonne deines Lächelns
über meinen Tag strahlend.

Als ich allein war,
konnte mich die Einsamkeit nicht finden,
denn ich war damals alleins.
Doch nun bin ich einsam,
da es dich in meinem Leben gibt.

Einsam bin ich,
wenn wir nicht Hand in Hand gehen,
das leichte Zucken der deinen
in der meinen auf unseren Wegen,
während wir atmen,
während wir Alles und Eins sind.

Einsam bin ich und geteilt,
denn die Hälfte meiner Seele
verblieb in der deinen.
Ich werde nie mehr allein,
nie mehr alleins sein.
Ich werde immer einsam sein.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Südkreuz


Als ich dich das erste Mal sah,
war ich aufgeregt und voller Freude.
Als ich dich das erste Mal küsste,
am Bahnhof,
war alles neu.

Als ich dich zum ersten Mal liebte,
auf einem Zebra,
schien der Himmel auf die Erde gekommen.
Als ich das erste Mal
die Augen unserer Tochter sah,
begann ich zu wissen,
dass ich nun vergessen werde,
was ich jemals zu wissen glaubte.

Als ich dich zum letzten Mal sah,
fiel der Schnee.
Du standest da,
am Balkon.
Und mein Herz war schwer.
So schwer wie das deine.
Wenn ich dich das nächste Mal sehe,
werden neue Sterne geboren.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
Creative Commons Licensce

Berlin Kitchen Love


Am Ende sind es bloß Nudeln,
unsere Mägen füllend,
warm und würzig,
veredelt mit Soße,
deren Rezept nur in ihrem Geist,
im kreativen Raum ihres Wesens,
in ihrer Freude am Tun Niederschrift findet.

Wir werden bloß Nudeln essen.
Aber ich beobachte ihre schlanken Hände.
Sie tasten nach Küchenutensilien,
so geschickt,
als gäbe es nichts Leichteres
in dieser Berliner Nacht.
So leicht und doch so anmutig wie Ballet,
so weich, wie der Dampf aus ihren Töpfen,
so ist auch das Beisammensein.

Das Gesicht einer Kriegerin,
im Dampf der Küche weicher,
entspannt, aber fokussiert,
so weich, als läge sie in meinen Armen.
Im Blick armensicher Augen
liegt höchste Konzentration,
stilles Selbstbewusstsein und Liebe.
Und mein Herz will fassen,
was ich niemals fassen kann,
meine Seele will Verschmelzung,
die wir Nacht für Nacht feiern.
Trotzdem bleibe ich still,
während sie erzählt,
würzt, rührt, schlichtet und räumt.

In diesem Augenblick erkenne ich
die höchste Wahrheit
und das Versprechen auf „Lebenslang“.
Mir wird klar,
wir beide wählten den härtesten Weg,
wählten mutig die Unerbittlichkeit
lebenslanger Liebe.
Denn im Stillen schworen wir:
Entweder trage ich dich zu Grabe,
oder du tust dasselbe für mich!

Mein Lächeln spiegelt sich
im Ring an ihrem Ringfinger,
während ich in dem meinen die Tränen zähle,
die kommen werden,
wenn sich die Liebe holt,
was wir in ihrem Namen versprachen.
Wenn die Wahrheit ein Loch hinterlässt,
das nicht zu füllen sein wird.

Das ist Fülle im Mute zweier Wahnsinniger,
zweier unsterblicher Funken
im Feuer einer Liebe,
die Ihresgleichen erst finden muss,
denn wäre sie nicht hier bei mir,
wäre ich nicht an ihrer Seite,
keiner würde jemals
einen Moment so sehr auskosten,
so abschmecken wie diese Offenbarung,
deren wir beide teilhaben
beim simplen Garen von Nudeln.
Wenn jede unserer Fasern,
wenn jeder Atemzug,
den wir teilen, sagt:
Ja!
Wenn sich alles im profansten Moment bejaht,
wenn nichts anderes mehr zählt,
wenn du & ich in einer Berliner Küche wissen:
Seelensterne für dieses und jedes Leben!

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Kein Stern vom Himmel stürzt


Mein Wunsch war es,
sagte sie,
eines Tages auf deiner Brust liegend zu sterben,
statt in einem dämlichen Krankenhausbett.
Er wiegt sie in den Armen,
presst seine Nase an ihren Hals, atmet sie ein.
Die Uhr tickt, Zeit läuft, Schatten wandern über das Bild.
Schicksal kennt weder Gnade noch Mitgefühl.
Schicksal wählt unbeirrt seine Erfüllung.
Herzen splittern unter einer zu großen Last.
Und obwohl schon die Liebenden fallen,
die Liebe fällt nicht.
Im Licht der Tatsachen aber
stirbt jeder Liebende bereits beim ersten Kuss,
während die Erde sich dreht
und kein Stern vom Himmel stürzt.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Liebe endlos


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir einander begegneten,
waren wir nichts weiter als verwilderte Seelen,
im Morgengrauen nach dem Gestern suchend.
Menschen wie wir beide hatten nie Freude
an leichtgängigen Dingen und seichten Begegnungen.
Man sagte uns nach,
wir würden zu viele Chancen gewähren,
verzweifelt versuchen,
Verlorenes zu retten.
Doch wir konnten nicht genug davon bekommen,
einander zu verlieren und wieder zu retten,
uns Chancen zu geben und sie wieder zu nehmen.
Menschen wie wir begegnen einander nur einmal
in jedem Jahrzehnt,
wenn irgendwo in der Unendlichkeit,
da draußen im All,
ein Doppelstern geboren wird.
Heute wissen wir,
weder Zeit noch Entfernung zählt,
denn du lebst in mir und ich lebe in dir.
„Ich habe Angst zu fallen!“ sagtest du.
„Aber ich habe Schwingen!“ antwortete ich.
Und aus zwei verwilderten Seelen wurde
ein ganzer Kosmos von Engeln.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Wie damals, als alles begann


In meinen Träumen sehe ich eine Frau.
Diese Frau bist du.
Du sitzt am Bahnsteig, ganz allein.
Und du wartest da auf mich,
blickst in die Ferne,
zurück in die Vergangenheit,
aber dein Herz schlägt in der Zukunft.
Eine Zukunft, auf die wir beide hoffen.
Du sitzt da, im Wind des Lebens,
singst leise Lieder für mich,
flüsterst meinen Namen.
Und ich höre dich,
höre dich in meinen Träumen,
wie damals, als alles begann.

Du sitzt da, im Wind des Lebens,
betest still Gebete für uns,
malst mein Gesicht in deine Hand.
Und ich sehe dich,
sehe dich in meinem Traum,
wie damals, als alles begann.

In meinen Träumen sehe ich eine Frau.
Diese Frau bist du.
Du sitzt am Bahnsteig, sehr allein.
Und du wartest dort auf mich,
blickst in die Ferne,
vorwärts in die Zukunft.
Eine Zukunft, die wir beide ahnen.
Du sitzt allein im Wind des Lebens,
aber dein Herz schlägt nicht hier.
Dein Herz schlägt weit entfernt.
Dein Herz schlägt in mir.

Mein Weg zu dir ist weit,
durch Länder und durch Zeit.
Mein Weg zu dir ist hart,
durch Tränen und durch Leid.
Aber ich werde dich wiederfinden,
werde dich wiedersehen.
Ich werde dich wiederwählen,
werde dich wiederhaben,
wie damals,
als alles begann.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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Ausgeatmet


Vor ihm die unbekannte Straße.
Hinter ihm Erinnerung, Momente, ihr Atem.
Sanft fühlt er diesen Atem noch,
wie den Schleier heimlicher Engel,
durch seine Seele hauchen.

Bedächtigen Schrittes entfernt er sich
aus dem Bild dieses Winters
einem Frühling entgegen.
Im Kopf setzt etwas den Punkt am Ende
des letzten Satzes einer Geschichte.
Einer Geschichte von Licht & Schatten,
von Liebe & Abschied,
von Neubeginn & Lebewohl.

An einer Kreuzung hält er inne,
formt stille Bilder ihres Gesichts
aus dem Rausch neuer Möglichkeiten,
sucht im Abgrund hinter den Lidern
hoffend nach Halt und Grund.
Doch das Paar hat ausgeatmet,
hat den Gleichklang ihres Herzens
dem Scheideweg geopfert.

Er vergisst die Fehler,
erinnert die Liebe,
kommt ihr einen Augenblick wieder nah,
aber lässt dann los.
Er vergisst die Tränen,
erinnert die Zärtlichkeit,
inhaliert sie für einen kurzen Moment,
aber lässt dann los.
Er vergisst den Schmerz,
erinnert die Geborgenheit,
umarmt sie für einen Herzschlag,
aber lässt dann los.

Er erinnert ihre Stimme,
ihren Duft,
ihre Wärme,
ihr Lied,
ihre Liebe,
aber er kann sich einfach nicht daran erinnern,
sie endlich zu vergessen.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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