Scheitern ist immer eine Option


Es gibt unzählige Menschen, die sich für erfolgversprechende Projekte engagieren. Das ist zwar schön, aber keine Kunst und auch nicht sonderlich mutig. Was die Welt braucht, sind Menschen, die sich Projekten schenken, die sie verlieren werden. Denn selbst wenn sie verlieren, so kommt immer Bewegung in die Sache.

Wenn du also von deiner ganz persönlichen neuen Welt träumst, dann solltest du heute damit beginnen, aktiv für diesen Traum einzustehen, auch wenn du vielleicht im Vorfeld schon weißt, dass du einen Kampf gegen Windmühlen führen wirst.

– Stehst du offen ein für deine Überzeugungen von Nächstenliebe, Frieden, Gerechtigkeit, Wahrheit, Gleichheit und Würde des Menschen? Greifst du mutig nach Autonomie und Freiheit, unabhängig davon, was dich deine Courage kosten könnte?

Ich weiß, da draußen existiert eine Vielzahl an Leuten, die sau-unzufrieden mit der Welt, der Politik, der Wirtschaft, mit dem gesamten System sind. Diese Menschen könnten etwas in Bewegung setzen, wenn sie den Mut hätten zu scheitern.

Lösche die alten Programme in deinem Gehirn. Nimm neue Perspektiven ein und begreife:
Scheitern ist immer eine Option! Manchmal ist es sogar die einzige Option. Und Scheitern muss wieder salonfähig werden, denn am Ende scheitern wir alle, bekommen einen Grabstein und Blumen und dann wächst nicht nur Gras über unsere Sache, sondern auch über uns selbst. Was wir jedoch durch unseren Mut zu scheitern in Bewegung gesetzt haben, das arbeitet still weiter. Als unauslöschlicher Funke, als winzige Kraft, die nicht nur Dominosteine zum Kippen bringt.

Der Gedanke „Was kann ich als Einzelner schon ausrichten!“ muss endlich aus den Köpfen gelöscht werden. Manchmal reicht ein Sandkorn, um die Zahnräder einer Maschine zum Stillstand zu bringen.
Was wäre gewesen, wenn ich mich vor rund einem Jahrzehnt, als ich Andersmensch ins Leben rief, an diesen törichten Gedanken geklammert hätte? Oder was wäre gewesen, wenn sich z.B. Nikola Tesla gedacht hätte „All meine Erfindungen sind eh sinnlos, die setzen sich nie durch!“ oder Picasso „Wozu soll ich malen – gefällt ja sowieso keinem!“ oder unsere Mütter „Wozu ein Baby – ich krieg das sowieso nie hin als Mama!“..?

Wer nicht den Mut zum Scheitern hat und wer nicht bereit ist, Scheitern als würdige Option zu sehen, der hat entscheidende Schritte in seiner spirituellen Entwicklung verpasst.
Der Mensch denkt ohnehin viel zu eng und begrenzt. Er verlässt sich auf nur 5 Sinne, ohne seine übrigen Sinne überhaupt in Erwägung zu ziehen. Das hält ihn klein und schwach und am Ende auch machtlos.

Die Sieger der neuen Zeit werden nicht jene sein, die mit Fanfaren und Trompeten in weiße Häuser einziehen, sondern jene, die mit mutigen Herzen für den Wandel eingestanden sind, um daran zu scheitern, denn sie werden als jene gelten, die wirklich Bewegung ins Weltgefüge gebracht haben. Manche davon wird man erinnern. Viele jedoch nicht. Aber alle zusammen zählen sie als jene Kraft, die den Traum von einer neuen Welt als Realität etablierten.

Scheitern ist immer eine Option! Sie ist die Option der Weisen, der Mutigen, der Träumer, der Visionäre, der heimlichen Wandler. Wer nur auf Erfolg setzt, wer sich nur an Träume wagt, die er gewinnen kann, der ist eine feige Sau.
Wage es zu scheitern. Wage es zu springen, ganz egal, wie tief der Abgrund auch sein könnte – jeder Tropfen, der letztlich den Stein höhlt, war zuvor einer, der sich bereit erklärte, mutig in die Tiefe zu fallen, um auf dem Stein aufzuschlagen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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© 2019 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Eingefahrene Bahnen verlassen


Als du ein Kind warst, hattest du einen offenen Geist. Dein Geist war flexibel und frei. Da war dein Hunger nach Erfahrung, deine Bereitschaft. Du warst Neuem gegenüber unvoreingenommen, konntest wesentlich leichter und schneller auf Veränderungen reagieren. Deshalb hast du unter diesen Veränderungen nicht gelitten. Dein Leben war abwechslungsreich. Es war spannend. Es war aufregend.

Mit zunehmendem Alter aber ist dein Geist mehr und mehr abgestumpft. Er verblödet regelrecht, weil du begonnen hast zu glauben, du wüsstest über das Leben bescheid. In Wahrheit weißt du nichts über das Leben. Du kennst nichtmal einen Bruchteil davon, hast keinen Schimmer, welche Unerschöpflichkeit es dir bietet. Du verlässt dich lieber auf die wenigen vertrauten Aspekte, die du aus deiner Vergangenheit kennst. Dort hältst du dich auf, da drehst du dich ängstlich im Kreis, erschaffst dir wieder und wieder dieselben Erfahrungen. Dein Gehirn nutzt nicht mehr das grenzenlose Potenzial seiner synaptischen Schaltungsmöglichkeiten. Es nimmt stets nur dieselben vertrauten neuronalen Highways. Es fährt routiniert die eingefahrenen Synapsenbahnen, die du für dich als sicher deklariert hast, und verzichtet auf die unbekannten Seitenstrassen. In diesen Routinen aber stirbst du allmählich bei lebendigem Leibe. Dein Licht erlischt zunehmends. Der Geist verkrustet, er verblödet; du siehst täglich denselben alten Film, liest jeden Tag dasselbe abgegriffene Buch. Du behauptest die Stadt zu kennen, bloß weil du einige wenige Hauptstrassen befahren hast. Und das bezeichnest du dann als dein „Wissen“.

So lebst und erfährst du aus wenigen dir bekannten Denkmustern heraus. Dadurch ist dein Leben langweilig geworden. Es hat keine Würze mehr. Da sind weder Abenteuer noch neue Entdeckungen – ein hübscher, sicherer Einheitsbrei, den du Alltag nennst. Dieser Alltag macht dich leblos und stumpf; er lässt dich nach und nach verdummen.

Wenn du meditierst, löst du die verhärteten neuronalen Vernetzungen im Gehirn auf. In der Gedankenstille werden neue Synapsenverbindungen möglich. Du beginnst auf andere Weise zu denken. Die Gedankenmenge nimmt ab, weil es keine eingefahrenen Muster mehr in deinem Denken gibt. Neues Potenzial eröffnet sich. Dadurch wächst deine Intelligenz. Du wirst wieder so flexibel und frei, wie du als Kind warst. Und so ändert sich dein gesamtes Leben. Meditation in Stille macht dich leer vom Bullshit eingefahrenen Denkens. Es befreit dich von Ängsten, von Routinen und Mustern. Du verlässt die alten Bahnen. Du erwachst wieder zum Leben.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Was war das Besondere am Kindsein?


Es war gewiss nicht die Machtlosigkeit gegenüber den Eltern. Es war meistens auch nicht die Schule oder die magischen Weihnachten und auch nicht die viele Freizeit sowie die geringe Verantwortung.

Das Besondere an der Kindheit war die…

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– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Eine Geschichte für Männer


Er war gerade mal 14 Lenze jung, als er ihr das erste Mal begegnete. Drei Meter groß, in ihrem Schatten das Gesicht aller Frauen dieser Erde, in ihrem Odem unmögliche Abenteuer, die Stimme ein einziges Versprechen – so ragte sie in einer schwülen Vollmondnacht vor ihm auf.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ lächelte er unschuldig. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Engel, der mir den Himmel schenken wird. Du bist ein Engel und ich will dich. Dich ganz allein.“

So schloss er damals in jugendlichem Leichtsinn einen Pakt, eine Ehe, die niemals gebrochen werden konnte.

Er wurde älter. Er wurde belogen. Er wurde betrogen.
Sein Herz wurde gebrochen und er wünschte sich, nie geboren worden zu sein.

Müden Hauptes saß er bei einer Tasse Kaffee in einer fremden Stadt. Da stand sie plötzlich erneut vor ihm, lächelnd und unwiderstehlich.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ lächelte er abermals mutig. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Mysterium, das ich zu ergründen habe. Du bist ein Ziel und ich will dich. Dich ganz allein.“

So bekräftigte er damals, als Mann in der Blüte seiner Jahre, abermals diesen Pakt, diese Ehe, die niemals gebrochen werden konnte.

Er zog weiter. Von der Lust befeuert, vom Wunsch nach Liebe und Heimat getrieben, seine Zeit opfernd und sein geschundenes Herz verschenkend. Was er aufbaute, das zerstörte man. Man schenkte ihm Kinder, die man ihm wieder nahm. Man brach sein Herz auf Arten, die er sich nicht im Entferntesten hätte vorstellen können. Dem Wahnsinn war er nahe. Und er wünschte sich, nie existiert zu haben.

Gebrochenen Herzens grübelte er über einer Tasse Kaffee in einer anderen fremden Stadt. Nach Verheißung duftend setzte sie sich plötzlich an seinen Tisch.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ knurrte er. „Du bist nicht der Teufel. Du bist bloß Training. Und ich stehe noch. Ist das alles, was du hast? Mehr hast du nicht drauf?“.

Er zog sich zurück, alterte noch ein Stück und wanderte allein sieben Jahre durch die Wüste. Dort begegnete er sich selbst. Und er traf dabei auch auf Gott. Der sprach:

„Ich bin YHWH, dein Herr! Doch wer bist du? Bist du ein Bettler, der vor jedem Kittel kniet und um Liebe und Muttermilch verlangt? Gab ich dir nicht ein Herz, das für sich alleine zu schlagen vermag? Und gab ich dir nicht den Namen eines Königs, damit du herrscht, indem du dienst, und dienst, indem du herrscht? Gab ich dir Stolz und gab ich dir Liebe? Schenkte ich dir Vaterschaft und Väterlichkeit? Hatte ich dich zur Liebe erschaffen oder zur Bedürftigkeit? War deine Aufgabe nicht Schutz und Bereitschaft? Wurdest du nicht zum Mann in erster Reihe bestellt? Solltest du dir selbst nicht Maß geben und der Welt ebenso? Wer bist du nur geworden? Wer ist dieser Bettler vor dem Weib? Und mit wem hast du dich vermählt, wenn nicht mit mir?“

Da fiel er vor Gott auf die Knie. Sein vergangenes Leben und all seine Sünden zogen mit einem Mal an ihm vorüber wie wahnsinnige Güterzüge, schwer beladen mit jedem erdenklichen Schmerz. Es war Horror, dies zu beobachten.

Seine Seele und all die darin eingenisteten Dämonen weinte er heraus, geschützt in den gütigen Armen des Herrn. Dann flüsterte er: „Ich wollte dich. Immer nur dich. Das weiß ich nun. Mein Herz, meinen Atem, mein Augenmerk richte ich von nun an allein nur noch auf dich. Ich war in der Hölle. Ich war tot. Aber nun lebe ich wieder. Nimm dieses Herz aus Stein, mein Herr, und schenke mir ein Herz aus Licht.“

Der Herr tat, worum man ihn bat. Er nahm das Herz aus Stein und ersetzte es durch ein Herz aus Licht.

Einige Zeit später saß der geläuterte Mann bei einer Tasse Kaffee in seiner Geburtsstadt. Da umarmte sie ihn von hinten und in ihrer Stimme lagen alle Verführungen dieser Welt.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ hauchte er sanft und in seinem Blick lag Frieden. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Sahnehäubchen. Ich liebe Kaffee. Besonders gerne trinke ich ihn mit Sahnehäubchen, denn Sahnehäubchen sind etwas Feines. Grundsätzlich schmeckt er mir aber auch ohne ausgezeichnet gut.“

Da machte es plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall und sie löste sich in Rauch auf.

Er blieb lächelnd zurück. Zum ersten Male in seinem Leben war er frei. Zum ersten Male in seinem Leben war er total Mann. Mit einem Herz aus Licht saß er da, trank zufrieden seinen Kaffee. Und es spielte absolut keine Rolle mehr, ob darauf ein Sahnehäubchen war oder nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Wenn du kein Problem hast, hast du ein Problem



Jeder Mensch hat auf die eine oder andere Weise Probleme. Lass dir da nichts vormachen. Seit Menschengedenken gab es niemand, der sein Leben total im Griff hatte. Es ist unmöglich, etwas zu kontrollieren, das unendlich viel größer ist als du. Daher verabschiede dich von dem Gedanken, irgendwann würde dein Leben bis in jeden Winkel so perfekt problemlos sein, dass du nur noch chillen, genießen und dich über den Neid anderer freuen kannst. Du wirst dieses Ideal niemals erreichen. Du wirst nicht mal annähernd herankommen. Darum höre auf damit, der „Dangling Carrot“ zu folgen.

Lass dich auch von anderen nicht blenden. Diese „Lebenimgriffhaber“ sind gute Faker. Sie haben ihre dynamische, lupenreine, lächelnde Fassade im Griff. Das ist dann aber auch schon alles, was sie im Griff haben. Hinter dieser Fassade verbirgt sich nicht selten das heulende Elend im reinsten Chaos. Und selbst wenn diese Supertypen ihr Leben im Griff hätten, so wäre ihr größtes Problem jenes, ständig alles im Griff haben zu müssen, um die Fassade zu wahren. Und damit hätten sie dann ein gewaltiges Problem.

Daher akzeptiere das Problem. Anerkenne es einfach als Teil des menschlichen Daseins. Statt es krampfhaft lösen zu wollen, beginne es in einen neuen Rahmen zu stellen. Betrachte es nicht als deinen Feind. Betrachte es als das, was jetzt so ist. Sieh es einfach nur an. Beginne es zu bewundern. Bestaune es in seiner Komplexität, seiner Beharrlichkeit, seiner Dringlichkeit.
Bekämpfe es nicht und warte, bis es sich ganz von selbst löst, denn das tun die meisten Probleme, sobald die Zeitkoordinate nur lang genug ist.

Bis dahin gehe mit dem Problem einfach anders um. Wenn es auftaucht, schalte dich nicht in den Kampfmodus, sondern sage gelassen „Wow! Was für ein geiles Problem!“ oder „Ich bewundere dich, du Problem!“ oder „Ich habe noch nie ein solch schönes Problem gesehen!“.
Lächle dein Problem an. Blicke ihm direkt ins Gesicht und bestaune es.
Und dann anerkenne, dass du es selbst erschaffen hast. Du hast einen wesentlichen Beitrag zu seiner Existenz geleistet, indem du es zu deinem Problem erklärt hast. Es möchte jetzt eine Zeit lang zu dir gehören. Also genieße seine Gesellschaft. Irgendwann wird es sich auflösen. So oder so. Dann musst du dich davon verabschieden. Aber sei nicht traurig, denn du wirst dir ganz schnell ein neues Problem finden. Sei dir da sicher. Wahrscheinlich wird es sogar ein noch schöneres, noch komplexeres, noch dringlicheres als das alte. Denn immerhin bist du ja durch die Gesellschaft des alten Problems besser im Umgang mit Problemen geworden. Das hat sich natürlich unter den Problemen herumgesprochen. Und so wird dich schon bald ein neues finden. Bis dahin: Bewundere das Problem! Und wisse: Andere Leben haben auch schöne Probleme.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Aufgabe vs. Beschäftigung


Für dein irdisches Dasein macht es einen gravierenden Unterschied, ob du bloß einer Beschäftigung folgst oder eine richtige Aufgabe hast. Dazu solltest du dich eingehend mit beiden Begriffen befassen.

Der Beschäftigte tut etwas. Er tut irgendwas, damit die Zeit genutzt bleibt. Er macht Dinge, die ihn so sehr in Beschlag nehmen, dass er die innere Leere nicht mehr spürt. Sein Tun dient der Ablenkung, der Flucht vor der Wahrheit über sein Dasein. Er ist beschäftigt mit Arbeit für den Broterwerb, mit dem Konsum von Gütern, Dienstleistungen, Beziehungen, Genüssen und Sex. Er ist beschäftigt mit Gerede über Politik, Wirtschaft und die Schlechtigkeit seiner Mitmenschen. Je beschäftigter er mit all dem ist, desto größer wird die innere Leere in den beschäftigungslosen Phasen. Deshalb stürzt er sich immer tiefer in den Kreislauf von Leere und Ablenkung durch profane Tätigkeiten. Sein ganzes Dasein gleicht einer hoffnungslosen Flucht.

Ein Mensch mit einer wirklichen Aufgabe hingegen erblüht. Er folgt einem hehren Ziel, weil er gelernt hat, die Leere des Daseins zu akzeptieren. Ihm wurde klar, dass jede Aktivität, jede Beschäftigung diese Leere nicht zu erlösen vermag. So wie ihn keine Tätigkeit vor dem Schicksal oder der eigenen Sterblichkeit retten wird können. Deshalb schenkt er sich einer Aufgabe. Er verschreibt sich ihr vollends mit all seiner Kraft, Liebe und Hingabe. Er zieht Befriedigung und Gewinn aus dem Tun selbst, nicht aus den Ergebnissen. Er sieht seine Aufgabe vielleicht darin, ein großartiger Vater, eine hingebungsvolle Mutter, ein inspirierender Künstler, ein liebevoller Heiler, ein erhellender Botschafter der Liebe, ein feuriger Rebell, ein kluger Aufklärer oder ganz simpel ein bescheidener Gärtner zu sein, weil er Pflanzen einfach immer schon geliebt hat. Seine Aufgabe ist authentischer Teil seiner selbst. Sie dient stets dem Ganzen, niemals ihm allein. Ein solcher Mensch ist nicht mal ein bisschen Dieses, dann wieder ein wenig Jenes, im Grunde aber gar nichts. Er treibt nicht wie eine Qualle von einer Welle des Konsums zur nächsten. Er ist voll und ganz Diener seiner Aufgabe. Diese Aufgabe dient nicht der eigenen Ablenkung, der Flucht vor sich selbst oder dem Totschlagen von Lebenszeit. Sie dient der Erfüllung seines Schicksals. Sie ist Teil seiner Selbstverwirklichung und Selbsterfahrung.

Ein Mensch mit Beschäftigung ist arm, denn er befindet sich in ständigem Kampf mit dem Leben, der Welt, dem Schicksal und der Zeit; er bleibt ein ewig Flüchtender.
Ein Mensch mit Aufgabe hingegen ist reich, weil er Frieden gemacht hat mit seinem irdischen Dasein. Er nimmt sich selbst zurück für den Dienst an etwas Höherem. Vielleicht macht ihn seine Aufgabe nicht vermögend. Vielleicht macht sie ihn nicht berühmt. Vielleicht wird er sogar dafür belächelt und zum Außenseiter unter den Beschäftigten, zum Geächteten unter den ewig rastlosen Konsumenten, zur Randfigur unter den von Blinden geführten Blinden. Vielleicht erhält er für seine Aufgabe niemals Anerkennung. Vielleicht macht sie ihn einsam. Aber sie macht ihn über sein ganzes Leben hinweg wahrhaft lebendig.
Am Ende seines Erdenlebens wird er wissen, dass er wirklich gelebt hat und nicht durch permanente Ablenkung vor dem Leben in ein Scheinleben geflüchtet ist.

Beschäftigt sind viele Menschen, aber nur wenige haben eine Aufgabe. Für jeden Menschen stellt sich daher die essenzielle Frage: Bin ich bloß beschäftigt oder erfülle ich meine Aufgabe?

Die Beantwortung dieser Frage ist gewiss nicht bequem, daher ist man gerne geneigt, in der Beschäftigung die Aufgabe zu wähnen. Das aber ist Selbstbetrug. Es ist nichts weiter als Rechtfertigung des eigenen Unvermögens wahrhaft lebendig zu sein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Du und die vermeintliche Realität


Der Unterschied zwischen deinem Tagesbewusstsein und deinem Traumbewusstsein ist hauptsächlich jener, dass du in der Tages-Realität mehr Einfluss auf den Verlauf des Geschehens hast, obwohl du auch da nur selten über die vollständige Kontrolle verfügst. Im Traumbewusstsein bist du bloß Reagierender, bist auf physischer Ebene im Grunde „Opfer“ deiner neuronalen Vernetzungen, was auf spiritueller Ebene den Illusionen deines Egos gleichzusetzen ist.

Mit zunehmender Bewusstwerdung aber wird dir klar, dass es sich bei beiden „Realitäten“ bloß um Träume handelt. Werden deine Nachtträume luzid, dann erlangst du auch immer mehr Einfluss auf den Tagestraum und vice versa. Du bist dann zunehmend in der Lage, deine neuronalen Netze augenblicklich zu verändern – je nach dem, welche Realität du zu erfahren wünscht.

Bisher hast du das Erleben im Tagesbewusstsein für die „absolute Realität“ gehalten, doch nach und nach erkennst du, dass beide Welten Traumwelten sind. Es handelt sich sowohl bei der einen als auch bei der anderen „Realität“ um eine Erfahrungsmatrix, die sich als perfekte Illusion entpuppt und die über deine neuronalen Schaltungen im Gehirn gefiltert und interpretiert wird. Diese Erfahrungsmatrix dient dir – nicht du ihr!

Wenn du so weit bist, dass du dich selbst voll und ganz im Traum des Tages ausleben und verwirklichen kannst, dann träumst du nachts nicht mehr. Deine Nachtträume lösen sich auf, reines Bewusstsein von Dem-Was-So-Ist tritt an ihre Stelle, während dein Körper zu schlafen scheint. Du verlässt somit Schritt für Schritt die Illusionen deines Egos, indem du sie als solche erkennst und daher kontrollierst.

Je näher du deinem wahren Sein in vollkommener innerer Stille kommst, desto näher bist du dem göttlichen Selbst in dir. Du lässt nach und nach alle Träume, alle illusionären Realitäten hinter dir und erfährst dich als reines Sein jenseits aller Illusionen und Träume. Dann bist du vollstes, erhabenstes Bewusstsein, welches du in Wahrheit immer schon warst und ewig sein wirst. Reines Sein ist vollkommenes Gewahrsein in Stille an allen Orten und zu jeder Zeit – Transzendentales Bewusstsein!

Transzendentale Meditation oder auch die durch mich unterrichtete Meditation in Stille ist ein hilfreiches Werkzeug auf diesem Wege. Es handelt sich um eine ideale Übung, um länger und immer länger im Zustand transzendentalen Bewusstseins zu bleiben. Hast du auch nur ein einziges Mal diese Art bewussten Seins erfahren, dann kann dich von da an keinerlei Illusion auf Dauer zufriedenstellen – du wirst mehr und mehr ins transzendentale Bewusstsein, in die einzig echte Wirklichkeit gleiten wollen; und eines schönen Momentes kannst du dann darin verbleiben, ohne dein physisches Dasein verlieren zu müssen. Dann bist du Meister. Dann bist du dir voll und ganz deiner immerwährenden Erleuchtung, deines ewigen Lebens bewusst – in jedem Augenblick und an jedem Ort, in jeder Illusion und in jedem Traum, ohne die Freuden der Erfahrung innerhalb der Illusionen aufgeben zu müssen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

Falls du dich bereit fühlst, transzendentales Bewusstsein in der Praxis zu erfahren, dann klicke hier: ZUM SEMINAR
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