Denn keiner kann ohne leben


Wo du lebst ist Licht.
Wo ich bin ist Nacht.
Du hast die Berge.
Ich habe den Regen.
Dein Weg ging nach Rechts
und meiner nach Süden.
Es gab nicht viel gemeinsam,
wir waren zweisam einsam.
Mir blieb Erinnerung,
dir die Sekunden.
Wir waren gleich,
aber niemals ähnlich.
Und doch auf ewig verbunden.

Ich wünsche dir Wege,
die ich nicht mit dir ging.
Ich wünsche dir Liebe,
die ich nicht gab.
Ich wünsche dir Frieden,
und Tage watteweich.
Ich wünsche dir Gipfel,
aber keine Talfahrten.
Ich wünsche dir Anhöhen,
ein Haus und eine Hand,
die deine hält.
Ich wünsche dir Licht und Wolken,
wenn die Sonne brennt,
und jemand,
der deine Seele kennt.

Da ist nichts mehr zu geben,
doch sollten wir sprechen,
nicht mehr reden.
Alles soll dir gut sein,
keine Wünsche unerfüllt,
Wahrheit unverhüllt.
Vielleicht sitzt du dann am See,
siehst ein kleines Mädchen,
verträumt sein Blick,
fern nach etwas suchend,
und es kommt zurück,
dies Stück der Zeit
vor dem Missgeschick.
Und du erinnerst dich
an ein letztes Versprechen.

Mein Herz sitzt an deinem Tisch,
liegt nachts neben dir,
spielt mit bunten Steinen,
geht mit dir durch die Tür.
Lass die Panzer brechen
und gib es frei, mein Herz.
Denn niemand kann ohne leben.
Was du auch tust,
tu es nicht für dich,
nicht für mich
– tu es für sie,
für die Seele,
deren Namen wir wählten.

Gib mich an mein Herz zurück,
denn ich bin Teil davon,
ein großes Stück.
Lass es frei.
Lass es kommen,
lass es gehen,
dies kleine Herz mit braunen Augen.
Gib ihm seine zweite Hälfte wieder.
Mach es ganz,
denn es wird sie sich holen,
meine Lieder,
die ich ihm gesungen,
bevor sie zerbrachen,
unsere Wege.
Mach die Strecke kurz,
die Zeit gestatte lang,
denn ich bin geblieben,
als Ruf nach diesem Stück,
diesem kleinen Teil von uns,
diesem Herz mit braunen Augen.

Du gingst nach Rechts.
Ich ging nach Süden.
Bleib, wo du bist,
denn wo du bist ist gut.
Tu, was du tust.
Mach es mit Mut.
Tu es nicht für dich,
tu es nicht für mich
– tu es für dies kleine Herz,
dies Herz mit dunklen Augen,
für die Seele,
deren Namen wir wählten.
Gib es wieder,
mein Herz,
gib mich an dies Herz zurück,
denn keiner kann ohne leben.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Liebeskind


Gerne hätte ich mehr Zeit mit dir gehabt.
Und jene, die wir teilten,
hätte ich lieber damit zugebracht,
dich klarer zu sehen,
dich näher zu fühlen,
dich tiefer zu lieben.

Ich war noch nie so hoch,
ich war noch nie so hoch,
habe noch nie so laut gelacht,
niemals so laut gelacht.

Und ich würde dir gerne sagen:
Nichts wird mich jetzt stoppen!
Keiner wird mich aufhalten!
Bloß um zu wissen,
etwas wird mich stoppen.
Jemand wir mich aufhalten.
Es wird über mich kommen,
wie ein mächtiger schwarzer Vogel,
dessen weiche Schwingen Vergessenheit regnen.
Alles wird enden,
entschwinden in ein Nichts.

Noch aber erinnere ich mich.
Noch trage ich deine Wärme in der Brust.
Und mag sein, es klingt seltsam für dich,
wenn ich dir sage,
jetzt bist du ein kleines, violettes Flämmchen,
im Wind flackernd,
gleichsam und im selben Maße Freude wie Schmerz,
die Hallen meiner Seele ausleuchtend.

Ich schreibe deinen Namen auf Papier.
Daraus falte ich mir einen Flieger
und flitze damit zurück in unsere Tage,
weil ich dich einmal noch atmen hören will,
weil ich mich einmal noch so laut lachen hören mag,
weil ich einmal noch so hoch sein soll.

Nichts gibt uns die Zeit wieder.
Nichts dreht die Uhr zurück.
Nichts blättert nach hinten im Kalender.
Und wenn wir einander heute begegnen,
blicken wir durch unsere Augen wie aus Fenstern,
wie durch schmutzige Scheiben in ein Leben,
wo wir uns nicht mehr fremd sein müssen.

Ich werde da sein in diesem anderen Leben.
Wieder werde ich warten,
bis die Uhr 03:03 schlägt,
und du plötzlich mit mir bist.
Und ich werde abermals eine Münze für dich werfen.
Ich werde sie fallen lassen in einen Fluss,
dessen Namen ich mir diesmal merken will.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Befindest du dich in einer Endlosschleife?


Du stellst auf schmerzhafte Weise fest, dass sich gewisse Erfahrungen in deinem Leben wiederholen. Immer wieder triffst du auf die „falschen“ Menschen, die „falschen“ Jobs, die „falschen“ Situationen, landest immer wieder am Start, findest dich in einer Endlosschleife aus wiederkehrenden Problemen. Verantwortlich dafür machst du deine Eltern wegen deiner schweren Kindheit, die bösen Männer/Frauen für ihre Unfähigkeit dich zu lieben, die verblödete Gesellschaft und sogar Gott, diesen Sadisten! Du quälst die Welt mit Vorwürfen und du quälst dich mit Selbstvorwürfen und/oder bist dir abermals sehr sicher, es könne nur daran liegen, dass du einfach vom Pech verfolgt bist und einfach gewisse Dinge im Leben gar nicht verdient hast, denn sonst gäbe es die Wiederholung in der Schleife ja nicht. „Bad Karma!“ sagst du dann, weil das irgendwie bequem ist, frustrierst allerdings innerlich dermaßen, bis du letztlich die ganze Welt hasst. Vor allem aber hasst du dich selbst und dein ganzes, „beschissenes“ Leben, weil du glaubst, du kämst da nicht raus und es würde sich nie etwas ändern.

Und beinahe hast du damit sogar recht. Aber eben nur beinahe! Gerne erkläre ich dir auch, warum:
Du erkennst zwar die Schleife, die repetitive Problematik, den sich daraus ergebenden Schmerz und den bitteren Verlust, aber du erkennst nicht die wahre Ursache. Du bastelst oberflächlich an ein paar Verhaltensmustern, schraubst ein wenig im Außen rum, wechselst den Partner, die Wohnung, den Job, den Freundeskreis, die Hobbys, den Frisör. Und wenn du ganz gut drauf bist, legst du ein paar positive Affirmationen über die alten Gedankenmuster drüber, weil man die dann eine Weile nicht ansehen muss. Das klappt gewisse Zeit und es scheint endlich gelöst zu sein. Doch das ist es nicht, wie du meist ernüchtert feststellen musst, weil du schon wieder vor demselben Scherbenhaufen stehst, diesmal mit einem anderen Partner, in einer anderen Wohnung, in einem anderen Job, in einem anderen Freundeskreis, mit anderen Hobbys und einem anderen Frisör.

– Dabei hast du doch alles verändert!

Nein, hast du nicht. Du hast in Wahrheit gar nichts verändert. Du hast bloß so getan, als ob, indem du den alten Rost mit bunter Farbe übermalt, derselben Bruchbude in deinem Innersten eine neue Fassade verpasst und deinem eigentlichen Problem eine neue Spielwiese geschenkt hast. Das ist alles, was du getan hast in dem Glauben, du kämst damit davon.

Wenn du also aus der Endlosschleife raus willst, dann musst du bereit sein zu sterben. Du sollst dich nicht umbringen, verstehe mich bitte richtig! Dies ist kein Aufruf zum Suizid. Aber du sollst aus der Tiefe deines Herzens dazu bereit sein, dein altes Ich sterben zu lassen. Du musst so sehr von diesem Ich genug haben, es muss dir so sehr im Herzen weh tun, dass du glaubst, wahnsinnig zu werden, wenn du es nicht endlich sterben lässt! Es reicht nicht, ein bisschen genug von dir und deinem alten Ich zu haben. Du musst total davon genug haben. Du musst so sehr genug davon haben wie von deinen Ex-Partnern, als du sie verlassen hast, weil du sicher warst, es geht keine Minute länger. Denn erst dann erkennst du, wo der Hund begraben liegt: In dir selbst und nur da!

Hör mit aller Bestimmtheit, zu der du fähig bist, damit auf, dir selbst leid zu tun und über deine schlimme Kindheit, die schlechten Partner, die böse Gesellschaft, die miese Politik und all die Verletzungen in deiner Seele zu klagen. Deine Seele ist nicht verletzt! Die kann gar nicht verletzt werden, weil sie unsterblich, ewig und göttlich ist. Was ständig jammert und alle Verantwortung von sich weisen möchte, das ist dein Ego. Das wurde verletzt. Das ist im Stolz und seiner eingebildeten Erhabenheit gekränkt. Das fühlt sich ungeliebt und ungerecht behandelt. Nicht aber deine Seele. Deine Seele blieb bei all dem heil und unberührt. Sie wundert sich bloß, wie lange du dir freiwillig die Birne an der Wand stößt, wo doch einen Schritt seitwärts der offene Türrahmen wäre, durch den du gehen könntest, um frei zu sein. Sie flüstert dir zu, sie spiegelt dir Wahrheit, sie kommt als Stimme eines Freundes, eines Partners oder als Artikel im Internet. Du aber rennst blind immer wieder gegen dieselbe Wand deiner eigenen Wahl und tust dir dabei unsagbar selbst leid.

Mein Freund, ich sage dir, es sind deine alten Gedankenmuster, deine alten, eingeschliffenen Verhaltensweisen, deine Vorurteile und deine Urteile über dich und andere, die dich in eine schier endlose Schleife aus Problemen und Schmerzerfahrungen versetzt haben. Du bist es selbst, der für diese Schleife verantwortlich ist, nicht deine Eltern, deine Partner, Freunde, Kollegen oder gar Gott und die Gesellschaft. Du allein bist es, der sich da reingebracht hat. Und dafür musst du nun gerade stehen! Und du musst davon restlos genug haben. Notfalls ist es sogar nötig, dass du alles verlierst, dass du komplett zusammenbrichst und nach deinem Tod rufst. Aber du wirst nicht umhin kommen, endlich die volle Verantwortung für dich selbst zu übernehmen, indem du erkennst, dass du tief in dir ansetzen musst, damit sich im Außen etwas verändern kann.

Begreife, dass du nicht der bist, der „Ich“ sagt. Du bist das, was hinter diesem Ich lebt. Und nur du kannst dieses Ich ändern, niemand sonst. Kein Therapeut, kein Guru, kein Coach, ja nicht einmal Gott wird dieses Ich ändern. Nur du allein kannst das. Gewiss können dir Profis dabei helfen, aber ändern musst du es letztlich trotzdem selbst. Nicht die Welt muss sich ändern, sondern du musst dich ändern. Und solange dir das nicht zum aller dringlichsten Wunsch wird, der dermaßen in dir brennt, wirst du nicht aus dieser Schleife entkommen können.

Du kannst nicht immer dasselbe denken, dasselbe tun, derselbe sein, aber auf ein anderes Ergebnis hoffen. Du kannst ja auch nicht ständig 5 und 5 addieren und dann daran verzweifeln, weil dabei nicht 11 rauskommt. Doch, du kannst, aber es wäre schlichtweg idiotisch, oder?

Wenn du wirklich etwas ändern willst, dann versuche nicht, dich durch oberflächliche Gedanken neu zu bemalen, sondern blicke ganz tief in dich hinein. Schau dir den ganzen Unrat und Müll an, den du angesammelt hast, der nun dein Weltbild und somit auch deine Erfahrungen von der Welt und den Menschen ausmacht! Erkenne, dass du voller Angst, voller Zweifel, voller Misstrauen, voller Eifersucht, Missgunst und Neid bist. Schaue dich selbst ganz genau an und akzeptiere, dass du all das selbst bist. Und dann vergib dir dafür. Vergib auch allen anderen, denn das ist der wichtigere Schritt! Entlasse die sogenannten Bösewichte deines Lebens aus deinem Innersten, denn sie sind nicht böse. Du hast sie als „die Bösen“ deklariert und daher siehst du sie auch als solche. In Wahrheit sind es jedoch hilfreiche Engel, die dich genau an den Punkt deines Lebens katapultiert haben, der dich dies nun alles erkennen lässt, damit du es auflösen kannst. Danke ihnen dafür, indem du ihnen vollends vergibst. Und dann danke dir selbst, indem du dir selbst vollends vergibst.

Erkläre dich bereit, dein altes Ich nun sterben zu lassen. Willige vollkommen in diesen Tod ein. Gib dich ihm hin und verbrenne in deiner größten Angst, indem du dich ihr ebenfalls vollkommen auslieferst und hingibst, ohne sie diesmal verdrängen zu wollen. Im Feuer deiner größten Angst wirst du sterben als das Alte, das du bisher warst. Und aus seiner Asche wirst du hervorgehen als das Neue, das du nun bist. Das wird sehr weh tun. Da wird fürchterlicher Schmerz sein und es kann Wochen oder Monate dauern, bis du neu geworden bist. Aber du wirst niemals aus der Endlosschleife aussteigen können, solange du der bleibst, der du jetzt bist. Deshalb sei bereit innerlich zu sterben, da du anders nicht neu geboren werden kannst. Auf andere Weise kannst du niemals ein neues Leben beginnen. Denn solange der in dir überlebt, der dein altes Leben erschaffen hat, wirst du auch sein Leben führen müssen. Das sollte dir jetzt klar sein!

Liebe dich für deinen Mut, das erste Mal in deinem Leben wirklich-wirklich bereit zu sein, nicht mehr vor dir selbst und der Verantwortung für absolut alles in deinem Leben zu flüchten. Liebe dich jetzt schon dafür, dich in Zukunft wirklich lieben zu wollen. Liebe dich dafür, all die Fehler gemacht zu haben, um das hier an diesem Tage zu dieser Stunde für dich zu erkennen, zu akzeptieren und für immer und ewig zu ändern. Sei der Phönix und sei dein eigenes Feuer der Läuterung, in welches du dich aus Liebe zu dir selbst stürzt, um darin zu verbrennen und neu daraus hervor zu gehen.

Denke an das, was Johannes der Täufer uns sagte: „Bevor sich Königreiche ändern, müssen sich erst die Herzen ändern!“

Und wenn du dein Königreich (dein Innerstes, respektive dein Äußeres) ändern willst, dann muss sich erst dein Herz ändern. Ein Herz aber ändert sich erst dann, wenn es solange zum Messer ging, bis es sticht. Lass es sterben, das alte Herz deines unbrauchbar gewordenen Ichs – es wird daraus ein neues, viel schöneres, glücklicheres geboren. Lass es sterben, das alte Ich, indem du allen Alles und jedem Jedes vergibst, indem du durch deine Angst vor dem Tod des alten Ichs hindurch gehst, statt mit ihr zu ringen, indem du alle Urteile über dich selbst und andere aufhebst, indem du die volle Verantwortung für deine innere und äußere Erfahrung von der Welt übernimmst.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Warum du nichts versprechen sollst


Wir alle erleben Enttäuschungen. So gut wie jeder weiß mittlerweile, dass eine Ent-Täuschung das Ende einer Täuschung bedeutet. Im Grunde wäre das etwas Schönes, über das man sich freuen dürfte, denn wer täuscht sich schon gerne? Trotzdem schmerzt es, an etwas zu glauben, das sich dann anders oder gar nicht erfüllt. Dennoch täuschen wir uns. Wir sind sogar Meister im sich Täuschen. Wir beharren nahezu darauf, uns in allem und jedem zu täuschen, weil wir gerne idealisieren, dramatisieren oder projizieren. Es ist uns offenbar ein Bedürfnis, uns selbst und andere zu täuschen. Irgendwie scheinen wir das zu brauchen, sonst würden wir ja damit aufhören. Gerne ziehen wir jedoch die Täuschung, besonders aber die Selbsttäuschung, der Wahrheit vor.

Eine der häufigsten Täuschungen mit äußerst hohem Enttäuschungs-Potenzial liegt in unserem Drang, etwas versprechen zu wollen. Viel Schmerz und folglich auch Leid durch Vertrauensbruch entsteht aus Versprechen, die wir geben, aber dann brechen, weil wir sie nicht halten wollen oder können. Jeder kennt es: „Ich werde immer für dich da sein!“/ „Ich werde dich ewig lieben!“/ „Papa holt dich heute zeitiger vom Kindergarten, versprochen!“/ „Beste Freunde auf Lebenszeit!“/ „Ich bin sicher pünktlich!“/ „Nein Schatz, das werde ich bestimmt niemals wieder tun!“ etc.

Kaum ein Viertel aller Versprechen wird gehalten. Einige werden vorsätzlich, die meisten aber unbeabsichtigt gebrochen. Daher solltest du aufhören etwas zu versprechen. Im spirituellen Sinne ist ein Versprechen ein Zeichen von Arroganz gegenüber der Göttlichkeit. Durch ein Versprechen gibst du dich dem Irrglauben hin, stärker, größer oder mächtiger als Gott, das Schicksal oder der Zufall zu sein. Durch ein Versprechen willst du ein Ergebnis garantieren, für das du in Wahrheit gar keine Garantie abgeben kannst. Du vergisst allzu gerne, dass du ein sterblich Wesen bist. Du vergisst, dass jeden Augenblick dein Tod eintreten kann. Du bist so sehr in deinem Wahn von Sicherheit und geplanter Zukunft gefangen, dass du glaubst, du hättest alle Unwägbarkeiten im Griff. Ein Zug, der sich verspätet, ein Stau, ein Unfall, ein Mensch, in den du dich plötzlich unsterblich verliebst, ein Unwetter, ein geplatztes Geschäft, ein Rückfall oder einfach nur ein Wecker, den du nicht gehört hast – wie getraust du dich da etwas zu versprechen? Wie kannst du es wagen, einem Menschen, der dir vertraut, etwas in Aussicht zu stellen, von dem du nicht sicher sein kannst, dass du es ihm geben wirst können?
Du kannst das Ergebnis deiner Gedanken, Worte und Taten nicht hundertprozentig abschätzen. Vielleicht nimmst du dir fest vor, etwas so oder so zu tun, gibst dir dabei äußerst Mühe, aber dann kommt dabei doch etwas ganz Anderes heraus als du wolltest, weil du eben nicht alle Unwägbarkeiten abschätzen kannst. Weil du eben ein Mensch und kein Gott bist.

Du solltest daher keine Versprechen mehr abgeben. Du solltest nur noch deine ehrliche Absicht zu etwas kundtun. Dazu musst du vorher aber auch sehr genau dein Herz prüfen, denn eine Absicht sollte immer aus vollem Herzen verkündet und daher rein und aufrichtig sein, sonst ist es keine gute, sondern eine böse Absicht.

Wenn du heiratest, dann versprich nicht „Bis dass der Tod uns scheidet!“, sondern verkünde lieber die Absicht, mit diesem Menschen so lange leben zu wollen, wie es euch beiden gegeben ist, aber lass die Finger von „niemals“ oder „immer“. Versprich nicht, sondern hege vielmehr eine reine, aufrichtige Absicht, die du kundtust. Das wäre ehrlich. Das wäre realistisch. Das birgt nicht solch scharfe Klingen in sich wie ein Versprechen, das du zwar aus einer Stimmung heraus gibst, aber vielleicht niemals wirst halten können.

Du bist ein Mensch. Menschen ändern sich. Menschen irren sich. Menschen machen Fehler. Menschen haben ein Schicksal oder unterliegen der höheren Gewalt des Zufalls. Menschen haben gar kein Recht, etwas zu versprechen. Nur Gott allein hat dieses Recht. Niemals aber ein Mensch. Du kannst eine ehrliche, reine Absicht hegen und diese auch kundtun, indem du sagst: „Meine Absicht ist es, pünktlich zu sein!“/ „Meine Absicht ist es, dir stets beizustehen!“/ „Ich hege die aufrichtige Absicht, den Rest meines Lebens bei dir zu bleiben!“/ „Ich beabsichtige mich zu bessern!“ / „Meine Absicht nicht mehr zu trinken ist aufrichtig!“ Aber du hast kein Recht, etwas zu versprechen, denn du kannst nicht garantieren, es zu halten.

Wir alle wären schon als Kind weniger verletzt worden, wenn man uns nicht so vieles versprochen sondern einfach nur Absichten verkündet hätte. Wir alle würden weniger die Ehe brechen, weniger Trennungen und Enttäuschungen erleben, wenn wir uns nicht ständig gegenseitig mit Versprechungen von ewiger Liebe und Treue belügen und unter Druck setzen würden. Wir könnten unsere Führer und Politiker mehr achten, wenn sie uns weniger versprächen. Wir alle wären zufriedener, wenn wir mehr Demut gegenüber diesem übermächtigen Universum demonstrierten, indem wir weniger versprechen, dafür aber reinere Absichten hegten.

Eine ehrliche Absicht ist etwas total Ehrbares. Eine Absicht ist etwas Reines, wenn sie als eine solche aus dem Herzen verkündet wird. Eine Absicht zu äußeren, die wirklich aufrichtig gemeint ist, zeugt von Respekt dir selbst und dem Anderen gegenüber, sowie von Respekt gegenüber Gott, dem Leben, dem Schicksal und dem Tod. Durch die Absicht versprichst du kein unabsehbares Ergebnis, sondern bezeugst den aufrichtigen Willen, den Weg zu diesem Ergebnis einschlagen zu wollen, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen durch eine zweifelhafte Garantie.

Ein Versprechen aber ist im Grunde eine schön verpackte Lüge mit eingebautem Zufallsgenerator. Hast du Glück, dann wird daraus Wahrheit. Meist aber hast du Pech und das Versprechen bleibt eine in sentimentalen Momenten schön formulierte Lüge. Du bist ein sterblich Wesen, du kannst gar nichts versprechen, denn du hast nicht die Macht, ein Versprechen unter allen Umständen zu halten. Eigentlich solltest du das wissen, denn du selbst hast es oft genug am eigenen Leibe erfahren, dass jene Versprechen, die man dir gab, nie eingehalten wurden. Aber dennoch bist du bereit, selbst eines abzugeben?

Nur ein Lügner oder ein Narr gibt ein Versprechen – der Weise aber hegt eine aufrichtige Absicht, die er mit seinem ganzen Herzen verfolgt. Und erfüllt er sie nicht, weil es aus irgendwelchen Gründen unmöglich ist, dann lädt er keinerlei Schuld auf sich, denn er hat ja nicht gelogen, sondern nur seine ihm überschaubaren Möglichkeiten zu einer Aussage dir gegenüber als aufrichtigen Willen kundgetan.

Lass die Versprechen sein, denn sie sind Sünde! Deine aufrichtig verkündete Absicht reicht völlig aus, denn sie ist Wahrheit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Wenn alles endet, weil alles beginnt


So viel Zeit meines Lebens hatte ich damit zugebracht, das, was geschieht, verstehen und einordnen zu wollen. Ich war der Ansicht, ich gehöre irgendwie, irgendwo zu irgendwem und zwar irgendwann. Doch niemals war ich weiter von der Wahrheit entfernt, als zu diesen Zeiten.

Die dunklen Täler, durch die ich gehen musste, will ich nicht zählen noch bin ich darauf stolz oder blicke in Selbstmitleid darauf zurück, denn heute weiß ich: Alles, was in unseren zahlreichen Leben geschieht, ist neutral. Wir selbst sind es, die daraus etwas Gutes oder Schlechtes, etwas Spirituelles oder Profanes machen durch unser Urteil darüber. Urteile, die uns zwingen in ihrem Sinne zu leben. Urteile, die uns dunkle Täler schaffen. Dunkle Täler, aus denen wir raus wollen. Und ich wollte da raus.
Aber ich brauchte sie, diese dunklen Täler, ich brauchte die vollständige Zertrümmerung meines alten Ichs und seiner Vorstellungen über das Leben, die Liebe und Gott. Ich brauchte die absolute Hoffnungslosigkeit, die absolute Machtlosigkeit, die absolute Verzweiflung sowie die totale Zerstörung all dessen, was ich bisher glaubte zu wissen und zu sein.
Ich brauchte mein Leid und das Leiden an diesem Leid so sehr, dass ich es sogar anderen antat, nur um davon genug abzubekommen.
Ich glaubte tief in mir drinnen, dass ich das wirklich brauchte. Und ich brauchte es tatsächlich, so wie wir das alle brauchen. Du brauchst es. Ich brauchte es. Bis zu dem Punkt, an dem es keine Steigerung mehr gab und ich von selbst zu Gott rief und flehte: „Herr, ich habe jetzt genug! Ich habe wirklich-wirklich genug. Ich bin es müde, mich selbst leiden zu sehen. Ich bin es müde, andere leiden zu sehen. Ich habe wirklich genug jetzt!“. Und das tat ich eine ganze lange, schrecklich schöne, schmerzvolle Nacht hindurch, nach all den dunklen Tälern, durch die ich mich und meinen Nächsten gejagt hatte in meiner Sucht nach vorsätzlicher Blindheit vor dem Offensichtlichen. Und Gott antwortete, wie immer, jedoch erst dann, als ich auch vom Flehen genug hatte, vom Weinen und Bereuen, als ich auch mit meiner Selbstverurteilung an die letzte Grenze stieß. Er sagte nur: „Ich weiß!“.

Der Moment, in dem ich aus tiefstem Herzen, in aller Aufrichtigkeit zu der ich fähig bin, beschloss, nicht mehr leiden zu wollen, war jener Augenblick, da ich mich einer Liebe öffnete, und zwar das erste Mal wirklich in Hingabe, die mir Inkarnation über Inkarnation angeboten wurde, die ich aber mehr fürchtete als alles, was ich jemals gefürchtet habe.
Es war die Liebe des Christus, des Buddhas. Jene Liebe, die meinen Tod bedeuten würde, meine Auflösung. Denn du kannst nicht wirklich lieben, wenn du nicht bereit bist zu sterben. Du musst nicht bereit für deinen physischen Tod sein, sondern vielmehr für den Tod des Egos. Es ist der Tod deines selbstsüchtigen, leidvollen, besitzergreifenden, unersättlichen Egos, das sterben muss, um ein neues Ego zu gebären. Ein Ich, das sich mehr wie eine Quelle als ein Schlund anfühlt. Ein Ich, das mehr ein Selbst als ein Ich ist.

Erst als ich meine Bereitschaft zum Tod meiner alten Form aus tiefstem Herzen zum Ausdruck brachte, wurde mein Herz auch tatsächlich offen für diese Liebe. Eine Liebe, von der ich spüre, dass sie mich niemals wieder abhängig machen wird von einer bestimmten Form, in der sie sich zu äußern hat, oder von einem bestimmten Menschen, zu dem sie fließen soll. Eine Liebe, die da sein darf für jeden im selben Maße aber auch für jeden auf besondere, einzigartige Weise. Eine Liebe, die weder mich an andere noch andere an mich zu binden wünscht, um damit alle Türen zu öffnen, damit echte Beziehungen möglich werden.
Eine Liebe, deren Ende ich niemals erreichen werde oder will. Eine Liebe, die täglich wächst, auch wenn ich sie nicht jeden Tag auf dieselbe Weise in derselben Kraft spüren kann, aber ich weiß, sie ist da. Ich weiß es. Und das ist auch das Einzige, was ich heute weiß.

Ich habe niemals weniger gewusst als jetzt. Ich war niemals weniger irgendwie, irgendwo mit irgendwem, der irgendwann kommen würde, als jetzt. Aber ich war auch niemals erfüllter, dankbarer und demütiger mit mir selbst und allen anderen als jetzt.

Ob ich glaube, fertig zu sein?

– Nein, das bin ich wahrlich nicht, weil ich spüre, dass ich erst jetzt richtig begonnen habe; und ich weiß noch nicht einmal genau, womit. Es ist nicht mehr wichtig zu wissen, zu verstehen, einzuordnen oder zu steuern. Es ist nichts mehr wichtig und nichts mehr unwichtig. Es alles nur noch so, wie es ist. Es ist alles angenehm leer, weil es so überreichlich voll ist. Es ist da nur noch das fünfjährige Kind, welches ich wieder bin, das sich staunend einem Leben hingibt in der intuitiven Erkenntnis, dass es nichts anderes gibt als Liebe.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Wie erleichtere ich einen Transformationsprozess?


Transformation geschieht nicht durch irgendwelche „Energien“, magische Rituale oder sonstige mysteriöse Kräfte außerhalb von dir, sondern allein durch dich selbst. Bewusste Transformation ist eine Frage deiner Wahl, eine Entscheidung, die du ganz klar triffst. Und Transformation bedingt einen Prozess, durch den sie sich ereignet.
Du kannst dir diesen Prozess erleichtern, wenn du ein paar Grundlegende Fakten begreifst:
Erstens gibt es keine unterschiedlichen Energien, sondern nur eine einzige Energie in verschiedenen, formgebenden Schwingungsfrequenzen, und zweitens trägt jeder Mensch selbst die volle Verantwortung für seine persönliche Entwicklung, deren Wesen aus transformatorischen, die eigene Grundschwingung verändernden Prozessen besteht. Dies ist der erste Schritt, den es zu verinnerlichen gilt.

Ohne Erhöhung der individuellen Grundschwingung keine Wandlung. Ohne Wandlung keine Entwicklung. Deshalb solltest du Techniken nutzen, die das Schwingungsfeld deiner gegenwärtigen Form erhöhen – die wirkungsvollste davon ist echte Meditation, aber auch Töne aus dem Bereich der Solfeggio-Frequenzen können unterstützend wirken.

(Bei den Solfeggio-Frequenzen handelt es sich ursprünglich um eine Sechstonleiter, welche bereits in antiken Hochkulturen zum Einsatz kam. Im frühen Mittelalter fanden die Solfeggio-Frequenzen zur Intonierung heiliger Gesänge Verwendung, so z.B. bei den Gregorianischen Gesängen, deren stark bewusstseinserweiternde Wirkung damals festgestellt wurde.)

Fachmännisch durchgeführte Chakra-Harmonisierungen helfen dir, in Balance zu bleiben. Regelmäßige Spaziergänge in gemächlichem Tempo mit dir allein in der Natur sind ebenfalls hilfreich und klären deinen Geist.
Die Reduktion der Nahrungsaufnahme, aber kein echtes Fasten, entlastet deinen physischen Körper. Die reichliche Zufuhr positiv informierten Wassers ist dabei genauso bedeutend wie ausreichend Zeit für dich selbst.
Auch ausgedehnte Meersalzbäder unterstützen die Transformation, da sie dich nicht nur körperlich sondern auch geistig reinigen. Achte bitte darauf, dass das zugesetze Meersalz frei von Jod und Fluorid ist!
Wesentlich bei der Transformation ist Hingabe und Demut sowie die aufrichtige Absicht, sich tiefgehend zu wandeln.

Für eine Raupe ist es harte Arbeit, sich zu einem Schmetterling zu entpuppen. Da ist keine magische Energie im Spiel, sondern die Hingabe der Raupe an ihre Bestimmung. Transformation ist ein heiliger Prozess, ein mutiger Akt des Loslassens der einstigen Form zugunsten der neuen Form, denn du musst bereit sein, die alte Version von dir selbst sterben zu lassen, um die neue zu gebären. So wie die Raupe sterben muss, um im Schmetterling neu geboren zu werden. Dazu gehört auch das Loslassen alter Denkmuster und Paradigmen, aber auch die Überwindung alter Ängste und das Erkennen deiner inneren Schattenseiten.
Man kann, wenn man sich darauf versteht, gewisse Zeitqualitäten nutzen, um sich die eigene Wandlung zu erleichtern, aber transformieren kannst du dich letztlich nur selbst, nicht der Mars, der Jupiter oder die Venus tut das mit dir, sondern du tust das für dich selbst und mit dir ganz allein.

Transformation fordert die Rückstellung des Egos zugunsten der Seele. Das Ego aber wird gegen die Seele kämpfen wollen, weil es nicht anders kann, als sich gegen alles Neue zu verwehren. Am meisten wehrt es sich gegen die Tatsache, die natürliche Tendenz der Seele zur Hingabe an die Wandlung akzeptieren zu müssen.
Wandlung im Sinne spiritueller Evolution bedeutet stets die Transformation vom Guten zum Besseren. Dabei löst sich immer ein Stück Ego mit auf, bis es eines Tages nur noch als ein winziges Fünkchen im heiligen Raum der Seele zurückbleibt, gerade mal groß und zart glühend genug, um dich hier auf dieser Erfahrungsebene zu halten als jene Person, die du verkörpern möchtest.
Je kleiner du also dein Ego im Prozess der Transformation machen kannst, desto weniger Widerstand, desto weniger Schmerz wird es dabei geben. Je offener du für alles bleibst und je weniger Wunder du erwartest, desto tiefgehender wird die Wandlung und desto größer die Wunder sein, die du dadurch erfährst.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Jeder kann heilen


Jeder Mensch kann ein Heiler sein. Dazu ist weder eine spezielle Ausbildung noch große Mühe nötig. Es wird oft vergessen, wo Heilung beginnt und was Heilung in Wahrheit bedeutet. Heilung entsteht in erster Linie dadurch, den Geist eines Menschen an seine wahre Form zu erinnern. Dadurch kann auch der Körper heilen. Die wahre Form eines jeden Geistes ist Vollkommenheit. Und jeder Geist, egal in welcher Verfassung er sich im Augenblick auch befinden mag, strebt stets zurück zu dieser Form. Die Tendenz allen Lebens ist jene zur Vollkommenheit. Wenn man es möchte, kann man den Geist an diese Tendenz sowie an seine wahre Form erinnern. Dazu ist keine Ausbildung, kein Kraftakt nötig. Jeder kann somit ein Heiler sein, indem er sich diese natürliche, unaufhaltsame Tendenz des Geistes zunutze macht.
Erlaube mir, es dir anhand eines Beispiels zu erklären:

Da ist ein Alkoholiker, der immer wieder rückfällig wird, eine Frau mit einer Suchterkrankung, die aufgrund der Sucht leidet, ein Mensch, der regelmäßig ins kriminelle Milieu abgleitet, aber nicht mehr in den Knast möchte, oder einer, der gewalttätig wird und seine Gewalt bitter bereut.
Generell verurteilst du solche Menschen für ihre Schwächen und sagst „Ach, dem ist eh nicht mehr zu helfen!“ oder „Bei der ist ja wohl schon Hopfen und Malz verloren!“ und wendest dich ab. Du wendest dich ab und akzeptierst dadurch das traurige Bild, das du von solchen Menschen hast, als unabänderlich, weil du die Tendenz eines jeden Geistes nach dem Höheren und dem Vollkommenen zu streben vielleicht gar nicht kennst oder sie einfach ignorierst. So sperrst du andere in ein subtiles Gefängnis, schließt sie ein in den Kerker deiner Verurteilung und verriegelst alle Türen.
Damit begehst du nicht nur großes Unrecht, indem du deine Nächstenliebe mit Füßen trittst, weil du sie nicht als den schönsten Aspekt deines eigenen Wesens nutzen willst, sondern du zwingst auch den unheilen Geist eines anderen Menschen in jene Rolle, aus der er eigentlich raus möchte.

Verstehe diesen universellen Fakt: Der Geist des Säufers, der sich in der Gosse wälzt, will aus der Gosse raus. Der Geist der Drogenkranken möchte aus der Sucht raus. Der Geist des Kriminellen möchte aus den schädlichen Handlungsmustern raus. Der Gewalttäter möchte aus der Gewalt und dem Leid raus, das er mit der Gewalt verursacht.

Indem du solche Menschen als hoffnungslos verloren ansiehst, machst du sie tatsächlich immer wieder zu dem, was sie in Wahrheit gar nicht sein möchten. Du machst durch dein Denken und deine Urteile aber nicht nur diese Menschen zu Gefangenen, sondern auch dich selbst. Daher lebst du nämlich auch in einer Welt, in der es so viele Verlorene und Hoffnungslose gibt. Sie treten dann in dein Leben, verunsichern dich, machen dir Angst oder schaden dir sogar tatsächlich bei Leib und Seele. Denn was du anderen tust, das tust du letztlich dir selbst. Auch das ist ein universelles Gesetz, das gnadenlos wirkt.
Daher solltest du lernen, in jedem Menschen das zu sehen, was er selbst gerne sein möchte. Es ist wichtig, einen anderen nicht in das Gefängnis seiner Missetaten und Schwächen zu sperren, sondern vor allem in dir selbst die Kerkertüren deiner Verurteilungen und Ignoranz ihm gegenüber zu öffnen, indem du zu einem Heiler wirst.
Ein Heiler ist nichts weiter als einer, der ein solch großes Herz hat, der eine solch tiefe Liebe zu allem Leben empfindet, dass er alle Menschen, die ihm begegnen und die er berührt, als das sehen kann, was sie selbst gerne sein möchten. Und glaube mir, jeder Mensch möchte ein guter, ein gesunder, ein glücklicher, ein heiler Mensch sein.

Wie soll ein Mensch aus seinem Elend entkommen, wenn du ihn permanent durch dein Aburteilen, durch dein „Ihn Fallenlassen“ in das Bild seines Elends zurückwirfst?

Werde ein Heiler – erkenne in jedem Menschen den Geist, der auch in dir lebt, dessen Tendenz es ist, nach dem Höheren, dem Vollkommenen zu streben, indem du in allen Menschen das siehst, was sie tief drinnen in sich selbst sein möchten: Heil!
Gib niemals einen Anderen auf! Betrachte ihn niemals als verloren. Erinnere vielmehr seinen Geist daran, was er wirklich sein möchte, indem du ihn als das betrachtest, was er wirklich sein möchte. So entsteht Heilung – die Abwendung vom Zustand des Elends und die Hinwendung zur wahren Form allen Lebens. Und die wahre Form allen Lebens, eines jeden Geistes ist das vollkommene Heilsein. Das geht ganz leicht. Erkenne das, was wahr ist, und lebe danach. Betrachte alles Leben in seiner höchstmöglichen Form. Dazu ist nichts weiter nötig, als dir die Menschen, die Welt und das Leben so vorzustellen, wie es für dich im Idealfall sein sollte: Heil und vollkommen!

Du siehst also, es ist gar nicht so schwer, ein Heiler zu sein. Und es ist dazu keine Ausbildung sondern bloß die Änderung deines eigenen unheilvollen Weltbildes sowie die Aufgabe jeder Verurteilung deines Nächsten nötig. Solange du andere Menschen aufgibst durch deine Verurteilung und das unheile Bild, in das du sie zwängst, solange gibst du dich selbst auf. Und du offenbarst damit, wie unheilvoll du selbst bist, du offenbarst, wie viel Heilung du selbst brauchst, denn ein heiler Mensch kann gar nicht mehr anders, als alle anderen, die selbst nicht heil sind, heilen zu wollen durch seine Nächstenliebe.
Diese Welt braucht Heiler, weil ihr Liebe fehlt. Sei du selbst die Liebe, die du dir in dieser Welt wünscht, und du wirst ein solch großer Heiler sein, wie du es dir niemals erträumt hättest.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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