Zum Kern der Liebe


„Eine erfüllte Partnerschaft symbolisiert die endlose Reise zum Kern der Liebe – mit jedem Schritt durch den ihr tiefer in euch vordringt, rückt dieser Kern ein Stück von euch ab, obwohl das Maß eurer Liebesfähigkeit um das Maß dieses Schrittes steigt, ähnlich dem Horizont, den ihr niemals erreichen werdet, weil auch er mit jedem neuen Schritt um exakt diesen Schritt von euch abrückt. So bleibt die Reise zwar nicht ziellos aber doch ohne Ende.
Und in Wahrheit ist es vollkommen egal wohin ihr reist auf diesem unendlichen Wege – da wo ihr beide seid, da ist immer Zuhause.“
– der Andersmensch © 2016

Mr & Mrs Andersmensch senden hiermit allen Fans liebe Grüße aus dem Urlaub sowie eine wundervolle Wanderung zum Kern der Liebe.

 

© 2016 text by David P. Pauswek. Foto by Nini & Dave © 2016. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Partnerschaft als Feld der Entwicklung


Eine fruchtbare Partnerschaft ist keine Sache, die du irgendwann im Rausche der Verliebtheit beginnst und die dann ganz von selbst zu laufen hat – eine fruchtbare Partnerschaft erfordert kontinuierliche Arbeit, Hingabe, Durchhaltevermögen und die aufrichtige Absicht zur Liebe. Dazu gehört auch der Mut, über sich selbst hinauszuwachsen, die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen, manchmal persönlichen Eigendünkel und eigene Bedürfnisse hintanzustellen, sowie Verletzlichkeit zuzulassen. Und ihr braucht Ziele.
Wenn ihr eine Partnerschaft anstrebt, die auch noch nach Jahren rockt, dann müsst ihr bereit sein, Verletzungen hinzunehmen und miteinander Räume der Heilung und des Wachstums zu eröffnen. Ihr müsst lernen, Konflikte nicht als Niederlagen sondern als Felder der Entwicklung zu erkennen.
Erarbeitet euch gemeinsame, klar definierte Regeln und setzt euch realistische Ziele. Legt Konsequenzen fest, die auf Regelverstöße folgen und verliert dabei die Ziele nicht aus den Augen.
Stellt euch offen Fragen:

• Wie tief wollen wir uns aufeinander einlassen?
• Wohin wollen wir zusammen?
• Was können wir gemeinsam und was kann jeder für sich selbst tun, damit wir einander als Bereicherung dienen?
• In welchen Gesichtspunkten kann ich dich und wo kannst du mich unterstützen, damit es uns als Paar aber auch als Individuen gut geht?
• Welches Verhältnis von Nähe und Distanz ist eines, das uns beiden Erfüllung bringt?
• Schenken wir einander ausreichend Raum für unsere Partnerschaft und gewähren wir einander auch Räume des Rückzugs?
• Welche Eigenschaften schätze ich an dir, welche schätzt du an mir, und welche Unterschiede unseres Wesens haben wir bisher nicht als gegenseitige Ergänzung betrachten können?
• In welchen Aspekten unserer Partnerschaft kann ich selbst meine Liebesfähigkeit noch erweitern?

– Wenn ihr eure Partnerschaft nicht als einen Selbstläufer oder als Quelle egoistischer Bedürfnisbefriedigung betrachtet, sondern als ein gemeinsames Feld der Entfaltung, an dem ihr beide zu arbeiten habt, um progressive Bewusstwerdung und Erfüllung zu erfahren, dann werdet ihr erkennen, dass sie lebendig, fruchtbar und heilig bleibt, denn ihr habt einander nicht zufällig gefunden – ihr habt eine gemeinsame Bestimmung und die bedeutet: Entwicklung!
Akzeptiere: Das übergeordnete Ziel einer jeden Partnerschaft, einer jeden zwischenmenschlichen Beziehung, ist nicht Glück, sondern Bewusstwerdung. Glück darf dabei als Nebenprodukt entstehen, aber es kann niemals als Hauptziel dienen, sonst wird die Enttäuschung groß sein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Foto by Raffael Pauswek/Projekt 21 © 2016. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

14.01.2017 VENUS FINDET MARS – Die Wiedervereinigung der Geschlechter


« Ein Seminar zur Aussöhnung zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen. »

EINLEITUNG
Venus und Mars, das mythologische Paar, repräsentieren hier das archetypische Bild des weiblichen und männlichen Prinzips.
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich das Universum als solches asexuell darstellt, doch um für Bewegung zu sorgen, hat es sich in zwei Pole gespalten – in das Männliche und das Weibliche, in Yin und Yang, in Mars und Venus.
Mars steht hier für denn archetypischen Mann, den Krieger. Und Venus steht für die archetypische Frau, die Kaiserin. Wenn Mars und Venus sich in Liebe und gegenseitiger Achtung finden und vereinen, geschieht Schöpfung. Aus ihnen beiden erwächst allerhöchste Liebe. Nur aus dieser allerhöchsten Liebe heraus kann tiefgreifende, allumfassende Heilung und dauerhafter innerer wie äußerer Frieden resultieren. Auf dem langen, mühseligen Pfad zur vollkommenen Menschwerdung ist es daher unumgänglich, die Hochzeit zwischen Venus und Mars anzustreben und zuzulassen…

INHALT DES SEMINARS
Dieses Seminar richtet sich gleichsam an Männer wie Frauen, an Singles wie Paare, ganz gleich ob hetero- oder homosexuell, ob bisexuel oder transgender, denn jeder Mensch trägt grundsätzlich sowohl das männliche als auch das weibliche Prinzip in sich. In den meisten Fällen jedoch stehen diese beiden im Disput. Sie konkurrieren und bekämpfen einander, satt sich in Liebe zu finden und zu vereinen. Eines dieser beiden Prinzipien hat stets das andere unter Kontrolle und unterdrückt es. Durch dieses Ungleichgewicht gerät auch die Seele und letztlich der Körper sowie das komplette Umfeld samt zwischenpersönlicher Beziehungen ins Ungleichgewicht. Es entsteht Chaos, Disharmonie und Krieg. Aus der Disbalance heraus ist es unmöglich, ein harmonisches Dasein zu führen, was sich nicht nur in unseren persönlichen Beziehungen und unserer Gesellschaft widerspiegelt, sondern auch global erkennbar ist.
Venus und Mars stehen größtenteils immer noch im Kampf. Innerhalb der menschlichen Seele herrscht Kampf, wodurch der Mensch mit seiner Umwelt im Kampf steht. Folglich steht die ganze Welt im Kampf. Durch das harmonische Zusammenfinden des männlichen und weiblichen Prinzips im Inneren des Menschen kann nicht nur ein tiefes, individuelles Gleichgewicht erlangt werden, sondern auch ein globales.

Daher zielt dieses Intensivseminar ganz besonders darauf ab, die innere Venus und den inneren Mars zu erkennen, sichtbar in Erscheinung treten zu lassen und die beiden bewusst miteinander in Verbindung zu bringen, um letztendlich ihre liebevolle Wiedervereinigung herzustellen. Dabei werden sowohl die wissenschaftlich-biologischen Mechanismen, Aspekte und Unterschiede beider Prinzipien neu beleuchtet als auch die psychologisch-spirituellen. Es werden zahlreiche praktische Strategien dargelegt, um das ewig Männliche und das ewig Weibliche als ausgewogene Einheit in Harmonie wirken zu lassen. Auf spielerische Weise sollen die Teilnehmer ein neues Verständnis für die Geschlechterrollen entwickeln und in hochwirksamen Trance-Prozessen zu einem neuen Gefühl innerer Einheit geführt werden.

Bei diesem Seminar möchten die Unterschiede zwischen dem Männlichen und Weiblichen nicht gleichgemacht, sondern vielmehr gewinnbringend betont und in ein neues, harmonisches Feld gestellt werden, wo sie ihr volles Potenzial als metaphysisches Liebespaar entfalten können.

Durch bewusste Annahme und vollständige Integration beider Aspekte – sowohl des männlichen als auch des weiblichen Prinzips – kann jeder Mensch ein völlig neues Gewahrsein innerhalb seines sozialen Umfeldes sowie tiefe innere Ausgeglichenheit erlangen, denn wenn Venus ihren Mars und Mars seine Venus findet, geschehen Wunder der Liebe. Die Schöpfung erhebt sich dann zu einem neuen Level, es eröffnen sich heilsame Räume tiefgehender Wandlung und Erfüllung.

ABLAUF DES SEMINARS

  • Begrüßung & Vorstellungsrunde
  • Einleitung: Venus & Mars – das perfekte Liebespaar?
  • Mutter- & Vater-Beziehung und ihr Einfluss
  • Trance-Arbeit: Loslösung von den Eltern & Aussöhnungs-Ritual
  • Kurze Pause
  • Biologische, psychische & spirituelle Mechanismen der Weiblichkeit
  • Neudefinition von Weiblichkeit
  • Kurze Pause
  • Trance-Arbeit: Begegnung mit Venus und ihre Integration
  • Mittagspause
  • Biologische, psychische & spirituelle Mechanismen der Männlichkeit
  • Neudefinition von Männlichkeit
  • Kurze Pause
  • Trance-Arbeit: Begegnung mit Mars und seine Integration
  • Mütterlichkeit & Väterlichkeit als Qualitäten eines neuen Bewusstseins
  • Konstruktive Konfliktführung – Potenzial für Neues
  • Kurze Pause
  • Venus nähert sich Mars – Mars nähert sich Venus
  • Trance-Arbeit: Wiedervereinigung von Venus & Mars
  • Kurze Pause
  • Abschluss- und Feedback-Runde
  • Verabschiedung

ÜBER DEN SEMINARLEITER
andersmensch-profil2016-01-kleinDavid P. Pauswek – der Andersmensch, international renomierter Therapeut, Poet und Autor; seit seinem 7. Lebensjahr Meditierender; Dipl. Hypnose-Experte, Dipl. Mentaltrainer, Dipl. Fitnesstrainer, Meditationslehrer, Vater und Liebender, geboren 1972 in Wien.

DATUM & UHRZEIT:
Am Samstag, den 14.01.2017, um 10:00 Uhr. Voraussichtliches Ende des Seminars gegen 20:00 Uhr.

VERANSTALTUNGSORT:
80798 München, Hiltenspergerstraße 15, bei “CoreDynamik-Institut München“.

GOOGLE-ANFAHRTSPLAN: Google Maps

VERPFLEGUNG & UNTERKUNFT:
Wie üblich bieten wir gratis Kaffee, Tee, Softdrinks sowie ein kleines Büffet an, damit den ganzen Tag über für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt ist. In der Mittagspause stehen den Teilnehmern die umliegenden Gastronomiebetriebe zur Verfügung (Pizzeria, Boulangerie, Taverne, China Restaurant). Wir bitten allerdings um Verständnis, dass wir für Anreisende aus dem näheren bzw. weiteren Umland sowie aus dem Ausland keine Unterkünfte zur Verfügung stellen können – gerne sind wir aber bereit, beim Finden eines geeigneten Quartiers für die Dauer des Seminars behilflich zu sein.

KOSTEN:
Der Energieausgleich für die Teilnahme beträgt aufgrund unseres speziellen Einführungsangebotes pro Person NUR € 180,– statt wie üblich € 270,–
Für die verbindliche Reservierung eines Seminarplatzes ist bis spätestens 21 Tage vor Seminartermin (Einlangen auf unserem Konto) eine Anzahlung von € 60,– zu leisten (diese gilt gleichsam als allfällige Stornogebühr). (Bankverbindung und Kontodaten werden bei Anmeldung via E-Mail übermittelt.) Der restliche Seminarbeitrag muss in vollem Umfang spätestens am Morgen des ersten Seminartages in bar bezahlt werden. Sollte der Betrag bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Gänze entrichtet sein, bitten wir um Verständnis, dass eine Teilnahme am entsprechenden Seminar leider nicht möglich ist.

TEILNEHMERANZAHL: mind. 3 Personen /max. 25 Personen

VERBINDLICHE ANMELDUNG UNTER: office@alphamind.at

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FOTOS ZUM EVENT:

Die wunderschönen Seminarräume des „CoreDynamic-Instituts“ in München Schwabing/Maxvorstadt werden die Teilnehmer für diesen Tag beherbergen… foto © 2011 by CoreDynamik-Institut München

Ob Stuhl oder Sitzkissen – die wunderschönen Seminarräume des

Ob Stuhl oder Sitzkissen – die wunderschönen Seminarräume des „CoreDynamic-Instituts“ in München Schwabing/Maxvorstadt werden die Teilnehmer für diesen Tag beherbergen… Foto by CoreDynamik-Institut München © 2011

Hell, luftig und energetisch ausgewogen – die wunderschönen Seminarräume des

Hell, luftig und energetisch ausgewogen – die wunderschönen Seminarräume des „CoreDynamic-Instituts“ in München Schwabing/Maxvorstadt werden die Teilnehmer für diesen Tag beherbergen… Foto by CoreDynamik-Institut München © 2011

Farben, Licht und Wärme – die wunderschönen Seminarräume des

Farben, Licht und Wärme – die wunderschönen Seminarräume des „CoreDynamic-Instituts“ in München Schwabing/Maxvorstadt werden die Teilnehmer für diesen Tag beherbergen… Foto by CoreDynamik-Institut München © 2011

Kaffee, Tee oder ein kleiner Snack – die wunderschönen Seminarräume des

Kaffee, Tee oder ein kleiner Snack – die wunderschönen Seminarräume des „CoreDynamic-Instituts“ in München Schwabing/Maxvorstadt werden die Teilnehmer für diesen Tag beherbergen… Foto by CoreDynamik-Institut München © 2011

© 2016 by alphamind.at – Institut für Hypnose und Ganzheitliches Sein
Der hier veröffentlichte Text sowie Titelbild und Veranstaltungsfotos sind Urheberrechtlich geschützt. Jedewede Vervielfältigung, Kopie (auch auszusgsweise) oder öffentliche Verbreitung, ganz gleich über welches Medium, ist strengstens untersagt und nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung von alphamind.at – Institut für Hypnose und Ganzheitliches Sein gestattet.

In deine Hände


Von deinen Händen träumte ich.
Sie webten mir ein Kleid aus Zärtlichkeit.
In deinen Händen schlief ich heute Nacht.
Wie ein Baby lag ich darin,
sicher und warm,
gewogen nach meiner Seele,
nicht nach meinen Taten.
Getragen von deinen Händen war ich,
schlingernd wie ein Korken auf hoher See
in einem Ozean von Liebkosungen.
Deine Händen ruhten auf mir,
auf meiner Brust,
meiner Stirn und meinem Schoß.
Deine Hände schrieben Namen
aus verstaubten Leben über meine Haut,
sie waren Sternenzeit und Unendlichkeit.
Von deinen Händen träumte ich,
als Tor in neue Welten.
Deine Hände waren heut Nacht mein Quell,
meine Ankunft und Heimat,
Nahrung meines Verlangens,
Festung und endlose Weite.
Von deinen Händen träumte ich heut Nacht.
Über den Tag hinweg fühle ich sie noch,
als wären sie unter dem Mantel,
unter den Schichten meiner Person.
Und wenn ich nachts falle,
falle ich in deine Hände.
In deine allein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

An dich, Frau



Es ist mitten in der Nacht. Im Studio wälzen sich Bässe aus den Boxen, die Kopfhörer längst verwachsen mit meinen glühenden Ohren und ich habe sogar noch etwas Blut im Kaffee, der durch meine Venen fließt. Es ist mitten in der Nacht. Und ich habe gerade zärtlich an dich gedacht. An die Art, wie du so bist und wie du mich siehst. Leise hab ich deinen Namen ausgesprochen, fast so, als wärs das erste Mal. Damit wurde mir klar, ich trage dich öfter bei mir als ich dir und mir eingestehe.
Ich mache noch einen Schluck vom kalten Kaffee, equalize zart am Klang eines Beckenschlags rum, aber eigentlich equalize ich in meinem Innersten auch an meinen Gefühlen für dich rum.
Frische Luft täte uns gut, flüstere ich und meine damit nicht nur mich und meine Musik, daher trete ich ans Fenster, blicke über die schlafende Stadt, zähle die Lichter als wären es Sterne und fühle mich hier gar nicht mehr zuhause.
Etwas von mir strebt beständig zu dir. Im Moment sind es meine Gedanken, die unsere letzten Gespräche wiederholen.
„Du schreibst doch gerne für viele Frauen Gedichte“, sagtest du.
Und ich antwortete dir nicht, doch ich tue es jetzt, auf diesem Wege: Ja, ich schreibe für manche Frauen Gedichte, aber ich schreibe nicht für jede gleich. An der Art, wie sehr dich ein Gedicht berührt, wirst du erkennen, ob es für dich verfasst wurde oder nicht. Und weißt du, in all meinen Gedichten stecken Wölfe, nur in jenen an dich, darin sind keine zu finden. Weil du mir Zeit lässt. Weil du mich nicht drängst. Weil du an mich glaubst und mir vertraust. Weil du den geraden, offenen Weg zu meinem Herzen wählst. Daher stecken in den Worten an dich niemals Wölfe.
„Es verehren dich so viele Frauen!“ brachteste du vor und ich lächelte bloß still, doch ich will dir jetzt antworten, auf diesem Wege: Ja, ich würde lügen, wenn ich bestreiten wollte, dass eine schwer überschaubare Zahl an Frauen hinter mir her ist. Aber ich bin weder Freiwild noch ein junger Mann, der jagen möchte – ich bin ein Silberrücken und müde genug, um mir ein Nest zu bauen mit der Frau, die meine Seele sieht, die sie so annimmt, wie sie ist.
Und das Wundervolle an diesem Moment, mitten in der Nacht, ist meine Erinnerung an unseren Umgang miteinander:
„Wie wirst du mit meinen Wunden leben?“ fragte ich dich.
„Indem ich dir keine neuen schlage“, sagtest du.
„Wie wirst du mit den Lügen deiner Vorgängerinnen klarkommen?“ wollte ich wissen.
„Indem ich sie durch Aufrichtigkeit tilge“, gabst du zur Antwort.
„Was sollen wir mit meinen Zweifeln tun?“
„Ich heile deinen Glauben!“ kam aus deinem Mund.
„Und meine zerstören Luftschlösser – was soll ich mit den Trümmern tun?“ interessierte mich.
„Wir errichten uns daraus neue!“ lächeltest du.
„Aber meine ungestüme Liebe, wie willst du die ertragen?“
„Die wird mit der Meinen tanzen!“ drang aus deinem Mund.
Und so sitze ich hier im Studio, mitten in der Nacht, habe gerade zärtlich an dich gedacht, finde mich umgeben von Kaffeetassen und vollen Aschenbechern, equalize am Klang eines Beckenschlags und an meinen Gefühlen für dich rum. Eine Empfindung der Dankbarkeit klettert auf meinen Schoß und kriecht in mein Herz. Und mir wird klar: Frau, ich habe begonnen, dich zu lieben.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Liebe als Rebellion


Die Unfähigkeit anderer, deine Liebe wahrzunehmen oder sie zu erwidern, ist nicht deine Schwäche, nicht dein Versagen – es ist das ihre. Menschen, die selbst unfähig zur Liebe sind, werden den Liebenden immer als verrückt wahrnehmen. Sie werden sich erhaben über diesen Menschen, über seine vermeintliche Schwäche fühlen und ihn belächeln, um nach seinem Tode davon zu faseln, was er doch für ein großartiger Mensch war, ohne jedoch wirklich erkannt zu haben, woraus seine Großartigkeit bestand. Eine solch verklärte Wahrnehmung, dieser Mangel an Liebesfähigkeit, ist die größte Armut unter der ein Mensch überhaupt leiden kann. Fast die ganze Welt hungert und dürstet in dieser Form der Armut; und wenn du heute in einen Bus mit 100 Fahrgästen einsteigst, ist es wahrscheinlich so, dass du der einzige unter ihnen sein wirst, der wirklich lieben kann. Das ist die Welt, in die du geworfen wurdest wie ein Juwel unter Kieselsteine, wie eine Kerzenflamme in eine dunkle Konzerthalle. Das ist das Schicksal und die Bestimmung eines Liebenden auf Erden.
Was also kannst du tun in einer Welt, die zum Großteil von zur Liebe unfähigen Menschen bevölkert ist?
– Du kannst nichts weiter tun als so unbeugsam zu lieben wie es dir möglich ist. Deine Liebe mach zur stillen Rebellion gegen die Lieblosigkeit. Denn in einer lieblosen Welt ist deine Liebe das Licht für die Blinden. Sie ist das Brot und der Wein für die Hungernden und Dürstenden. Und wenn du dich manchmal einsam fühlst in deiner Liebe, dann wisse, du bist nicht allein – es gibt da draußen auch ein paar von deiner Art.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Fallend


Bitte, sieh nicht den Mann, der sich in seinen Träumen verrannt hat.
Bitte, sieh mich mit all meinen Kurven und Kanten. Erinnere dich an diese Zeit, als mein Name dich begleitete und dir Sonnenschein ins Lächeln brachte. Ich trage den deinen immer noch an den schmerzenden Stellen und stehe in der U-Bahnstation, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Zug auf seinen Schienen.
Da kommt die Erinnerung zurück wie Staub in der Glaxie, wie Birkenblätter im Wind, wie Lieder ohne Musiker.
Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.

Bitte, sieh nicht den Mann, der sich in seinen Träumen verrannt hat.
Bitte, sieh mich an. Erinnere dich daran, als alles an dir alles an mir liebte. Und wenn du mich willst, dann umarme mein Licht ein weiteres Mal. Es wird jeden Tag schwerer, dein Gesicht zu erinnern, aber ich denke immer noch an dein Lächeln. Ich trage es an den unfassbaren Stellen und stehe an der Endstation, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Zug auf seinen Schienen.
Da kommt die Erinnerung wieder wie Vögel am Himmel, wie Schneeflocken im Sturm, wie Poesie ohne Dichter.
Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.

Bin ich tatsächlich hier ohne dich oder träume ich? Ich kann Traum nicht mehr von Wirklichkeit trennen. Und wenn ich ganz alleine bin und Distanz bloß Stille bringt, die meine Ohren betäubt, dann erinnere ich mich an unsere verschmolzenen Hände, an die Geliebte, die neben mir erwachte, als die Tage noch ungezählt und die Nächte leicht waren. Meine Strahlen tanzen dann durch die Ewigkeit, verzweifelt auf der Suche nach den deinen, wie damals, als wir einander fanden.
Und ich stehe unter deinem Fenster ohne Adresse, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Wagen auf seiner Straße.
Da kommt die Erinnerung zurück wie Regen in der Nacht, wie Donner mit den Wolken, wie ein Tanz ohne Tänzer.

Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.
Wenn du mich willst, dann finde mein Licht ein weiteres Mal. Wenn du mich erinnerst, dann liebe mich endlos, denn ich bin nichts weiter als ein verlorener Stern am Himmel über dir. Für immer fallend ohne dich. Für immer fallend ohne uns.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce