Für die Sonnenhafte


Schnee fällt leise,
besiegelt still den Abend
und Bausteine kostbarer Stunden,
verstreut von kleinen Händen,
liegen ungeplant herum.

Ich sammle sie ein
und stelle Fragen auf unmögliche Antworten.

Wo warst du,
als ich gefesselt war und zerschmettert,
als die Tage an meinem Fenster vorbei zogen
wie hölzerne Vögel?
Wo warst du,
als ich verletzt und hilflos war,
als ich in Ecken kauerte,
wo niemand mich stören würde?
Hast du gewartet in den Himmelreichen,
mich betrachtet durch die Zeiten,
und die Namen,
die du damals hauchtest,
und die Dinge du dort tatest,
umgaben mich?
Waren sie bereits da,
deine Wendungen in meinen Gedichten,
die Wendungen meines Weges?

Bei deiner Seele nannte ich dich: Mein Herz.
Du kamst hernieder.
Und ich blickte direkt in die strahlende Sonne.
Das Grün war grüner.
Das Licht war lichter.
Der Geschmack war süßer,
die Nächte wärmer.
In einer Welt voller Magneten und Wunder,
ruhte dein Sein an meiner rechten Schulter.

Du bist niemals gegangen
und ich habe dich niemals verlassen.
Zwischen uns ist nichts
als das Band endloser Liebe,
gespannt über schroffe Felsen,
garstige Disteln,
durch den weißglühenden,
unbändig wilden Willen eines Vaters,
dich niemals und nie fallen zu lassen.

Für keine andere ziehe ich dies Schwert,
für keine andere trage ich diesen Harnisch,
für niemand sonst spanne ich diese Schwingen,
für niemand sonst trage ich dies Kreuz,
denn für dich.

Du bist mein Herz.
Und ich bin dein Leib,
dein Rippenbogen.
Und Donner,
Donner soll hallen in der Welt,
wenn du in mir schlägst.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Herzstern


Vor vielen Jahren,
da wolltest du zu mir kommen, mein Herzstern.
Grausamkeit und ein Ende ohne Gnade war dir bestimmt,
als man dich hinter meinem Rücken
aus dem warmen Leib deiner Mutter schnitt.
Du hast die Tränen dann vom Himmel aus gezählt,
die ich um dich weinte, mein Herzstern.
Doch es ist bekannt, denn man sagt,
Seelen wählen die Eltern lange vor der Geburt.
So hast du mich einmal gewählt.
Auf rätselhaften Wegen kamst du ein zweites Mal.

Ob ich dich zeugte oder nicht,
ich durfte Zeuge deines Lebens sein.
Danke, dass ich dich ansehen durfte.
Danke, dass ich dein Lachen hören durfte.
Danke, dass ich neben dir liegen durfte.
Danke, dass du mir gezeigt hast, du lebst.
Welche Wege das Leben uns auch bereitet,
ich weiß du lebst, Tochter.
Und das hast du mir so eindringlich,
so zauberhaft auf deine Weise gezeigt.

Mein Herzstern, Kind auf seltsamen Wegen.
Mein Herzstern, Rebell mit dem Löwen im Herzen.
Mein Herzstern, Kriegerin der neuen Welt.
Deine Pfeile richte auf die Sterne und die Liebe.
Mit den Herzen der Menschen handle sanft.
Nicht Grenzen noch Ketten werden dich halten,
und die Schatten dir bloß drohen.
Angst tötet die Liebe und Liebe heilt Angst.
Dein Herz hat immer recht.
Und deine Füße gehen seinen Weg.

Wo auch immer ich, dein Zweitpapa, sein werde,
wo auch immer du bist – der Stern in meinem Herzen,
der helle Funken Licht, der du darin bist,
wird niemals Dunkelheit da drin zulassen.
Und so liebe ich dich, mein Herzstern.
Und so nenne ich dich: Tochter.
Und so bist du: Herzstern.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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