Geister unserer Bestimmung


Trage mich sanft aber unerbittlich zu neuen Ufern,
bring mich zur Ziellinie, damit ich neu starte mit dir.
Tanze barfuß mit mir im Sommerregen,
bis der Himmel nicht mehr weint.
Küsse mich mit einer Zunge der Lust,
so dass es Nacht wird hinter meinen Lidern
und mir die Kraft in den Beinen versagt.

Lass die Zeit schmelzen wie das Wachs einer Kerze,
deren Flamme der Wind droht,
weil das Leben manchmal nicht genug ist.
Fließe in mich als herrliches Wesen,
ähnlich zweier Ströme im Delta,
sich wild windend durch die Ewigkeit.
Hab keine Angst jetzt, sei mutig an meiner Seite,
denn unsere Seelen kennen den Tod nicht.

Mache mich nicht traurig, aber bringe mich zum Weinen
vor der gnadenlosen Schönheit unserer Begegnung.
Wir wurden geboren, um miteinander zu atmen,
weil Liebe die einzige Bestimmung ist,
derer das Leben folgt.

Wilde Kinder sind wir,
die sich in den Wäldern der Welt die Knie blutig schlagen,
entschlossen zu jedem gemeinsamen Abenteuer.
Obgleich schon keiner das Ross der Verschmelzung zu stehlen wagt,
so lass wenigstens uns tapfer auf seinem mächtigen Rücken
in den Morgen reiten,
und unser Lachen soll hallen durch den Weltenraum
zum Zeichen unseres Wahnwitzes.

Niemand wird uns halten,
denn wir sind Geister unserer Bestimmung,
Länder erobernd, die noch nicht entdeckt wurden,
alle Schlachten beendend durch die Macht unseres Friedens,
der sich heimlich wie der Morgennebel
über den Wahnsinn der Welt legt.

Geister unserer Bestimmung – das sind wir.
Ein Mann und eine Frau,
bereit,
Eins zu sein und fortan
keine Namen mehr zu tragen,
weil das Du & das Ich sich erlöst in stiller Einheit.

– David P. Pauswek – der Andersmensch

 

© 2012 text by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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