Wenn Traurigkeit dich besucht


sadness02Wenn die Traurigkeit an deine Türe klopft, dann schicke sie nicht fort – lass sie ein. Schenke ihr dein müdestes Lächeln, so sie an der Türe deines Lebens steht, und lass sie ein. Entkorkt eine Flasche Wein, hört in wehmütiger Eintracht dein liebstes Herzschmerz-Lied – wieder und wieder. Kuschelt euch mit dem Tränenpolster ins Sofa und dann weint gemeinsam so ungeheuerlich, als wäre jeder Moment eine 7-Tage-Regenperiode im kalten November.

Wenn die Traurigkeit an deine Türe klopft, dann weise sie nicht ab – lass sie ein. Mach das grelle Licht aus, entzünde eine sanfte Kerze. Nimm sie in den Arm und bitte sie zu deinem hoffnungslosesten Tanz. Schluchze deine salzigsten Tränen an ihrer Schulter, wende das schwere Herz komplett von innen nach außen, verbrauche zwei Packungen Papiertaschentücher, aber biete auch ihr mit Regelmäßigkeit eines davon an, denn sie weint für dich.

Wenn die Traurigkeit an deine Türe klopft, dann schicke sie nicht fort – lass sie ein. Sie ist eine Freundin aus dem Theaterstück deines Lebens, ein wichtiger Teil davon. Schicke die Traurigkeit nicht fort, weise sie nicht ab. Als die graue Zwillingsschwester der Fröhlichkeit wispert sie zwischen jeder warmen Tränenspur ganz zart ein Lied von jenen Tagen, an denen ihre bunte Schwester dich besuchen wird – sie verspricht dir diese Zeit sogar und lehrt dich loszulassen, so wie der Himmel die Wolken den Regen lehrt.

Wenn die Traurigkeit an deine Türe klopft, dann lass sie ein – küsse sie gleich einem wohlvertrauten Gast, dessen Wiederkehr nicht neu ist. Schicke die Traurigkeit nicht fort, weise sie nicht ab. Sie unterweist dich in Hingabe an Vergänglichkeit und Neubeginn, bringt dir den heiligen Rhythmus des Lebens bei, denn ihre farbenfrohe Schwester – die Fröhlichkeit – folgt stets drei Schritte im Verzug, so schwört sie. Und tief in dir weißt du, Traurigkeit kennt die Lüge nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Da stehen wir nun


sadlove01Da stehen wir nun, entsetzt starrend auf die Scherben unserer Begegnung – eine jede Spiegel unseres Unvermögens.
Wir stehen da schaudernd vor der Asche, die wir hinterlassen haben – mehr haben wir nicht zustande gebracht?
Unsere Seelen sangen von Liebe – das hier aber hatten sie damit gewiss nicht gemeint.
Nun sammelst du meine Tränen und ich sammle die deinen. Beide wünschten wir wohl, es wären welche der Freude.
Du bist jene Frau, die nicht zu mir gehört, ich bin jener Mann, der nicht zu dir gehört – wie aber sollen wir von einander lassen, wenn das Schicksal gnadenlos bindet?
Wie verzweifelt ich wünschte, du wärst meine Erfüllung, wie verzweifelt du wünschtest, ich wäre die deine.
Da stehen wir nun starrend auf die Bruchstücke verlorener Zeit – jedes eine unheilbare Wunde.
Verstört stehen wir da, unserer Liebe beim Sterben zusehend, ihr bloß noch den Gnadenstoß erteilend – ist da doch weder ein Miteinander noch ein Ohneeinander.
Was ist von uns geblieben, wenn da nun weniger ist als nichts?
Jetzt stehen wir ernüchtert da und die Nacht senkt sich über unsere Leben.
Ungläubig stehen wir da – unfähig, Abschied zu nehmen.
Weinenden Kindern gleich sinken wir gebeutelt in die Knie, jeder verzweifelnd an das Herz des Anderen klammernd, beklagend den Trümmerhaufen, der von uns geblieben ist.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Mondblut


Ich ersehne dich
und den Weihrauch der Nacht.
Ich ersehne dich
und das Blut des Mondes im Juli.
Ich erflehe das Bad
in der Flamme deines Lichts.
Kalt und silbrig die Hoffnung
in stillen Tränen,
gefolgt von Jahren,
die die Unschuld meiner Liebe
nährten.
Ich erbitte dich
und den Schmerz,
der du bist.
Ich erflehe den Tanz
im Feuer deiner Liebe.
Ich ersehne dich
und das Mondblut auf weißen Laken.
Warm und schillernd der Abschied
in deinem Lächeln,
abgelöst von jenen Augenblicken,
die die Hoffnung auf dich
erstickten.
Ich ersehne dich.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Des Dichters Gattin


Heute liegt eine gewisse Melancholie in der Luft. Ich mag das. Melancholie ist die Kunst, ein wenig traurig zu sein, ohne dabei Unglück zu empfinden. Melancholie ist an manchen Tagen die Auftraggeberin des Dichters. Viele bewegende Worte hat sie diktiert, die Melancholie, die ich mir als wunderschöne, hochgewachsene Frau mit langem, glatte-schwarzem Haar und bleicher Haut vorstelle. Ihre Hände sind schlank und die Finger lang, damit sie nach den Herzen der Menschen greifen kann, ohne sie zu verletzen. Aus ihrem linken Auge fließt ständig eine silbrige Träne, die nicht sehr süß, aber auch niemals zu bitter schmeckt. Ein Lied summt sie für einen Liebsten, den sie nicht haben kann, und unten am grauen See, wo die Nebel der Zeit lautlos über den Wellen tanzen, da lebt sie. Der See war einst ein helles Tal, doch nach und nach hat es sich mit ihren silbrigen Tränen gefüllt und wurde so ein finsteres Gewässer. Abends, wenn die Dämmerung ihren samtenen Mantel über die Welt breitet, legt sie ihr bestes Kleid an, fährt mit einem verwitterten hölzernen Kahn hinaus, um in nicht erfüllten Sehnsüchten zu schwelgen. Es ist ihr nicht geschenkt zu altern, sie darf niemals vergehen und das ist ihr ewiger Grund. Und wenn sie dann in der Mitte des Sees, dort wo die Wasser schwarz und endlos tief sind, angekommen ist, dann stimmt sie an zu einem wunderbaren Klagelied, welches zartbitter die Herzen rührt. Melancholie ist die heimliche Gattin jedes Dichters. Sie fragt nicht nach der Hochzeit, denn sie ist längst schon mit jedem Krieger des Wortes vermählt.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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