Meermädchentraum



Von weiten Gipfel herab kullern sie,
die Tränen unvollendeter Geschichten.
Aber meine Finger,
warm und dir vertraut,
führen sie fort und ans Ende,
wischen schwangere Wolken beiseite
als wäre der Himmel eine Schultafel
auf der Gott unsere Sorgen und Freuden notiert,
nun gelöscht vom Schwamm meines Wollens.

Welle um Welle schlägt die See der Wandlung
gegen die brüchige Bordwand eines Schiffes,
dessen kühner Bug durch klamme Schichten pflügt.
Kein Navigator leitet uns heim,
kein Leuchtfeuer kennzeichnet den Weg zurück,
dahin, von woher wir kamen,
denn wir leben da nicht mehr.

Vom Grunde der See rufen sie,
säuseln Meermädchenlieder,
flüstern Meermdächenlügen,
schenken Meermädchenträume,
doch den Blick eisern am Kompass fixiert,
einem anderen Ruf folgend,
segeln wir den toten Tagen davon.

Dem alten Drachen,
seinen Reptilaugen,
der kalten Klaue seines Griffes,
erbarmungslos und giftig,
will ich dich lossagen,
kleine reine Seele.

Und da war einst Herz in meiner müden Brust,
da war ein Herz verlangend,
früher solch Szenerie zum Verfall ausgeliefert.

Heute aber greifen die Wälder nicht nach mir,
noch finden mich die Fluten,
denn ich hebe mich hinweg von dir,
du dunkle Stunde,
du Zweifler in den Wogen,
du Zerstörer heiler Kindertage,
selbst mit Schergen gefräßiger Sturmhunde
wirst du ihn nicht schlagen,
den Seemann am Steuer.

Ich wiege dich,
zartes Herz,
den Boden verlierend,
wiege ich dich als meinen Traum.
Ein Lied zum Mute summe ich dir,
die Reise vor uns,
dich bald ganz warm bei mir.

Es schlägt,
es pocht,
es lebt und sehnt mich herbei,
mein Herz da draußen auf einem Eiland,
weit entfernt, abgelegen und unbefleckt.
Es ruft, es liebt mich von dort,
mein Herz,
das lange schon außerhalb alter Brust schlägt.
Dort will ich sein.
Dahin, dahin und nirgendwohin sonst!

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Für die Sonnenhafte


Schnee fällt leise,
besiegelt still den Abend
und Bausteine kostbarer Stunden,
verstreut von kleinen Händen,
liegen ungeplant herum.

Ich sammle sie ein
und stelle Fragen auf unmögliche Antworten.

Wo warst du,
als ich gefesselt war und zerschmettert,
als die Tage an meinem Fenster vorbei zogen
wie hölzerne Vögel?
Wo warst du,
als ich verletzt und hilflos war,
als ich in Ecken kauerte,
wo niemand mich stören würde?
Hast du gewartet in den Himmelreichen,
mich betrachtet durch die Zeiten,
und die Namen,
die du damals hauchtest,
und die Dinge du dort tatest,
umgaben mich?
Waren sie bereits da,
deine Wendungen in meinen Gedichten,
die Wendungen meines Weges?

Bei deiner Seele nannte ich dich: Mein Herz.
Du kamst hernieder.
Und ich blickte direkt in die strahlende Sonne.
Das Grün war grüner.
Das Licht war lichter.
Der Geschmack war süßer,
die Nächte wärmer.
In einer Welt voller Magneten und Wunder,
ruhte dein Sein an meiner rechten Schulter.

Du bist niemals gegangen
und ich habe dich niemals verlassen.
Zwischen uns ist nichts
als das Band endloser Liebe,
gespannt über schroffe Felsen,
garstige Disteln,
durch den weißglühenden,
unbändig wilden Willen eines Vaters,
dich niemals und nie fallen zu lassen.

Für keine andere ziehe ich dies Schwert,
für keine andere trage ich diesen Harnisch,
für niemand sonst spanne ich diese Schwingen,
für niemand sonst trage ich dies Kreuz,
denn für dich.

Du bist mein Herz.
Und ich bin dein Leib,
dein Rippenbogen.
Und Donner,
Donner soll hallen in der Welt,
wenn du in mir schlägst.

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Lasst euch das Stillen eurer Schätze nicht vermiesen!


Die durchgestylte Tussi im viel zu knappen Schlauchkleid, die sich nie entscheiden kann, ob sie lieber ihren Busen oder ihren Schritt raus hängen lässt, daher abwechselnd mal oben mal unten am Kleid zupfen muss, erregt kaum Ärgernis. Die Mutter, die auf einer Parkbank, im Shopping Center oder in der U-Bahn liebevoll ihr Baby stillt, die erhitzt die Gemüter.
– Da kann ich echt nur noch fragen: Aber sonst geht’s noch?

Beide meiner Kinder, sowohl mein erwachsener Sohn als auch meine kleine Tochter, sind Stillkinder. Bei jeder stillenden Mami auf der Straße geht mir das Herz auf. Wäre ich biologisch dazu in der Lage, ich hätte meine Babys selbst gerne gestillt. Und zwar an jedem für die Kleinen und mich angenehm erscheinenden Ort. Es gibt kaum einen schöneren Anblick als ein solches Bild bedingungslosen Gebens und Nehmens. Und es ist neben einigen anderen sehr körperbezogenen Verhaltensweisen des Säugetiers die natürlichste Sache und auch gesündeste Ernährungsweise der Welt.

Daher mein Appell an alle Mamis aber auch Papis (die hier zum Schutze das Wort erheben sollten):
Lasst euch das Stillen eurer Schätze nicht vermiesen. Ihr habt einen Mittelfinger! Den zeigt bitte mit einem Lächeln jedem, den es stört, wenn öffentlich gestillt wird.
Natürlich macht es auch Sinn, denjenigen, der sich darüber beschwert, daran zu erinnern, dass auch er selbst (hoffentlich) gestillt wurde und mit Sicherheit in die Windeln gekackt hat. Das führt automatisch und subtil zu einer Regression, auf die im Idealfall eine Erkenntnis folgen möchte.

Öffentliches Stillen darf nicht als störend empfunden werden. Lautes Telefonieren oder das unappetitliche Mampfen von Pizzaschnitte, Döner oder Burger in Bus, Bahn & Co jedoch schon. Wer Zweiteres sozial höher stellt als Ersteres, der ist nicht gesund im Geiste.
KEEP ON BREASTFEEDING IN PUBLIC.

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