Mademoiselle


Stutengleich dein Feuer,
Mademoiselle,
so stehst du neckisch vor mir.
Dein Mund,
aufplatzende Frucht,
die Lippen feucht im Glanz,
drohende Vertreibung aus Eden,
sendet ein Lächeln herüber.
Dahin also willst du,
elektrische Seele?
Das noch sehen?
Dies auch kriegen?

Mademoiselle,
nicht so schnell, nicht so schnell!

Deine Augen,
Mademoiselle,
die schreien zu mir rüber.
Und du bist still.
Triffst mit glühendem Blick.
Fährst mich rasant hoch.
Fasst in mein Leben,
als wäre es deine Handtasche.
Zauberst daraus eine Geschichte.
Weißt sie schon als die unsere.
Und ich soll sie schreiben,
ehe das Ende beginnt?
Doch du, Mademoiselle,
hochhackig und wild,
tanzt bereits durch Nächte ohne Reue.

Nicht so schnell, nicht so schnell,
Mademoiselle!

Da ist kein Morgen,
Mademoiselle,
den du noch nicht überholt hättest.
Bevor du ankommst,
siehst du dich bereits einlaufen.
Und ich tauche ab,
lese deine Gedanken.
Ich lese sie,
weil es mich dahin bringt,
wo wir bislang nicht waren.
Da wächst Hoffnung und wilder Wein,
denn du hörst mich,
du hörst meinen Puls,
wenn ich nichts sage.
Ganz plötzlich kommst du,
ganz plötzlich gehst du,
runter zum Wasser,
treibst in Wellen rastloser Gezeiten.

Mademoiselle,
nicht so schnell, nicht so schnell!

Wie ein Baby wiege ich deine Glut,
messe sie tonnenschwer.
Du fährst den Wagen schnell und roh.
Heiß atmend,
sehnsüchtig umherziehend,
brichst du profane Grenzen der Nacht.
Wind in deinem Haar,
dunkles Banner deiner Schlacht.
Trägst brennend Verlangen.
Wirfst es für mich ins Feld.
Berührst dich selbst,
um vorzugeben,
ich wäre jetzt bei dir.
Ich kann es fast schon schmecken.
Deine Haut so golden jung,
einem heißen Opal ähnlich,
will Spiegel bleicher Stadtlichter sein.
Du reist weit und lebst rau,
stirbst jung und spielst hart.

Nicht so schnell, nicht so schnell,
Mademoiselle!

Schwüles Zimmer im Dämmerlicht.
Ein Rufzeichen fest an deinem Mund:
Sprich mit deiner Haut!
Sag nicht wie du heißt,
denn was heißt das schon?
Mademoiselle,
deinen Schweiß höre ich fließen
und du mein Blut rauschen.
Zeige mir,
wer du noch nicht warst,
aber jetzt sein willst.
Und flüstere mit deinen Fingern.
Als warmer Regen breite dich übers Land.
Ritze deinen Namen in mein Fleisch,
kratze ihn durch die Wände dieser Nacht.
Dein Körper trinkt mich,
nimmt davon keinen Schluck,
er säuft mich auf ex.

Und all das,
Mademoiselle,
all das ist für dich bereits geschehen,
bevor wir einander überhaupt trafen.
Denn du warst immer schon außergewöhnlich,
sprühend und schnell.
Zu schnell, Mademoiselle.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Nicht mehr als das



Dein Körper gegossen an den meinen,
im selben Rhythmus der Atem
macht aus uns beiden eins.
Das ist alles, was sein will.
Nicht mehr als das – nicht mehr, nur das.

Deine Hand gepresst an meine Brust,
ganz zart, sehr warm,
die Brust ist hart, vom Sommer braun,
das Herz pulst weich,
sein Schlag so ruhig und angekommen,
und wir fragen nicht,
ist es dein Herz, ist es meins.
Wir teilen es, so ist es ganz.
Das ist alles, was sein soll.
Nicht mehr als das – nicht mehr, nur das.

In deine Augen tauche ich,
und du in meine,
bis mir die Luft ausgeht,
die du noch atmest
und mir wiedergibst
in einer Ewigkeit.

Wir sprechen nicht und tun es doch.
Du sagst nichts und alles,
schreibst mir mit den Fingern auf die Haut
vom geheimen Fortgang der Geschichte.
Und ich sage nichts und mehr als das,
schweige dir mit meinen Lippen auf den Mund,
was mein Verlangen nach dir schreit.
Das ist alles, was sein muss.
Nicht mehr als das – nicht mehr, nur das.

Keine Uhr tickt hier noch heimlich weiter,
die Welt hat endlich angehalten,
weil du bist ich geworden und ich bin du,
da tropft die Zeit nicht mehr verloren
durch flache Zwischenräume
jener ewig langen Augenblicke.
Nur noch eine Seele umspannt das Jetzt,
geteilt war sie zu lange – doch nun nicht mehr.
Das ist alles, was sein darf.
Nicht mehr als das – nicht mehr, nur das.

Du und ich in einem Raum,
du und ich in einer Zeit,
das ist alles,
was sein will,
sein soll,
sein muss,
sein darf.
Du und ich – nicht mehr, nur das.
Nicht mehr als das.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Ein Hobel, der keine Späne wirft, ist stumpf


Ich bin der Andersmensch. Komm nicht zu mir und frage nach einer Veränderung, die reibungslos vonstatten geht – das hier ist kein Hollywood-Film, das hier ist kein Liebesroman. Du wirst niemals eine Wandlung erleben, die keinen Staub aufwirbelt. Veränderung trägt immer zuerst die Maske des Chaos, sei dir dessen bewusst. Um eine neue Ordnung zu schaffen, ist zuvor die Unordnung Bedingung. Zu dieser Unordnung ermutige ich dich, aber ich lasse dich nicht im Unklaren darüber, dass es unbequem ist, deine Komfortzone zu verlassen. Du wirst von mir keine Samthandschuhe erfahren. Wenn du kuscheln willst, dann umarme deinen Teddy. Wenn du Märchen hören willst, dann geh zu deinen Politikern, zu deinen Priestern. Ich bin nicht der, der Luft in den Ballon deines Egos pumpt – ich bin die Nadel! Ich bin nicht der, der die Dosis deiner Tranquilizer erhöht – ich bin die Entziehungskur. Ich bin nicht die Nachfrage – ich bin das Angebot. Wenn du ein Produkt nach deinen Wünschen suchst, dann schaffe es dir selbst – ich bin weder der Weihnachtsmann noch hast du bei mir drei Wünsche frei. Ich bin nicht hier, um dir wohlgefällig zu sein – ich bin eine Provokation, eine Herausforderung. Ich bin eine Einladung zur Veränderung. Wenn du mich nach meiner Sicht der Dinge fragst, dann erwarte nicht, die deine zu hören – stell dich vor den Spiegel, denn dort findest du die einzige Person, die dir nach dem Mund redet. Wenn du eine Veränderung anstrebst, dann berufe dich nicht auf das, was dir bekannt ist – wage dich ins Unbekannte. Erscheint dir das zu unbequem, dann bleib besser zuhause.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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