Als ich begann, dir nichts mehr zu sagen



Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel“ als sanfte Einstimmung auf den heutigen Abend, der lieblich in die morgige Langeweile eines Feiertags gleiten möchte wie ein müder Schwan übers stille Wasser eines kitschigen Seerosenteiches, an dem du und ich nicht sitzen im Regen eines Julis, der niemals kommen mag, Hand in Hand, geschmolzen wie das Wachs einer heruntergebrannten Kerze, wie eine Zigarette, der keiner Feuer geben mag, schweigend, jeder in liebevoller Einsamkeit für den anderen.
Wenn dann die Wärme deiner Hand aus der meinen schwindet, weil du einem Traum ähnlich wieder deiner Wege ziehst, dann sollst du wissen, dass ich dich erst so unerbittlich zu lieben begann, als du nicht mehr da warst. Weil auch du mich immer erst dann lieben kannst, wenn du gegangen bist – drehe dich um und flüchte mit einer faulen Ausrede, so wie du das gerne tust. Doch wie oft und wohin du auch gehen magst – du bleibst mein Spiegel im Spiegel, so wie ich der Bruch im Herzen deines Herzens bleibe. Ein Bruch, den du mit seichten Liebschaften zu kitten bemüht bist.
Sie tun mir nichts, diese Regenpfützenliebschaften, aber du bist es, die verzweifelt an ihrem Mangel am Ankommen, einem Blinden mit Pfeil und Bogen ähnlich, in dumpfer Dunkelheit scheiternd, ein Herz so zu treffen, wie das meine. Weil nur ich ihn wieder flicken werde, diesen Bruch in deiner Mitte, indem ich dich nie wieder halte und dir keine Gedichte mehr schreibe. Dieses Gedicht ist nicht für dich, so wie keines meiner Gedichte jemals für dich war – all meine Gedichte waren stets nur für den Applaus, sie waren für die Katz, denn die ist ehrlicher zur Liebe, als wir beide es jemals sein werden.
Wir beide wissen nur zu gut: Bloß weil jemand nicht zu sehen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass er nicht da ist. Also bin ich dir niemals bitter, ich bin dir niemals gram, keine Fesseln mehr, keine Versprechungen, kein Drama – stille Akzeptanz ist mein Tanz, zu dem ich dich nicht bitte, denn Kirschblüten regnet es zu allen Zeiten, wenn der Frühling zur Ewigkeit wächst.
So sieht meine Spontan-Profan-Poesie aus, wenn nichts Besseres da ist, weil das Beste wieder einmal geflohen ist. Innert 7 Minuten geschrieben, innert 19 Minuten vergessen, innert 12 wieder erinnert… 1979 Tastenanschläge sind nicht nötig, um weniger zu sagen als nichts. Nichts – das ist alles, was ich dir noch zu sagen habe, doch es ist mehr, als ich jemals sagen wollte.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Lebe extrem!



Um deinen täglichen Routinen, deinen Ängsten und falschen Sicherheiten zu entkommen, um ein vollständiges, aufregendes und außergewöhnliches Leben zu leben, solltest du extrem leben. Suche Extremsituationen, schaffe sie dir, lass dich voll darauf ein.
Ich sage nicht, denke extrem, ich sage, lebe extrem. Extreme Denkstrukturen machen dich fanatisch, dogmatisch und im schlimmsten Falle wirst du zum Wahnsinnigen. Deshalb solltest du dein Denken extrem reduzieren, fahre dafür dein Empfinden, deine Gefühle extrem hoch.
Intensives Empfinden ist die Befreiung des göttlichen Funkens in dir. Als Kind konntest du noch extrem empfinden, doch mit der Zeit wurdest du Sklave der Vernunft, hast begonnen, deine Gefühle mit dem Verstand zu dämpfen und somit das Leben zu beschneiden. Wenn du glücklich bist, sei extrem glücklich. Wenn du traurig bist, sei extrem traurig. Wenn du liebst, liebe extrem. Wenn du wütend bist, wüte extrem. Wenn du Lust verspürst, lebe sie extrem aus, wenn du Leid empfindest, gibt dich ihm extrem hin. Wenn du dich mit einer Sache befasst, befasse dich extrem damit. Gib alles. Öffne dich voll und ganz dem Leben und schenke dich dadurch der Welt vollkommen. Sie wird dir Wunder um Wunder dafür geben.
Wenn du nicht extrem leben kannst, wirst du am Ende deines Lebens feststellen müssen, dass du eine halbe Sache warst, halbtot oder halblebendig, aber nie voll am Leben, abgestandenes Mineralwasser, statt vollmundiger Wein – wer möchte das schon?
Durch das extreme Leben findest du schließlich eine stille, unbewegte Mitte in dir, die immer schon da war, einen Ort in deinem Innersten, der von allen Extremen unberührt blieb. Das ist dein wahrer Kern.
Extremsituationen zeigen dir, wer du wirklich bist. Extremsituationen führen zum Wechsel des inneren Paradigmas, sie bewirken einen Quantensprung.
Was du zu einem extremen Leben brauchst? – Mut! Nichts weiter als Mut.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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Du und deine vermeintliche Schülerschaft


Immer wieder reden die Leute davon, sie hätten eine Lernaufgabe, eine Lektion im Leben zu lernen, doch das ist töricht. Was willst du erlernen? Das Leben? – Du kannst das Leben nicht erlernen, denn du bist bereits Leben. Du kannst das Leben bloß erfahren und genau deshalb bist du hier – um das Leben als Mensch in all seinen Facetten zu erfahren.
Die Sache mit den Lernaufgaben entspringt veralteten religiösen Denkstrukturen, es beinhaltet Leistungstendenzen und das setzt dich unter permanenten Druck, weil du natürlich deine Leistung erbringen möchtest. Lass das endlich los! Hör auf damit, dich selbst unter Druck zu setzen, indem du denkst, Gott, die Existenz, das Leben oder irgendwer würde dir für besonders gutes „Am-Leben-Sein“ oder für besondere spirituelle Leistungen Zensuren verpassen. Du kannst dir weder das Leben noch die Erleuchtung verdienen. Du aber bist voller Ehrgeiz, stehst ständig unter Strom, weil du denkst, du müsstest dir etwas im Leben erkämpfen. Siehst du, wie töricht diese Art zu denken ist?
Wenn du erkannt hast, dass deine einzige Aufgabe im Leben das Sammeln von Erfahrungen ist, dann bist du absolut frei, denn du kannst nicht nicht-erfahren, was du bereits bist – du bist das Leben selbst, nicht sein Schüler. Du bist das Leben, das sich durch das Leben als solches erfährt. Im Erfahren des Lebens gibt es kein Scheitern, beim Lernen aber sehr wohl. Wenn du glaubst, das Leben könne an sich selbst scheitern, dann wird es Zeit, dass du lebendig wirst. Es wird Zeit, dich aus deinem Leistungsdenken zu befreien und den Glauben an Lernaufgaben, an denen du scheitern könntest, aufzugeben. Du bist hier, um zu leben – nicht, um zu lernen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Die Auflösung deiner Person


Jenseits deiner begrenzenden Identifikationen existiert die Person nicht, die du glaubst zu sein. Du bist nicht die Person, der du anhaftest. Diese Person ist nicht mehr als das Ergebnis deiner Erziehung, deiner Programmierung und Konditionierung, deiner Erfahrungen, mit denen du dich identifizierst, sie ist ein Produkt deiner Einbildung – ein Nebel, eine Illusion deines Verstandes. Je näher du deinem wahren Kern kommst, je deutlicher dein wahres Sein durch den Schleier der Illusion hervortritt, desto mehr verschwindet diese Person. Sie löst sich auf. An ihre Stelle tritt eine Präsenz. Eine Präsenz ohne Identifikationen, ohne starre Charaktereigenschaften, ohne Vorlieben, ohne Abneigungen, ohne Fragen, ohne Urteile. Wenn du mehr und mehr die Illusionen deines Egos loslassen kannst, erkennst du, dass du einen Raum nicht mehr betrittst und keine Zeit dich begrenzt, denn deine Präsenz ist in allen Räumen zu jeder Zeit. Aus der Person, die du einst warst, jenseits von Diesem und Jenem, wird eine Tendenz, eine Einladung, eine Antwort auf die Fragen anderer. Du musst diese Antwort gar nicht aussprechen, alleine deine Gegenwart wird Antwort genug sein. Der vollbewusste Mensch ist keine Person – er ist eine Präsenz, eine Einladung. Seine Gegenwart alleine ist Befreiung für jene, die bereit sind, die Illusion von der eigenen Person aufzulösen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Du und die Sache mit der Identifikation


Identifikation ist dein größtes Dilemma. Du identifizierst dich mit zu vielen Dingen – mit deinen Meinungen, Ansichten, Philosophien, Grundsätzen, Wünschen, Vorstellungen, Hoffnungen, Befürchtungen, Ängsten und Verletzungen. Du identifizierst dich mit deinem Körper, deinen Gedanken, deinen Gefühlen und Emotionen. Du identifizierst dich mit deinem Kontostand, deinem Auto, deinem Haus, deinen Mitmenschen und deren Meinungen über dich. Am allermeisten identifizierst du dich mit deinen Problemen, und das größte davon bist du selbst mit deiner ständigen Identifikation.
Du identifizierst dich mit allen möglichen Dingen und wirst so zu ihrem Sklaven, doch wo bleibt da deine Freiheit? Wo bleibt das unbeschwerte Kind? Wo bleibt deine ureigene Identität? Wo bleibt da noch Raum für das pure Leben, das du bist? Wo bleibt deine Impulsivität, deine Spontanität, deine Verrücktheit, deine Herrlichkeit? – Deine Identifikation ist Anhaftung an alles Mögliche. Anhaftung lähmt dich. Sie hindert dich daran, das zu sein, was du sein möchtest – Freiheit, pure Freude!
Sieh die Natur an. Denkst du, die Rose identifiziert sich mit ihrem Duft, der Vogel mit seinem Gesang, die Wolke mit ihrer Form, das Meer mit seinen Wellen, die Sonne mit ihrem Licht? – Nein. All diese Erscheinungen sind fern jeder Identifikation. Das einzige, was sie sind, ist purer Ausdruck des Seins; sie sind pure Freude.
Woher kommt all deine Identifikation? – Sie entstammt deiner ständigen Frage nach dem „Wer bin ich?“ Darauf gibt dir dein Verstand, dein Ego, ständig Antworten und mit jeder Antwort glaubst du mehr und mehr, dieses oder jenes zu sein. Doch du bist nichts von alldem. Nimmt man dir auch nur eine deiner Projektionsflächen für deine Identifikationen, dann bekommst du Angst, fürchtest sogar, du würdest aufhören zu existieren. Doch das ist nicht nötig. Wenn du nämlich beginnst, den zu entdecken, der in deinem Körper steckt, der hinter all den Identifikationen wartet, dann wirst du erkennen, dass da nichts weiter ist als Stille. Und nicht einmal Stille ist da, denn du und ich, wir existieren in Wahrheit gar nicht. Es gibt uns nicht. Wir sind bloß Illusion.
– Das ist die härteste Lektion für dein Ego.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Dein Platz in der Mitte


Du bist der irrigen Ansicht, ein in seiner Mitte ruhender Mensch, ein Mensch, der bei sich selbst angekommen ist, der würde den ganzen Tag über phlegmatisch grinsen und sanft blinzeln wie eine Hindu-Kuh. Aber das ist unrichtig. Ein Mensch, der in seiner inneren Mitte ruht, trägt immer noch das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen in sich und bringt es auch zum Ausdruck. Doch er selbst bleibt davon unberührt, weil er erkannt hat, dass er nicht seine Emotionen ist. Er verspürt diese Emotionen, aber er ist nicht seine Emotion. Er verfügt über sie – nicht sie über ihn.

Menschen, die nicht in ihrer Mitte ruhen, werden zum Spielball, zum Opfer ihrer Emotionen. Doch der, der bei sich selbst angekommen ist, der meistert sie. Er kann Trauer, Zorn, Wut, Angst oder auch das Gegenteil davon empfinden, aber er verweilt dennoch in seiner Mitte, ist dabei selig, bleibt unberührt. Er beobachtet die Emotion in ihrer Flüchtigkeit, weiß um ihre zeitlich begrenzte, wechselhafte Form. Für ihn wiegt das nicht schwerer als die vorüberziehenden Wolken am Himmel.

Ein in seiner Mitte ruhender Mensch bleibt unbeteiligter Beobachter aller in seinem Innersten stattfindenden Vorgänge – deshalb ist er Meister seines Daseins; er hat sich aus der Rolle des Opfers enthoben, ist zum Gefäß geworden. Ein Gefäß identifiziert sich nicht mit seinem Inhalt – es bleibt dasselbe Gefäß, unabhängig davon, was man hineintut. Und ganz gleich, welcher Inhalt es füllt – der Inhalt muss stets die Form des Gefäßes annehmen, nicht umgekehrt. Ein in seiner Mitte ruhender Mensch weiß, dass er von seinen Emotionen unberührt bleibt in seiner Seligkeit. Das ist seine Kraft, seine Weisheit, seine heilige Freiheit – die Wurzel seiner Seligkeit.

Jene, die diesen Zustand erreicht haben, wissen das. Jene, die ihn nicht erreicht haben, halten das für unmöglich. Und solange sie es für eine Unmöglichkeit halten, erreichen sie diesen Zustand auch nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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