Die Pathologie der Single-Gesellschaft


Eine Gesellschaft in der Partnerschaften nahezu unmöglich wurden ist eine zutiefst kranke, psychotische Gesellschaft. Du erkennst die seelische Gesundheit einer Zivilisation daran, wie fähig ihre Mitglieder zu dauerhaften, erfüllten Partnerschaften sind. Menschen, die aus Partnerschaften Konsumgüter und aus dem Partner ein Subjekt zur Wunschbefriedigung machen, sind seelisch…

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– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Partnerschaft und Konflikt


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Das Problem bei Konflikten innerhalb einer Partnerschaft ist niemals der Konflikt selbst, denn ein Konflikt kann wunderbare Räume zur Selbsterkenntnis eröffnen, vorausgesetzt, man weiß, wie man ihn gewinnbringend führt. Das Problem bei Partnerschaftskonflikten sind immer die Konfliktparteien selbst, weil keiner von beiden Ahnung davon hat, wie man einen Konflikt friedvoll austrägt. Der Konflikt selbst aber ist niemals das Problem.

Meistens läuft es so ab: Einer der beiden Partner ist ärgerlich, wütend oder verletzt, was er auf irgendeine Weise zum Ausdruck bringt, und der Andere reagiert darauf, indem er automatisch mit der Schwingung des Partners in Resonanz geht. Jetzt sind beide aufgebracht. Das Feuer brennt doppelt so heiß. Wen wundert es, wenn sich beide nun die Finger aneinander verbrennen?

Zwei Aufgebrachte benehmen sich meist idiotisch. Sie geraten tiefer und tiefer in niedere Schwingung und das wirkt immer zerstörerisch. Wenn du es allerdings schaffst, deine eigene Schwingung in eine friedvolle zu wandeln, ist schon viel gewonnen. Frieden ist ein Ausdruck von Liebe. Und Liebe ist die höchste Schwingung von allen. Niedere Schwingung aber hat starke Macht – ihre Tendenz ist bindend; es ist leichter, in niedere Schwingung zu gelangen als in hohe Schwingung, weil die meisten Menschen grundsätzlich niedrig schwingen.

Ein Weg, um die eigene Grundschwingung den ganzen Tag über hoch zu halten, wäre Meditation. Die meisten Menschen aber wissen nicht, was echte Meditaion ist. Sie besorgen sich Tonträger, wo eine mehr oder minder angenehme Stimme irgendwelche Answeisungen faselt, denen man kognitiv folgen soll – das aber hat mit wahrer Meditation rein gar nichts zu tun! Wahre Meditation ist völlige Gedankenstille, die absolute Abwesenheit von Gedanken. Ich selbst praktiziere seit meinem 7. Lebensjahr eine Technik, die ich auch seit vielen Jahren unterrichte, und die jeden in diesen Zustand zu versetzen vermag – Meditation in Stille.

Wenn du kein Meditierender bist, dann musst du eben andere Wege finden, um in einem höheren Schwingungsfeld zu verweilen als der streitlustige Partner. Die simpelste Methode dabei ist, sich während des Konflikts des eigenen Atems bewusst zu bleiben, sich selbst während des Streits zu beobachten und sich den Partner als das Kind vorzustellen, das er einst war. Du kannst mit einem Kind wesentlich schlechter in Streit geraten als mit einem Erwachsenen. Und du wirst plötzlich ein Gefühl der Liebe verspüren, wenn du deinen Partner als Kind siehst. Das heißt allerdings nicht, du sollst deinen Partner nicht ernstnehmen – du sollst ihn dir bloß als Kind vorstellen! Sieh das Kind in ihm, die großen Augen, die kleinen Händchen, die Stupsnase, und wie es zürnt und schreit und weint, wie es sich mit den eigenen Emotionen überfordert fühlt – willst du diesem Kind jetzt immer noch böse sein? Kannst du ihm immer noch mit Ärger begegnen oder empfindest du plötzlich Mitgefühl?

Wenn du Mitgefühl empfindest, bedeutet das, dass du höher schwingst als der wütende, ärgerliche Partner, denn Mitgefühl ist eine sehr hohe Schwingung. Bleib in dieser Schwingung, bleib bei der Vorstellung deines Partners als Kind. Du wirst bemerken, wie du auf diese Weise wesentlich größere innere Ruhe bewahren kannst als üblich. Beobachte dich immer wieder selbst, indem du innerlich aus der Situation heraustrittst, so als wärst du ein unbeteiligter Dritter – wann bist du fair, wann zielst du mit deinen eigenen Handlungen, mit deinen Worten unterhalb der Gürtellinie?

Wisse: Dein Partner hat gute Gründe für seinen Ärger, für seine Wut, aber es sind dies seine eigenen – sie haben mit dir weit weniger zu tun als mit ihm selbst. Achte die Gründe des Partners, gehe aufmerksam darauf ein, aber sei dir sicher, die hitzige Emotion legt sich schneller, je liebevoller, je gelassener du bleibst. Du sollst auf keinen Fall versuchen zu siegen durch bessere Argumente oder scharfe Worte – du sollst ruhig und gelassen den Gewinn anstreben. Sieg und Gewinn sind nicht dasselbe – sie sind sogar Gegensätze! Sieg bedeutet, dass einer von beiden am Boden zerstört liegen bleibt, dass er vernichtet wird. Gewinn aber ist eine Bereicherung auf beiden Seiten. Am Ende haben beide etwas gewonnen – das ist Gewinn! Wenn du im Streit auf deinen eigenen Sieg bedacht bist, verlierst du letztlich selbst. Wenn du aber den Gewinn wünscht, dann gibt es am Ende keine Verlierer, sondern nur zwei Gewinner.

Der Gewinn durch Konflikte innerhalb einer Partnerschaft ist grundsätzlich Selbsterkenntnis auf beiden Seiten – was hast du über dich durch den Konflikt erfahren? Was hast du über eure Beziehung erfahren? Und wie seid ihr verblieben, um Lösungen für die Zukunft zu finden?
– Diese Fragen stelle dir selbst! Die Antworten darauf sind dein Gewinn. Die Antworten des Partners auf diese Fragen sind sein Gewinn. Und falls dein Partner sich diese Fragen nicht stellt, dann ist das seine Sache – er ist nicht dein Siamesischer Zwilling; er hat das Recht, anders zu handeln als du es dir vielleicht wünscht. Wichtig ist, dass du durch den Konflikt etwas über dich selbst erfahren hast.

Wie auch immer du deine Konflikte auszutragen gewohnt bist, bedenke: Wenn du das Fell einer Trommel schlägst, gerät das Trommelfell der nebenstehenden Trommel ebenfalls in Schwingung; es geht ganz automatisch in Resonanz. Wenn also jemand den Raum betritt, der die Trommel schlagen möchte, dann sei du die Harfe, denn die will zart gezupft sein!

Wenn auch du erkannt hast, dass die Ursache aller Konflikte in dir selbst liegt und du diese Ursache erlösen willst, dann klicke hier: ZUM SEMINAR →

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Partnerschaft bedeutet Arbeit


Solange du darauf hoffst, dass eines Tages jemand kommt, der dich endlich, endlich glücklich macht, wirst du Wege der Enttäuschung gehen. Niemand wird kommen, um dich glücklich zu machen, denn jeder ist sein ganzes Leben damit befasst, darauf zu warten, dass endlich einer kommt, der ihn glücklich macht. Akzeptiere das. Eine Partnerschaft ist kein Zuckerschlecken. Eine Partnerschaft erfordert Hingabe, Arbeit, Liebe. Ohne diese Zutaten stirbt sie.

Erinnere dich an jene Zeit, als man noch reparierte und nicht wegwarf! Zu dieser Zeit hielten die Dinge entschieden länger; und sie hatten unendlich größeren Wert. Solange du denkst, du könntest durch Austausch der Protagonisten das dargebotene Stück verbessern, solange spielst du in leeren Hallen wieder und wieder dieselbe frustrierende Vorstellung. Wenn du weiterhin als einzige Lösung für deine zwischenmenschlichen Probleme das Auswechseln der Mitspieler lebst, dann musst du dir eingestehen, dass du nicht liebst – du konsumierst!

Die erste wichtige Erkenntnis am Weg zu erfüllenden Partnerschaft wurzelt darin, zu begreifen, an welchem Menschen du zu arbeiten hast: An dir selbst!
Da musst du ansetzen. Das gilt es zu akzeptieren und in konkretes Handeln umzusetzen. Mit dem Anklagefinger auf deinen Partner zu zeigen, führt dich geradewegs in die zerstörerische Spirale des modernen Partner Hoppings. Du tauscht aus und tauscht aus und wirst dabei immer leerer und frustrierter. Irgendwann machst du dann aus der Not eine Tugend und verfällst in Selbstbetrug, indem du dir einredest, du wärst eben nicht für Partnerschaften geschaffen und alleine sowieso viel glücklicher.
Das mag eine gewisse Zeit lang funktionieren, am Ende deines Lebens aber wirst du dir wünschen, weniger für dein Ich und mehr an einem Wir gearbeitet zu haben, denn der Mensch ist ein zutiefst soziales Wesen. Er braucht sein Gegenüber, er braucht Gemeinschaft, er braucht Zwischenmenschlichkeit, um zu seinem vollen menschlichen Potenzial zu gelangen und es zum Erblühen zu bringen.

Das offene Geheimnis jeder erfüllenden Zwischenmenschlichkeit liegt in der Arbeit an dir selbst, an deiner Hingabe und deiner Bereitschaft zur Selbsterfahrung. Um dich selbst erfahren zu können, braucht es Selbstreflexion. Durch Selbstreflexion wird dir klar, was an dir selbst nicht stimmt. Und wenn du weißt, was an dir selbst nicht stimmt, weißt du auch, was in deinen Partnerschaften nicht stimmt. Denn den Einzigen, den du verändern kannst und oftmals auch musst, der bist und bleibst du selbst. Du kannst dich nicht weiterhin als das fehlerfreie Zentrum des Universums wähnen und glauben, die ganze Welt sowie alle Menschen darin müssten sich an dich anpassen, gleichsam aber von erfüllten Partnerschaften träumen.

Die erfüllende Partnerschaft beginnt nämlich in dir. Sie beginnt mit dir und durch dich. Werde zunächst selbst ein „idealer“ Partner, indem du deine Launen, Stimmungen und egoistischen Allüren erkennst, in den Griff bekommst und erlöst. Trenne dich von der Notwendigkeit der Selbstliebe. Du liebst dich bereits selbst. Du liebst dich so sehr, dass du dich für den wichtigsten Menschen auf Erden hältst und alle anderen entweder als Nebendarsteller oder Erfüllungsgehilfen zum eigenen Glück betrachtest. Das größte Stück vom Kuchen und den letzten Fallschirm im abstürzenden Flugzeug beanspruchst du immer noch für dich selbst – wo also braucht es da bitte noch mehr Selbstliebe?
Und der Spruch „Ich muss mich selbst so lieben und akzeptieren, wie ich bin!“ ist nichts weiter als eine billige, unintelligente Ausrede für jene, die zu faul sind, sich ändern und verbessern zu wollen. Dahinter steckt eine unfaire, feige Geisteshaltung. Sie hätte nur dann ihre Gültigkeit, wenn auch alle anderen sich so lieben und akzeptieren dürften, wie sie sind. Doch von denen forderst du ja gerne, dass sie das nicht tun und sich endlich zu deinen Gunsten ändern mögen. Selbstliebe führt zu Egoismus, Egozentrik und zum Narzissmus. Von daher solltest du schleunigst lernen, einen großen Bogen um all jene zu machen, dir ihre Lehre von der Selbstliebe verbreiten.

Durch das ständige Füttern des unersättlichen Monsters der Selbstliebe bist du unfähig geworden, das zu erfahren, was Liebe wirklich ist. Was übrig bleibt, ist dieses kleine, wollende, verlangende Ich auf seiner einsamen Insel der Selbstherrlichkeit, das bei der kleinsten Gelegenheit das Däumchen in den Mund steckt, in der Opferhaltung versinkt und schmollt.

Lass die zeitgeistliche Idiotie von der Selbstliebe nicht weiter den Diktator deines Lebens spielen. Wende dich lieber der Nächstenliebe zu. Durch Nächstenliebe findest du alles, was du suchst. Denn wenn du deinen Nächsten lieben kannst, weißt du auch, sein Leben hat dieselbe Bedeutung und dieselbe Wertigkeit wie dein eigenes. Seine Bedürfnisse werden zu deinen eigenen. Seine Sehnsüchte, seine Träume, seine Hoffnungen, seine Freuden werden zu deinen eigenen. Sein Leid wird zu deinem Leid, sein Glück wird zu deinem Glück. Und am Ende hast du das, was du dir so dringlich in der Tiefe deines Herzens gewünscht hast: Verschmelzung! Denn plötzlich erkennst und erfährst du, wie es sich anfühlt, wenn du und dein Nächster eins sind. So hast du durch Nächstenliebe letztlich auch zur Selbstliebe gefunden, ohne dabei zu riskieren, ein narzisstisches, egozentrisches Arschloch zu werden.

Wenn du dem irrigen Paradigma der Selbstliebe weiterhin folgst, wirst du da bleiben, wo du gerade bist – auf der einsamen Insel deiner Egozentrik. Folgst du aber dem Pfad der Nächstenliebe, fokussierst du dich auf dein Gegenüber, wird dir alles andere hinzugetan. Du findest dich dann in deinem Nächsten wieder, bist dir plötzlich selbst nahe, weil du einem anderen nahe bist. Du bereitest deinem Gegenüber Freude, weil seine Freude auch die deine ist. Es ist dir dann nicht mehr so leicht möglich, andere Menschen zu benutzen, zu verletzen oder zu hintergehen, weil du dich damit selbst missbrauchen würdest. Daher ist Nächstenliebe der Weg zu erfüllenden Partnerschaften, nicht die Selbstliebe.
Und sei dir sicher – es ist eine Lüge, dass du erst dich selbst lieben musst, um andere lieben zu können. Das sollte dir eigentlich deine selbstreflektierte Lebenserfahrung bewiesen haben. Denn es gab gewiss Phasen deines Lebens, da konntest du dich selbst nicht ertragen. Trotzdem konntest du deine Eltern, deine Kinder und deine Freunde lieben. Alleine dieser Fakt sollte dich eines besseren belehren. Vergiss das Märchen von der Selbstliebe. Nächstenliebe ist immer größer als Selbstliebe. Letzteres ist zwar modern, aber leider der unbrauchbarste Weg zu deinem Ziel.

Glaubst du wirklich, die Welt wäre in einem solchen Zustand, es gäbe so viele frustrierte Singles und Alleinerziehende, so viele zerbrochene Familien, Scheidungswaisen und gescheiterte Existenzen, wenn sich der globale Fokus weg von der Selbstliebe und hin zur Nächstenliebe richten würde?

Betrachte erfüllte Paare und frage dich, wie sie es machen. Was leben sie? Leben sie Selbstliebe oder leben sie innerhalb der Partnerschaft die Nächstenliebe? Lassen sie die „Kiste“ einfach laufen oder arbeiten sie daran? Geben sie in Krisen auf oder boxen sie sich durch? Wandeln solche Paare tagein und tagaus auf Rosenblüten oder wird da geschwitzt, geweint, geblutet und hart geackert? Macht jeder nur das Ich-Ding oder basteln sie kräftig am Wir-Ding? Arbeitet man da tüchtig an sich selbst oder warten die darauf, dass sich der Partner endlich ändert?

Du wirst erkennen, wie hart erfüllte Paare an ihrer Partnerschaft, respektive an sich selbst arbeiten. Es muss dir klar werden, wie selten da der Spruch „Ja, da gehören immer zwei dazu!“ zum Tragen kommt. Erfüllte Paare wissen, dass zwei dazu gehören. Sie wissen aber noch viel mehr, dass  Zwei aus jeweils einem Einzelnen bestehen. Und so arbeitet jeder hingebungsvoll an sich selbst in Kooperation mit dem anderen. Es werden keine Ausreden benutzt, um Ziele zu vereiteln, sondern Handlungen gesetzt, um Tatsachen zu schaffen.

– Stelle dir aufrichtig diese Fragen: Wie sehr bin ich bereit, mich selbst zu erkennen? Wie tief will ich mich wandeln? Wie fähig bin ich, mich hinzugeben, an mir selbst zu arbeiten und meinen Egoismus hintanzustellen? Wie mutig erkenne ich, dass die Fehler bei mir selbst zu finden und nur da zu beheben sind? Hat mir mein bisheriger Zugang zu mir selbst und zu anderen dabei geholfen, das zu leben, was ich mir unter einer erfüllenden Partnerschaft vorstelle? Wie hoch gegriffen sind meine Vorstellungen eigentlich? Warum wünsche ich mir eine erfüllende Partnerschaft? Und was bin ich zukünftig bereit dafür zu tun und zu geben?

Fazit: Wenn deine Partnerschaften heute scheitern, dann meist nicht deshalb, weil ihr nicht zusammenpasst, sondern aus einem Mangel an Hingabe, Arbeit und Nächstenliebe.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Macht muss neu verstanden werden


Gegen das Volk gerichtete Politik erzeugt ein gegen die Politik gerichtetes Volk. Jede Form der Politik war und ist stets gegen das Volk gerichtet, weil die Politik ihre eigentliche Aufgabe – den Dienst am Volk – nicht erfüllt und stattdessen die widersinnige Ansicht vertritt, das Volk habe der Politik zu dienen.
Das ist das Dilemma sämtlicher politischer Systeme. Es ist ein uraltes Dilemma, das von Epoche zu Epoche, von Jahrhundert zu Jahrhundert mit neuer Maske erscheint. Darin wurzelt das Problem. Deine Politiker halten dich für ihren Diener, statt sich selbst in deinen Dienst zu stellen. Und das liegt ganz einfach an einem völlig falschen Verständnis von Macht. Politiker tun alles, um an diese vermeintliche Macht zu gelangen, da dies ihr einziges Ziel ist. Aber es mangelt ihnen schlicht an ausreichend Bewusstsein für die wahre Natur der Macht.

Ein bewusstes Wesen ergreift weder Macht über andere noch strebt es danach. Ein bewusstes Wesen strebt den Weg der Liebe an, nicht den der Macht. Diese Tatsache sollte dir ein für allemal klarmachen, dass es niemals Politiker sein werden, die deine Interessen vertreten möchten. Politiker vertreten immer nur ihre eigenen oder die Interessen ihrer Lobby. Anders geht es gar nicht, denn in einer hierarchisch strukturierten Gesellschaft wie der deinen wählt man nicht die Karriere des Politikers, weil man dienen möchte – man wünscht vielmehr, es möge einem gedient werden.

Einem Politiker gelüstet es in erster Linie nach Privilegien, Ansehen und Macht – vor allem nach Macht. Weil Macht aber nie richtig verstanden wurde, nutzt der Politiker seinen zweifelhaften Einfluss zur Unterdrückung. Darin verbirgt sich jedoch ein unbewusster, ein stiller Ausdruck von Machtlosigkeit. Wer sich machtlos fühlt, der beginnt automatisch zu unterdrücken, damit die Machtlosigkeit nicht ans Tageslicht gelangt. Jeder Politiker weiß tief in sich drinnen, dass er ohne das Volk machtlos ist. Darum muss das Volk unterdrückt werden.

Jede Politik, egal welcher Art, war stets eine bestenfalls geschönte Form der Unterdrückung. Wer unterdrückt, wer Druck ausübt, der wird letztendlich mit einer Explosion rechnen müssen, weil Druck prinzipiell auf Widerstand stößt.
– Revolte, Rebellion, Sturz des Regimes, Zusammenbruch – das ist das immer wiederkehrende Resultat jeder bisherigen Politik. Bis heute ist jede Politik eine Politik der falsch verstandenen Macht geblieben.

Solange Macht in der Welt so ausgeübt wird, dass sie als Macht ÜBER etwas wirkt, kann sich nichts ändern – der Kreislauf von Unterdrückung, Revolte und Zusammenbruch gelangt auf diese Weise niemals an ein Ende. Sobald aber Macht FÜR etwas ergriffen wird, geschieht der Wandel. Macht FÜR etwas bedeutet: Du wirst zum Diener einer Sache.

Da solltet ihr ansetzen! Das gilt es neu zu verstehen: Es gibt keine größere Macht als zu dienen! Doch dazu ist es nötig, das Ego in den Griff zu bekommen. Du aber hast Angst vor dem Dienen – ihr alle habt davor Angst, weil ihr darin Schwäche wähnt. Dienen hat jedoch nichts mit Schwäche sondern mit Hingabe zu tun.
Hingabe ist der schönste Ausdruck von Macht, denn du kannst nur hingeben, du kannst nur geben, wenn du die Macht hast, etwas (hin) zu geben. Und du hast sehr viel zu geben, selbst wenn du dir dessen nicht bewusst bist. In erster Linie hast du dich selbst zu geben. Du kannst dich selbst voll und ganz mit aller Liebe und Kraft in den Dienst einer Sache, eines Menschen, eines Volkes, der ganzen Existenz stellen. Wenn du dich selbst in Liebe hingibst, nutzt du dein schönstes Machtpotenzial.

Du bräuchtest dich nur an deine Mutter zu erinnern und dir würde klar, welch liebevolle Macht sie in deinem Dienste hatte, als du ein kleines Kind warst – sie hat dir gedient, indem sie Macht für dich hatte, indem sie die Macht ergriff, sich dir hinzugeben als Mutter, um für dich da zu sein als Ernährer, Beschützer, Diener. So wie ich die Macht für dich ergreife, dir diese Worte zu schenken, weil ich sie dir (hin)geben kann, ganz einfach so und völlig kostenfrei. Es ist daran keinerlei Bedingung geknüpft, obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass ich damit vielleicht nichts weiter als die üblichen egogesteuerten, besserwisserischen Kommentare ernte. Dennoch liegt es in meiner Macht FÜR dich, dir diese Worte zu schenken, die ich für mich selbst nicht bräuchte, da ich mir das alles selbst nicht mehr erklären muss. Diese Worte sind ein Zeichen meiner Macht zur Hingabe, meiner Macht FÜR etwas, meines Dienens.
Aber ich weiß, alleine das Wort „Macht“ regt dich innerlich schon auf, weil du wahre Macht nie wirklich kennen gelernt hast. Du kennst bloß den armseligen Missbrauch davon – Macht ÜBER dich in Form von Unterdrückung! Es wird Zeit, dass du eine neue Sicht in Bezug auf Macht entwickelst – entdecke die Macht FÜR etwas! Macht FÜR etwas ist eine Form der Hingabe. Macht FÜR etwas ist ein Ausdruck von Liebe. Und Liebe ist der größte aller Diener.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Liebe setzt den Verstand schachmatt


Ich sage es wieder und wieder: Es gibt keine bedingungslose Liebe, sonst müsste es im Gegensatz dazu auch eine bedingungsvolle Liebe geben – die aber gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben. Bedingungslose Liebe ist ein Un-Begriff. Streiche ihn am besten aus deinem Sein – er führt bloß zu tiefer innerer Spaltung. Dein Verstand kann da nicht mit – er ist Angesichts der Liebe schachmatt. Der Verstand ist ohnehin blitzschnell schachmatt gesetzt, weil er zu begrenzt ist, um das Unfassbare zu erfassen. Schon allein der Begriff „Liebe“ reicht aus, um ihn auszuhebeln. Immer da, wo du mit Liebe konfrontiert bist, ist dein Verstand unbrauchbar. Es gibt keine bedingungslose Liebe. Liebe ist immer bedingungslos, sonst ist es keine Liebe. Daraus jedoch ergibt sich nach den Gesetzen deiner Logik eine Bedingung, nämlich jene, dass Liebe immer bedingungslos zu sein hat, weil es sich sonst nicht um Liebe handeln kann. Für deinen Verstand tut sich hier ein Paradoxon auf. Damit aber kommt er nicht klar. Deshalb geht er in Anbetracht der Liebe stets bankrott; er macht auf der ganzen Linie totale Pleite. So schnell setzt man den Verstand schachmatt – mit einem einzigen Satz, um den er sich nun Ewigkeit für Ewigkeit im Kreise drehen könnte, ohne jemals einen Ausweg zu finden. Deshalb vergiss den Verstand, sobald es um Liebe geht. Die Liebe ist und bleibt für die Ratio etwas Unfassbares, sie bleibt ein ewiges Paradoxon. Solange du mit dem Verstand an die Liebe herangehst, solange bist du der Liebe fern, solange verfehlst du sie, solange wirst du keine Ahnung von ihr haben. Es gibt keine bedingungslose Liebe. Aber es gibt Liebe. Und mehr wirst du mit deinem Verstand über die Liebe auch niemals erfahren, als dass sie ist. Das aber reicht völlig aus, um sie leben zu können.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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