Der Mangel an innerer Zeit


Das Hauptproblem des modernen, leistungsgetrimmten Menschen ist jenes, dass er keine innere Zeit mehr hat. Die äußere Zeit läuft ihm sowieso davon, dafür wurde ausreichend gesorgt. Aber nun mangelt es ihm auch noch an innerer Zeit. Er ist so sehr damit befasst, trotz des ständig wachsenden Leistungsdrucks und der irrsinnigen Perfektionsansprüche, äußere Zeit zu gewinnen, dass er keinen Raum mehr findet, sich innerer, psychischer Abläufe bewusst zu werden. Er ist verstimmt und bemerkt es nicht. Er ist fröhlich und bemerkst es nicht. Er ist ausgebrannt und bemerkt es nicht. Er geht kaputt und bemerkt es nicht. Erst dann, wenn ihn sein Körper durch Krankheitssymptome zum Innehalten zwingt, bemerkt er, dass er den Großteil seines Lebens an sich selbst vorbei gelebt hat. Doch dann ist es meist zu spät.

Du musst wieder lernen, innere Zeit zu gewinnen. Durch diese inneren Zeiträume erlangst du die notwendige Distanz zu den in dir ablaufenden Prozessen – dir wird gewahr, auf welche Weise du deine Ängste generierst, wie es zu deiner Wut, deinen Vorurteilen, deinen Fehlschlüssen und deinen Erfolgen kommt. Du lernst diese Vorgänge zu beobachten, zu verstehen, gegebenenfalls zu korrigieren und damit auch zu kontrollieren. Durch den Gewinn innerer Zeit gelingt es dir zu begreifen, was in dir vorgeht. Zuvor warst du wie eine geistlose auf Hochtouren laufende Maschine, doch sobald du innere Zeit erlangst, wirst du zum bewussten Ingenieur, zum Wartungsarbeiter dieser Maschine, der sie von außen zu betrachten vermag und daher auch erkennt, wann sie überlastet ist, wann sie echte Ruhepausen oder Wartung benötigt. Damit wird ihr Verschleiß minimiert und auch ihr Ausbrennen verhindert.

Innere Zeit ist der Garant für ein Leben in Gelassenheit, Weisheit und Erfüllung. Der Schlüssel dazu ist Meditation. Nur durch Meditation in Stille, durch den Zustand des inneren Gewahrseins, der Distanz zu den inneren und äußeren Geschehnissen dieser rasenden Welt schafft, kannst du innere Zeit gewinnen. Um dich herum kann dann die Welt untergehen, in dir selbst kann das größte Chaos herrschen, doch das, was du wirklich bist, bleibt davon unberührt, weil du durch die Meditation losgelöst bist von all den sich ständig wandelnden und vergänglichen Formen der weltlichen Illusion. Durch Meditation in Stille gewinnst du innere Zeit. Und innere Zeit ist das ewige Jetzt-Hier-Sein, die Unsterblichkeit auf materieller Ebene, die Rückkehr zur Seligkeit eines Kindes.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Karfreitag


Meine liebsten Feiertage sind schon immer der Karfreitag und der Ostermontag gewesen. Für mich als Kind Gottes, das ich mit jeder Zelle bin, wiegen diese Tage schwer. Und obwohl ich ein bisschen jeder Religion, ganz viel aber gar keiner angehöre, bin ich doch Christ und werde es auch immer bleiben.

Wenn du einen Christen als einen siehst, der den Evangelien Jesus folgt, dann bin ich Christ. Wenn die Lehre Jesus als das Urchristentum gilt, wenn sie dein höchstes anzustrebendes Ziel darstellt und du Jesus liebst als den Größten von uns, wenn du ihn ehrst und achtest als Mensch und als Meister, dann trifft diese Definition „Christ“ auf mich zu, denn dann bin ich Christ. Dann bin ich Evangelist. Wenn du „Christ“ damit verwechselst, heuchlerisch Kirchensteuer zu zahlen, dich die ganze Woche über wie ein Arschloch zu verhalten, aber am Sonntag scheinheilig zur Beichte zu gehen und zu glauben, Gott wäre ein Idiot, den du mit 15 „Ave Maria“ bestechen könntest, wenn du glaubst, der Papst und seine Bischöfe wären tatsächlich Gottes Stellvertreter oder Geschäftsführer auf Erden, wenn du Onanie und Sexualität als Sünde betrachtest und an die Rache und den Zorn Gottes, wenn du an Hölle und Fegefeuer glaubst, dann bin ich in diesem Sinne kein Christ, denn all das wäre nicht christlich, sondern Katholizismus.

Nach meinem Verständnis von Jesus bin ich aber Christ, ohne einer Religion anzugehören, denn ein Christ zu sein ist keine religiöse Sache – ein Christ zu sein ist eine spirituelle Sache.

Ein Christ zu sein bedeutet, Gott über alles zu lieben. Es bedeutet, in allem, was da ist, Gott zu suchen und zu finden. Es bedeutet, sich dem Kreuz des Lebens hinzugeben und sich der Vergebung Gottes sicher zu sein, ohne bewusst ein Arschloch sein zu wollen.

Christ zu sein ist eine Haltung des Herzens. Es ist eine Ausrichtung des Geistes auf Gott hin. Die Liebe Gottes anzustreben, sie zu fühlen, sie in sich zu tragen und allem Leben entgegenzubringen – das ist Christentum. Nicht zu stehlen, nicht zu lügen, nicht zu töten, nicht zu begehren deines Nächsten Hab, Weib und Gut, keine anderen Götter wie etwa Macht, Ruhm, Geld oder Drogen neben Gott zu haben, kein falsches Zeugnis wider deinem Nächsten abzulegen, Vater und Mutter zu ehren, Dankbarkeit für all die kleinen Dinge des Lebens zu verspüren, deinen Nächsten lieben zu wollen, Frieden zu stiften, wo Streit herrscht, Wahrheit zu sein, wo Lüge sich breit macht, demütig vor der Größe Gottes zu sein und Jesus zu folgen durch dein Denken, Fühlen und Handeln – das ist Christentum. Das Kreuz des irdischen Daseins geduldig zu tragen, hinauf den Ölberg deiner Bestimmung, es zu umarmen als das Schicksal, das Gott für dich wählte, und nur einmal am Tage zu zweifeln, um zu wissen, bevor der Abend kommt wirst auch du bei Gott sein, wo all deine Vergehen in Liebe Erlösung finden – das ist Christentum. Und es ist schön, dieses Christentum, denn es ist wahrhaftig, es ist voller Liebe in seinem Kern.

Das Wort Christi, die Lehre Jesu – das ist das für mich einzig gültige Christentum. Denn mein Christentum ist nicht dieser hässliche, pervertierte, heuchlerische Katholizismus. Mein Christentum ist nicht Religion – mein Christentum ist eine wunderschöne Haltung des Herzen. Dazu ist keine Kirche nötig. Dazu ist keine Schrift maßgebend – allein mein Herz auf Gott gerichtet ist Maß und Ziel und Erfüllung. Das ist mein Christentum, mein Christsein.

Und am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde vor rund 2000 Jahren der Tischler aus Nazareth, der nichts Unrechtes tat, der nichts Geringeres tat als zu lieben und von dieser Liebe Zeugnis abzulegen, dem Kreuz ausgeliefert. Er wurde verurteilt, verprügelt, geächtet, misshandelt und getötet von jenen, die er liebte ohne Maß und ohne Bedingung. Am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde uns allen ein Maßstab vorgegeben, wie wir lieben sollten. Er wurde uns im Schmerz eines Mannes, eines Menschen offenbart, der selbst in den Stunden größter Pein noch für seine Peiniger um Vergebung bat – das ist etwas, das in diesen dunklen, egomanischen Tagen, in diesen fremdenfeindlichen, angsterfüllten, satanistischen Zeiten keinen Anklang mehr findet: Für deine vermeintlichen Feinde und Peiniger zu beten!

Doch es wurde jenen aufgetragen, die mit ihrem Herzen bei Jesus sind, es wieder und wieder in Erinnerung zu bringen: Liebe deine Widersacher! Vergib jenen, die nicht wissen, was sie tun!
Und erinnere dich an jene Person, die mit der reinsten dir vorstellbaren Seele auf diese Erde kam, um uns alle zu versöhnen, uns zu einen, um uns alle an das zu erinnern, was die ganze Welt heilen könnte: Liebe.

Das ist für mich Karfreitag: Mich daran zu erinnern, mich selbst dazu gemahnen, dass ich alle Unbill, alle Herausforderungen, alle Pein, alle Ungerechtigkeit der Welt ertragen muss als das Kreuz des menschlichen Daseins in dem Wissen, dass wenn ich dieses Kreuz den Berg hoch habe und die letzte Stunde für mich schlägt, ich zu Gott heim gerufen werde. Und ich werde da sein in einem Paradies der Liebe, denn Gott liebt alle Menschen im selben Maße, aber jeden auf besondere Weise, und er hat für alle Menschen einen Platz in seinem endlosen Haus.

Das ist mein Karfreitag als der Christ, der ich in meinem Herzen für immer bin: Erinnerung an die Härten des Lebens in Demut und Liebe im Namen meines Meisters, Jesus Christus.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Du bist Soldat in einem unsichtbaren Weltkrieg


Ist dir das schon aufgefallen? – Egal, welche Information du dir holst, dich findet sehr bald schon jene Gegeninformation, welche die erste Information neutralisiert. Wo auch immer du hinsiehst, was auch immer du hörst oder liest – irgendwer hat immer Argumente und „Beweise“, die ebenso schwer wiegen wie das, was du gesehen, gehört oder gelesen hast. Zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie, zu jeder These eine Antithese, zu jedem Beweis einen Gegenbeweis, zu jeder Information eine Gegeninformation. Und all das trifft dich täglich massenweise und in allen Bereichen deines Lebens. Es gibt nichts mehr, rein gar nichts mehr, woran du dich halten kannst, sobald du dich auf den mühsamen Weg zur Wahrheit machst. Unter dem Strich weißt du hinterher soviel wie vorher. Was bleibt ist Verwirrung und Ratlosigkeit, manchmal auch Wut.
– Das ist das Informationszeitalter! Du lebst in einer Welt voller Information. Du lebst in einer Welt, in der alle Information jederzeit verfügbar scheint. Aber du lebst dadurch auch in einer Welt ohne Wahrheit. Und das ist der größte Verlust, den die Menschheit jemals erleiden musste – den Verlust der Wahrheit zum Preis des Gewinns an unüberschaubarer, überall verfügbarer Information.
Information aber ist nicht gleich Wahrheit und Wahrheit ist nicht gleich Information. Doch woran sollst du das Eine vom Anderen unterscheiden in einer Welt, in der jeder Idiot jedwede Information als Wahrheit verkaufen möchte und auch kann?

Nun, diese Frage ist nicht mit wenigen Worten zu beantworten, denn zunächst muss geklärt werden, worin der Unterschied zwischen Information und Wahrheit besteht.

Information ist etwas, das jeder herstellen kann. Das geht ganz leicht. Du setzt dich einfach vor deinen Computer, logst dich in das soziale Medium deiner Wahl ein oder verfasst einen Blog oder sogar ein Buch. Schreibe einfach munter drauf los. Du musst dich dabei durch nichts bremsen lassen. Schreibe über das, was dir gerade selbst gefällt und was du gerne als Info unter die Leute bringen willst. Wenn du das geschickt machst und so tust, als hättest du von dem Thema, über das du schreibst, tatsächlich Ahnung, dann wird daraus Information. Und wenn du dazu ein wenig googelst, um jemand zu finden, der eine ähnliche Ansicht wie du vertritt, damit du dich in deinen Texten auf ihn beziehen kannst, wird daraus sogar Information mit Wahrheitsanspruch. Ob deine Information tatsächlich wahr ist oder nicht, spielt kaum noch eine Rolle – sobald du deine Texte publizierst, wird es Menschen geben, die sie für die Wahrheit halten. Was sich dazu immer gut macht, sind Fotos zum Text. Diese Fotos müssen nicht unbedingt von dir selbst stammen – du kannst sie mittlerweile einfach auf google klauen. Das kostet nichts und der Großteil aller Menschen tritt das Urheberrecht ohnehin bereits mit Füßen – alles scheint public domain! Daher benutze Fotos, wenn du deine Info besser aussehen lassen möchtest. Du solltest bei der Fotoauswahl bloß darauf achten, dass die Fotos in ihrer Aussage das bekräftigen, was du mit deinen Texten auszudrücken versuchst.
Wenn du ganz schlau bist, googelst du nach irgendwelchen Studien von sogenannten „Experten“, die deine Meinung untermauern könnten, und packst diese Studien als Fußnoten oder Bezugsquellen in deine Texte. Dann publizierst du das Ganze und sorgst dafür, dass es viral wird.
– Voilà! Du hast Information hergestellt! Und die muss nicht einmal wahr sein – sie muss bloß wahr wirken und viral gehen, damit viele Menschen sie für wahr halten. So einfach geht heutzutage Information.

Wahrheit ist im Vergleich zur Information schon schwieriger zu bekommen, denn Wahrheit ist weder inflationär noch ist sie künstlich herzustellen. Natürlich gibt es ein paar ganz Schlaue, die behaupten, es gäbe so etwas wie die Wahrheit gar nicht. Doch vor denen hüte dich, denn solche „Schlaumeier“ wollen dir mit ihrer Aussage bloß weismachen, das es die Wahrheit sei, dass es keine Wahrheit gäbe – ein offenkundiger, logischer Widerspruch und ein Paradoxon, das nicht funktioniert. Daher sei schlauer als die „Es-gibt-7 Milliarden-Wahrheiten-Fraktion“. Es gibt keine 7 Milliarden Wahrheiten – es gibt immer nur eine einzige Wahrheit und vielleicht 7 Milliarden Wahrnehmungen, 7 Milliarden Blickwinkel auf dieser Wahrheit. Doch es gibt Wahrheit. Und von dieser Wahrheit gibt es zu jedem Sachverhalt immer nur jeweils eine einzige.
Wahrheit erkennst du daran, dass sie sich nicht wandelt – sie ist unveränderlich, ewig und klingt immer gleich, ganz egal, von welcher Quelle sie verbreitet wird. Zwei mal Zwei ist immer Vier. Das ist unveränderlich. Alle Farben des Lichtspektrums vereint ergeben immer weißes Licht. Das ist unveränderlich. Eine Kraft ist immer die Ursache einer Beschleunigung. Das ist unveränderlich. Für den Frieden kannst du nicht kämpfen – du musst Frieden sein, wenn du welchen haben willst. Das ist unveränderlich. Alles Leben unterliegt der Evolution und alle Evolution ist Leben. Das ist unveränderlich. Mathematik ist Wahrheit. Physik ist Wahrheit. Evolution ist Wahrheit.
– All das sind Beispiele für Wahrheit. Und all diese Beispiele stellen Aspekte dar, die Unveränderlichkeit ausdrücken. Daher erkennst du Wahrheit daran, dass sie immer gleich klingt, ganz egal, wer sie verkündet. Wahrheit wandelt sich nicht mit der Zeit, der Mode, dem Trend oder der Moral. Sie ist zeitlos und unterliegt nicht dem persönlichen Geschmack. Und Wahrheit ist zudem meist unbequem. Sie deckt sich oftmals nicht mit deinem persönlichen Paradigma und so gut wie nie mit dem globalen. Wahrheit kann weder vergehen noch muss sie erschaffen werden. Wahrheit ist. Wahrheit kann nicht verändert und nicht verborgen bleiben, denn alle Wahrheit strebt beständig an die Oberfläche, ans Licht. Und sie sucht nach dir, wie du nach ihr suchst. Sie wird dich finden, bevor du sie findest. Denn alle Wahrheit strömt. Sie liegt nicht außerhalb von dir, sondern tief in dir. Du kannst sie nicht in deinem Kopf, in deinem Verstand finden – du findest sie ausschließlich in deinem Herzen. Tief in deinem Innersten existiert Wahrheit. Von daher stammt sie. Sie kann nur da sein, wo dein Denken nicht mehr ist, denn dein Denken ist durch Information permanent verwirrt. Dein Herz aber kann nicht durch Information in Verwirrung geraten. Wahrheit ist kein Erzeugnis und sie klingt immer gleich, ganz egal, wer sie verkündet.
– Daran erkennst du Wahrheit.

Wie du siehst, besteht ein großer Unterschied zwischen Wahrheit und Information. Das, was du gemeinhin für Wahrheit hältst, ist meist bloß Information. Dabei wählst du gerne jene Information als deine vermeintliche Wahrheit, die dir momentan am besten in den Kram passt. Du suchst dir jene Info, die das bestätigt, was dir in deiner gegenwärtigen Lebensphase am besten gefällt, und behauptest dann, dies sei die Wahrheit. Dabei vergisst du, wie viele „Wahrheiten“ du im Laufe deines Lebens schon zu ein und demselben Thema hattest – als Fünfzehnjähriger hattest du ganz andere Wahrheiten als mit Fünfundzwanzig und mit 65 hast du ganz andere Wahrheiten als mit 45. Für all deine vermeintlichen Wahrheiten aber warst du zum jeweiligen Zeitpunkt stets bereit zu kämpfen und zu streiten. Und für mache davon wärst du sogar bereit gewesen, etwas ziemlich Dummes oder Schreckliches zu tun.
Doch wo sind sie heute hin, diese total „wahren“ und „wichtigen“ Wahrheiten?
– Sie wurden durch andere, durch neue „Wahrheiten“ ersetzt.
Daher kannst du davon ausgehen, dass deine bisherigen Wahrheiten nicht die Wahrheit waren, sondern bloß Informationen, die dir gut gefallen haben.
Information ist jederzeit und von jedermann künstlich herstellbar, formbar, veränderlich und deinem Geschmack oder dem Trend unterlegen, denn es gibt massig davon. Wahrheit aber ist kein Produkt. Sie ist der unmanipulierte Zustand von etwas, das tatsächlich so ist, wie es ist. Sie kann in ihrer Essenz nicht verändert werden und schert sich einen Dreck um Geschmack, Zeitgeist, Mode oder Moral.

Das Schlimme an der Zeit in der du lebst, ist der Krieg, in dem du dich befindest. Die Schlachtfelder dieser Epoche sind keine geografischen mehr – die Schlachtfelder unserer Zeit befinden sich in unseren Köpfen. Da tobt der Dritte Weltkrieg. In unseren Gehirnen findet der Krieg statt. Und er wird mit Waffen geführt, die da lauten: Argument und Gegenargument, Studie und Gegenstudie, These und Antithese, Beweis und Gegenbeweis, Information und Desinformation. Das Medium dieses Krieges ist das Internet, die sozialen Plattformen. Und du bist ein Soldat mit einem Avatar als Kampfanzug. Deine Front ist deine Meinung, die du dir aus Informationen zusammengebastelt hast. Und so kämpfst du in einem Krieg, den du als solchen nicht erkennen kannst, solange du daran glaubst, dass Wahrheit etwas sei, das außerhalb von dir selbst existieren könnte. Du wirst solange Soldat in diesem Krieg sein, solange du Wahrheit in deinem Kopf zu finden versucht bist. Du wirst mit den Waffen dieses Krieges verletzen und töten, solange du an Expertenmeinungen, unabhängige Studien und Massenmedien glaubst. Du wirst es sogar bis zum Weltuntergang treiben, ehe du nicht erkennst, worin der Unterschied zwischen Information und Wahrheit besteht.
So hart und pathetisch das möglicherweise klingen mag, aber du befindest dich tatsächlich in einem Weltkrieg. Seine Waffe ist die Information. Seine Schlachtfelder sind wir selbst. Und seine Opfer sind unsere dereinst freien Geister. Der Friede unserer Seele ist das größte Opfer dieses Krieges. Erst dann, wenn der Großteil aller Menschen jene Wege geht, die der Wahrheit erlauben, aus dem Herzen des Menschen empor zu steigen, wird dieser Krieg enden. Dazu muss der Mensch das Herzdenken erlernen. Solange der Mensch ein Kopfwesen bleibt und die Wahrheit aus externen Informationsquellen zu beziehen versucht, statt sie aus sich selbst empor steigen zu lassen, solange wird der Krieg weiter toben und die Menschheit in noch kleinere Fraktionen zersprengen, die alle ihren bevorzugten, als Wahrheit gepriesenen Informationen dienen. Denn indem man durch massenhafte Information dem Menschen die Wahrheit nimmt, beraubt man ihn auch des inneren Friedens. Man beraubt ihn der Solidarität mit seinem Nächsten. Und man beraubt ihn dadurch der Würde als menschliches Wesen.
Massenhafte Information ist das Gift, welches die Wahrheit auf Basis der daraus entstehenden Desinformation zu zerstören versucht. Und Wahrheit ist das Heilmittel gegen die Information. Daher finde Wahrheit! Und bedenke: Information existiert inflationär – Wahrheit gibt es zu jeder Sache immer nur jeweils eine. Information strömt von außen nach innen – Wahrheit fließt von innen nach außen. Information verwirrt den Verstand – Wahrheit klärt ihn. Information erreicht den Kopf – Wahrheit kommt aus dem Herzen. Der Weg zum Herzen führt über echte Meditation. Echte Meditation ist etwas, das jenseits des Denkens geschieht.

Wenn du erkannt hast, das echte Meditation der Schlüssel zur Wahrheit ist, weil echte Meditation dir den Quell der Wahrheit und des universellen Wissens in deinem Innersten offenbart, dann wirst du frei sein von all den Wirrnissen des Informationszeitalters. Du wirst dann kein Soldat mehr im Infokrieg sein.

Und am Ende muss jetzt dein Herz entscheiden, ob meine Worte nun Wahrheit sind oder bloß Information. Betrachte es als die erste Übung zum Ausstieg aus dem Krieg in deinem Kopf.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Du solltest selten bei Verstand sein


Die meiste Zeit befindest du dich mit deiner Aufmerksamkeit in der Vergangenheit, indem du sie entweder beklagst oder glorifizierst. Und wenn du nicht in der Vergangenheit dümpelst, dann denkst du an die Zukunft, die du entweder schrecklich fürchtest oder dir herrlicher ausmalst, als sie jemals sein wird. Oftmals bastelst du dir aus deiner Vergangenheit eine Kopie derselben für die Zukunft – damit verbringst du den Großteil deiner Zeit und verschwendest auf diese Weise den einzigen Augenblick, in dem das Leben stattfindet: Jetzt.
Solange du im Gestern dümpelst mit deinem Denken, solange ist deine kostbare Gegenwart verschwendet und deine Zukunft eine Wiederholung des Vergangenen – du wieder-holst, du holst das Gestern wieder her, indem du dich nie da befindest, wo das Leben geschieht: im Hier & Jetzt.
Schuld daran ist dein Denken, dein Verstand. Der Verstand ist niemals im Hier & Jetzt – er ist immer einen Augenblick davor oder einen Augenblick danach. Aber er ist nie da, wo das Leben geschieht. Daher sind Menschen, die wahre Meditation praktizieren, selten bei Verstand, sie sind selten am Denken, Grübeln, Planen oder Fürchten und die meiste Zeit total im Sein; sie transzendieren. Im Zustand des Seins, der Transzendenz, herrscht weder Angst noch ein Problem. Da bist nur du und das, was dich tatsächlich umgibt. Du befindest dich genau da, wo du hingehörst und das macht dich unsagbar frei und kraftvoll. In dieser Qualität der Transzendenz kannst du handeln, ohne zu denken. Und alle Handlungen aus diesem Zustand heraus sind vollkommen. Wenn du meditierst, wenn du transzendierst, bist du frei von der Depression der Vergangenheit und frei von der Paranoia der Zukunft. Wahre Meditation bedeutet, da zu sein ohne zu denken. Da zu sein ohne zu denken ist der einzige Weg, wirklich am Leben teilzuhaben. Daher ist wahre Meditation wahres Leben. Alles andere ist bloß ein bedauerlicher Zustand von Halbtot oder Halblebendig.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Neider, Hater und die virtuelle Psycho-Toilette


Neider gab es schon immer. Und es gab auch schon immer Menschen, die andere Menschen einfach so, meist ohne rationalen Grund, hassen. Hätte es diesen Menschenschlag nicht gegeben – Jesus von Nazareth und all seinen Nachfolgern wäre es besser ergangen. Neider und Hater sind kein neuzeitliches Phänomen – der Großteil aller Menschen gehört zu dieser Mischpoke, meist jedoch, ohne sich dessen bewusst zu sein. Alleine die Zeit des „Dritten Reichs“ (dem heute seltsamerweise kaum einer angehörte – Verdrängung ist ein wertvolles Mittel zur Vergangenheitsbewältigung!) zeugt davon, wie unbewusst die Massen (die immer aus Einzelwesen bestehen) zu neiden und zu hassen und letztlich zu töten beginnen.

Daher sage ich als Therapeut: Rund 90 Prozent aller Menschen sind unbewusste Neider und Hater, denn rund 90 Prozent aller Menschen leiden an einer pathologischen Psyche. Um diese Aussage zu begründen, bedarf es eines eigenen Artikels, den ich vielleicht irgendwann schreiben werde es reicht jedoch vollends, wenn sich der Leser an dieser Stelle fragt „Wie oft in der Woche möchte ich einen mir völlig Fremden im Straßenverkehr verprügeln oder kann einen Anderen einfach so nicht leiden, bloß weil es mir innerlich nicht gut geht?“, um zu wissen, dass man selbst zu den erwähnten 90 Prozent gehört, auch wenn das jetzt eine ziemlich unbequeme (Selbst)Erkenntnis sein mag.

Neider und Hater sind also nichts Neues. Die gesamte Menschheitsgeschichte in all ihrer Widerwärtigkeit und Niedertracht nährt sich von diesen bedauernswerten Wesen.

Neu allerdings ist es, dass diese zweifelsfrei pathologischen Zeitgenossen ein eigenes, weltumfassendes Forum zur Verfügung haben. Doch lass uns zunächst einmal anschauen, wodurch sich Neider von Hatern unterscheiden und wo sie fließend zu Einem verschmelzen.

Neider: Der klassische Neider ist ein armes Wesen. Er fühlt sich tief drinnen minderwertig, klein und unbedeutend. Er sieht sich als benachteiligtes Opfer in einer ihn umgebenden Gesellschaft von vermeintlichen Gewinnern. Es mangelt ihm an Intelligenz, Kreativität und Mut, sein Leben so zu gestalten, dass er niemand für irgendwas neiden müsste. Da der Neider diesen Mangel jedoch weder selbst erkennt noch ihn sich bei Erkenntnis eingestehen möchte, neidet er einfach so und ziemlich stupide vor sich hin. Jeder, der etwas besitzt oder etwas darstellt, das der Neider selbst gerne hätte oder wäre, wird für ihn zum Feind in der törichten Annahme, dass der eigene Neid das herbeiführen könnte, was man dem Anderen neidet. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Alles, was du deinem Nächsten neidest, ist das, was du niemals erlangen wirst, solange du es neidest. Erst durch das Gönnen würde sich etwas ändern. Da zum Gönnen aber Bewusstsein und Stärke nötig ist, die dem Neider fehlt, bleibt er lieber neidisch.
Und weil sich daraus ein Teufelskreis ergibt, wird der klassische Neider irgendwann zum Hater.

Hater: Dieser Menschenschlag ist ebenso faszinierend wie bedauerlich. Mensch dieser Art sind zutiefst unglücklich, innerlich leer und voller Wut auf sich selbst. Natürlich ist diesen Menschen ihre Wut, die in Angst wurzelt, nicht bewusst. Da aber alle Emotionen von innen nach außen fließen, müssen sie diese Wut natürlich ins Außen bringen. Und so suchen und finden sich letztlich Projektionsflächen in Form von Einzelpersonen, Personengruppen oder sogar Volksgruppen. Im pathologischen Paradigma der Hater meinen diese in ihren Projektionsflächen die Begründung für ihr gesamtes Elend zu finden. Das gesammelte eigene Versagen am Leben wird auf die Projektionsfläche gestrahlt und so schauen sie täglich denselben traurigen Film ihres Hater-Daseins die Leinwand ihrer Realität hat einen Namen, eine Partei, eine Ethnie oder nennt sich einfach bloß „die Gesellschaft“.
Wenn du dich mit einem solchen Hater psychologisch befasst, wirst du erkennen, dass es ihm grundsätzlich an Liebe, Durchsetzungsvermögen und Selbstwert fehlt. All seine Hoffnung liegt im bedauernswerten Hass, durch den er eines Tages zur Beseitigung seines tiefen inneren Mangels aufzustreben hofft. Hater sind ein Volk, mit dem man einfach Mitgefühl haben muss, sofern man nicht selbst ein verkappter Hater ist. Da ein solcher Hater unbedingt ein Hassobjekt benötigt, sucht und findet er sich auch ein solches in Form einer Einzelperson, einer Personengruppe oder einer ganzen Ethnie. Dieses Hassobjekt ist dann die ganz persönliche Psycho-Toilette. Der Hater ist davon zutiefst abhängig.

Die Psycho-Toilette: Die Toilette ist jener Ort, an dem sich der Mensch unbrauchbar gewordener Stoffwechselprodukte entledigt. Da der Mensch nicht nur über einen physischen Stoffwechsel sondern auch über einen psychischen verfügt, er aber kaum gelernt hat wie Psychohygiene funktioniert, ergibt sich hier eine zwingende Notdurft auf psychischer Ebene.
Diese psychische Notdurft wird neuzeitlich mittels der sozialen Medien befriedigt. Da scheißt der Mensch all das aus, was er sich in seinem realen Umfeld nicht auszuscheiden getraut. In der sogenannten realen Welt kriegen die meisten Menschen ihren Mund kaum auf, um etwas zu sagen, das mehr bedeutet als RTL, Pro7 oder Bild – man getraut sich weder dem Partner, den Eltern noch dem Chef zu sagen, was einen alles ankotzt. Man ist zu schwach und zu feige, um selbstbewusst zur eigenen Individualität zu stehen, man denkt und lebt lieber im Gleichschritt, leidet an Autoimmunerkrankungen, Psychosen und Depressionen, ohne adäquate Wege zur inneren Heilung zu gehen. Man neidet und hasst dumpf und mundtot vor sich hin, aber im sozialen Medium verfasst man ungefragt ellenlange, inbrünstige Meinungsäußerungen, denn das soziale Medium suggeriert, die Meinung eines jeden wäre total wichtig. In Wahrheit aber kümmert diese Meinung meist keinen, außer den Verfasser selbst, seine 5 Freunde und Timmy den Hund. Besonders unter kontroversen Artikeln erscheint der Großteil der psychischen Ausscheidungen als besserwisserischer, hasserfüllter Kommentar für den sich kaum einer interessiert (der Verfasser aber liest ihn meist viele Male, weil doch jeder irgendwie auf seinen Kackhaufen stolz ist!), denn Leser besuchen Blogger oder Autoren nicht der Kommentare der Leser wegen, sondern wegen der Aussagen der Blogger und Autoren.

In jedem Falle aber ist das soziale Medium das psychische Scheißhaus des kleinen Mannes und seiner Frau. Da deponiert er all seine psychischen Blähungen und Exkremente in dem Glauben, die Welt würde sich für ihn dadurch ändern. Und je weniger sich die Welt ändert, desto mehr wütende Kommentare und Postings werden gesetzt.
Das soziale Netzwerk (eigentlich asoziales Netzwerk) ist zudem der Pranger der Neuzeit! Da wird hemmungslos intrigiert, gewettert, verleumdet, gelogen. Es werden Gerüchte gekocht und alle holen etwas aus dem Geredeschuppen. Jeder ist nur noch mit Duck Face schön und Phototshop, meist dilettantisch genutzt, erspart die plastische Chirurgie. Es werden massenweise und am laufenden Band Fake News produziert und jeder noch so geisteskranke Inhalt findet Verbreitung. Jede Katze ist ein Tiger, jeder Hund ist Lassie, jedes Abendbrot ein Festbankett, jeder Pauschalurlaub ein Besuch im Paradies, jeder veränderte Beziehungsstatus die absolute Tragödie oder die Liebe fürs Leben. Licht & Liebe wird zur neuen, dogmatisch verteidigten Religion und jeder ist plötzlich Politologe, der es eigentlich besser könnte, denn „Merkel muss weg!“. Nazis finden ihre Spielwiese und Psychopathen ihre Opfer.
Das soziale Medium – psychologisches Scheißhaus für die geistig Schwachen, die Neider & Hater, der Pranger der Neuen Weltordnung und nicht nur für Geheimdienste ein kostenloser Fundus an menschlichen Abgründen.

Für Neider & Hater ist das soziale Netzwerk jedenfalls jener Ort, an dem sie sich treffen. Da finden sie Gründe für Neid und Hass im Überfluss. Und für mich als Therapeut und mutmaßlicher Verschwörungstheoretiker, der sowieso ein Rad ab hat, ist dies der Ort, an dem ich sie kostenlos studieren kann, die Neider & Hater, die sich selbst seelisch so gesund wähnen. Und ich kann sie für meine Zwecke ideal nutzen, denn je kontroverser meine Artikel, je rüder meine Sprache und meine Rhetorik klingen, desto weiter müssen diese Neider & Hater meine Botschaft tragen, ob sie es wollen oder nicht. Klingt seltsam – ist aber so.

– Ob ich Zukunftsängste habe? – Niemals, bei dem Übermaß an potenzieller Klientel! Als Mensch bedauere ich es jedoch zutiefst, in einer Welt zu gastieren, in welcher dermaßen viele Psychotiker leben, obwohl es täglich spannend ist, sie zu studieren. Beängstigend ist es jedoch, wie leicht sie zu lenken sind durch Artikel wie zum Beispiel diesen hier.

Fazit: Futter für die Neider & Hater im virtuellen Teich der seelisch Unmittigen und ein Gewinn für jene, die daraus profitieren. Der einzig sinnvolle Ausweg aus dem psychosozialen Scheißhaus ist: OFFLINE oder endlich aufzuwachen. Hier gibt es keinen Mittelweg.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Silvester – Fest für Dumme


Im Grunde ist heute ein ganz gewöhnlicher Tag, bis auf die Ausnahme, dass eine riesige Schafherde auf Kommando zu saufen beginnt, ihre unbewussten Kriegsgelüste mittels Böller zum Ausdruck bringt und glaubt, am Tage danach würde alles für sie besser. Endlich, endlich besser.
Die meisten aber ernten am Tag danach nicht mehr als einen fetten Kater (oder auch Katze, damit es brav im Gender-Modus bleibt) und die Gewissheit, dass alles beim Alten blieb. Nichts hat sich verändert, wieder, wieder einmal nichts.
Ein paar wenige Aufgewachte wissen, das Jahr könnte genauso gut am 4. April um 12:13 Uhr oder am 06.07. um 21:05 beginnen. Der Rest aber wird saufen, dämliche Glücksbringer aus Plastik verteilen und fest böllern, den einen oder anderen Finger dabei verlieren und sich in der Innenstadt ihres Vertrauen vom Flüchtling ihres Misstrauens begrapschen lassen.
– Die Kröne der Schöpfung beweist wieder mal ihr Höchstmaß an Intelligenz, Prosit!
Die meiste Freude am heutigen Tag wird wohl die Wirtschaft haben, allen voran die Drogenküchen der Sekt und Weinhersteller, die Feuerwerksmafia und die Mobilfunkbetreiber sowie die Medien und Geheimdienste, die sicher wieder etwas Hübsches zusammen ausgeheckt haben, aber auch die Bullen, denn die dürfen endlich mal wieder ganz viele Menschen festnehmen und eventuell sogar verdreschen.
Feiere schön, liebe Schafherde! Du funktionierst so brav auf Befehl. So wie auf diesen hier: Rege dich (sinnlos) über diesen Artikel auf!

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Die zunehmende Verblödung des Menschen


Wer sich bereits in einem Zustand wachen Bewusstseins befindet, dem wird in den letzten zehn Jahren folgendes Phänomen nicht verborgen geblieben sein: Der Großteil der Menschheit verblödet zunehmend.

– Woran liegt das?

Zum Einen liegt es wohl an dem irreführenden Glauben an Bildung. Menschen mit Schulbildung halten sich für intelligent, obwohl meistens das Gegenteil der Fall ist. Bildung zerstört einen wesentlichen Teil der ursprünglichen, natürlichen Intelligenz und Beobachtungsgabe des Menschen. Der Großteil dessen, was ein Kind in der Schule lernen muss, basiert auf Annahmen, Mutmaßungen, Pseudofakten und Lügen. Man sagt diesem Kind zum Beispiel, die Erde sei rund, die Geschichte der Evolution sei so oder so verlaufen, der Erdkern bestünde aus flüssigem Eisen, auf der Venus herrschten diese oder jene Bedingungen, man müsse besser, schneller, stärker, härter und schlauer sein als andere, um zu überleben, und das Kind muss all das glauben, weil es keine Möglichkeit hat, diese Aussagen zu überprüfen. Im Grunde spielt es für das Leben des Kindes keine Rolle, ob die Erde rund oder eine Scheibe und wie die Evolution tatsächlich verlaufen ist, woraus der Erdkern besteht oder welche Bedingungen auf der Venus herrschen. Es wird weder Latein brauchen noch höhere Mathematik und es wird niemals Nutzen daraus ziehen zu wissen, wann Ludwig der 15. am Lokus saß. Es wird 90 Prozent der vermittelten Lehrinhalte für sein Leben niemals brauchen. Aber es muss diese Dinge glauben, weil sie ihm als „Wissen“ verkauft wurden. Und wenn das Kind dieses Wissen nicht annehmen möchte, wenn es die Lehrinhalte anzweifelt, dann wird es als schwierig, widerspenstig und „nicht überlebensfähig“ deklariert.

Fakt ist: Der Großteil des in der Schule vermittelten „Wissens“ besteht aus Hörensagen und kann weder von Lehrern noch von Schülern überprüft werden, dennoch wird es zum festen Weltbild und Allgemeinwissen erhoben, weil sogenannte Wissenschaftler und Experten dies so wollen. Später, wenn das Kind erwachsen ist, hält es sich für einen aufgeklärten, gebildeten Erwachsenen. Es wird für den Glauben an diese „Bildung“ vielleicht sogar töten, jedenfalls aber wird es dafür streiten und jeden belächeln, der ein anderes Paradigma vertritt. Allgemeinwissen darf nicht hinterfragt werden – das ist ein maßgeblicher Teil der zunehmenden Verblödung des Menschen, denn Wesen, die nichts hinterfragen, verdummen – die Frage macht intelligent, die Antwort verblödet.

Ein weiterer Aspekt, der zu dieser Verblödung führt, sind Chemikalien, die dem modernen Menschen vorsätzlich über Nahrung minderster Qualität, Wasser, Luft, Medikamente und Impfstoffe zugeführt werden. Als Stichwort sei hier die global flächendeckende Verabreichung von Fluorid und Jod, aber auch die Besprühung aus der Luft mit Aluminium- und Bariumoxid (Chemtrails) genannt. Es wird mittels chemischen Stoffen tunlichst darauf geachtet, dass die natürliche Entwicklung von Intelligenz und Bewusstsein nicht ihr volles Potenzial entfalten kann.

Einen weiteren Beitrag zur globalen Verblödung leisten die Medien. Fernsehen, Radio und Tageszeitung erheben den Anspruch, der Information zu dienen. In Wahrheit aber dienen sie der Propaganda. Es gibt kein besseres Instrument, um die Massen zu steuern, als die Medien. Das war auch der Grund, weshalb Medien eingeführt wurden – um Menschen zu verunsichern, um sie im großen Umfang zu belügen, um ihnen Ängste zu schaffen und sie damit zu steuern. Medien nehmen dem Menschen das Selbstdenken ab. Jeder weiß, die Medien lügen, dennoch hält man sich für informiert und damit für „wissend“, wenn man die Medien nutzt: „Ich habe TV geschaut, also weiß ich!“ – nach diesem Grundsatz lebt der moderne Mensch. Es scheint ihm bequemer an Lügen zu glauben als sich auf die Suche nach wahrem Wissen zu machen. Er wird lieber belogen als sich mit der Wahrheit zu plagen. Daher verblödet er mehr und mehr.

– Fazit: Wahres Wissen ist Bewusstheit durch Erfahrung. Bewusstheit durch Erfahrung kann nicht über den Bildungsweg vermittelt werden, denn Bildung ist ein Sammelsurium aus Fremdwissen, das größtenteils vom Individuum nicht überprüft werden kann. Unüberprüfbare Theorie ist gleich dem Nichtwissen, weil sie nicht als Wissen erfahren werden kann.

Wahres Wissen als Bewusstheit durch Erfahrung kann nicht erlangt werden, solange der Körper chemisch vergiftet bleibt. Ein durch Chemikalien eingedämmter Neocortex, ein chemisch beschränkter Präfrontaler Cortex und eine vergiftete Zirbeldrüse erlauben kein volles Erblühen des unerschöpflichen Potenzials an Intelligenz und Bewusstheit. Nur wenigen Menschen ist eine Genetik gegeben, die gegen chemische Dauerbefeuerung des Gehirns immun ist. Höchstens ein Zehntel der Weltbevölkerung befindet sich im Genuss einer solchen Genetik. Man erkennt Menschen dieses Schlages an ihrer Unbeugsamkeit und Klarheit.

Wahres Wissen als Bewusstheit durch Erfahrung kann niemals über Medien, Bücher, Filme oder dergleichen erlangt werden, denn wahres Wissen ist stets unmittelbare, individuelle Erfahrung, niemals aber das Annehmen von unüberprüftem Fremdwissen – jedes Wissen ohne die Erfahrung des Wissens ist gleich dem Nichtwissen.

Der moderne Mensch verblödet, weil sämtliche seiner sogenannten Wissensquellen nicht aus ihm selbst stammen. Er hat niemals erfahren, was er für sein vermeintliches Wissen hält. Er hat Inhalte angenommen, sie auswendig gelernt und kann sie großartig replizieren, aber er hat diese Inhalte nicht durch unmittelbare, individuelle Erfahrung gesammelt. Er ist voller Information, die er nicht überprüft hat. Er verlässt sich auf Seifenblasen voll heißer Luft und nennt dies dann sein Wissen, seine Intelligenz, seine Bildung. Er spricht von der Welt, ohne jemals die Welt selbst erfahren zu haben – ihm scheint Erfahrung aus zweiter Hand zu reichen, um sich ein Weltbild zu zimmern. Früher hat er Mama und Papa nach der Welt gefragt – jetzt fragt er seinen Coach, die Medien, Wikipedia oder Google.

Vier Wochen allein auf sich gestellt in der Natur, völlig auf seine eigene Wahrnehmung zurückgeworfen, ohne Smartphone, ohne Internet, ohne Komfort, ohne dem künstlich implizierten Gedanken „Ich muss die Natur schön finden, wenn ich schon mal draußen bin!“, würde ihm mehr echtes Wissen über die Welt, das Leben und sich selbst bringen als ein halbes Leben in der Schule, vor Büchern, dem TV oder dem Internet.

Der moderne Mensch verblödet hauptsächlich deshalb, weil er es zu bequem hat, weil er zu faul und zu feige ist, sich selbst auf die Suche nach seinem eigenen Wissen und seiner eigenen Intelligenz zu machen. Der moderne Mensch hat Angst vor der Wahrheit, deshalb verblödetet er lieber.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce