Ein Hobel, der keine Späne wirft, ist stumpf


Ich bin der Andersmensch. Komm nicht zu mir und frage nach einer Veränderung, die reibungslos vonstatten geht – das hier ist kein Hollywood-Film, das hier ist kein Liebesroman. Du wirst niemals eine Wandlung erleben, die keinen Staub aufwirbelt. Veränderung trägt immer zuerst die Maske des Chaos, sei dir dessen bewusst. Um eine neue Ordnung zu schaffen, ist zuvor die Unordnung Bedingung. Zu dieser Unordnung ermutige ich dich, aber ich lasse dich nicht im Unklaren darüber, dass es unbequem ist, deine Komfortzone zu verlassen. Du wirst von mir keine Samthandschuhe erfahren. Wenn du kuscheln willst, dann umarme deinen Teddy. Wenn du Märchen hören willst, dann geh zu deinen Politikern, zu deinen Priestern. Ich bin nicht der, der Luft in den Ballon deines Egos pumpt – ich bin die Nadel! Ich bin nicht der, der die Dosis deiner Tranquilizer erhöht – ich bin die Entziehungskur. Ich bin nicht die Nachfrage – ich bin das Angebot. Wenn du ein Produkt nach deinen Wünschen suchst, dann schaffe es dir selbst – ich bin weder der Weihnachtsmann noch hast du bei mir drei Wünsche frei. Ich bin nicht hier, um dir wohlgefällig zu sein – ich bin eine Provokation, eine Herausforderung. Ich bin eine Einladung zur Veränderung. Wenn du mich nach meiner Sicht der Dinge fragst, dann erwarte nicht, die deine zu hören – stell dich vor den Spiegel, denn dort findest du die einzige Person, die dir nach dem Mund redet. Wenn du eine Veränderung anstrebst, dann berufe dich nicht auf das, was dir bekannt ist – wage dich ins Unbekannte. Erscheint dir das zu unbequem, dann bleib besser zuhause.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Deine Masken der Angst


Einen wahrhaft Spirituellen, einen Erwachten, erkennt man nicht daran, dass er Aura sichtig ist, sich vegan ernährt, ihm eine große Schar von Anhängern folgt, er die meisten Lehren studiert hat, daraus kluge Sprüche zitiert und so tut, als gäbe es da noch ein Geheimnis, das nur er kennt.
Einen wahrhaft Spirituellen, einen Erwachten, erkennt man daran, dass er nichts verbirgt, sich der Welt und den Menschen vollkommen offenbart und schenkt, bereitwillig seine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle teilt, dabei keinem Grundsatz treu bleibt, sondern sich den Widersprüchen hingibt mit einem Lächeln, stets bereit, seine Überzeugungen zu ändern.
Ein wahrhaft spiritueller Mensch verbirgt nichts, denn das Verbergen ist ein Zeichen der Angst. Ein Erwachter aber kennt keine Angst mehr. Er steht dem Leben offen gegenüber wie ein Kind, das Böses nicht kennt. Ein wahrhaft Spiritueller zeigt sich dem Leben völlig authentisch, denn dies ist der einzige Weg, das Leben in seiner ganzen Fülle zu erfahren. Was du vor der Welt verbirgst, das verbirgt die Welt letztlich vor dir.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce