Warum du nichts versprechen sollst


Wir alle erleben Enttäuschungen. So gut wie jeder weiß mittlerweile, dass eine Ent-Täuschung das Ende einer Täuschung bedeutet. Im Grunde wäre das etwas Schönes, über das man sich freuen dürfte, denn wer täuscht sich schon gerne? Trotzdem schmerzt es, an etwas zu glauben, das sich dann anders oder gar nicht erfüllt. Dennoch täuschen wir uns. Wir sind sogar Meister im sich Täuschen. Wir beharren nahezu darauf, uns in allem und jedem zu täuschen, weil wir gerne idealisieren, dramatisieren oder projizieren. Es ist uns offenbar ein Bedürfnis, uns selbst und andere zu täuschen. Irgendwie scheinen wir das zu brauchen, sonst würden wir ja damit aufhören. Gerne ziehen wir jedoch die Täuschung, besonders aber die Selbsttäuschung, der Wahrheit vor.

Eine der häufigsten Täuschungen mit äußerst hohem Enttäuschungs-Potenzial liegt in unserem Drang, etwas versprechen zu wollen. Viel Schmerz und folglich auch Leid durch Vertrauensbruch entsteht aus Versprechen, die wir geben, aber dann brechen, weil wir sie nicht halten wollen oder können. Jeder kennt es: „Ich werde immer für dich da sein!“/ „Ich werde dich ewig lieben!“/ „Papa holt dich heute zeitiger vom Kindergarten, versprochen!“/ „Beste Freunde auf Lebenszeit!“/ „Ich bin sicher pünktlich!“/ „Nein Schatz, das werde ich bestimmt niemals wieder tun!“ etc.

Kaum ein Viertel aller Versprechen wird gehalten. Einige werden vorsätzlich, die meisten aber unbeabsichtigt gebrochen. Daher solltest du aufhören etwas zu versprechen. Im spirituellen Sinne ist ein Versprechen ein Zeichen von Arroganz gegenüber der Göttlichkeit. Durch ein Versprechen gibst du dich dem Irrglauben hin, stärker, größer oder mächtiger als Gott, das Schicksal oder der Zufall zu sein. Durch ein Versprechen willst du ein Ergebnis garantieren, für das du in Wahrheit gar keine Garantie abgeben kannst. Du vergisst allzu gerne, dass du ein sterblich Wesen bist. Du vergisst, dass jeden Augenblick dein Tod eintreten kann. Du bist so sehr in deinem Wahn von Sicherheit und geplanter Zukunft gefangen, dass du glaubst, du hättest alle Unwägbarkeiten im Griff. Ein Zug, der sich verspätet, ein Stau, ein Unfall, ein Mensch, in den du dich plötzlich unsterblich verliebst, ein Unwetter, ein geplatztes Geschäft, ein Rückfall oder einfach nur ein Wecker, den du nicht gehört hast – wie getraust du dich da etwas zu versprechen? Wie kannst du es wagen, einem Menschen, der dir vertraut, etwas in Aussicht zu stellen, von dem du nicht sicher sein kannst, dass du es ihm geben wirst können?
Du kannst das Ergebnis deiner Gedanken, Worte und Taten nicht hundertprozentig abschätzen. Vielleicht nimmst du dir fest vor, etwas so oder so zu tun, gibst dir dabei äußerst Mühe, aber dann kommt dabei doch etwas ganz Anderes heraus als du wolltest, weil du eben nicht alle Unwägbarkeiten abschätzen kannst. Weil du eben ein Mensch und kein Gott bist.

Du solltest daher keine Versprechen mehr abgeben. Du solltest nur noch deine ehrliche Absicht zu etwas kundtun. Dazu musst du vorher aber auch sehr genau dein Herz prüfen, denn eine Absicht sollte immer aus vollem Herzen verkündet und daher rein und aufrichtig sein, sonst ist es keine gute, sondern eine böse Absicht.

Wenn du heiratest, dann versprich nicht „Bis dass der Tod uns scheidet!“, sondern verkünde lieber die Absicht, mit diesem Menschen so lange leben zu wollen, wie es euch beiden gegeben ist, aber lass die Finger von „niemals“ oder „immer“. Versprich nicht, sondern hege vielmehr eine reine, aufrichtige Absicht, die du kundtust. Das wäre ehrlich. Das wäre realistisch. Das birgt nicht solch scharfe Klingen in sich wie ein Versprechen, das du zwar aus einer Stimmung heraus gibst, aber vielleicht niemals wirst halten können.

Du bist ein Mensch. Menschen ändern sich. Menschen irren sich. Menschen machen Fehler. Menschen haben ein Schicksal oder unterliegen der höheren Gewalt des Zufalls. Menschen haben gar kein Recht, etwas zu versprechen. Nur Gott allein hat dieses Recht. Niemals aber ein Mensch. Du kannst eine ehrliche, reine Absicht hegen und diese auch kundtun, indem du sagst: „Meine Absicht ist es, pünktlich zu sein!“/ „Meine Absicht ist es, dir stets beizustehen!“/ „Ich hege die aufrichtige Absicht, den Rest meines Lebens bei dir zu bleiben!“/ „Ich beabsichtige mich zu bessern!“ / „Meine Absicht nicht mehr zu trinken ist aufrichtig!“ Aber du hast kein Recht, etwas zu versprechen, denn du kannst nicht garantieren, es zu halten.

Wir alle wären schon als Kind weniger verletzt worden, wenn man uns nicht so vieles versprochen sondern einfach nur Absichten verkündet hätte. Wir alle würden weniger die Ehe brechen, weniger Trennungen und Enttäuschungen erleben, wenn wir uns nicht ständig gegenseitig mit Versprechungen von ewiger Liebe und Treue belügen und unter Druck setzen würden. Wir könnten unsere Führer und Politiker mehr achten, wenn sie uns weniger versprächen. Wir alle wären zufriedener, wenn wir mehr Demut gegenüber diesem übermächtigen Universum demonstrierten, indem wir weniger versprechen, dafür aber reinere Absichten hegten.

Eine ehrliche Absicht ist etwas total Ehrbares. Eine Absicht ist etwas Reines, wenn sie als eine solche aus dem Herzen verkündet wird. Eine Absicht zu äußeren, die wirklich aufrichtig gemeint ist, zeugt von Respekt dir selbst und dem Anderen gegenüber, sowie von Respekt gegenüber Gott, dem Leben, dem Schicksal und dem Tod. Durch die Absicht versprichst du kein unabsehbares Ergebnis, sondern bezeugst den aufrichtigen Willen, den Weg zu diesem Ergebnis einschlagen zu wollen, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen durch eine zweifelhafte Garantie.

Ein Versprechen aber ist im Grunde eine schön verpackte Lüge mit eingebautem Zufallsgenerator. Hast du Glück, dann wird daraus Wahrheit. Meist aber hast du Pech und das Versprechen bleibt eine in sentimentalen Momenten schön formulierte Lüge. Du bist ein sterblich Wesen, du kannst gar nichts versprechen, denn du hast nicht die Macht, ein Versprechen unter allen Umständen zu halten. Eigentlich solltest du das wissen, denn du selbst hast es oft genug am eigenen Leibe erfahren, dass jene Versprechen, die man dir gab, nie eingehalten wurden. Aber dennoch bist du bereit, selbst eines abzugeben?

Nur ein Lügner oder ein Narr gibt ein Versprechen – der Weise aber hegt eine aufrichtige Absicht, die er mit seinem ganzen Herzen verfolgt. Und erfüllt er sie nicht, weil es aus irgendwelchen Gründen unmöglich ist, dann lädt er keinerlei Schuld auf sich, denn er hat ja nicht gelogen, sondern nur seine ihm überschaubaren Möglichkeiten zu einer Aussage dir gegenüber als aufrichtigen Willen kundgetan.

Lass die Versprechen sein, denn sie sind Sünde! Deine aufrichtig verkündete Absicht reicht völlig aus, denn sie ist Wahrheit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Wie gelange ich zu einem positiveren Leben?


Da wird viel über Positivität geredet und geschrieben und jeder möchte sie für sich erfahren, doch für die meisten Menschen ist es nahezu unmöglich geworden, wirklich positiv zu leben. Sie glauben, dazu wären Kraftakte und spirituelle Höchstleistungen nötig. Dabei übersehen sie die einfachsten Dinge. Sie kämpfen einen nahezu ausweglosen Kampf, weil sie nicht bei den simpelsten Methoden beginnen. Ich möchte dir in Liebe gerne helfen, ein besseres Leben zu leben. Und ein besseres Leben erkennst du nicht daran, dass du mehr Geld und Erfolg hast, sondern daran, dass es dir innerlich besser geht.
Daher erkenne als erstes: Von welchem Massenmedium du dich auch programmieren, stimulieren und manipulieren lässt – du kommst der Dunkelheit kaum aus. Und ich sage bewusst „kaum“, denn es gibt immer einen Weg.

Zunächst aber ist es wichtig, dies erneut zu bekräftigen, auch wenn du das wohl bereits tausendundeinmal gehört hast: Das, womit du dich gedanklich und emotional befasst, das verstärkst du. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Dieses Gesetz ist universell. Niemand kann es umgehen.

Daher meine Frage:

Was hat es in deinem Leben jemals verbessert, wenn du eine Zeitung gelesen, TV geschaut, Radio gehört oder dich im Internet mit Seelengift selbst versorgt hast?
Wie hast du dich danach gefühlt, wenn du mit jemand stundenlang über die „Schlechtigkeit“ der Welt gesprochen hast – leer und ausgelaugt, wütend und verzweifelt oder beflügelt, inspiriert, erleichtert und froh?
Hat jemals irgendeine deiner politischen Diskussionen die Politik verändert?
Welcher Art sind die Gedanken, die du den ganzen Tag über denkst, und welche davon sind deine ganz ureigenen?
Ist deine Meinung, ist dein Weltbild aus der Weisheit deiner Seele empor gestiegen oder ist es künstlicher Natur, ein implantiertes und damit sicherlich falsches, völlig unwahres Konstrukt?

– Diese Fragen solltest du dir ganz ehrlich selbst beantworten, denn die vielleicht unbequeme Antwort darauf macht dich frei.

Wer mich kennt, der weiß, ich bin der Letzte, der eine „Kopf-In-Den-Sand-Philosophie“ vertritt, denn ich vertrete gar keine Philosophie. Ich stehe für die Wahrheit und die ist jenseits aller Philosophie. Wahrheit kommt aus dem Herzen. Sie entsteht durch stille Einkehr in den Raum fernab aller Gedanken. Wahrheit hebt sich aus der Tiefe deiner inneren Stille empor und du erkennst sie an ihrer absoluten Unveränderlichkeit. Gewiss möchte ich nicht, dass du dir eine rosarote Brille aufsetzt. Aber ich halte es für absolut kontraproduktiv für dein persönliches Glück, deine seelische Gesundheit und auch dein körperliches Wohl, dich mit den teuflischen Lügen zu befassen, die man dir als „Information“ oder „Weltgeschehen“ nicht nur für teures Geld sondern auch für den Preis deines Seelenfriedens verkauft. All das, was du in Medien vorgesetzt bekommst und dann in deinen Gedanken und Gesprächen mit Energie versorgst, vervielfacht sich für dich. Ich bin jedoch sicher, dass du damit nicht glücklich bist, dass du dir in Wahrheit eine ganz andere Welt wünscht als jene, die zu kennen glaubst.

Daher rufe ich dich hiermit dazu auf, alle Zeitungen zu schließen, das TV-Gerät nicht mehr anzumachen, nicht mehr Radio zu hören, stattdessen deine Lieblingsmusik vom Datenträger deines Vertrauens zu genießen und im Internet nur noch jene Seiten zu besuchen und Artikel zu lesen, die dich mit liebevollem, friedvollem und lieblichem Input versorgen. Und wenn du dann bald nicht mehr mitreden kannst in der Gesellschaft, dann sei dir selbst dankbar, denn glaube mir, du willst da in Wirklichkeit gar nicht mitreden können! Das wolltest du nie. Du hattest bloß Angst, dass man dich dann nicht mehr lieb hat. Aber das kann dir egal sein, denn du hast dann immer mehr dich selbst lieb. Ja, und ich hab dich sowieso lieb. Steig einfach aus. Dreh einfach ab.

In deinen Gedanken wird sich dadurch schon bald sehr vieles ändern. Auch deine Gefühlswelt wird nach und nach von schönerer und feinerer Beschaffenheit sein. Aus negativen Gesprächen ziehe dich zurück. Gestatte dir mehr Raum für Beobachtung der Natur oder spielender Keinkinder. Finde deine täglichen Entspannungsübungen und bewege dich mehr. Genieße das neue Gefühl innerer Leichtigkeit und Unbeschwertheit und deine neue Macht, die du nun hast, weil du weißt, dass du mit dem Ausstieg dieser Art die Welt veränderst, da sich immer für dich das verstärkt, womit du dich befasst. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Dieses Gesetz ist universell. Niemand kann es umgehen.

Erinnere Menschen, die sich mit Negativität vergiften, durch dein Vorbild daran, dass es auch anders geht.
Begreife, dass der Weg aus der Dunkelheit nicht jener ist, noch tiefer in sie hinein zu starren, sondern dich dem Licht zuzuwenden. Und falls da kein Licht sein sollte, dann sei selbst eines.
Wir wenden der Finsternis keine Aufmerksamkeit zu – wir wollen ins Licht, in die Liebe, in den Frieden. Und all das können wir haben, aber nur dann, wenn wir das Gegenteil nicht mehr mit uns selbst füttern.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Du und dein Kampf


01

Wenn ich davon spreche, du sollst den Kampf aufgeben, dann meine ich damit nicht nur den Kampf gegen dich selbst – ich meine damit jegliche Art von Kampf. Ich meine damit jegliche Art von Konkurrenzverhalten.
Du aber wurdest dahingehend konditioniert, ständig um alles, für alles und gegen alles zu kämpfen. Mit allem und jedem stehst du in Konkurrenz – sogar mit dir selbst.

Man hat dich zur Konkurrenz, zum Kampf programmiert, indem man dir sagte, das würde dein Überleben sichern – niemals kann Kampf das Überleben von irgendetwas sichern! Jeder Kampf, jeder Krieg führt zwangsläufig zu Zerstörung und Zusammenbruch. Doch dir hat man den Kampf als überlebensnotwendig eingetrichtert. Dazu wurde die Natur missbraucht und ihr heiliges Spiel zitiert, um dir weismachen zu wollen, dass jede Pflanze, jedes Tier für sein Überleben kämpfen müsse – das aber ist nicht wahr.

Die Natur ist in absoluter Harmonie mit sich selbst; für alles und jedes ist ausreichend gesorgt in vollkommenem Frieden. Es gibt keinen Kampf in der Natur. Du verstehst bloß das Spiel und die Harmonie der Natur nicht. Deshalb glaubst du, im natürlichen Lauf der Dinge Kampf zu erkennen, weil du dich selbst aus der Natur herausstellst. Doch da ist überhaupt kein Kampf in der Natur. Und auch du selbst bist und bleibst in Wahrheit Teil dieser Natur. Abgesehen davon bist du weder eine Pflanze noch ein Tier – du bist in erster Linie Bewusstsein.
Bewusstsein muss nicht kämpfen. Bewusstsein muss sich bloß dessen bewusst sein, dass es bewusst ist. Du aber kämpfst unentwegt und bist dir dessen kaum bewusst.

Beobachte dich selbst dabei, wie du immer und überall kämpfst – sogar auf deinen modernen sozialen Internet-Plattformen, die eigentlich zur Verbindung in Harmonie dienen könnten, musst du konkurrieren, kämpfen und siegen wollen durch deine Meinung, deine persönliche Ansicht, um die du meist gar nicht gebeten wurdest. Du kannst nicht einfach deinen Nächsten sein lassen – Nein! Du musst ihn andauernd bekämpfen.

– Doch warum kämpfst du?

Man hat dir Lohn für das Kämpfen versprochen! Doch man hat dir falschen Lohn für diesen Kampf in Aussicht gestellt, und dieser lautet „Sieg“. Egal, was du tust, du musst dabei siegen. Selbst in deinen Liebesbeziehungen möchtest du den Sieg erringen. Sieg scheint für dich das Höchste zu sein. Sieg aber ist noch lange kein Gewinn. Sieg und Gewinn sind zwei völlig unterschiedliche Begriffe, zwei im Grunde unvereinbare Gegensätze, denn ein Sieg bedeutet niemals Gewinn. Sieg bedeutet bloß, den anderen vernichtet zu haben, triumphierend über ihm zu stehen, auf seine Überreste zu blicken, weil man ihn kaputt gemacht hat.
Gewinn aber ist es, wenn beide Seiten aus einer Sache etwas Positives ziehen können.
Der einzig wahre Gewinn in deinem persönlichen Leben ist der tiefe innere Frieden. Der einzig wahre Gewinn in deiner Welt ist der Weltfrieden, doch sogar um diesen möchtest du kämpfen. Ich aber sage dir: Wer für den Frieden kämpft, der hat ihn bereits verloren! Wer für den Frieden kämpft, der wird ihn niemals erlangen!

Der einzige Weg, um Frieden zu erlangen oder ihn zu schaffen, ist jeden Kampf aufzugeben – du kannst Frieden weder erkämpfen noch erzwingen; du kannst durch Kampf und Zwang vielleicht einen Waffenstillstand herbeiführen, aber das ist noch lange kein Frieden. Um Frieden zu erlangen, musst du kampflos werden, du musst selbst Frieden sein – dann ist Frieden automatisch da. Wenn du im Frieden bist, wenn du friedlich schwingst, dann erst ist Frieden.

Du aber unterliegst zu sehr deinen Konditionierungen, du steckst so sehr in deiner Ego-Verhaftung fest, dass du gegen alles und jeden kämpfst, und dabei glaubst, dieser Kampf wäre durch irgendetwas gerechtfertigt. Jeder vermeintliche Sieg über andere aber ist stets eine Niederlage vor dir selbst, denn du und der andere, ihr seid eins.

All dein Kampf hat dich genau dahin gebracht, wo du im Moment stehst, da, wo deine ganze Gesellschaft steht. Deine ganze Welt, die gesamte Menschheit hält sich gegenseitig in Schach, sie steht am Rande des Abgrundes – und das nennst du dann Gewinn, das nennst du Sieg? Ein Gewinn an was? Ein Sieg worüber?
Das ist weder Gewinn noch Sieg – das ist permanenter Verlust, das ist eine jahrtausendelang andauernde, jämmerliche Niederlage, mehr nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Spirituelle Monogamie


lovers53Bemühe dich nicht, monogam zu leben. Monogamie ist dir von Natur aus nicht gegeben. Das ist eine biologische Tatsache. Die Natur hat es so eingerichtet, dass du deine Gene so weit als möglich streuen sollst; auch dein Geist liebt mannigfaltige Freuden auf physischer Ebene. Das ist ein vollkommenes Prinzip. Du kannst und musst es nicht verbessern. Die Natur weiß es immer besser als es deine gesellschaftlichen Regeln, Zwänge und Dogmen jemals wissen könnten. Die Natur ist die weise Mutter, die dich alle Dinge lehren kann, wenn du dich ihr hingibst. Leider scheiterst du an der Hingabe.

Die Institution der Ehe hat dich in ein Gefängnis gesperrt, dir den Zwang auferlegt, sexuelle Lust nur mit einem einzigen Menschen zu erfahren, doch das ist ein Schuss, der immer nach hinten losgeht. Jeder Zwang führt letztlich dazu, dass du der Natur deines Wesens folgen musst, indem du aus dem Zwang ausbrichst, denn dein wahres Wesen ist ein absolut freies. Dein wahres Wesen lässt sich nicht zwingen – je größer der Zwang, desto stärker der Wunsch, dem Zwang zu entkommen; je starrer die Regeln, umso größer das Verlangen, sie zu brechen.

Die Institution der Ehe trägt große Verantwortung am Ehebruch. Sie ist wesentlicher Verursacher der Untreue, denn gäbe es den Zwang nicht, wäre das wunderschöne Versprechen der Treue zwischen zwei Menschen weit seltener gebrochen worden, als dies in deiner Geschichte bisher der Fall war. Aber nicht nur die Ehe selbst ist ein Zwang zur Treue, sondern auch deine neuen sogenannten „lockeren“ oder „freien“ Beziehungen, die in Wahrheit alles andere als locker und frei sind.
Einzig und allein auf den Trauschein und den Ring verzichtest du, doch das Modell dahinter ist im Grunde nichts weiter als eine billige Kopie der Ehe mit kleinen, unbedeutenden Änderungen.
Als Grundlage dieser modernen Form der Beziehungen dient immer noch das Besitzdenken. Ihr Schriftführer ist das Ego und dessen Angst, etwas zu verlieren. Deshalb verlangst du deinem Partner Treue ab und er verlangt sie dir ab. Dadurch haltet ihr euch gegenseitig an der Leine. Ihr raubt einander die Freiheit, eurer Natur zu folgen. Ihr macht euch zu gegenseitigen Gefangenen.
Doch selbst wenn du damit leben könntest und auch dein Partner es täte, dass ihr beide auch sexuelle Freuden mit anderen erlebt, so gäbe es da immer noch deinen Freundeskreis, dein soziales Umfeld und letztlich die Gesellschaft, die mit dem Finger auf euch zeigen würde, wodurch ihr neuerlich unter Druck geraten würdet. Man würde euch sehr subtil wieder in die Monogamie zwingen wollen. Das Resultat davon sind Eifersuchtsszenen, Leid und schmerzhafte Trennungen.

Du kannst und wirst Monogamie solange nicht leben können, bis du sie freiwillig für dich entdeckst. Eines Tages nämlich wird sie dir zum heiligen deiner Seele immanenten Wunsch werden. Irgendwann entdeckst du, dass es nicht die körperliche, die sexuelle Anziehung ist, aufgrund der du dich einem Menschen exklusiv schenken möchtest, sondern eine tiefe seelische. Das ist spirituelle Monogamie! Sie ist immer freiwillig und kommt aus deinem Herzen. Sie entstammt nicht deinem Ego, nicht deinem Verstand, schon gar nicht aber findet sie ihren Ursprung in den Regeln einer Institution. Sie wurzelt alleine in dem Herzenswunsch, sie als Geschenk geben zu dürfen.

Als man Jesus fragte, wo denn die Untreue beginne, da sagte er: „Schon wenn du nur an ein anderes Weib, an einen anderen Mann denkst, hast du die Ehe gebrochen!“

– Jesus hatte Recht. Alle Dinge beginnen im Geiste. Dein Schwärmen für deine Stars und Models oder auch für Menschen aus deinem Umfeld ist bereits Untreue, sofern du dich in einer Beziehung befindest. Es spielt keine Rolle, ob du auf materieller Ebene verzichtest, denn im Geiste bist du bereits untreu geworden. Der Verzicht auf der materiellen Ebene ist Heuchelei – dir gegenüber und auch deinem Partner gegenüber. In dir schlummert die Sehnsucht nach anderen Körpern, nach anderen Menschen und damit ist diese Sehnsucht existent. Nur weil du es nicht in die Tat umsetzt, nur weil du dieser Sehnsucht nicht nachgibst, hast du ihre Existenz damit noch lange nicht beendet – das heimliche Verlangen nach sexuellen Erfahrungen mit anderen bleibt in deinem Inneren aufrecht. Lass das Heucheln und die Selbstverleugnung sein!
Solange du innerlich bereit wärst, eine andere Person als deinen Partner sexuell anzunehmen, hast du bereits die Ehe gebrochen, dann bist du noch nicht bereit für spirituelle Monogamie.
Deshalb musst du nicht verzweifeln, denn es ist natürlich. Es entspricht deiner Natur als Mensch. Am besten du akzeptierst das, denn so schaffst du überhaupt erst die Möglichkeit, echte Monogamie zu leben. Solange du es in dir verleugnest, wird es dich immer wieder heimsuchen und in die Betten anderer treiben.

Wenn du aber den Punkt in deiner Entwicklung erreicht hast, an dem du ganz von selbst, aus dir heraus, das tiefe Bedürfnis verspürst, ausschließlich und alleine mit diesem einen Menschen Hochzeit zu feiern und nur noch diesem einen Menschen deine sexuelle Treue zu schenken, dann bist du wirklich bereit zur Monogamie. Erst dann wird sie nicht zur Qual. Erst dann ist Treue ohne Leid, ohne das Gefühl von Verzicht, der sich letztlich als Mangel äußert, möglich. Erst dann hast du die Evolutionsstufe vom Menschen zum höheren Menschen genommen.

Sobald du diesen Punkt erreicht hast, wird dir eine zweite Seele geschenkt sein, die vollkommen mit der Schwingung der deinen harmoniert. Eure Verbindung wird dann eine Ehe sein, die keinen Segen durch die Welt mehr braucht. Diese Verbindung wird auf sehr hoher seelischer Ebene stattfinden, und von diesem Punkt an wirst du kein Bedürfnis mehr nach anderen Partnern empfinden. Es wird dir gar nicht mehr möglich sein, echte, wahre und tiefe Freude an der sexuellen Lust mit jemand anderem zu erfahren. Wenn du es versuchst, wird es dir wie eine ungewürzte Speise erscheinen. Es wird dumpfe Leere und schalen Nachgeschmack in dir hinterlassen.

Eine Ehe, eine Beziehung dieser Art gründet sich nicht mehr auf Besitzdenken, dessen Ursprung die Angst ist, sondern einzig und allein auf Liebe. Die Grundlage ist nicht mehr die körperliche Anziehung, sondern die seelisch-karmische Verbindung zwischen dir und dem Partner. Dies ist die einzig wahre und echte Form der Ehe, denn sie beruht auf absoluter Freiheit und Freiwilligkeit. Liebe ist ihr einziger Grund und ihr einziges Ziel. Monogamie ist dann keine Frage mehr, sondern die Antwort.

Dies soll kein Freibrief zum hemmungslosen Besuch sämtlicher Betten sein, sondern eine Erklärung dafür, dass Monogamie ein Geschenk und kein Zwang ist. Bevor du Monogamie nicht als tiefes inneres Bedürfnis verspürst, bevor du sie nicht aus deinem Herzen heraus schenken möchtest, streiche sie aus deinem Kopf. Monogamie ist Herzenssache. Monogamie ist ein Geschenk, niemals ein Muss.

(Dieser Artikel ist auch zu finden im Bewusstseinsmagazin „Sein“, Ausgabe Nr. 205, 9/2012, Seite 22 und 23, sowie auf www.sein.de)

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Seelenpartner, Dualseelen, Social Media & die Unfähigkeit zur Partnerschaft


godessOftmals werde ich dieser Tage mit folgender Bitte konfrontiert: Andersmensch, kannst du vielleicht etwas zum Thema Seelenpartner & Dualseelen sagen?

Ja, ich kann dazu etwas sagen! Ob es allerdings das ist, was du zu erfahren wünscht, wage ich zu bezweifeln. Ich wäre nicht der Andersmensch, würde ich die Dinge nicht anders sehen.
Mit Andersartigkeit aber hast du ein Problem. Im Andersartigen findet dein Ego keine Befriedigung – dein Ego möchte nämlich viel lieber die eigene, beziehungsweise die allgemeine Meinung durch das Gegenüber wiedergekäut und bestätigt wissen. Das ist wesentlich bequemer, das ist bedeutend „sicherer“, weil es dich nicht aus deiner Komfortzone lockt.
Ich aber tue deinem Ego diesen Gefallen nicht – ich fordere es auf, das sichere Schneckenhaus zu verlassen, um in die unendliche Welt des Mysteriums einzutauchen; ich fordere dich zum bewussten Denken auf.
Bewusstes Denken ist stets kreatives Denken. Kreatives Denken ist Pionierarbeit. Es stellt immer eine Herausforderung dar, denn es läuft außerhalb gewohnter Bahnen; es erfordert Eigenständigkeit und einen offenen Geist. Willst du also verstehen, was ich zu sagen habe, dann bedeutet das, du musst von der Hirnrinde, wo das unbewusste Denken gesteuert wird, auf die vorderen Stirnlappen umschalten. Da findet das kreative Denken statt; und das erfordert stoffwechseltechnisch erhöhten Energieaufwand – das Verweilen im Unbewussten ist deshalb wesentlich bequemer, als die Bewusstwerdung durch eigenständiges, kreatives Denken. Wenn du also wissen willst, was ich zum Thema Seelenpartner & Dualseelen zu sagen habe, dann öffne deinen Geist, werde ein leeres Gefäß, und vergiss für einige Augenblicke, was du zu wissen glaubst.

Das Jahr 2012 trug als Königsdisziplin das Thema Beziehung. Deine Beziehungen, deine Partnerschaften aber sind für dich unmöglich geworden – du kannst sie zurzeit nicht leben. Du kannst sie nicht so leben, wie du es gewohnt bist, wie du sie gerne leben möchtest.

– Woran liegt das?

Nun, du lebst in einer Zeit des Paradigmenwechsels, in einer Zeit der völligen Umstrukturierung deiner Gesellschaft, deiner ganzen Welt. Du lebst ein einer Zeit des globalen Bewusstseinsaufstiegs. Vieles, was du gewohnt warst zu leben, kann nicht mehr so gelebt werden, wie bisher. Dazu zählen in erster Linie deine zwischenmenschlichen Beziehungen, denn dort nimmst du den Bewusstseinswandel am gravierendsten wahr. Manche spüren das weniger, andere wesentlich intensiver, jeder aber ist davon betroffen – der Wandel findet nicht nur global, sondern universell auf allen Ebenen des Seins statt.

Das vergangene Jahr brachte dir aufgrund der herrschenden Zeitqualität kaum Erfüllung in deinen Partnerschaften und Beziehungen – dazu war die Zeit einfach zu unruhig, es durfte noch zu viel Transformation geschehen.
Meine Prognose für das Jahr 2013 sieht hingegen schon wesentlich optimistischer aus: Die Quersumme von 2013 ist 6. Im Tarot steht die Zahl 6 für die Karte „Die Liebenden“. Diese Karte symbolisiert erfüllte Partnerschaft, Annäherung, Verbindung, Vereinigung der Gegensätze und Bewusstwerdung durch Liebe, sowie neue Liebe aber auch Selbstliebe – es wird also besser! Rechne in deinen Beziehungen jedoch eher erst ab Mitte des Jahres mit spürbaren Veränderungen zum Positiven. Wisse aber, dass sie eintreten werden.

Der globale Bewusstseinswandel sowie die herrschende Zeitqualität gilt zwar als wesentlicher Grund für die Unfähigkeit zur Partnerschaft, es gibt aber noch andere tragende Gründe. Einer davon ist das Thema Seelenpartner & Dualseelen.

Vielleicht mag es dich befremden, die folgenden Absätze durch mich zu erfahren, denn wie du möglicherweise weißt, betreibe ich selbst eine Website, die sich mit dieser Thematik befasst. Dennoch war und bin ich vor allem dem Thema Dualseelen stets skeptisch gegenüber gewesen.
Seelenpartnerschaften sind nichts weiter als die natürliche Konsequenz karmischer Verbindungen – es ist also keine große Sache, mit einem Seelenpartner zu leben, denn alle Menschen, mit denen du innig verbunden bist, gelten als Seelenpartner. Das bezieht sich nicht nur auf Liebesbeziehungen im romantischen Sinne, sondern auch auf Familienmitglieder und Freunde. Im weitesten Sinne gilt jeder Mensch als dein Seelenpartner. Jeder Mensch ist dein Bruder oder deine Schwester.
Mehr wäre zu Seelenpartnerschaften nicht zu sagen, auch wenn manche der neuen „Gurus“ diesen Terminus in einen anderen, weit verklärteren Kontext stellen – für den Andersmenschen aber ist dies schlicht die simple Definition des Begriffes „Seelenpartner“.

Mit den Dualseelen ist das etwas heikler. Ich halte nicht viel von den sogenannten Heiligen Schriften dieser Welt, denn durch ihren Missbrauch entstanden Religionen. Diese brachten Dogmen und Fanatismus und somit Leid in die Welt – der Kern jener Schriften ist allerdings rein, wahr und von identer Aussage. Ich habe sie alle studiert, diese heiligen Schriften. In keiner aber konnte ich einen Hinweis auf Dualseelen finden.

– Woher also kommt der Begriff „Dualseele“?

Ich selbst wurde mit dem Begriff das erste Mal über das Internet konfrontiert. Durch gewisse persönliche Erfahrungen sah ich mich dazu veranlasst, mich dieser Thematik eingehender zu widmen. Und so kam ich nach rund zwei Jahren der Forschung zu folgendem Schluss:
Es gibt weder einen religiösen noch einen historischen noch einen mythologischen Hintergrund für den Begriff „Dualseele“. Keine Heilige Schrift, kein historisches Werk, keine Mythologie beinhaltet auch nur den geringsten Hinweis auf Dualseelen. An keiner Stelle wird in diesen Schriften der Begriff geprägt, wie dies die moderne Esoterik tut. Die Idee der Dualseele ist demnach wohl eine Erfindung fantasiebegabter Möchtegernpropheten. Im Grunde aber ist es völlig egal, woher der Begriff stammt. Es spielt keine Rolle, ob er (wie etwa das „Spiegelgesetz“) bloß ein neues idiotisches Meisterstück der Esoterik-Industrie oder ein weiteres Manipulationswerkzeug deiner Machthaber ist – es wird damit in jedem Falle ein neues Ideal in die Welt gesetzt.

Ideale sind stets so beschaffen, dass sie unerreichbar bleiben. Ein Ideal soll dich zwar in Bewegung aber dennoch im Unglück halten. Die Natur des Ideals ist seine Unerreichbarkeit. Wer Ideale hat, diese aber nicht erreicht, bleibt unglücklich. Unglückliche Menschen sind leichter zu lenken. Man kann sie leichter manipulieren – dies sei hier zum besseren Verständnis kurz angemerkt.

Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass es so etwas wie Dualseelen gibt – allein schon aufgrund meines persönlichen Erlebens. Jedoch kann es sich bei vermeintlichen Dualseelenbegegnungen auch bloß um sehr innige Verbindungen zwischen Seelenpartnern handeln. Manche Begegnungen werden schlichtweg intensiver erfahren als andere. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Dualseelenbegegnungen handeln.
Meines Erachtens wird der Begriff der Dualseelen-Liebe gerne auch dafür missbraucht, die eigene Unfähigkeit im Loslassen zu rechtfertigen: Kannst oder willst du eine Begegnung nicht loslassen, dann erklärst du sie kurzerhand zur Dualseelenbegegnung und schon hast du vor dir selbst sowie vor der Welt eine Rechtfertigung für dein persönliches Unvermögen, einen Menschen loszulassen.

Die entscheidende Frage jedoch ist: Warum sollte es so etwas wie Dualseelen geben – welchen Zweck hätte deren Existenz?

yinyangtreeAuch wenn du das im Laufe deiner unzähligen Inkarnationen längst vergessen hast, so ist doch jeder Mensch für sich selbst eine vollständige Einheit. Jede Seele ist als solche vollständig. Die Seele, die du in Wahrheit bist, ist weder männlich noch weiblich – sie ist androgyn, trägt im gleichen Maße weibliche und männliche Anteile in sich. Dazu rufe ich dir das Yin & Yang-Zeichen in Erinnerung. Es besteht aus zwei unterschiedlichen Farben, von der jede die andere in sich trägt – zusammen aber ergeben sie eine vollständig harmonische Einheit, die nicht getrennt werden kann. So ist das auch mit der Seele, die du bist – sie ist stets ganz, vollständig und unversehrt.
Warum also sollte die Seele in zwei Hälften gespalten sein? Warum sollten zwei Seelen ursprünglich eine Einheit bilden, die nur als solche funktionieren kann, dann aber durch die Göttlichkeit getrennt werden, um jenseits dieser Einheit zu leiden?

– Der Glaube an eine Spaltung existiert bloß in deinem dualistischen Weltbild. Du fühlst dich im Grunde von allem abgespalten – von deinem Nächsten, von der Natur, von Gott, sogar von dir selbst. In der Schöpfung existiert aber keine Trennung, keine Abspaltung – die gesamte Existenz ist eine in sich ruhende, vollständige Einheit: das Universum (von lateinisch: universus = „gesamt“, von unus und versus = „in eins gekehrt“). Auch du bist eine vollständige Einheit, ein Universum. Du trägst bereits Mann und Frau in dir. Dir fehlt nichts, absolut nichts. Die Seele, die du bist, ist vollkommen, und sie ist nicht hier, um diese Vollkommenheit erst herzustellen, sondern um diese Vollkommenheit auf der Ebene von Materie, Zeit und Raum zu erfahren.

Der Gedanke an eine Dualseele aber impliziert eine Spaltung. Der Gedanke suggeriert, du wärst erst dann vollständig und glücklich, wenn diese Spaltung aufgehoben würde durch die Begegnung und die Verschmelzung mit deiner Dualseele. Bevor dies nicht geschähe, müsstest du gespalten, sehnsüchtig und unglücklich durch die Welt trotten – das ist eine gefährliche Ideologie. Es ist eine törichte Ideologie.

Gesetzt den Fall, es gäbe sie tatsächlich, die Dualseele: Was wäre, wenn sie im Körper eines dreijährigen Jungen leben würde? Was, wenn sie im Körper einer neunundachtzigjährigen Frau lebte? Was, wenn sie in einem Körper steckte, der dir vollkommen abstoßend erschiene? Was, wenn sie in einem gleichgeschlechtlichen Körper lebte, du aber heterosexuell wärst? Was, wenn sie gar nicht inkarniert wäre? Was wäre dann?

– Du wärst hoffnungslos dazu verdammt, den Rest deiner Inkarnation unvollständig und gespalten zu bleiben.
Erkennst du, welche Gefahr dieser Gedanke birgt? Und wird die klar, wie leicht dieser Gedanke einen anderen Ursprung haben könnte, als du vielleicht vordergründig erkennen möchtest?

Bedenke: Jene, die dich kontrollieren, deine Machthaber, wissen, dass du eines Tages erwachen wirst. Sie wissen, dass du dann ihre heimtückische Manipulation durchschauen würdest, was bedeutet, sie würden ihre Macht verlieren, sie würden die Kontrolle über dich verlieren. Deshalb werden ständig neue und noch subtilere Mittel eingesetzt, um dich zu manipulieren, dich fernzusteuern und zu kontrollieren.

„Der überlegene Krieger attackiert weder Körper noch Geist – es ist das Herz, gegen welches er seine Attacken führt.“

Wenn sie ihre ideologischen, chemischen und technischen Mittel zur Manipulation ausgeschöpft haben, dann greifen sie zu ihren spirituellen, mit denen sie dein Herz erreichen, um dich zu attackieren, dich zu manipulieren und unter Kontrolle zu halten. Mit der Idee von der Dualseele zielen sie exakt auf deine verletzbarste Stelle, denn damit erreichen sie direkt dein Herz. Dein Herz ist zwar dein stärkster, zugleich aber auch dein verwundbarster Punkt. Und so schaffen sie dir das Ideal von einer Dualseele, ohne die du niemals glücklich sein würdest. Sie erwischen dich mitten im Herzen!

Du befindest dich vielleicht in einer Partnerschaft, die ganz gut läuft. Doch dann erfährst du von der ungeheuerlichen Liebe zwischen Dualseelen, die so himmlisch sein soll, dass man allein durch die Beschreibung ihrer Herrlichkeit weltweit tausende Bestseller verkaufen kann, die allerdings nicht den Schriftsteller reich und mächtig machen, sondern vielmehr die Verlagsindustrie dahinter. Und plötzlich gerätst du in Zweifel an deiner ansonsten gut laufenden Partnerschaft, stellst dir die Frage, ob der Mensch an deiner Seite auch tatsächlich deine Dualseele ist. Da eure Beziehung jedoch nicht diesem himmlischen aber gefährlichen Ideal der Dualseelenliebe entspricht, verlässt du letztendlich diesen Partner, verursachst dadurch ihm und auch dir selbst Leid, und begibst dich auf die möglicherweise fruchtlose Suche nach deiner Dualseele. Kannst du diese nicht finden, bist du unglücklich, verwirrt und verzweifelt – schon bist du wieder ein leicht zu kontrollierendes, steuerzahlendes und konsumierendes Schaf in einer Schafherde, die sich Gesellschaft nennt.

– Genau das ist es, was ich zurzeit beobachte! Ich sehe hauptsächlich unglückliche Singles, die wie bedauerliche Irre durch die Welt rasen auf der Suche nach einer Dualseele. Sie kommen zu mir in mein Institut, sie besuchen meine Seminare und leiden alle an derselben Symptomatik: „Chronische Dualitis“.

loversEine weitere Ursache für die Unfähigkeit zur Partnerschaft sind soziale Plattformen im Internet. Dies aber nicht etwa aus dem Grund, weil du zu viel Zeit mit Social Media verbringst, sondern weil dich die unüberschaubare Zahl möglicher Kontakte in die Illusion versetzt, es gäbe einen unerschöpflichen Pool an idealen Partnern.

Auf diesen sozialen Plattformen im Internet hat jeder seinen Avatar, durch den man in Rollen schlüpfen kann, die einem im realen Leben verwehrt bleiben. Da stellst du Fotos von dir online, die mit der Realität rein gar nichts mehr zu tun haben, weil Freund Photoshop & Co bequemer und kostengünstiger ausfallen, als das Fitnesscenter, eine Diät oder die plastische Chirurgie. Auch virtuelles Papier ist geduldig – aus einem einfachen Angestellten wird plötzlich der wagemutige Globetrotter; aus der Hausfrau der verruchte Vamp. Kluge Zitate existieren zuhauf, werden gerne dem Urheber geklaut, als die eigenen ausgegeben oder einfach unreflektiert wiedergekäut, und so gaukelt jeder jedem Qualitäten vor, die in Wahrheit gar nicht existieren.

Es ist einfach und unkompliziert, via Mausklick in Kontakt zu treten beziehungsweise diese Kontakte auf dieselbe Weise wieder zu lösen. Man kann sich hinter dem eigenen Avatar verstecken und zum Idealmann, zur Idealfrau werden. Viele fallen darauf rein, verlieben sich in eine Fiktion. Und zerstören dadurch bestehende Partnerschaften in der irrigen Ansicht, den anderen durch das soziale Medium ohnehin ausreichend kennen gelernt zu haben, denn nächtelanges Chatten wird bereits als sozialer Austausch von tragender Gültigkeit gewertet.

Die erste Begegnung im realen Leben geht in vielen Fällen gut. Doch wenn sich dann nach einigen Wochen herausstellt, dass Prinz Eisenherz eigentlich ein Frosch und Königin Cleopatra in Wahrheit eine bissige Hexe ist, dann fällst du aus allen Wolken.
Deine vormals gut laufende Beziehung ist im Eimer, die kurze Affäre mit dem Avatar aus dem Social Network, den du begeistert als deine Dualseele wähntest, entpuppt sich als bitterer Trugschluss.
Nun stehst du wieder da – unglücklich, ratlos, einsam. Aber das Rad beginnt sich von Neuem zu drehen – der Pool an möglichen Partnern scheint immer noch unerschöpflich; und vielleicht ist ja diesmal die Dualseele dabei. Das Social Network ist der Fundus – du bist die Suchmaschine.
Vielleicht hast du auf diesem Wege sogar tatsächlich jemand gefunden, der ideal für dich wäre, doch da existiert vermeintlicher Weise noch immer so viel Auswahl! – Wer soll sich da schon festlegen?

Fazit: Begreife, dass du keine Dualseele nötig hast! Lerne dich selbst zu lieben, denn du bist in Wahrheit vollständig und trägst alles, was du brauchst, bereits in dir. Wenn du dich in einer bestehenden Partnerschaft befindest, dann achte, ehre und pflege diese in Dankbarkeit und Liebe. Bist du Single, dann finde zunächst dein wahres Selbst. Schenke dir selbst die umfassende Liebe, die du von anderen zu empfangen wünscht – ein geeigneter Partner findet sich dann ganz automatisch.

Lass das törichte Ideal von der Dualseele los, ungeachtet dessen, ob es sie nun gibt oder nicht – falls so etwas tatsächlich existiert, findet ihr einander ohnehin. Und verfalle nicht dem Irrtum, du hättest unendlich viele Partner zur Auswahl, selbst wenn dir deine liebste soziale Plattform dies vorzugaukeln versucht.
Tatsächlich gibt es in einem Menschenleben vielleicht zwei oder drei, falls du Glück hast sogar vier adäquate Seelen, mit denen eine lebenslange, harmonische Partnerschaft möglich wäre – alles andere ist bloß Illusion durch Manipulation, ganz gleich, wer es ist, der sie ausübt.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Das Gefühl – Navigator zur Wahrheit


Für den Großteil der Menschen ist das wahr, was viele andere ihnen sehr oft sagen, meist auf effektvolle Weise – siehe Massenmedien. Wird eine Information nur lange und oft genug wiederholt an den Bildungsbürger und seine Frau gebracht, darf angenommen werden, diese Information sei wahr. Vieles kann und möchte gar nicht hinterfragt werden – nach diesem Prinzip schaffen sich die meisten ihre „Realität“, fallen dabei aber übler Manipulation zum Opfer. Das System, deine Gesellschaft, funktioniert auf Basis simpler Suggestion. (Suggestion = Beeinflussungsform von Fühlen, Denken und Handeln) Alles, was dir das System vorsetzt, ist Fehl- und Desinformation, die man dir als Wahrheit verkaufen möchte und dies letztlich auch tut.

Kommt dann der Andersmensch und behauptet Gegenteiliges, wird das bestehende Realitätsgebäude gerne mit allen Mitteln verteidigt, egal, ob es sich auf den Boden wahrer Fakten gründet, oder ob es auf dem Treibsand der Lüge steht.
– Ein wahrer aber bedenklicher Fakt dazu ist, dass keiner von uns weiß, was an den uns vorgesetzten Informationen wahr ist und was nicht. Wir können aber getrost davon ausgehen, dass so gut wie nichts von dem wahr ist, was uns die Machthaber vorsetzen.

Wahrheit (und ja, es gibt sie!) kann nur mit dem Herzen, mit dem Gefühl erkannt werden. Da man dich aber darauf konditioniert hat, deinem Verstand den Vorzug gegenüber dem Gefühl zu geben (deine Gefühle hat man dich gelehrt zu unterdrücken, zu kontrollieren und zu missachten, um dich des wichtigsten Werkzeuges zur Wahrheitsfindung zu berauben), kannst du leicht getäuscht werden, denn der Verstand lässt sich leicht blenden. Das Gefühl, viel mehr die Intuition, ist nicht zu täuschen. Erst durch die Einschaltung des Denkens wird das Gefühl verfremdet, denn Gedanken sind immer mit Gefühlen gekoppelt. Mischt sich ein Gedanke in die Intuition, entsteht Verwirrung, alles wird unklar.

Wenn du also wissen möchtest, was im Bezug auf eine Sache für dich wahr ist, dann achte auf dein Gefühl. Lerne wieder intuitiv zu sein. Vertraue deinem ersten Empfinden, wenn man eine Information an dich heranträgt. Dein Gefühl täuscht dich nicht – es ist die Sprache der Seele. Vertraue der Seele – sie ist nicht den Spielen des Egos und somit den Irrungen des Verstanden unterlegen; sie ist frei vom Ego-Ich.

Wahrheit existiert. Sie existiert im Schwingungsfeld der Liebe. Dort ist Wahrheit zuhause. Alles, was nicht diesem Schwingungsfeld entspricht, alles, was sich nicht auf Liebe gründet, kann demnach nicht wahr sein. Wenn du deine Gesellschaft hinterfragst, wirst du erkennen, dass sich so gut wie nichts in dieser Gesellschaft auf Liebe gründet – sie ist demnach in ihrer Komplexität eine Lüge, ein Konstrukt aus Unwahrheiten und Fehlinformationen. Gerne wird Wahrheit zu gleichen Teilen gemischt mit Desinformation unter die Menschen gebracht, denn das ist der effektivste Weg, beides zu verschleiern – übrig bleibt dann bloß Verwirrung, und die ist der beste Boden zur Manipulation.

Wenn du beginnst, deinem Gefühl zu folgen und in das Schwingungsfeld der Liebe einzutreten, wodurch du nach und nach die Wahrheit erkennst, dann wandelst du die Welt; du veränderst deine Gesellschaft von innen heraus. Das ist ungeheuer machtvoll! Fürchte diese Macht nicht, sondern bediene dich ihrer – sie ist dazu geschaffen worden, um zu erschaffen! Du kannst durch dein Eintreten in das Schwingungsfeld der Liebe eine neue, individuelle Realität innerhalb der kollektiven Realität erschaffen – diese individuelle Realität hat maßgebende Auswirkung auf das Kollektiv.

Glaube demnach nicht, was man dir erzählt, wenn dein Gefühl dazu „Nein!“ sagt. Folge deinem ersten intuitiven Impuls in jeder Sache. Deinen Kopf kannst du dabei getrost vergessen – der nimmt am liebsten das an, was ihm am angenehmsten und dienlichsten erscheint. Dein Gefühl, deine Intuition aber wird zu deinem verlässlichen Navigator, dem du vorbehaltlos vertrauen darfst. Folge deinem Herzen zur Wahrheit. Es gibt eine Wahrheit, die für alle gültig ist.
Und all jenen, die kommen und sagen, es gäbe keine allgemein gültige Wahrheit, denen glaube nicht, denn sie wollen dir damit bloß weismachen, dass dies die allgemein gültige Wahrheit sei – ein Paradoxon. Es gibt sehr wohl eine für alle gültige Wahrheit – den Weg dorthin aber nimmt jeder auf individuelle Weise.

Falls du jetzt wissen möchtest, was denn nun die Wahrheit ist, so vergiss diese Worte hier und folge deinem Gefühl – das hier könnte Fehlinformation sein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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