Geschenke der Liebe


Es gibt diese Begegnung zwischen zwei Seelen, nach der die Welt nie wieder so schmeckt wie zuvor. Nichts kann danach so sein, wie es einst war. Und oftmals schlagen sich diese Seelen dabei Wunden, die ein Leben lang brauchen, um zu heilen. Manchmal erkennt man erst sehr spät, dass die Wunde ein Geschenk der Liebe war, das sagen sollte: „Wir werden immer aneinander denken müssen. Bitte, vergiss mich nicht!“.

© 2015 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Boy & Girl


In jeder Frau steckt ein unschuldiges Mädchen, das immer noch träumt von einem Mann, der eines Tages kommt, und sie einfach nur liebt, der einfach bloß da ist und sie gut behandelt, indem er ihr zuhört, selbst dann, wenn er nicht immer alles versteht, der mit ihren Launen souverän verfährt, der treu ist und ihr das Gefühl gibt „Du kannst zwar manchmal echt nerven, redest vielleicht zu viel oder stellst dich ungeschickt an beim Umgang mit dem Navi, aber ich bete dich an, weil du einfach alles bist, was ich immer wollte, weil ich dich so liebe, wie du bist, und weil ich dich so sehen kann, wie du gerne wärst, und weil du mir zeigst, wertvoll für dich zu sein!“. Sie will nicht mehr als Liebe. Das ist alles, was sich dieses Mädchen tief in sich drinnen wünscht.

In jedem Mann steckt ein unschuldiger Junge, der immer noch träumt von einer Frau, die eines Tages kommt, und ihn einfach nur liebt, die einfach bloß da ist und ihn gut behandelt, indem sie ihm zuhört, selbst dann, wenn sie nicht immer alles versteht, die mit seinen Spinnereien souverän verfährt, die treu ist und ihm das Gefühl gibt „Du kannst zwar manchmal echt nerven, redest vielleicht zu wenig oder lässt deine Socken mitten im Wohnzimmer liegen, aber ich verehre dich, weil du das bist, was ich immer wollte, weil ich dich so liebe, wie du bist, und weil ich dich so sehen kann, wie du gerne wärst, und weil du mir zeigst, kostbar für dich zu sein!“. Er will nicht mehr als Liebe. Das ist alles, was sich dieser Junge tief in sich drinnen wünscht.

Und dann ist da das sogenannte Erwachsensein, das meist nur daraus besteht, sich hoffnungslos in unerreichbaren Idealen verstrickt zu haben, alte Verletzungen weder wegstecken noch verarbeiten zu können und sich selbst viel zu wichtig zu nehmen.

Was wäre, wenn sich dieses Mädchen und dieser Junge wieder mal am Sandkasten treffen würden, wo sie einfach neue Freude daran finden, Schlösser aus Sand zu bauen in dem Gedanken „Egal, ob das alles zusammenbricht oder nicht – wir haben einander Freundschaft und Liebe für immer geschworen, wir bauen es notfalls eben wieder auf, noch besser, noch größer, noch schöner als zuvor, weil du gibst mir und ich gebe dir, was wir eigentlich immer schon als einziges gebraucht haben: Liebe!“ – was wäre, wenn das geschehen könnte an jedem einzelnen Tag ihres Lebens?

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Liebe endlos


Als wir einander begegneten,
waren wir nichts weiter als verwilderte Seelen,
im Morgengrauen nach dem Gestern suchend.
Menschen wie wir beide hatten nie Freude
an leichtgängigen Dingen und seichten Begegnungen.
Man sagte uns nach,
wir würden zu viele Chancen gewähren,
verzweifelt versuchen,
Verlorenes zu retten.
Doch wir konnten nicht genug davon bekommen,
einander zu verlieren und wieder zu retten,
uns Chancen zu geben und sie wieder zu nehmen.
Menschen wie wir begegnen einander nur einmal
in jedem Jahrzehnt,
wenn irgendwo in der Unendlichkeit,
da draußen im All,
ein Doppelstern geboren wird.
Heute wissen wir,
weder Zeit noch Entfernung zählt,
denn du lebst in mir und ich lebe in dir.
„Ich habe Angst zu fallen!“ sagtest du.
„Aber ich habe Schwingen!“ antwortete ich.
Und aus zwei verwilderten Seelen wurde
ein ganzer Kosmos von Engeln.

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Weib (zum Weltfrauentag)


Sofern ich, Mann, ohne dich leben könnte, Weib, ich würde ein solches Dasein vorziehen. Du aber erscheinst schlicht unwiderstehlich wie die Mondin in jener kühlen Mystik deiner Weiblichkeit – unfassbar, schön, erschreckend tröstlich.
– Wie soll ich, Mann, da jemals von dir lassen? Wie soll ich jemals der Entdeckungsreise durch die Topografie deines unergründlichen Wesens abschwören?
Allein dein Duft besitzt sanfte Gewalt – so machtvoll, dass man(n) mit einem Atemzug Mama vergisst. Und dann berührst du mit Vorliebe da, wo man(n) nur selten berührt werden möchte – in der Seele.
Die natürliche Strenge deiner Gegenwart vermag das geistige Eisen eines Mannes zwar niemals zu brechen, in deiner Weiblichkeit aber biegst du es zu feinen Ornamenten. So wandelt sich das wild lodernde Herz des Jägers zu dauerhaft kultivierter Glut. Weib, das ist jener totale Augenblick, in dem ein Mann in die Knie gehen möchte, um dir all sein Eisen, seine ganze Erde zu widmen.
Du bringst es fertig, machst aus dem Narren einen Kaiser.
Dann gebärst du Kinder und vermittelst hinterher den Eindruck, als wäre das ähnlich leicht, wie ein Lied zu summen – wie soll man(n) da nicht lernen, dich zu fürchten im schönen Sinne?
Du lächelst, obwohl dir Tränen die Seele hinab laufen, wirst zum Mut, zum Schiff, zum Kompass durch das Leben eines Mannes, obwohl du ebenso der Ozean mit wechselhaftem Wellengang bist.
Und bei all dem kannst du gnadenlos grausam aber trotzdem sanft wie Vanillesoße sein.

Wenn alle Freunde mir den Rücken kehren, Weib, dann bist du jenes Wesen, das hinter ihnen die Türe schließt mit mildem Lächeln, um deine Liebe wie einen wärmenden Mantel des Trostes zu spenden.
Den betrunken Kerl kannst du nach hause bringen, aus profanen Dingen Kunstwerke zaubern, es gemütlich richten, lächelnd heilen.

Du kannst total Weib sein – ganz deiner Natur gemäß einem Mann auf die Nerven gehen, ihn an die Wand reden oder sanft machen, wenn er rasend war. Einen Bestseller machst du ihn schreiben, einen Nobelpreis gewinnen. Den Haushalt führst du nebenher, bist während dessen sogar noch reizend Schönheit.
Du kannst total Weib sein – in weicher Umarmung wie warmes Wachs an seinen Körper fließen, ihn spinnen in das schillernde Geflecht deiner Umgarnungen und dennoch von seiner Freiheit säuseln.
Du begreifst zwar die Maschine nicht, weil du die Maschine auf der Gefühlsebene verstehen möchtest – darin aber, so hat es den Anschein, findest du herrlich Gründe für Hysterie.
Einen Kontinent wirst du nicht entdecken, ein Ungeheuer nicht erschlagen, weil du dazwischen sicher pinkeln musst, und in den Füßen ist dir kalt, wenn andere bereits Schweißsocken haben. Du blutest regelmäßig, ohne daran zu sterben.
Nähe verlangst du oftmals genau dann, wenn der Mann wieder mal ein tolles neues Spielzeug gekauft hat, und willst einfach manchmal nicht kapieren, was man(n) dir zu sagen bemüht ist, aber weißt oft genug präzise das zu sagen, was man(n) hätte sagen sollen.
Verlässt du, so tauscht all die süße Wärme mit bitterer Kälte. Du verwandelst dich für einen Mann immer genau dann in das, was man(n) eigentlich immer wollte, wenn du wieder mal gehen möchtest.

Du bist fähig, mich in den Wahnsinn zu treiben, weil ich nicht ohne dich sein kann, weil auch du nicht ohne mich sein kannst.
Liebe – das ist es, was ich dir geben darf, soll, muss. Liebe – das ist jenes Haus, von dem ich im Garten der Zeit versprach, es dir zu errichten, um dich in der Ewigkeit über seine Schwelle zu tragen. Liebe – weil du ein Rätsel, ein ewiges Mysterium, ein Weib bist.
Ich danke der Existenz, dass es dich gibt, Weib! Denn nur zusammen sind wir ganz…

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Blüten dieses Baumes


Ich möchte wissen, dass du liebevoll und zärtlich mit dir selbst umgehst, weil du erkannt hast, du bist eine einzigartige Blüte am Baum des Lebens. Es würde mein Herz froh machen zu wissen, dass du deine eigene Zerbrechlichkeit liebst, weil sie dich zu dem Wunder macht, das du bist.
Es wäre mir eine Freude, wenn deine Farben schillern und hell erstrahlen dürften wie die Flügel eines Schmetterlings im Sonnenlicht, und du herrlich sein dürftest, weil du an nichts gemessen werden kannst.
Alles Zarte ist sanft zu berühren, so wie du sanft zu berühren bist in deiner Seele, die so fragil, so weich und einmalig ist wie ein Augenblick im Frühling, in dem dich ein Fremder freundlich anlächelt, wenn du traurig bist, wie der erste Schrei eines Neugeborenen, wie die Wärme eines Regentropfens im Juli.
Ich würde dir von Herzen wünschen, du könntest in einer Welt leben, in der du deine ganze Sanftheit ausleben darfst, ohne dass man sie dir als Schwäche zur Last legen möchte, indem man auf dich tritt wie auf einen kleinen bunten Käfer, dessen Namen man nicht kennt, weil man sich hastend und blind vor Furcht um das eigene Überleben sorgt.
Ich möchte für dich und mich beten, damit wir eines Tages keine Angst mehr voreinander haben müssen, da wir beide wissen: Wir sind zarte, vergängliche Blüten am selben Baum desselben Lebens.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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