Reisen (für den Mondstern)


allee07Reisen macht mich neu,
lässt mich angekommen mit dem ersten Schritt.
Der Staub des Gestern wirbelt,
trübt die Sicht,
dabei habe ich nichts als ein Ticket,
den Hut, den Rucksack
und den Willen zum Neuanfang bei mir.

Reisen erlauben mir zu fallen,
erlauben mir das Gefühl in Liebe zu fallen.
Ich bin besser,
besser als ich es zuvor war,
habe vergessen,
wer ich einst gewesen bin – ich kann mich nicht erinnern.

Alles sauge ich auf – Sprache, Mentalität, Sitten.
Riefe mein Herz nicht so laut nach Heimat
– ich wäre der perfekte Reisende.
Doch es gibt immer ein Mädchen,
es gibt immer ein Bett,
einen Herd,
ein Haus,
ein Herz,
das ich nicht mehr verlassen möchte.

Ich vergesse,
wer ich zuvor war – ich kann mich nicht mehr erinnern,
werde immer besser sein,
als ich einst war.

Reisen erlauben mir zu fallen,
sicher zu fallen auf den Boden der Liebe.
Lass mich fallen,
erlaube mir zu reisen durch deine Augen,
in deine Seele,
denn es gibt keinen Ort,
an dem ich jetzt lieber wäre.

Du magst meine letzte Reise sein,
dich werde ich als die letzte Straße gehen,
du sollst der letzte Weg sein,
der mich vergessen macht,
wer ich glaubte zu sein,
um das falsche Wesen im Innersten zu erlösen.

Es gibt keinen Ort,
an dem ich jetzt lieber wäre,
als an deiner Seite.
Die Entdeckung deines Wesens,
dein Lächeln
– das ist die ultimative Straße,
hinter mir die Sonne und vor mir deine Seele.
– Mir dürstet nach jedem Schritt…

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Eine schlichte Hypothese



Und gesetzt den Fall, wir begegnen einander erneut auf irgendeinem Festival…
So rein „zufällig“…
Würdest du dann in meine Arme laufen?
Und würde ich dich dann im Kreise wirbelnd die Spirale hinauftragen?
Und würden in diesem Moment Kirschblüten vom Himmel regnen?
Und hätten wir dann eine Zukunft, die nicht schon morgen endet?
Und würden die Seile des Schicksals all das halten, was wir einander versprechen wollen?
Und würde der Mond jeden Tag voll sein?
Und würden die Sterne unserer Verbindung Beifall zollen?
Und würde dann endlich Frieden in unseren Herzen sein?
Und würde ich dir törichte Gedichte schreiben wie in alten Zeiten?
Und würden wir den Tod höhnen, weil er unserer Liebe nichts entgegenzubringen hat?
Würdest du mich anlächeln? Mit deinem bescheidensten Lächeln?
Und würde ich dich in all deiner Freiheit so lieben, wie du geliebt sein sollst?
Würde auch nur die Hälfte von all dem geschehen?
– Dann lautet meine absolute Antwort: JA! ich will dich wiedersehen…

– David Peterson Pauswek

© 2012 text by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce