Wenn es vorbei ist



Wieso hast du Liebeskummer? Weil sich die Liebe nicht in die von dir erdachte Form pressen lässt? Weil du dem Wahn anheimfallen möchtest, du könntest ohne diese Frau, ohne diesen Mann nicht leben? Weil du vergessen hast, dass du ohne diese Frau, ohne diesen Mann in die Welt kamst und sie oder ihn sowieso nicht mitnehmen wirst, wenn du wieder gehst? Weil du nicht glauben magst, dass es rund 7 Milliarden Menschen gibt und mindestens einer davon der Nachfolger jener Illusion sein wird, der du jetzt wie ein Junkie im Entzug nachhängst?

– Du hast wahrscheinlich 20, 30, 40 oder mehr Jahre ohne diesen Menschen gelebt. Doch plötzlich sagt dein Ego „Ich kann nicht mehr ohne ihn/sie leben!“. Und je öfter dein Ego das behauptet, desto fester glaubt es daran. Es will aus seiner eigenen Geschichte nichts lernen, denn vor einigen Jahren hast du über eine andere Person dasselbe gesagt.
Willst du diese heute zurück haben?

Meistens willst das nicht und sagst „Gott bewahre!“. Und damit sprichst du unbewusst eine Wahrheit aus, die du heute nicht sehen willst in deinem Wahn des Liebeskummers. Gott hat dich vor deinen Ex-Partnern bewahrt und sie vor dir! Eine höhere Weisheit hat euch eine Menge Schmerz und Täuschung erspart, indem sie euch damals trennte. Und du wirst auch jetzt bewahrt vor jenem Menschen, von dem du denkst, du könntest ohne ihn nicht leben.
Die höchste Weisheit erspart dir, aber auch diesem Menschen, eine Fortsetzung eurer Geschichte, indem sie euch trennt. Das tut diese höchste Weisheit, um euch freizugeben für eine weitere, größere Übung im Liebenlernen. Dafür solltest du dankbar statt traurig sein. Du verlierst nichts – du gewinnst etwas. Doch das willst du im Moment weder hören noch lesen noch wahrhaben. Du willst dich an dein selbst geschmiedetes Trugbild klammern, weil du vergessen hast, dass alles in dieser Welt ein Ablaufdatum hat.

Eure Zeit ist um. Das darf gerne gewürdigt werden indem man Wehmut verspürt. Aber es braucht nicht zum Wahn des Liebeskummers werden, wo man sich selbst einredet, nicht mehr ohne eine bestimmte Frau oder einen bestimmten Mann leben zu können. Denn die Wahrheit ist:

Du kannst, du musst und du wirst ohne diesen bestimmten Menschen leben. In drei Jahren bist du wahrscheinlich sogar froh darüber, dass es vorbei ist. Oder zumindest in zehn Jahren. Aus diesem Grunde möchtest du auch meistens all deine Ex-Partner nicht mehr zurück haben. Heute aber willst du so tun, als wäre es bei diesem einen gänzlich anders. Und jeder, der kommt, um dir zu sagen, dass du dich gerade selbst täuscht, ist der Feind, der dir etwas nicht gönnen möchte oder die einzigartige, nur euch bestimmte Magie einfach nicht versteht.
Doch der Fall ist genau umgekehrt gelagert. Du gönnst dir gerade selbst etwas nicht. Du verstehst gerade nicht, dass eure einzigartige, nur euch bestimmte Magie jedem Liebespaar gegeben wird. Jedem Liebespaar auf ihre ganz speziell individuelle Weise. Dies allerdings immer nur auf Zeit. Denn selbst wenn ihr ein Leben lang miteinander leben hättet können, so wäre doch der Tod am Ende euer Scheidungsrichter gewesen. Das ist ein unbequemer jedoch wahrer Fakt.

Grundsätzlich aber ist da, wo nie Liebe war, beim Abschied der Liebeskummer am größten. Wer gesund lieben kann, der lässt auch frei. Wer wirklich lieben kann, der lässt gehen. Wer wahrhaftig lieben kann, der verliebt sich nicht. Wer erhaben lieben kann, der sucht nicht mehr den flüchtigen Rausch der Schmetterlinge im Bauch, sondern die stete, warme Glut der Liebe im Herzen. Wer gesund lieben kann, der geht voll bewusst und in dem Wissen in eine Begegnung, dass diese Begegnung ein Ende haben wird, denn er ist sich darüber im Klaren, das Ende hat man mit dem Anfang bereits im Gepäck. Wer wirklich-wirklich lieben kann, der kennt vielleicht Liebeskummer aus seiner Vergangenheit, als er noch nicht lieben konnte. In seiner Gegenwart aber wird ein gesund liebender Mensch lieben, ohne dabei Kummer zu erfahren, sobald die Zeit um ist. Er wird Dankbarkeit empfinden. Er wird dem anderen das Beste wünschen. Er wird aber auch eine gewisse Aufregung verspüren, denn für alles, was gehen muss, kommt etwas Neues nach. Auf das ist einer, der gesund liebt, dann schon neugierig. Ein paralleles Gefühl des Bedauerns, eine gewisse Wehmut wegen dem Ende ist gesund und natürlich. Totale Depression, anhaltender Herzschmerz oder sogar suizidale Ideen sind dagegen ein Anzeichen dafür, eine pathologische Form der Abhängigkeit entwickelt zu haben. Und wo Abhängigkeit ist, da hat es an Liebe gemangelt.
Kein Junkie liebt seinen Dealer. Ein Junkie braucht seinen Dealer, aber er liebt ihn nicht. Kein Dealer liebt die Junkies. In Wahrheit hassen sich beide sogar, weil sie ständig bedürftig nach dem sind, was der andere geben kann. Und so ist es auch in vielen Beziehungen. Man lebt nicht als Liebespaar zusammen, sondern als Junkie und Dealer. Wobei da die Rollen wechselseitig positioniert sind.
Wer aus einer solchen Kiste herausfällt, der kommt natürlich auf Entzug. Und genau so verhalten sich viele, die eine Trennung erleben. Sie verhalten sich wie Süchtige, die ihren Stoff nicht mehr bekommen. Doch das hat nie etwas mit Liebe sondern immer mit einem Mangel derselben zu tun.

Begreife: Dir wird kein Mann und keine Frau als Eigentum zugesprochen. Nichts ist für immer. Alles wandelt sich. Alles hat ein Ende. Du gingst in diese Begegnung und hättest wissen müssen, dass sie eines Tages enden wird. Das hast du aber im Rausch deiner Bedürftigkeit ausgeblendet. Jetzt kommst du runter und darfst erkennen, was wahr ist.
Wahr ist, dass kein anderer geboren wurde, um dich glücklich zu machen, zu ergänzen oder zu vervollständigen. Du bist selbst dafür verantwortlich, dich glücklich zu fühlen. Du bist bereits ganz. Du bist schon vollständig. Und du bist gesegnet, weil du davor bewahrt wurdest, weiterhin in dem Wahn zu leben, ohne eine bestimmte Frau oder einen bestimmten Mann nicht mehr leben zu können.

Erinnere dich daran, dass du viele Jahre ohne diesen gewissen Menschen gelebt hast. Erinnere dich daran, dass du das auch in Zukunft können wirst. Und erinnere dich daran, dass du vor vier Jahren deine heutige Zukunft ebenso wenig kanntest, wie du heute deine kommende Zukunft kennst. Erinnere dich an die Gegenwart, an diesen Moment hier, wo dein Herz spürt, dass das, was du da gerade liest, total unbequem aber extrem wahr ist. Und dann hebe dein Haupt, wisch dir die Tränen aus dem Gesicht und sage „Ja, ich bin offen und bereit, eine neue Lektion im Liebenlernen anzunehmen, denn in drei Jahren werde ich das, was ich jetzt will, nicht mehr wollen müssen!“

Sei vor allem dankbar für das, was war, sowie für das, wovor man dich bewahrt, indem man dir nimmt, was dir nicht mehr zur Entwicklung dient.
Dankbarkeit ist die Kunst der Glücklichen. Sei dankbar dafür, dankbar sein zu können, denn viele Menschen kennen dieses Gefühl noch weniger als die Liebe. Wer im Schmerz danken kann, der ist groß. Wer im Schmerz das Licht am Ende des dunklen Tals vielleicht nicht sehen kann, aber dennoch weiß, dass es da ist, der hat das Tal bald hinter sich.
Außerdem darfst du weiterhin alles lieben, was du lieben willst. Egal, ob es in deiner Nähe ist, ob es neben dir einschläft und erwacht, ob es in dieser Welt verweilt oder nicht. Deine Liebe muss nicht enden. Begegnung jedoch immer. Trotzdem kann dir niemand deine Liebe nehmen, es sei denn, du selbst. Liebe ist übrigens durch sich selbst erfüllt. Sie braucht dazu keinen Empfänger. Ihr reicht es, einfach zu sein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Liebe und Mut


Liebe ist immer ein Wagnis. Liebe ist immer gefährlich. Sobald du dich total auf die Liebe einlässt, befindest du dich in Gefahr – deine ganze Welt steht plötzlich Kopf, mühevoll errichtete Paradigmen zerfallen zu Staub, eherne Prinzipien entpuppen sich als das, was sie in Wahrheit immer schon waren: vergänglicher Nebel. Deine Waffen und Schutzpanzer werden nutzlos. Du musst fliegen, wo zuvor das Gehen ausreichte, musst erneut Vertrauen schenken, obwohl du früher bereits verletzt wurdest, trittst dem Neuen völlig schutzlos gegenüber. Du wagst dich auf dünnes Eis, um zu sehen, ob es dich trägt. Es gibt keinen Halt und kein Versteck mehr. In der Liebe bist du völlig nackt, verletzlich wie die zarte Blüte eines Kirschbaums. Du tappst im Dunkeln, weißt stets nur den nächsten Schritt zu tun und hast keine Ahnung, wie die Sache für dich ausgehen wird. Vielleicht musst du Menschen und Dinge aus deiner Gegenwart gehen lassen, musst Abschied nehmen, deine Hände öffnen, damit sie für die Gaben der Liebe leer werden…

In der Liebe bist du in jedem Falle dazu gezwungen, Altes loszulassen, liebgewonnene Verletzungen und Opferrollen aufzugeben und dich in Hingabe zu üben, um die Liebe in ihrer vollen Blüte zu erfahren. Davor aber hast du schreckliche Angst. Du fürchtest nichts mehr als das Loslassen und den Schritt ins Ungewisse.

Liebe ist deshalb das größte Wagnis deines Lebens, weil Liebe vergleichbar mit dem Sterben ist – durch sie wechselst du Form, Welt und Bewusstsein; du löst dich völlig auf in der Liebe, um in ihr neu zu erstehen. Daher sage ich, Liebe ist die gefährlichste Sache der Welt! Nur wenige Menschen sind wagemutig genug, sich darauf einzulassen – die meisten begnügen sich mit billigen Imitaten, verwechseln Verliebtheit, Leidenschaft und sentimentales Geplänkel mit dem Seinszustand der Liebe. Sie verheizen Partner um Partner und gelangen auf diesem Wege nicht einmal in den Vorhof zur Liebe. Ihnen fehlt der Mut, sie bleiben Gefangene ihrer eigenen Flucht vor sich selbst.

Du kannst dich nicht auf das ungeheuerlichste Wagnis deines Lebens einlassen, solange du nicht unerschütterlich mutig bist. Du kannst ohne unerschütterlichen Mut nicht lieben. Du kannst ohne Liebe nicht unerschütterlich mutig sein. Und jetzt, da du diese Verbindung als solche erkannt hast, fragst du, wie du in diesen Kreis von Liebe und Mut einsteigen sollst?
Ganz einfach: Hör auf zu denken!

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Partnerschaft als Feld der Entwicklung


Eine fruchtbare Partnerschaft ist keine Sache, die du irgendwann im Rausche der Verliebtheit beginnst und die dann ganz von selbst zu laufen hat – eine fruchtbare Partnerschaft erfordert kontinuierliche Arbeit, Hingabe, Durchhaltevermögen und die aufrichtige Absicht zur Liebe. Dazu gehört auch der Mut, über sich selbst hinauszuwachsen, die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen, manchmal persönlichen Eigendünkel und eigene Bedürfnisse hintanzustellen, sowie Verletzlichkeit zuzulassen. Und ihr braucht Ziele.

Wenn ihr eine Partnerschaft anstrebt, die auch noch nach Jahren rockt, dann müsst ihr bereit sein, Verletzungen hinzunehmen und miteinander Räume der Heilung und des Wachstums zu eröffnen. Ihr müsst lernen, Konflikte nicht als Niederlagen sondern als Felder der Entwicklung zu erkennen.
Erarbeitet euch gemeinsame, klar definierte Regeln und setzt euch realistische Ziele. Legt Konsequenzen fest, die auf Regelverstöße folgen und verliert dabei die Ziele nicht aus den Augen.
Stellt euch offen Fragen:

 • Wie tief wollen wir uns aufeinander einlassen?
 • Wohin wollen wir zusammen?
 • Was können wir gemeinsam und was kann jeder für sich selbst tun, damit wir einander als Bereicherung dienen?
 • In welchen Gesichtspunkten kann ich dich und wo kannst du mich unterstützen, damit es uns als Paar aber auch als Individuen gut geht?
 • Welches Verhältnis von Nähe und Distanz ist eines, das uns beiden Erfüllung bringt?
 • Schenken wir einander ausreichend Raum für unsere Partnerschaft und gewähren wir einander auch Räume des Rückzugs?
 • Welche Eigenschaften schätze ich an dir, welche schätzt du an mir, und welche Unterschiede unseres Wesens haben wir bisher nicht als gegenseitige Ergänzung betrachten können?
 • In welchen Aspekten unserer Partnerschaft kann ich selbst meine Liebesfähigkeit noch erweitern?

– Wenn ihr eure Partnerschaft nicht als einen Selbstläufer oder als Quelle egoistischer Bedürfnisbefriedigung betrachtet, sondern als ein gemeinsames Feld der Entfaltung, an dem ihr beide zu arbeiten habt, um progressive Bewusstwerdung und Erfüllung zu erfahren, dann werdet ihr erkennen, dass sie lebendig, fruchtbar und heilig bleibt, denn ihr habt einander nicht zufällig gefunden – ihr habt eine gemeinsame Bestimmung und die bedeutet: Entwicklung!

Akzeptiere: Das übergeordnete Ziel einer jeden Partnerschaft, einer jeden zwischenmenschlichen Beziehung, ist nicht Glück, sondern Bewusstwerdung. Glück darf dabei als Nebenprodukt entstehen, aber es kann niemals als Hauptziel dienen, sonst wird die Enttäuschung groß sein.

Wenn auch du deine Partnerschaft zu einem fruchtbaren Feld der Bewusstwerdung erheben willst, dann klicke hier: ZUM SEMINAR →

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Fallend


Bitte, sieh nicht den Mann, der sich in seinen Träumen verrannt hat.
Bitte, sieh mich mit all meinen Kurven und Kanten. Erinnere dich an diese Zeit, als mein Name dich begleitete und dir Sonnenschein ins Lächeln brachte. Ich trage den deinen immer noch an den schmerzenden Stellen und stehe in der U-Bahnstation, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Zug auf seinen Schienen.
Da kommt die Erinnerung zurück wie Staub in der Galaxie, wie Birkenblätter im Wind, wie Lieder ohne Musiker.
Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.

Bitte, sieh nicht den Mann, der sich in seinen Träumen verrannt hat.
Bitte, sieh mich an. Erinnere dich daran, als alles an dir alles an mir liebte. Und wenn du mich willst, dann umarme mein Licht ein weiteres Mal. Es wird jeden Tag schwerer, dein Gesicht zu erinnern, aber ich denke immer noch an dein Lächeln. Ich trage es an den unfassbaren Stellen und stehe an der Endstation, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Zug auf seinen Schienen.
Da kommt die Erinnerung wieder wie Vögel am Himmel, wie Schneeflocken im Sturm, wie Poesie ohne Dichter.
Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.

Bin ich tatsächlich hier ohne dich oder träume ich? Ich kann Traum nicht mehr von Wirklichkeit trennen. Und wenn ich ganz alleine bin und Distanz bloß Stille bringt, die meine Ohren betäubt, dann erinnere ich mich an unsere verschmolzenen Hände, an die Geliebte, die neben mir erwachte, als die Tage noch ungezählt und die Nächte leicht waren. Meine Strahlen tanzen dann durch die Ewigkeit, verzweifelt auf der Suche nach den deinen, wie damals, als wir einander fanden.
Und ich stehe unter deinem Fenster ohne Adresse, mein ganzes Leben in einer Plastiktüte neben mir.
Da kommt der Wagen auf seiner Straße.
Da kommt die Erinnerung zurück wie Regen in der Nacht, wie Donner mit den Wolken, wie ein Tanz ohne Tänzer.

Vielleicht sind wir nichts weiter als verlorene Sterne, ihr Licht in die Dunkelheit strahlend.
Vielleicht sind wir verlorene Sterne, für immer fallend ohne einander.
Wenn du mich willst, dann finde mein Licht ein weiteres Mal. Wenn du mich erinnerst, dann liebe mich endlos, denn ich bin nichts weiter als ein verlorener Stern am Himmel über dir. Für immer fallend ohne dich. Für immer fallend ohne uns.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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In diesen Armen


Manchmal, da will ich mich klein fühlen. Hin und wieder möchte ich Bedürftigkeit empfinden. Dann erlaube ich mir Sehnsucht. Sehnsucht nach Armen, die einfach nur da sind, um mich zu halten.

Manchmal brauche ich nichts weiter als diese Arme. Keine Ermutigungen, keine klugen Worte, denn ich kenne sie alle als mein Eigen und mag sie nicht mehr hören aus tausend Mündern.

Manchmal, da will ich bloß in die Arme eines weichen Herzens kriechen, um über mich selbst zu weinen. Wie ein Baby will ich darin ruhen und haltlos fallen in mein kleines, dummes Drama, ohne dass man versucht, mich aufzufangen. Fallen will ich dann und aufschlagen am Boden der Tatsachen. Mehr will ich dann nicht, mehr brauche ich in solchen Momenten nicht. Bloß Arme, die da sind wie ein schützender Mutterleib in dem ich schwimmen darf, wie ein warmes Bad in das ich gleite nach langer Wanderung durch eine Winternacht.

Manchmal will ich nur die Geborgenheit dieser Arme. Haut will ich dann spüren, die mit der meinen verschmilzt, und jemand, der diesen müden Kopf streichelt, aber mir nicht vorlügt, alles würde gut. Denn es wird nicht gut. Es war nie gut und es wird nie gut sein. Es wird immer bloß so sein, wie es ist, aber niemals wird es gut sein. Und am Ende finden wir uns sowieso alle wieder in unglücklichen Reihen von Steinen in die unsere Namen gemeißelt sind. Unglückliche Reihen erzählend von plötzlich zerschmetterter Hoffnung und unerfüllten Plänen, von abgetriebenen Träumen und bedeutungslosen Kämpfen, für immer aus den Erinnerungen der Welt wehend mit dem Wind der Zeit.

Manchmal will ich einfach nur diese Arme, die mich ehrlich, die mich aufrichtig umfangen. Keine Versprechungen, keine süßen Lügen, keine Schwüre oder Belehrungen, keine Ratschläge, keinen Trost, nur diese stillen, wahrhaftigen Umarmungen, die mich für zwölfhundert Herzschlage und neun Sekunden vergessen lassen, wo ich bin, wer ich bin und dass ich bin.

Manchmal brauche ich nicht mehr als das. Nur die Arme eines weichen Herzens, an dem ich ruhen darf, dessen Schlag mir ein Schlaflied pocht. Nur diese Arme, wo ich für ein paar Atemzüge meiner Heimatlosigkeit, meiner angeborenen Verzweiflung entfliehen darf, wo weder Frage noch Antwort mich plagt, wo einzig stiller Frieden, wo flüchtige Geborgenheit mich trägt.
Und wenn mich dann endlich Schlaf findet in diesen Armen, dann flüstere sanft „Ich liebe dich!“, denn das ist der einzige Moment, in dem ich es dir glauben werde.

Manchmal, da brauche ich genau das. Nichts weiter als diese Arme, mein Einschlafen in ihrem Schutz und die schönen Worte, die du mir dann flüsterst, wenn ich da bin, wohin mir keiner folgen kann. Das ist alles, was ich wirklich brauche. Manchmal.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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