Liebeskind


Gerne hätte ich mehr Zeit mit dir gehabt.
Und jene, die wir teilten,
hätte ich lieber damit zugebracht,
dich klarer zu sehen,
dich näher zu fühlen,
dich tiefer zu lieben.

Ich war noch nie so hoch,
ich war noch nie so hoch,
habe noch nie so laut gelacht,
niemals so laut gelacht.

Und ich würde dir gerne sagen:
Nichts wird mich jetzt stoppen!
Keiner wird mich aufhalten!
Bloß um zu wissen,
etwas wird mich stoppen.
Jemand wir mich aufhalten.
Es wird über mich kommen,
wie ein mächtiger schwarzer Vogel,
dessen weiche Schwingen Vergessenheit regnen.
Alles wird enden,
entschwinden in ein Nichts.

Noch aber erinnere ich mich.
Noch trage ich deine Wärme in der Brust.
Und mag sein, es klingt seltsam für dich,
wenn ich dir sage,
jetzt bist du ein kleines, violettes Flämmchen,
im Wind flackernd,
gleichsam und im selben Maße Freude wie Schmerz,
die Hallen meiner Seele ausleuchtend.

Ich schreibe deinen Namen auf Papier.
Daraus falte ich mir einen Flieger
und flitze damit zurück in unsere Tage,
weil ich dich einmal noch atmen hören will,
weil ich mich einmal noch so laut lachen hören mag,
weil ich einmal noch so hoch sein soll.

Nichts gibt uns die Zeit wieder.
Nichts dreht die Uhr zurück.
Nichts blättert nach hinten im Kalender.
Und wenn wir einander heute begegnen,
blicken wir durch unsere Augen wie aus Fenstern,
wie durch schmutzige Scheiben in ein Leben,
wo wir uns nicht mehr fremd sein müssen.

Ich werde da sein in diesem anderen Leben.
Wieder werde ich warten,
bis die Uhr 03:03 schlägt,
und du plötzlich mit mir bist.
Und ich werde abermals eine Münze für dich werfen.
Ich werde sie fallen lassen in einen Fluss,
dessen Namen ich mir diesmal merken will.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Zeit existiert nicht?


„Zeit existiert nicht!“ plappert dein Ego bereitwillig nach, weil es das irgendwo gehört oder gelesen hat und weil diese Aussage in Esoterik-Kreisen momentan populär ist, und du ohnehin gerne übernimmst, was populär ist, ohne zu überlegen, was du da übernimmst.

Zu behaupten es gäbe Zeit nicht, ist von der Ebene, auf der du dich als Ich erfährst, schlichtweg töricht. Es ist genauso töricht, wie sich die Hände vor die Augen zu halten und zu glauben, man wäre dadurch unsichtbar. Zeit existiert – sie existiert auf der Erfahrungsebene deines Ego-Ichs und das kannst du ganz leicht nachprüfen, indem du auf die Uhr siehst und erkennst, dass heute Morgen andere Dinge geschehen sind, als heute Abend – das, was dazwischenliegt, ist Zeit, die vergangen ist.

Die ganze vermeintliche Existenz deines Ichs, deine ganze Illusion vom Erdendasein, ist dem Gesetz der Zeit unterlegen – wenn dieses Ich nun fröhlich einem Lemming gleich behauptet: „Zeit existiert nicht!“, dann ist das wie „Des Kaisers neue Kleider“ im Vice Versa-Modus. Da könntest du genauso gut den Weihnachtsmann als real anerkennen – im Maß der Torheit beider Ansichten besteht kein wesentlicher Unterschied.

Akzeptiere: Auf der Ebene deiner Ego-Ich-Erfahrung gibt es Zeit sehr wohl! Dein ganzes bekanntes Universum baut sich auf den Kräften von Raum, Zeit, Materie und Gravitation auf. Alles in diesem Universum ist in seiner Form vergänglich, und das Maß für diese Vergänglichkeit der Formen ist die Zeit. Wenn du jetzt sagst, es gäbe sie nicht, dann denke an jene Menschen aus deinem Umfeld, die bereits gestorben sind – der Fakt, dass sie nicht mehr hier auf dieser Ebene sind, ist Beweis dafür, dass für dich als Ego-Ich die Zeit sehr wohl existiert und du einem Irrtum erliegst, wenn du unreflektiert nachplapperst, was du nicht verstehen kannst, denn dein Verstand ist nicht in der Lage, das Raumzeitkontinuum zu begreifen. Falls doch, dann stelle doch bitte eine Relativitätstheorie auf, oder erkläre die bereits bestehende auf eine Weise, wie sie auch deine Kinder verstehen würden. Das kannst du nicht? – Nun, dann wirst du dich wohl damit abfinden müssen, dass dein Verstand hier ins Schlingern gerät und du Zeit als einen unbestreitbaren Fakt deiner Welt ansehen musst. Zu sagen „Alles ist relativ!“, ist hier entschieden zu wenig, denn um Relativität erklären zu können, benötigst du eine wichtige Komponente – Zeit!

Für die Seele, die du bist, gibt es natürlich keine Zeit, doch erfährst du dich nicht auf dieser überbewussten Ebene – hier in dieser Welt bist du das Ich, das Ego, und nicht die Seele.

Jene, die dir sagten, es gäbe keine Zeit, waren Erwachte, es waren erleuchtete Meister, deren Aussage dein Ego nicht im vollen Umfang verstehen konnte. Ein Erwachter arbeitet sehr wohl mit der physikalischen Zeit, nicht aber mit der psychischen – deshalb existiert für ihn das ewige Jetzt parallel zur Vergänglichkeit der Formen durch die Zeit. Natürlich benutzt auch er Uhr und Kalender, um sich auf der Ebene von Raum und Zeit zu koordinieren, während er sich gleichsam seiner wahren Existenz als Seele im ewigen Jetzt gewahr ist. Er ist sich zwar auf mehreren Daseinsebenen seines Seins bewusst, doch das entbindet ihn innerhalb der Erfahrungsmatrix von Raum und Zeit noch lange nicht deren Gesetzen.

Ja, Zeit existiert und doch tut sie es nicht. Auch Materie existiert und tut es auf einer höheren Ebene wiederum nicht, denn letztlich ist Materie Energie. Dennoch ist in deiner Erfahrungsmatrix die Materie eine wichtige Größe, die du nicht leugnen kannst – falls doch, dann geh doch bitte durch die nächste Wand! Da du dazu nicht fähig bist, bist du auch nicht dazu berechtigt, Zeit für nicht-existent zu erklären, solange du sie nicht transzendiert hast und daher kontrollierst. Jemand, der im Wald steht und partout behauptet, es gäbe da keine Bäume, der gilt als psychopathologischer Fall – wie soll man jemand bezeichnen, dessen Dasein der Vergänglichkeit der Formen durch die Zeit unterworfen ist und der partout behauptet, es gäbe keine Zeit?

Plappere nicht einfach alles nach, nur weil es gut klingt und populär ist – du bist dir dessen absolut bewusst, dass in deiner Welt Zeit existiert. Und sei froh darüber, denn so weißt du wenigstens, wann genau deine Gehaltsschecks bei dir einlangen oder wann wieder Weihnachten ist.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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