Karfreitag


Meine liebsten Feiertage sind schon immer der Karfreitag und der Ostermontag gewesen. Für mich als Kind Gottes, das ich mit jeder Zelle bin, wiegen diese Tage schwer. Und obwohl ich ein bisschen jeder Religion, ganz viel aber gar keiner angehöre, bin ich doch Christ und werde es auch immer bleiben.

Wenn du einen Christen als einen siehst, der den Evangelien Jesus folgt, dann bin ich Christ. Wenn die Lehre Jesus als das Urchristentum gilt, wenn sie dein höchstes anzustrebendes Ziel darstellt und du Jesus liebst als den Größten von uns, wenn du ihn ehrst und achtest als Mensch und als Meister, dann trifft diese Definition „Christ“ auf mich zu, denn dann bin ich Christ. Dann bin ich Evangelist. Wenn du „Christ“ damit verwechselst, heuchlerisch Kirchensteuer zu zahlen, dich die ganze Woche über wie ein Arschloch zu verhalten, aber am Sonntag scheinheilig zur Beichte zu gehen und zu glauben, Gott wäre ein Idiot, den du mit 15 „Ave Maria“ bestechen könntest, wenn du glaubst, der Papst und seine Bischöfe wären tatsächlich Gottes Stellvertreter oder Geschäftsführer auf Erden, wenn du Onanie und Sexualität als Sünde betrachtest und an die Rache und den Zorn Gottes, wenn du an Hölle und Fegefeuer glaubst, dann bin ich in diesem Sinne kein Christ, denn all das wäre nicht christlich, sondern Katholizismus.

Nach meinem Verständnis von Jesus bin ich aber Christ, ohne einer Religion anzugehören, denn ein Christ zu sein ist keine religiöse Sache – ein Christ zu sein ist eine spirituelle Sache.

Ein Christ zu sein bedeutet, Gott über alles zu lieben. Es bedeutet, in allem, was da ist, Gott zu suchen und zu finden. Es bedeutet, sich dem Kreuz des Lebens hinzugeben und sich der Vergebung Gottes sicher zu sein, ohne bewusst ein Arschloch sein zu wollen.

Christ zu sein ist eine Haltung des Herzens. Es ist eine Ausrichtung des Geistes auf Gott hin. Die Liebe Gottes anzustreben, sie zu fühlen, sie in sich zu tragen und allem Leben entgegenzubringen – das ist Christentum. Nicht zu stehlen, nicht zu lügen, nicht zu töten, nicht zu begehren deines Nächsten Hab, Weib und Gut, keine anderen Götter wie etwa Macht, Ruhm, Geld oder Drogen neben Gott zu haben, kein falsches Zeugnis wider deinem Nächsten abzulegen, Vater und Mutter zu ehren, Dankbarkeit für all die kleinen Dinge des Lebens zu verspüren, deinen Nächsten lieben zu wollen, Frieden zu stiften, wo Streit herrscht, Wahrheit zu sein, wo Lüge sich breit macht, demütig vor der Größe Gottes zu sein und Jesus zu folgen durch dein Denken, Fühlen und Handeln – das ist Christentum. Das Kreuz des irdischen Daseins geduldig zu tragen, hinauf den Ölberg deiner Bestimmung, es zu umarmen als das Schicksal, das Gott für dich wählte, und nur einmal am Tage zu zweifeln, um zu wissen, bevor der Abend kommt wirst auch du bei Gott sein, wo all deine Vergehen in Liebe Erlösung finden – das ist Christentum. Und es ist schön, dieses Christentum, denn es ist wahrhaftig, es ist voller Liebe in seinem Kern.

Das Wort Christi, die Lehre Jesu – das ist das für mich einzig gültige Christentum. Denn mein Christentum ist nicht dieser hässliche, pervertierte, heuchlerische Katholizismus. Mein Christentum ist nicht Religion – mein Christentum ist eine wunderschöne Haltung des Herzen. Dazu ist keine Kirche nötig. Dazu ist keine Schrift maßgebend – allein mein Herz auf Gott gerichtet ist Maß und Ziel und Erfüllung. Das ist mein Christentum, mein Christsein.

Und am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde vor rund 2000 Jahren der Tischler aus Nazareth, der nichts Unrechtes tat, der nichts Geringeres tat als zu lieben und von dieser Liebe Zeugnis abzulegen, dem Kreuz ausgeliefert. Er wurde verurteilt, verprügelt, geächtet, misshandelt und getötet von jenen, die er liebte ohne Maß und ohne Bedingung. Am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde uns allen ein Maßstab vorgegeben, wie wir lieben sollten. Er wurde uns im Schmerz eines Mannes, eines Menschen offenbart, der selbst in den Stunden größter Pein noch für seine Peiniger um Vergebung bat – das ist etwas, das in diesen dunklen, egomanischen Tagen, in diesen fremdenfeindlichen, angsterfüllten, satanistischen Zeiten keinen Anklang mehr findet: Für deine vermeintlichen Feinde und Peiniger zu beten!

Doch es wurde jenen aufgetragen, die mit ihrem Herzen bei Jesus sind, es wieder und wieder in Erinnerung zu bringen: Liebe deine Widersacher! Vergib jenen, die nicht wissen, was sie tun!
Und erinnere dich an jene Person, die mit der reinsten dir vorstellbaren Seele auf diese Erde kam, um uns alle zu versöhnen, uns zu einen, um uns alle an das zu erinnern, was die ganze Welt heilen könnte: Liebe.

Das ist für mich Karfreitag: Mich daran zu erinnern, mich selbst dazu gemahnen, dass ich alle Unbill, alle Herausforderungen, alle Pein, alle Ungerechtigkeit der Welt ertragen muss als das Kreuz des menschlichen Daseins in dem Wissen, dass wenn ich dieses Kreuz den Berg hoch habe und die letzte Stunde für mich schlägt, ich zu Gott heim gerufen werde. Und ich werde da sein in einem Paradies der Liebe, denn Gott liebt alle Menschen im selben Maße, aber jeden auf besondere Weise, und er hat für alle Menschen einen Platz in seinem endlosen Haus.

Das ist mein Karfreitag als der Christ, der ich in meinem Herzen für immer bin: Erinnerung an die Härten des Lebens in Demut und Liebe im Namen meines Meisters, Jesus Christus.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Silvester – Fest für Dumme


Im Grunde ist heute ein ganz gewöhnlicher Tag, bis auf die Ausnahme, dass eine riesige Schafherde auf Kommando zu saufen beginnt, ihre unbewussten Kriegsgelüste mittels Böller zum Ausdruck bringt und glaubt, am Tage danach würde alles für sie besser. Endlich, endlich besser.
Die meisten aber ernten am Tag danach nicht mehr als einen fetten Kater (oder auch Katze, damit es brav im Gender-Modus bleibt) und die Gewissheit, dass alles beim Alten blieb. Nichts hat sich verändert, wieder, wieder einmal nichts.
Ein paar wenige Aufgewachte wissen, das Jahr könnte genauso gut am 4. April um 12:13 Uhr oder am 06.07. um 21:05 beginnen. Der Rest aber wird saufen, dämliche Glücksbringer aus Plastik verteilen und fest böllern, den einen oder anderen Finger dabei verlieren und sich in der Innenstadt ihres Vertrauen vom Flüchtling ihres Misstrauens begrapschen lassen.
– Die Kröne der Schöpfung beweist wieder mal ihr Höchstmaß an Intelligenz, Prosit!
Die meiste Freude am heutigen Tag wird wohl die Wirtschaft haben, allen voran die Drogenküchen der Sekt und Weinhersteller, die Feuerwerksmafia und die Mobilfunkbetreiber sowie die Medien und Geheimdienste, die sicher wieder etwas Hübsches zusammen ausgeheckt haben, aber auch die Bullen, denn die dürfen endlich mal wieder ganz viele Menschen festnehmen und eventuell sogar verdreschen.
Feiere schön, liebe Schafherde! Du funktionierst so brav auf Befehl. So wie auf diesen hier: Rege dich (sinnlos) über diesen Artikel auf!

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Weihnachten – Die Liebe ist in der Welt


Es spielt keine Rolle, ob du Christ, Muslime, Hinduist, Spiritualist oder Atheist bist, denn heute vor 2016 Jahren kam die Liebe in die Welt als Säugling, der im Laufe der Geschichte viel von sich reden machte. Es spielt keine Rolle, ob du seine Geschichte glauben kannst, denn es ist und bleibt eine schöne Geschichte und es macht keinen Sinn, eine schöne Geschichte durch Pseudofakten zerstören zu wollen. Es spielt keine Rolle, ob du seinen Geburtstag besser wissen möchtest, zumal du damals sicher nicht dabei warst. Es spielt keine Rolle, ob du die Bibel kennst, ob du Religion verteufelst oder sie in deinem Herzen pflegst. Es speilt keine Rolle, denn heute, vor 2016 Jahren kam die Liebe in die Welt. Sie kam als Mann, der dich lehrte, deine Widersacher zu lieben. Sie kam, um dir zu sagen, dass du geliebt bist über die Maßen und dass du ohne Schuld vor Gott bist. Sie kam, um Zeugnis abzulegen für das, was wahr ist. Und Liebe ist Wahrheit, Wahrheit ist Liebe. Liebe ist Gott, Gott ist Liebe.
Mag sein, dass du diese Zeit als eine lieblose Zeit, als eine Zeit ohne Wahrheit, als eine gottlose Zeit erfährst. Mag sein, dass manche alles daran setzen, dich dies glauben zu machen.
Ich aber sage dir, die Liebe ist in der Welt. Sie ist in jedem Säugling, der zur Welt kommt. Sie ist in jedem Baum, jedem Berg, jedem Fluß, jedem Vogel, jedem Fisch und jedem Tier. Sie ist in deinen Freunden, in deinen Feinden, in deinen Freuden und in deinen Sorgen. Die Liebe ist in allem. Sie ist auch in dir. Sie ist da für immer, auch wenn du das vergessen hast. Die Liebe ist an diesem Tage, als der kleine Jeshua geboren wurde, für immer in deine Hände gelegt worden.
Darum frage ich dich:
Wie gehst du um mit dieser Liebe?
Gibst du sie nur jenen, die auch dich lieben?
Teilst du sie nur mit denen, die dir dienlich und nach deinem Sinne sind?
Oder lässt du sie fließen für alles, was ist?
Schenkst du sie überreichlich?
Hältst du dich an ihr fest in deinen dunklen Stunden?
Gibst du sie weiter in den dunklen Stunden deines Nächsten?
Erinnerst du dich selbst an jedem Tage und zu jeder Zeit, dass die Liebe in dein Herz, in deine Hände gelegt wurde?
Kennst du den Sinn deines Hierseins in der Welt und ist dir klar, dass dieser Sinn die Liebe ist?
Von den höchsten Höhen, aus den tiefsten Tiefen, im Kleinen und im Großen wurde die Wahrheit an dich herangetragen, die da lautet:

Liebe ist Wahrheit, Wahrheit ist Liebe. Liebe ist Gott, Gott ist Liebe. Und Liebe ist in der Welt. Sie ist in jedem Säugling, der zur Welt kommt. Sie ist in jedem Baum, jedem Berg, jedem Fluß, jedem Vogel, jedem Fisch und jedem Tier. Sie ist in deinen Freunden, in deinen Feinden, in deinen Freuden und in deinen Sorgen. Die Liebe ist in allem. Sie ist auch in dir. Sie ist da für immer.

Erinnere dich heute daran, dass die Welt nicht das Überreichen von Geschenken, das Essen von köstlichen Speisen, das Bestaunen von toten Bäumen mit lichten Kerzen, sondern die Geburt der Liebe feiert. Die Liebe kam vor 2016 Jahren im Fleisch zur Welt. Ihr Name war Jeshua. Die Liebe kommt heute erneut zur Welt und sie wünscht sich, deinen Namen tragen zu dürfen. Sie wünscht sich als DU in der Welt sein zu dürfen an jedem Tage deines Lebens.

Happy Birthday, Jeshua! Und frohe Weihnacht euch allen!

In Liebe,
dein Andersmensch

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Kinder und Meditation


buddha16Seit 38 Jahren praktiziere ich zweimal täglich meine mittlerweile berühmte Meditation in Stille. Ein Leben ohne wäre wie Sonnenbaden ohne Sonne, wie Suppe ohne Salz, wie Sex ohne Liebe. Das Leben wäre seicht, fern jeglicher Mystik, ohne Wunder – derselbe ego-lastige Einheitsbrei, den der Großteil aller Menschen lebt, ein monochromes Gemälde in einem zwielichtigen Raum…
Jene Zeit meines Lebens, in der ich nicht meditierte, war so kurz, dass ich mich an ein Dasein ohne Meditation kaum erinnere… Mittlerweile gelange ich in den Genuß der Gnade, diese simple, aber hoch effektive Methode zur Meditation zu unterrichten, sie zu lehren und in Liebe an andere weitergeben zu dürfen.

Immer wieder stellt man mir die Frage, ob auch Kinder nach dieser Methode meditieren können. Die Antwort lautet entschieden: JA! Ich selbst habe mit 7 Jahren damit begonnen und seither nie wieder aufgehört. Etwas Wunderbareres konnte ich mir selbst nicht erlauben.
Ab dem Schulalter sollte grundsätzlich jedes Kind täglich meditieren. Natürlich sitzen Kinder nicht wie Erwachsene zweimal am Tag mindestens 20 Minuten sondern höchstens 5 bis 10 Minuten in der Meditation. Der kindliche Geist ist wesentlich beweglicher, wesentlich aufnahmefähiger und offener für die Stille als der eines sogenannten Erwachsenen. Der Körper eines Kindes sehnt sich nach Bewegung. Daher reicht es für die Kleinen, wenn sie bis zur Pubertät zweimal täglich 5 bis 10 Minuten meditieren. Ab dem Teenager-Alter können sie dann in die Technik für Erwachsene eingeführt werden und die Dauer der einzelnen Meditation erhöhen. Von großer Bedeutung aber ist, dass der vierte, im Westen mittlerweile in Vergessenheit geratene Bewusstseinszustand neben Wachen, Schlafen und Träumen – die Transzendenz – in den Alltag integriert wird. Je eher dies im Leben eines Menschen geschieht, desto besser.

Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass meditierende Kinder signifikant gesünder, kreativer, konzentrierter, ausgeglichener, heiterer und selbstständiger sind als nicht-meditierende Kinder. Je früher ein Mensch mit täglicher Meditation beginnt, desto erfüllter wird sich sein Dasein ereignen. Ein Meditierender erzeugt bis zu 100 mal höhere Schwingung in seinem Energiefeld als ein Mensch, der nicht meditiert. Jeder Meditierende darf daher als besondere Friedens- und Lichtquelle in der Welt betrachtet werden.
Wenn du Kindern ein lebenslanges, unbezahlbares Geschenk machen möchtest, dann lasse sie die Technik zur Meditation in Stille erlernen – du kannst ihnen keinen besseren Dienst erweisen!

Würde jedes zweite Kind der Welt meditieren, wir hätten innert einer Generation den Himmel auf Erden…

Namasté und JAI GURU DEV.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2014 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Spirituelle Monogamie


lovers53Bemühe dich nicht, monogam zu leben. Monogamie ist dir von Natur aus nicht gegeben. Das ist eine biologische Tatsache. Die Natur hat es so eingerichtet, dass du deine Gene so weit als möglich streuen sollst; auch dein Geist liebt mannigfaltige Freuden auf physischer Ebene. Das ist ein vollkommenes Prinzip. Du kannst und musst es nicht verbessern. Die Natur weiß es immer besser als es deine gesellschaftlichen Regeln, Zwänge und Dogmen jemals wissen könnten. Die Natur ist die weise Mutter, die dich alle Dinge lehren kann, wenn du dich ihr hingibst. Leider scheiterst du an der Hingabe.

Die Institution der Ehe hat dich in ein Gefängnis gesperrt, dir den Zwang auferlegt, sexuelle Lust nur mit einem einzigen Menschen zu erfahren, doch das ist ein Schuss, der immer nach hinten losgeht. Jeder Zwang führt letztlich dazu, dass du der Natur deines Wesens folgen musst, indem du aus dem Zwang ausbrichst, denn dein wahres Wesen ist ein absolut freies. Dein wahres Wesen lässt sich nicht zwingen – je größer der Zwang, desto stärker der Wunsch, dem Zwang zu entkommen; je starrer die Regeln, umso größer das Verlangen, sie zu brechen.

Die Institution der Ehe trägt große Verantwortung am Ehebruch. Sie ist wesentlicher Verursacher der Untreue, denn gäbe es den Zwang nicht, wäre das wunderschöne Versprechen der Treue zwischen zwei Menschen weit seltener gebrochen worden, als dies in deiner Geschichte bisher der Fall war. Aber nicht nur die Ehe selbst ist ein Zwang zur Treue, sondern auch deine neuen sogenannten „lockeren“ oder „freien“ Beziehungen, die in Wahrheit alles andere als locker und frei sind.
Einzig und allein auf den Trauschein und den Ring verzichtest du, doch das Modell dahinter ist im Grunde nichts weiter als eine billige Kopie der Ehe mit kleinen, unbedeutenden Änderungen.
Als Grundlage dieser modernen Form der Beziehungen dient immer noch das Besitzdenken. Ihr Schriftführer ist das Ego und dessen Angst, etwas zu verlieren. Deshalb verlangst du deinem Partner Treue ab und er verlangt sie dir ab. Dadurch haltet ihr euch gegenseitig an der Leine. Ihr raubt einander die Freiheit, eurer Natur zu folgen. Ihr macht euch zu gegenseitigen Gefangenen.
Doch selbst wenn du damit leben könntest und auch dein Partner es täte, dass ihr beide auch sexuelle Freuden mit anderen erlebt, so gäbe es da immer noch deinen Freundeskreis, dein soziales Umfeld und letztlich die Gesellschaft, die mit dem Finger auf euch zeigen würde, wodurch ihr neuerlich unter Druck geraten würdet. Man würde euch sehr subtil wieder in die Monogamie zwingen wollen. Das Resultat davon sind Eifersuchtsszenen, Leid und schmerzhafte Trennungen.

Du kannst und wirst Monogamie solange nicht leben können, bis du sie freiwillig für dich entdeckst. Eines Tages nämlich wird sie dir zum heiligen deiner Seele immanenten Wunsch werden. Irgendwann entdeckst du, dass es nicht die körperliche, die sexuelle Anziehung ist, aufgrund der du dich einem Menschen exklusiv schenken möchtest, sondern eine tiefe seelische. Das ist spirituelle Monogamie! Sie ist immer freiwillig und kommt aus deinem Herzen. Sie entstammt nicht deinem Ego, nicht deinem Verstand, schon gar nicht aber findet sie ihren Ursprung in den Regeln einer Institution. Sie wurzelt alleine in dem Herzenswunsch, sie als Geschenk geben zu dürfen.

Als man Jesus fragte, wo denn die Untreue beginne, da sagte er: „Schon wenn du nur an ein anderes Weib, an einen anderen Mann denkst, hast du die Ehe gebrochen!“

– Jesus hatte Recht. Alle Dinge beginnen im Geiste. Dein Schwärmen für deine Stars und Models oder auch für Menschen aus deinem Umfeld ist bereits Untreue, sofern du dich in einer Beziehung befindest. Es spielt keine Rolle, ob du auf materieller Ebene verzichtest, denn im Geiste bist du bereits untreu geworden. Der Verzicht auf der materiellen Ebene ist Heuchelei – dir gegenüber und auch deinem Partner gegenüber. In dir schlummert die Sehnsucht nach anderen Körpern, nach anderen Menschen und damit ist diese Sehnsucht existent. Nur weil du es nicht in die Tat umsetzt, nur weil du dieser Sehnsucht nicht nachgibst, hast du ihre Existenz damit noch lange nicht beendet – das heimliche Verlangen nach sexuellen Erfahrungen mit anderen bleibt in deinem Inneren aufrecht. Lass das Heucheln und die Selbstverleugnung sein!
Solange du innerlich bereit wärst, eine andere Person als deinen Partner sexuell anzunehmen, hast du bereits die Ehe gebrochen, dann bist du noch nicht bereit für spirituelle Monogamie.
Deshalb musst du nicht verzweifeln, denn es ist natürlich. Es entspricht deiner Natur als Mensch. Am besten du akzeptierst das, denn so schaffst du überhaupt erst die Möglichkeit, echte Monogamie zu leben. Solange du es in dir verleugnest, wird es dich immer wieder heimsuchen und in die Betten anderer treiben.

Wenn du aber den Punkt in deiner Entwicklung erreicht hast, an dem du ganz von selbst, aus dir heraus, das tiefe Bedürfnis verspürst, ausschließlich und alleine mit diesem einen Menschen Hochzeit zu feiern und nur noch diesem einen Menschen deine sexuelle Treue zu schenken, dann bist du wirklich bereit zur Monogamie. Erst dann wird sie nicht zur Qual. Erst dann ist Treue ohne Leid, ohne das Gefühl von Verzicht, der sich letztlich als Mangel äußert, möglich. Erst dann hast du die Evolutionsstufe vom Menschen zum höheren Menschen genommen.

Sobald du diesen Punkt erreicht hast, wird dir eine zweite Seele geschenkt sein, die vollkommen mit der Schwingung der deinen harmoniert. Eure Verbindung wird dann eine Ehe sein, die keinen Segen durch die Welt mehr braucht. Diese Verbindung wird auf sehr hoher seelischer Ebene stattfinden, und von diesem Punkt an wirst du kein Bedürfnis mehr nach anderen Partnern empfinden. Es wird dir gar nicht mehr möglich sein, echte, wahre und tiefe Freude an der sexuellen Lust mit jemand anderem zu erfahren. Wenn du es versuchst, wird es dir wie eine ungewürzte Speise erscheinen. Es wird dumpfe Leere und schalen Nachgeschmack in dir hinterlassen.

Eine Ehe, eine Beziehung dieser Art gründet sich nicht mehr auf Besitzdenken, dessen Ursprung die Angst ist, sondern einzig und allein auf Liebe. Die Grundlage ist nicht mehr die körperliche Anziehung, sondern die seelisch-karmische Verbindung zwischen dir und dem Partner. Dies ist die einzig wahre und echte Form der Ehe, denn sie beruht auf absoluter Freiheit und Freiwilligkeit. Liebe ist ihr einziger Grund und ihr einziges Ziel. Monogamie ist dann keine Frage mehr, sondern die Antwort.

Dies soll kein Freibrief zum hemmungslosen Besuch sämtlicher Betten sein, sondern eine Erklärung dafür, dass Monogamie ein Geschenk und kein Zwang ist. Bevor du Monogamie nicht als tiefes inneres Bedürfnis verspürst, bevor du sie nicht aus deinem Herzen heraus schenken möchtest, streiche sie aus deinem Kopf. Monogamie ist Herzenssache. Monogamie ist ein Geschenk, niemals ein Muss.

(Dieser Artikel ist auch zu finden im Bewusstseinsmagazin „Sein“, Ausgabe Nr. 205, 9/2012, Seite 22 und 23, sowie auf www.sein.de)

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Meditation in Stille ist dein Weg heimwärts


meditator

Um Göttlichkeit bewusst zu erfahren, um bei dir selbst anzukommen, um das flehentliche Sehnen des Geistes, das sich in permanenter Unruhe, in ständiger Unzufriedenheit äußert, zu stillen, musst du echte Bereitschaft und den aufrichtigen Wunsch danach haben. Du musst bereit sein, Göttlichkeit da zu sehen, wo du sie findest, und nicht nur dort, wo du sie zu finden erwartest. Die Sehnsucht nach „Zuhause“ ist jedem Menschen implizit – es ist das ureigene Sehnen des Geistes nach dem wahren Selbst. Jeder Mensch empfindet tief in sich dieses Sehen, jeder Mensch spürt diese innere Unruhe – dazu muss nichts Spezielles getan werden; Sehnsucht und Unruhe ist ohne Mühe da. Die Bereitschaft in deinem Herzen aber ist der erste Schritt, der erste vollbewusste Schritt nach Hause, der erste vollbewusste Schritt zum Authentischen Selbst, der erste Schritt zur vollbewussten Erfahrung der Göttlichkeit. Doch der Wunsch und die Bereitschaft alleine werden nicht ausreichen – das hast du, so wie viele andere Menschen auch, bereits wieder und wieder festgestellt.

Nun wissen wir, dass Sehnen und Unruhe automatisch da sind, dass wir dafür nichts Spezielles tun müssen, aber auch das „Heimkommen“, die Erfüllung, die wahrhaftige Ruhe, die Seligkeit, ist automatisch da – auch dafür müssen wir im Grunde nichts Spezielles tun. Wir müssen bloß einen zusätzlichen Bewusstseinszustand, der uns im Laufe der Jahrtausende in Vergessenheit geraten ist, in unseren Alltag integrieren: Meditation in Stille!
Die wenigsten Menschen aber wissen, was mit dem Begriff „Meditation in Stille“ gemeint ist. Ich werde nicht müde und erkläre es dir wieder und wieder, doch egal, wie oft und wie gut ich dir es auch erklären mag – wirklich wissen, wovon ich spreche, wirst du erst, wenn du diese überaus simple Methode für dich selbst erlernt hast und sie täglich ausübst. Dennoch möchte ich dir hiermit eine weitere Erklärung geben, um dich daran zu erinnern, dass du eine Option hast, die du bisher vielleicht gar nicht in Betracht gezogen hast.In dir ist Unzufriedenheit, in dir ist Unruhe, in dir ist Rastlosigkeit und in dir ist diese unerträgliche Gedankenflut. Du probierst dieses, du versuchst jenes, du gehst hierhin und du gehst dahin, aber dein Geist findet keine Ruhe – die Gedankenflut bleibt, die Unzufriedenheit ist da. Egal, was du auch tust, du findest keinen echten, dauerhaften Frieden. Die Rastlosigkeit, die Unzufriedenheit treibt deinen Geist nahezu in den Wahnsinn, doch der Geist wünscht in Wahrheit keinen Wahnsinn, sondern höchste Klarheit und tiefste Ruhe. Trotzdem wandert dein Geist hin und her, auf und ab, vor und zurück.
Da du aus diesem Dilemma keinen Ausweg findest, und weil man dich nichts anderes gelehrt hat, flüchtest du in mehr und noch mehr Aktivität. Du hegst die wahnwitzige Hoffnung, durch diese vermehrte Aktivität der Unruhe in dir zu entkommen. Du versuchst Unruhe durch Unruhe zu erlösen, findest aber bloß Erschöpfung, die du dann mit Ruhe verwechselst – was für ein Paradoxon!
Selbst in deinen Imaginationsübungen, deinen geführten Meditationen, in deiner Selbsthypnose ist eine subtile Unruhe verborgen – der Geist bleibt unzufrieden; er bleibt jenseits des Friedens. Du hast ganz einfach vergessen, was wirkliche, wahrhaftige Ruhe bedeutet und wie sie sich anfühlt.
– Warum ist das so?

Der ganze Bereich der Aktivität ist ein Spiel des Geistes. Der Geist spielt dieses Spiel schon sehr lange. Unzählige Leben hindurch hat er dieses Spiel gespielt. Dadurch hat er seine wahre Natur vergessen; er hat die Wahrheit über die Seele, deren Werkzeug er ist, vergessen. Aber er spürt, dass ihm etwas Entscheidendes fehlt und somit hat er sich auf die Suche danach gemacht. Er hat begonnen zu wandern.
Auf seiner nahezu endlos dauernden, rastlosen Wanderschaft hat er gelernt zu trennen, zu unterscheiden, zu urteilen; und er hat gelernt zu vergessen. Durch dieses Vergessen im Spiel der Aktivität ging dem Geist das Gefühl für das Feine der Seele verloren – er ist abgestumpft und müde. Er ist so abgestumpft und müde, dass er selbst die Seele vergessen hat, derer er dient. Somit hat er die Göttlichkeit vergessen, denn die Seele ist eine sehr reine, unverklärte Form des höchsten Aspektes der Göttlichkeit. Bisher nanntest du Dieses göttlich und Jenes nanntest nicht-göttlich, du sagtest dieses sei Gott, aber jenes sei nicht Gott. Ich aber sage dir: In allem, ausnahmslos allem, findet sich Göttlichkeit – ganz besonders in jenen Dingen, Menschen, Situationen und Ereignissen, in denen du dich weigerst, sie zu erkennen, denn alles, was ist, ist Göttlichkeit. Es gibt nichts anderes als Göttlichkeit. Die Wahrheit hinter allem ist Göttlichkeit, die Essenz von allem ist Göttlichkeit. Der Großteil aller Göttlichkeit aber liegt jenseits deines Verstandes – diesen Fakt gilt es zu akzeptieren. Natürlich ist auch der Verstand göttlich, doch der Verstand ist ein sehr begrenztes Mittel, um die Göttlichkeit in ihrer allumfassenden Herrlichkeit zu erkennen. Es ist dem Verstand nämlich nicht möglich, das Wichtigste zu erfahren: Seligkeit. Das Sein findet seinen höchsten Ausdruck in der Seligkeit. Aber der Verstand kann Seligkeit nicht erfassen, er kann sie nicht wahrnehmen, denn der Verstand ist zu eingeengt, zu kalt, zu nüchtern. Seligkeit aber ist die wahre Natur, die Essenz der Göttlichkeit. In Wahrheit ist die ganze Welt Seligkeit. Auch du bist Seligkeit und nichts sonst. Alles, was ist, ist Ausdruck dieser Seligkeit, ist ein Aspekt der Göttlichkeit oder auch Brahman, wie manche es nennen. Brahman ist absolute Seligkeit, ewige Seligkeit, die höchste Realität.– Wie kannst du diese Seligkeit in deinem Leben verwirklichen?

Nun, dies ist die höchste Philosophie in der Welt. Alles ist Seligkeit, alles ist Göttlichkeit; das Königreich des Himmels ist allgegenwärtig. Du denkst vielleicht, dass Seligkeit als einziges nicht erfahren, alles andere aber sehr wohl erfahren werden kann. Schmerz wird erfahren, Leid wird erfahren, Unglück wird erfahren, auch Glück wird erfahren, aber das, was wir Seligkeit nennen, kann ebenfalls erfahren werden – Seligkeit bedeutet Glück höchster Ordnung, Glück von dauerhafter Natur, Glück von größter Intensität und dabei von dauerhafter Natur.

Du siehst, dass alles vergeht und alles sich wandelt, dass es nichts gibt, was dauerhaft ist – wie kann dann Glück dauerhaft sein?

Die Wissenschaft beweist, dass diese Philosophie, alles sei Seligkeit, nicht die leere Einbildung eines verwirrten Geistes ist. Seligkeit ist kein Ideal, Seligkeit ist keine Illusion – Seligkeit ist die einzige Wirklichkeit. Seligkeit ist das, was du und ich in Wahrheit sind.
Wir wissen heute, dass alles im Bereich der Materie aus Molekülen und Atomen besteht, und dass sich die Atome in Elektronen und Protonen aufteilen. Diese Elektronen und Protonen sind nichts als Energieentladungen. So ist alle Materie letztlich Energie; alle Formen sind nichts als formlose Energie. Die Essenz aller grobstofflichen Dinge, die höchste Realität aller Materie, ist Energie. Energie ist die letzte Wirklichkeit der Materie – das ist wissenschaftlicher Fakt, darüber lässt sich nicht streiten.
In der Energie verliert Materie ihre Form, geht in die Formlosigkeit über, wird Eins mit aller Energie. Wenn du Energie als Grundlage der Existenz erkennst, ist alles, was existiert, Energie und nichts anderes. Dies ist Teil der materiellen Wissenschaft, der Wissenschaft im Bereich der Materie. Nun hat die Materie ein Ende gefunden. Wir sind an die Grenzen der Wissenschaft über die Materie gestoßen. Doch das ist längst nicht alles, was die Existenz umfasst. Wie du weißt, besitzt du einen Körper, der materiell ist – nun sollte dir klar sein, dass die Realität des Körpers Energie ist.

Der Körper stellt den objektiven Aspekt deiner Existenz dar. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt deiner Existenz – den subjektiven; Geist, Verstand, Ego und letztlich die Seele gehören dem subjektiven Aspekt deiner Existenz an. Der Bereich der materiellen Wissenschaft ist also nur objektiv. Er bietet aber noch keine vollständige Analyse von allem, was im Universum existiert.

Wenn du herausfinden könntest, woraus der Geist, der Verstand, das Ego und die Seele gemacht ist, indem du einen Weg fändest, zu feineren Phasen der Analyse vorzudringen, so kämest du letztlich zu dem Schluss: Brahman, jene Seligkeit, ist die höchste Wirklichkeit, woraus der Geist, der Verstand, das Ego und die Seele gemacht ist, und woraus im Weiteren, im Bereich der höchsten Manifestation, der Körper und das ganze, grenzenlose Universum gemacht ist – derselbe eine Stoff, dieselbe elektronische, protonische Energie, hat sich in die Form aller Formen transformiert, in die Form aller Elemente, aller Variationen und Kombinationen im ganzen Universum. Die eine formlose Energie drückt sich in verschiedenen Formen aus.
Wenn du in der Analyse des Universums weitergehst, erkennst du, dass die eine, selige Wirklichkeit den Geist, den Verstand, das Ego, die Seele, das ganze Universum durchdringt. Du stellst fest, dass es EINE Wirklichkeit gibt, eine Wirklichkeit, die sich nie wandelt, dass diese höchste Wirklichkeit unwandelbar ist.

meditatorSämtliche Wandlungen, alle Aktivitäten, finden nur im Bereich der Relativität statt – im Bereich der relativen Ordnung. Die letzte Wirklichkeit, die höchste Wirklichkeit aller Relativität, ist absolut. Das Absolute wandelt sich nie. Die höchste Wirklichkeit kennt keine Wandlung; sie ist immer die gleiche. Ihre wesentliche Natur ist das reine, stille Sein, das Seligkeitsbewusstsein. Das ist die Wirklichkeit des Lebens, das ist die Wirklichkeit aller objektiven und subjektiven Aspekte des Lebens – Seligkeit.

Der subjektive und der objektive Aspekt deiner Persönlichkeit ändern sich ständig. So, wie der objektive Aspekt sich verändert, so verändert sich auch die Subjektivität. Der Körper ist niemals stetig – er verändert sich. Auch der subjektive Aspekt deiner Persönlichkeit ändert sich. Der Geist ist stets auf der Suche, der Geist ist immer in Veränderung begriffen. Auch der Verstand wandelt sich ständig. Genauso wandelt sich das Ego unentwegt. Die Seele aber liegt jenseits des subjektiven und des objektiven Aspektes deiner Persönlichkeit. Die Natur der Seele ist Seligkeit; sie ist Brahman; sie ist das, was Jesus „Königreich des Himmels“ nannte. Jesus sagte: „Der Vater und ich bin Eins!“ – Damit meinte er die Ebene der Einheit, die keine Dualität kennt, die alle Bereiche des Lebens transzendiert. Er meinte damit die Stille der letzten Wirklichkeit, das Absolute, den unveränderlichen Zustand des reinen Seins, das ewige Feld der Seligkeit.
Dein Geist aber hat die Seligkeit vergessen – sie liegt nicht mehr in seinem Erfahrungsbereich!

– Wenn Seligkeit universal ist, wenn sie allgegenwärtig ist, wenn Seligkeit innen und außen ist, wenn alles Seligkeit ist, warum ist sie dann aus deiner Erfahrung verschwunden?

Um diese Frage zu beantworten, ist es nötig, dass du die Funktionsweise deiner Wahrnehmung verstehen lernst: Das Instrument deiner Wahrnehmung ist der Geist. Der Geist bedient sich der Wahrnehmung über deine Sinne. Deine Sinne aber können ein Objekt nur dann wahrnehmen, solange es grob genug ist. Wenn ein Objekt ausreichend groß ist, können es deine Augen sehen; ist es sehr winzig, brauchst du ein Mikroskop, um es sehen zu können. Ist ein Ton laut genug, können ihn deine Ohren hören. Wenn er sehr subtil ist, sind deine Ohren nicht mehr fähig, ihn zu hören. Einen intensiven Duft kann deine Nase riechen – einen sehr feinen Duft kann sie nicht mehr riechen.

Wie du erkennen kannst, ist deine Wahrnehmung nur dazu ausgelegt, die groben Aspekte des objektiven Bereiches zu erfahren – die feinen Aspekte dieses Bereiches erfahren deine Sinne nicht. Dein Geist ist stets damit befasst, die Welt durch die Sinne zu erfahren, deshalb ist der Geist nur fähig, sich an den groben Aspekten der Natur zu erfreuen. Die subtilen Aspekte der Welt bleiben hinter den Formen und Erscheinungen verborgen, da das Instrumentarium der Wahrnehmung zu grob dafür ist. Die Sinne verfügen nicht über die Sensibilität, um das Feine zu erfahren – der herrlichste Zauber, die größte Schönheit bleibt dem Geist daher verborgen. Dein Leben ist also auf die Erfahrung der gröberen Herrlichkeiten der Welt begrenzt.

Die herrlichste Schönheit, die größte Macht liegt in der Feinheit der Welt. Wenn du den Ast eines Baumes brichst, entsteht Energie, etwas Wärmeenergie, aber nur eine minimale Menge – könntest du ein Atom des Astes spalten, würde der ganze Baum explodieren!
Macht liegt in der Feinheit der Welt, Schönheit liegt in der Feinheit der Welt, Herrlichkeit liegt in der Feinheit der Welt. Solange du nur den groben Bereich der Welt durch deine Sinne erfährst, begrenzt du deine Freude am Leben. Die Feinheit der Welt ist wesentlich faszinierender, zauberhafter, herrlicher, als der grobe Bereich. Um Seligkeit zu erfahren, musst du alle Bereiche der Herrlichkeit wahrnehmen können – den groben sowie den feinen Bereich. Du aber nimmst über deine Sinne nur den groben Bereich der Herrlichkeit wahr.

Meditation in Stille ist eine Methode, die den Geist dahin führt, die feineren Bereiche, die größere Herrlichkeit der Welt wahrzunehmen. Durch Meditation in Stille erfährt der Geist bei jedem Schritt eine größere Herrlichkeit; er erfährt tieferes Verständnis, höhere Klarheit, bis er die Herrlichkeit der Transzendenz erlebt, die ewige Seligkeit ist. Er kehrt zurück zu seinem Ursprungszustand, zum reinen Sein, zum absoluten Gewahrsein – zur Seligkeit.
Meditation in Stille bringt die Gedankenflut zur Ruhe. Die Menge an Gedanken nimmt mehr und mehr ab, die Gedanken werden klarer, kraftvoller; es entsteht Raum, wo zuvor dichtes Gedränge und Chaos war. Die Gedankenmenge nimmt aber nicht nur während der Meditation ab – sie verringert sich auch im Alltag, sie gelangt zu höherer Ordnung. Dadurch werden die Gedanken machtvoller, weil dem einzelnen Gedanken mehr Energie zur Verfügung steht. Die Leistungsfähigkeit und Kreativität steigt, Handlungen werden effizienter, latente Potenziale erwachen und gelangen zur Blüte. Wünsche reduzieren sich, weil mehr echte Zufriedenheit entsteht; verbleibende Wünsche wandeln sich in Absichten, die sich rascher und unkomplizierter verwirklichen. Die Intelligenz und die Konzentrationsfähigkeit erhöhen sich, der Lebenswandel orientiert sich ganz automatisch zum Besseren, Gewaltpotenziale und Aggressionen lösen sich auf. Dauerhafter Frieden erfüllt das Individuum, da es sich täglich in den inneren Raum der Seligkeit zurückzieht. Seligkeit wird mehr und mehr zum Alltagszustand. Die einfache Technik der Meditation in Stille ist der Schlüssel zum Tor der Seligkeit; das transzendentale Bewusstsein tritt hervor.

Die Essenz aller grobstofflichen und feinstofflichen Dinge, die höchste Realität aller Materie und allen Geistes ist Seligkeit. Seligkeit ist die letzte Wirklichkeit des Geistes – das ist spiritueller Fakt. In der Seligkeit hört der Geist auf zu wandern, da es dem Geist nach Seligkeit dürstet. Befindet sich der Geist irgendwo in der Mitte zwischen dem groben und dem feinen Bereich der Herrlichkeit, wendet er sich dem feineren zu. Er wird unweigerlich von den größeren Herrlichkeiten des Lebens, von den feineren Bereichen der Welt angezogen, denn der Geist ist nach all den Ewigkeiten durstig nach Seligkeit. Im groben Bereich bekommt er stets nur einen Tautropfen dieser Seligkeit ab, deshalb bleibt er durstig, rastlos und unzufrieden. Im feinen Bereich der Herrlichkeit aber wird sein Durst überreichlich gestillt. Er muss sich nicht weiter mit nur winzigen Tautropfen zufrieden geben, nicht ständig von einem Tautropfenspender der Grobstofflichkeit zum nächsten eilen, um ein wenig von der Seligkeit zu kosten, dabei aber ständig nahe dem Verdursten bleiben, sondern kann in vollen Zügen aus der unerschöpflichen Quelle der Seligkeit trinken.

Seligkeit ist das, wonach sich der Geist einzig und ausnahmslos sehnt. In der Seligkeit ist der Geist bei sich selbst angekommen; in ihr verliert er seine Form, seine Unruhe. Was du im äußeren Bereich erfährst, ist unbedeutend; innen beginnst du, direkt deine Natur zu erfahren. Die Erfahrung deiner wahren Natur, die Erfahrung deines wahren Authentischen Selbst ist die Erfahrung der Seligkeit. Diese Erfahrung ist absolut. Diese Erfahrung ist das Gewahrsein der transzendentalen Wirklichkeit. Seligkeit aber findet der Geist nur im Feinstofflichen, denn das Feine, das Feinste ist die wahre Natur des Geistes. Dort hat er seinen Ursprung, dort ist seine Heimat – dorthin zieht es ihn seit Ewigkeiten; und nur dort findet er seine Ruhe.
Manche sagen, der Geist sei übel, er sei grundsätzlich unfähig, Konzentration zu halten, er sei nichts weiter, als ein kleiner, wilder Affe – ich aber sage, der Geist ist ein König. Er ist der König der Könige. Seine ganze rastlose Wanderschaft existiert bloß, weil er keinen Platz für sich hat, weil er vergessen hat, wo sein Thron ist.
Du siehst einen wandernden König, und weil er auf Wanderschaft ist, meinst du, dies sei die wahre Natur eines Königs, doch in Wahrheit ist die Natur dieses Königs sein Thron der Seligkeit. Fände er zurück auf diesen Thron der Seligkeit, seine ganze ruhelose Wanderschaft käme an ein glückliches Ende. Seligkeit ist der Thron für den König, für den Geist. In der Seligkeit findet der Geist Frieden, in der Seligkeit endet seine endlos anmutende Suche, das tonnenschwere Kreuz der Unzufriedenheit fällt von seinen Schultern ab, ungeahnte Leichtigkeit und absolute Freiheit bleibt als heiliges Resultat.

god01Alle, die kamen, alle, die jetzt hier sind, alle, die kommen werden, um dich an den Weg zur Seligkeit zu erinnern, sprachen und sprechen vom Inneren Königreich. Finde zunächst das Königreich im Inneren und alles andere wird dir hinzugetan.
Meditation in Stille ist das tägliche Eintauchen in den Ozean dieses Inneren Königreichs. Ohne dieses Eintauchen wird das Leben zum Kampf. Mit diesem Eintauchen aber wird das Leben zur reinen Seligkeit.
Die Technik dieser Meditationsform ist so simpel, sie ist so einfach in den Alltag des modernen Menschen zu integrieren, dass sie bei vielen Leuten Zweifel aufwirft, denn das Einfache kann in der begrenzten Wahrnehmung der meisten Menschen niemals solch großartige Wirkung zeigen – es muss stets kompliziert sein, es müssen stets große Opfer gebracht werden für die Seligkeit! Ich aber sage dir, dass Seligkeit dein wahrer, natürlicher Zustand ist – für deinen wahren Zustand, für die letzte Wirklichkeit deines Seins ist kein einziges Opfer nötig.
Seligkeit ist das, was ich bin; Seligkeit ist das, was du bist; Seligkeit ist das, was alles ist. Seligkeit steht dir zu – sie ist dein für immer, doch du hast sie im ewigen Spiel der Aktivität vergessen. Seligkeit ist der natürliche Zustand allen Seins. Auf ganz einfache Weise kannst du ihn durch das Mantra – deinem ganz persönlichen Seelenklang, den du durch das Erlernen der Meditation in Stille erhältst – wiedererlangen.
Du wirst weiterhin rastlos umherirren, dich wird weiterhin alles stören, dein Leben wird weiterhin ein ermüdender Kampf bleiben, die Gedankenflut in dir wird dich weiterhin an den Rande des Wahnsinns treiben, wenn du nicht in der Lage bist, mit dem inneren Raum der Gedankenstille und des Glücks in Verbindung zu treten, denn nichts in der äußeren Welt wird dir dauerhafte Befriedigung schenken, nichts wird dir wahre Stille bringen. Tief in deinem Inneren weißt du, dass es so ist – du weißt, dass ich dir die Wahrheit sage. Das Prinzip ist so ungeheuer einfach: Tauche zweimal täglich für zwanzig Minuten in die Stille der Seligkeit ein, gelange jenseits aller Gedanken, fülle den Geist mit dieser stillen Seligkeit, sei selig, komm mit dieser stillen Seligkeit heraus – dann ist das Leben Seligkeit.

Vergleiche selbst: Alle anderen Methoden fordern dich dazu auf, irgendetwas in deinem Leben zu verändern, irgendetwas wegzulassen, aufzugeben, zu opfern, dich einer bestimmten Philosophie unterzuordnen – ich aber sage dir: Du kannst so weiterleben, wie bisher. Du musst weder etwas weglassen noch etwas aufgeben noch etwas opfern. Du musst weder eine bestimmte Geisteshaltung pflegen, noch irgendwelche speziellen Regeln befolgen, ja, du musst nicht einmal eine bestimmte Körperhaltung während der Meditation einnehmen. Du kannst weiterhin dein Glaubenssystem beibehalten, deiner eigenen Philosophie (die meist nicht deine eigene ist, du hast sie dir vielmehr irgendwo abgeschaut und angeeignet) treu bleiben, deinem persönlichen Lebenswandel folgen, aber erlerne zunächst die simple Methode der Meditation in Stille und integriere sie konsequent zweimal täglich in deinen Alltag – alles andere folgt dann ganz automatisch. Das tägliche Eintauchen in die Seligkeit führt dich automatisch auf den für dich besten Weg – es geschieht dann alles ganz von selbst, es geschieht von deinem wahren Authentischen Selbst aus, denn dieses tritt dann mehr und mehr hervor. Nach und nach lässt du dann ganz automatisch all das los, was deinem höchsten Wohle nicht mehr dienlich ist, ohne Anstrengung, ohne Opfer – ganz automatisch. Deshalb nenne ich Meditation in Stille auch gerne „den Großen Automatismus“.
Mit der Meditation in Stille nehme ich dir – im Gegensatz zu bestimmten Glaubenssystemen, Philosophien, Praktiken und Techniken – nichts weg, indem ich dir Dogmen oder Regeln auferlege, indem ich dich zum Verzicht auf irgendetwas auffordere, oder dich zur Änderung deiner Geisteshaltung oder Lebensweise gemahne – ganz im Gegenteil: Ich füge dir etwas hinzu! Ich füge dir neben Wachen, Träumen und Schlafen einen weiteren Bewusstseinszustand hinzu – den Zustand der Transzendenz, den Zustand deines wahren Seins, den Zustand der Seligkeit.

– Trachte zunächst nach dem Königreich im Inneren und alles andere wird dir hinzugetan. Dieses Innere Königreich ist deine wahre, deine einzige Heimat – Meditation in Stille ist der Schlüssel zu diesem Königreich. Du hast vergessen, wie sich Heimat anfühlt, du hast vergessen, was Seligkeit ist, du hast den Schlüssel zu deinem Königreich verloren – ich bin gekommen, um ihn dir zurückzugeben.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Du und deine Guru-Schizophrenie


Es geht die gängige Meinung um, Gurus wären gefährlich, sie wären Verführer, Heuchler und Manipulatoren, doch die wahren Heuchler sind nicht die Gurus, sondern ihre Jünger. Der Großteil der Menschen ist mittlerweile so sehr geistig erblindet, so intensiv manipuliert, dass den meisten gar nicht klar ist, was ein Guru überhaupt ist, deshalb will ich es dir erklären.

Das Wort „Guru“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet zu Deutsch „schwer, gewichtig“ aber auch „Lehrer“ oder „Verleiher des Wissens“. Es ist dies der Titel für einen spirituellen Lehrer nichts weiter als das ist ein Guru.

Du aber erkennst deine Gurus heutzutage gar nicht, weil sie nicht mehr mit Turban und im Kaftan gekleidet auftreten, obwohl du eine Menge Gurus hast. Wenn du mir nicht glaubst, dann sieh mal in dein spirituelles oder esoterisches Bücherregal und denke an all die Seminare, die du bereits besucht hast oder noch gerne besuchen möchtest. Sieh sie dir an, deine Bestsellerautoren, Mentaltrainer, Coaches und New Age-Priester!
Ja, all das sind deine geistigen Lehrer, deine modernen Gurus.

Dir ist wohl auch nicht klar, dass Jesus von Nazareth einst ein Guru war und einer Sekte von 12 Jüngern liebevoll das Christentum lehrte. So hat das damals nämlich begonnen mit dieser Weltreligion. Und nur weil Jesus behauptete, der Sohn Gottes zu sein, bedeutet das nicht, dass er ein Heuchler war, denn er hat auch dir gesagt, dass du die Tochter Gottes, der Sohn Gottes bist. In seiner Lehre findet sich aber nirgends der Aufruf zur Tötung Andersgläubiger das haben dann später seine zahlreichen Anhänger in den Kreuzzügen getan. War also Jesus der Guru ein Verführer, ein Blender, oder waren es seine späteren Anhänger?

Was du auch nicht zu wissen scheinst, ist, dass Gurus sich nicht selbst zum Guru machen, sondern dazu gemacht werden, und zwar von dir. Mit jedem spirituellen Buch, das du gekauft hast, mit jedem Vortrag, dem du beiwohnst, mit jedem Seminar, das du besuchst, machst du den Autor oder den Vortragenden gegen seinen Wunsch zum Guru. Du bist von seinen Lehren begeistert und imitierst sie fleißig, was dir oft mehr schlecht als recht gelingt. Irgendwann bist du deshalb frustriert, weil den Teil, in dem dich der Lehrer dazu aufgerufen hat, deinen eigenen Weg zu gehen, die Verantwortung für deine spirituelle Entwicklung selbst zu übernehmen, wolltest du einfach nicht hören, da es der unangenehmste Teil der Lehre war. Es ist nicht Schuld des Gurus oder Lehrers, wenn du seinem Weg nicht folgen kannst. Doch du drehst gerne den Spieß um, wähnst dich lieber als Opfer, als armer Verführter, und misst durch die Tränen deines Selbstmitleids bereits die Balken fürs nächste Kreuz, während dein Nachbar die Nägel dazu schärft. Aber wisse: Opferhaltung ist nichts weiter als Feigheit.

Zuerst suchst du den Guru, dann folgst du ihm, verehrst ihn sogar, aber bei der kleinsten seiner menschlichen Regungen, oder bei deinem eigenen Scheitern an seinen Lehren, bist du bereit, ihn vom Sockel zu stoßen, auf den du selbst ihn gestellt hast. Notfalls würdest du ihn sogar vor Gericht stellen oder töten lassen. Deine Politiker jedoch, die dich offensichtlich belügen, manipulieren und verführen, die bezahlst du hoch, wählst sie Jahr für Jahr wieder und lässt sie ungestraft davonkommen, aber deine geistigen Lehrer, die verurteilst du aufs Schärfste beim kleinsten Anzeichen ihrer Menschlichkeit oder beim ersten Aufkommen deiner Unzufriedenheit an ihrer Lehre.
Das ist Wahnsinn, oder? Das ist Schizophrenie!

Du kannst sicher sein, dass kein spiritueller Lehrer jemals die Absicht hegt, dir zu schaden. Und selbst wenn es vereinzelt welche gab oder gibt, die verführt haben oder verführen, so bist doch du zu ihnen gegangen, um dich verführen zu lassen. Der Verführer trägt an der Verführung weit weniger Verantwortung als der Verführte selbst, so es sich beim Verführten um einen erwachsenen Menschen im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte handelt.
Du aber behauptest doch, erwachsen und voll zurechnungsfähig zu sein!

Der Lehrer dient dir hingebungsvoll und geduldig, doch zum Dank für seinen Dienst kreuzigst du ihn. Das tust du schon seit tausenden von Jahren. Vielleicht kreuzigst du heute nicht mehr am Ölberg, aber du tust es mittels der Medien und Gerichte, die du beauftragst, die Schatten des Gurus, des Lehrers, auszuspionieren, um sie ihm als tödliches Kreuz anzulasten. Damit hoffst du vielleicht, dich von deinen eigenen Schatten befreien zu können, aber das wird dir auf diese Weise nicht gelingen.

Jeden, den du um Rat und Unterweisung bittest, machst du so zum Guru, zu deinem Lehrer, doch bedenke: Gurus machen keine Hausbesuche!
Und dir ist hoffentlich klar, was ich dir mit dem letzten Satz sagen möchte.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce