Trennung und Rache


Es ist ein betrüblicher Fakt, aber du musst lernen, damit zu leben: Manche Menschen verkraften Trennungen nur dann, wenn sie Rache üben können in dem Versuch, ihren Schmerz damit zu kompensieren, den zurückbleibenden Teil einer Partnerschaft (die einst schön und voller liebevoller Gesten war) restlos zu zerstören.
– Sogar dann, wenn sie selbst die Trennung ausgesprochen haben, können manche Menschen nicht anders, als mit ihrem Schmerz auf diesem Wege zu verfahren. In Wahrheit offenbart sich in diesen Menschen bloß das zutiefst verletzte Innere Kind, das nie gelernt hat, mit Schmerz anders umzugehen, als zu schreien, zu toben und wild umsich zu schlagen. In all den Racheakten, dem Wüten, dem Hassen steckt jedoch nichts weiter als der stumme aber verzweifelte Schrei nach Liebe.
Was kannst du in einem solchen Falle tun?
– Du kannst, so gut es dir möglich, den Racheübenden vor sich selbst und seinem eigenen Schaden bewahren. Und du bist dazu aufgerufen, dem verletzten Inneren Kind dieses Menschen jene Liebe zu geben, nach der es so verzweifelt schreit. Es ist, wie ich so oft schon sagte, immer wieder die Frage: Was würde die Liebe jetzt tun?

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Trennung und Trauer


Wenn ein Mensch dich verlässt, dann ist das schmerzhaft. Und es ist völlig in Ordnung, deshalb zu trauern, denn das, was ihr beide miteinander hattet, wird es niemals wieder geben. Kein anderer Mensch kann dir dasselbe Gefühl vermitteln, das du mit einer ganz bestimmten Person hattest. Jede Begegnung ist daher einzigartig, wenn auch vergänglich. Ein Mensch, der geht, hinterlässt für immer eine Lücke. Was bleibt, ist eine weitere Anekdote im Buch deines Lebens. Bilder in Form von Erinnerungen, mehr bleibt nicht. Besondere Erfahrungen, Augenblicke, Gesten – all das lässt sich nicht wiederholen. Es kann zwar ein neuer Mensch den Platz an deiner Seite einnehmen, aber niemals einen anderen Menschen ersetzen. Menschen sind nicht austauschbar. Deshalb tut es weh, wenn ein Geliebter geht. Deine Liebe für ihn wird weiterleben, aber eure Geschichte ist zuende. Es ist okay, deshalb Trauer zu empfinden, es ist okay, deshalb zu weinen.
Nimm dir Zeit zu trauern. Trauer ist Teil des Menschseins. Sie ist natürlicher Bestandteil des Lebens. Trauer bezeugt, dass du ein Herz hast. Menschen, die dein Herz nicht sehen konnten, sind noch auf der Suche nach ihrem eigenen. Wünsche ihnen Glück beim Finden und erlaube dir selbst ausreichend Zeit für Trauer.
Nach und nach aber erinnere dich an einen wunderschönen Umstand, der nach jeder Trennung zur Wahrheit wird: Du kannst bei einer neuen Begegnung all das geben, was du in deinen vergangenen Beziehungen vielleicht nicht gegeben hast. Du hast eine neue Chance darauf, die großartigste Vision von dem, der du in der Liebe sein möchtest, zu verwirklichen. Du kannst dich selbst ganz anders definieren innerhalb einer neuen Begegnung, du kannst dich selbst ganz neu erfahren im Bezug auf die Liebe.
– Das ist der Segen jeder Trennung. Das ist der gelebte Atem der Liebe. Du atmest ein durch eine neue Begegnung, du atmest aus, wenn die Zeit abgelaufen ist. Und mit jedem neuen Einatmen hast du die Chance, noch inniger, noch großartiger zu lieben. Wie auch immer es nach einer Trennung weitergeht – die Liebe ist es, die den Lauf der Liebenden lenkt, niemals umgekehrt. Und die Liebe hat immer recht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Konflikt und Harmonie


Eine Partnerschaft kann dich nur dann erfüllen, wenn du erkennst, was du in der Vergangenheit verbockt hast. Dazu musst du dich selbst betrachten. Das erfordert Mut und bedingungslose Aufrichtigkeit dir selbst gegenüber. Du musst dahin blicken, wo du nicht gerne hinblickst – auf den Egoisten, den Heuchler, den Lügner, das Arschloch in dir!

Es ist nötig, dass du dir eingestehst, dass die Verantwortung für das Gelingen einer harmonischen Partnerschaft bei dir selbst, nicht beim Partner beginnt. Du bist derjenige, den du ändern kannst. Du bist der, der sich immer wieder an der eigenen Nase packen muss, wenn du eine erfüllte, harmonische Partnerschaft wünscht. Solange du dich nicht selbst total ausleuchtest, dich nicht bedingungslos und restlos zu deinen Fehltritten, deinen Vergehen bekennst, solange wirst du immer wieder die Harmonie vermissen, die deine Partnerschaft zu einer erfüllten macht. Dir selbst deine Schattenseiten vor Augen zu halten und sie dir ungeschönt einzugestehen ist der erste Schritt zu echter Harmonie.

Es geht weniger darum, deine Fehltritte und Vergehen auszumärzen, als sie dir selbst endlich im vollen Umfang ihrer Tragweite einzugestehen. Wenn du das kannst, projizierst du sie nicht mehr auf den Partner. Der hat ohnehin genug mit seinen eigenen zu tun – er kann nicht die Last der deinen auch noch tragen. Also erspare dir selbst die Opfer- und dem Partner die Täterrolle. Eure Beziehung ist kein Krimi, sondern eine Liebesgeschichte!

Begreife das, denn es ist essenziell: Du wirst niemals zu wahrer Harmonie finden, wenn du nicht den Mut und die Aufrichtigkeit zur Selbstreflexion entwickelst.
Und erkenne: Harmonie ist nicht die Abwesenheit von Konflikt! Harmonie ergibt sich daraus, wie du mit Konflikten umgehst und was du daraus gewinnst.

Konflikt ist ein Raum für Wachstum und Entwicklung. Konflikt sagt dir, dass du bisher etwas nicht in Liebe zu lösen verstanden hast, weil du dich nicht ausreichend selbstreflektierst. Jeder Streit, jede Krise ist ein weitaus größeres Geschenk als dir bewusst ist.
In friedlichen Phasen kannst du nur gering wachsen, dich kaum entwickeln, weil du in diesen Phasen am Genießen bist. Es bleibt fast kein Raum für Wachstum. Alles in diesen Phasen ist dem Genuss gewidmet. Du kannst in solchen Zeiten erkennen, wie genußfähig du bist, wie groß deine Fähigkeit zur Hingabe an den Frieden, an das Licht in dir ist – dazu sind diese Phasen da.
Der Konflikt aber bietet dir Boden für Selbsterkenntnis hinsichtlich deiner Schatten. Im Konflikt erkennst du den „Arschengel“ in dir selbst. Dazu aber musst du ihn dir erst einmal eingestehen! Solange du den „Arschengel“ in dir selbst leugnest, wirst du ihn immer auf den Partner projizeren, wodurch dein Partner über kurz oder lang in deinen Augen zum Monster mutiert. Du aber hast dich nicht in ein Monster verliebt, sondern in einen Menschen, der dir einst Schmetterlinge im Bauch gezaubert hat, ohne den du nicht mehr schlafen, essen und atmen konntest.

Deine Blindheit gegenüber dem Egoisten, dem Heuchler, dem Lügner, dem Arschloch in dir selbst hat deine Wahrnehmung vom Partner aber dermaßen verzerrt, dass du dein inneres Monster nun im Partner zu erkennen glaubst, statt es in dir selbst zu finden. Und du ergehst dich in dieser Täuschung dermaßen, bis du schließlich den einzigen Ausweg in der Trennung findest.

Ich weiß, dass dein Gedanke jetzt lautet: „Wenn das nur mein Partner auch so sehen könnte!“ – Und genau daran erkennst du, dass du immer noch nicht bereit bist, den „Arschengel“ in dir selbst zu erkennen und zu akzeptieren. Du projizierst immer noch!

Nur du allein kannst dich selbst im vollen Umfang wahrnehmen. Nur du allein kannst an dir selbst arbeiten. Nur du allein trägst Verantwortung für den „Arschengel“ in dir selbst. Und nur du allein bist dazu fähig, diesen zu erkennen, zu akzeptieren und dadurch zu transzendieren. Wenn du den „Arschengel“ zu transzendieren verstehst, dann verliert er seinen Schrecken und du musst ihn nicht mehr dem Partner um den Hals binden. Dein transzendierter „Arschengel“ ist der Schlüssel zur Harmonie in deiner Partnerschaft.
Und Harmonie bedeutet nicht die Abwesenheit von Konflikt. Harmonie ergibt sich daraus, was du durch einen Konflikt bereit bist an Selbstreflexion und Selbsterkenntnis zu gewinnen!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Lüge und Liebe


Bedenke, dass du Mensch bist und daher manchmal Handlungen setzt, die andere als „Fehler“ bezeichnen werden, weil du damit entweder sie oder dich selbst verletzt – meistens sogar beides.

Was auch immer du tust oder getan hast, wodurch andere sich verletzt fühlen könnten – lüge nicht! Die Lüge ist das Schlimmste, was du einem Menschen antun kannst. Es gibt viele schreckliche Dinge, die zwischen Menschen geschehen können, die Lüge aber ist das Gift auf der Klinge des Dolches. Der Dolch alleine fügt schon gehörig Schmerz zu, doch durch die Lüge bringst du Gift in die Seele, ins Herz des Anderen. Du zerstörst damit eure Beziehung, weil das Gift der Lüge lebenslang seine Wirkung tut – der Andere fühlt es, ob er möchte oder nicht, stets als Misstrauen in seinem Kreislauf wirken. Durch die Lüge beschädigst du das Vertrauen. Du schädigst den Anderen sogar soweit, dass er nicht nur dir misstraut, sondern meist auch allen anderen, die nach dir kommen werden. Abgesehen davon erklärst du den Anderen durch die Lüge für dumm. Du stellst dich auf überhebliche Weise über ihn in dem törichten Glauben, du wärst schlauer als er. Du ergehst dich in der Verblendung, eine Lüge hätte auf Dauer Bestand. Doch du täuscht dich.

Der bewusste Anteil deines Gegenübers mag dir auf den Leim gehen, aber auf feinstofflicheren Ebenen weiß der Andere immer, wann du lügst. Er fühlt es über seine Intuition, er kann es unbewusst spüren. Und er wird sich dadurch über kurz oder lang intuitiv von dir abgestossen fühlen, dir ohne für ihn ersichtlichen Grund zu misstrauen beginnen – viele Konflikte zwischen Menschen entstehen aus diesem Muster heraus.
Jeder Mensch macht manchmal Fehler – das ist Teil des Menschseins. Doch bleib dabei aufrichtig. Stehe mutig zu deinen Fehltritten, deinen misslungenen Handlungen und fragwürdigen Absichten. Damit verletzt du vielleicht andere, was schon traurig genug ist, aber du erleichterst dem Anderen das Vergeben ungemein, wenn du aufrichtig bist in deinem Menschsein. Durch deine Aufrichtigkeit kann der andere die Verletzung eher wegstecken, als wenn er verletzt und zusätzlich durch eine Lüge auch noch für dumm verkauft wurde.

Daher hüte dich der Lüge! Die Lüge ist der Tod jeder Beziehung. Und bedenke, jede Lüge fällt irgendwann dem Licht der Wahrheit zum Opfer. Ganz gleich, wie begabt oder geschickt der Lügner in seinem Spiel auch war – er wird sich letztlich selbst unter den Trümmern seines Lügengebäudes begraben finden.
Lüge und Liebe sind zwei unvereinbare Gegensätze. Wo Lüge ist, da ist die Liebe nicht. Und wo Liebe ist, da hat die Lüge keinen Platz.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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