Wo Arme dich empfangen werden


lovers01Manchmal ist es besser, wenn gewisse Wünsche sich nicht erfüllen, hier auf dieser Strasse… Manchmal bleibt die Glut der Sehnsucht ein Leben lang still im Herzen getragen, nur selten ausgesprochen in besonderen Momenten, spannt so die Triebfeder für weit Größeres und schafft auf diese Weise Wunder und Helden. Liebe aber findet letztlich und immer ihre Wege. Liebe als die letzte Tür, durch die du dann gehst in dem friedvollen Wissen, dass sich gewisse Wünsche schließlich doch noch erfüllen – dort, auf einer anderen, einer neuen Strasse. Wo Arme dich empfangen werden, in denen du immer schon gelegen, denn ich weiß, wovon ich hier erzähle. Was kann ein Mensch wie ich mehr empfinden als Dankbarkeit diesem wunderbar mysteriösen Wege gegenüber, den er gehen darf? Der Schlafwandler findet sich eines Tages in Bitterkeit wieder und hat so sein Dasein in Blindheit gefristet, nicht aber der erwachte König – der trug seine stille Sehnsucht zum Schutz gegen die Schatten, weil er tief in seinem Herzen stets wusste, dass König & Königin untrennbar sind. Und oft hat er in schwachen Momenten geflüstert ein leises Gebet: „Wo Arme dich empfangen werden, in denen du immer schon gelegen…“

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

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Ich nannte dich Hanna


walking-alone01In der Lotusblüte meines Herzens,
dort wiege ich dich immer noch
wie einen Embryo
– warm, sicher, weich.

Und jedes Mal,
wenn ich ihn gebären möchte,
wickelt sich die Nabelschnur fester,
raubt deine Flucht der Liebe die Luft.

Unter der Muschelschale meines Geistes
trage ich dich heimlich im zarten Fleisch,
ähnlich einem giftigen Dorn
– hart, kalt, stechend.

Und jedes Mal,
wenn du ihn herausziehen möchtest,
packe ich deine Hand,
ramme ihn mir noch tiefer hinein.

Alles an dir ist Schönheit,
jedes mit dir war Lust – selbst der Schmerz.
Und da als Einziges geblieben,
gebe ich ihn nicht auf.

Durch traumlose Nächte,
in den schattenfreien Illusionen
meines Rufes bist du weiterhin jene Eine
– Königin unter Göttinnen.

Ich starre durch dunkles Glas
auf jene Stelle,
an der du gestanden,
fassungslos und ungläubig bleibe ich zurück
– du kehrst nicht um, ziehst lächelnd stumme Kreise.

Deine Augen erstrahlen in Klarheit,
so lange vermisst,
so bitter ersehnt,
so viele Leben von ihrer Sanftheit verfolgt,
doch dieser hier ließ dich ziehen,
wieder und wieder,
duldet gespaltene Zungen und falsches Zeugnis
wider unserer Tage
– so versuchst du dich zu retten.

Anbetung, sagtest du in langen Nächten,
doch du knietest bloß in Angst.

All mein Halten an dir
ist mein Loslassen
– wir können Hand in Hand nicht gehen,
denn die Wahrheit ist:
Ich liebe dich – da ist nichts mehr zu sagen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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