Eine Geschichte für Männer


Er war gerade mal 14 Lenze jung, als er ihr das erste Mal begegnete. Drei Meter groß, in ihrem Schatten das Gesicht aller Frauen dieser Erde, in ihrem Odem unmögliche Abenteuer, die Stimme ein einziges Versprechen – so ragte sie in einer schwülen Vollmondnacht vor ihm auf.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ lächelte er unschuldig. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Engel, der mir den Himmel schenken wird. Du bist ein Engel und ich will dich. Dich ganz allein.“

So schloss er damals in jugendlichem Leichtsinn einen Pakt, eine Ehe, die niemals gebrochen werden konnte.

Er wurde älter. Er wurde belogen. Er wurde betrogen.
Sein Herz wurde gebrochen und er wünschte sich, nie geboren worden zu sein.

Müden Hauptes saß er bei einer Tasse Kaffee in einer fremden Stadt. Da stand sie plötzlich erneut vor ihm, lächelnd und unwiderstehlich.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ lächelte er abermals mutig. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Mysterium, das ich zu ergründen habe. Du bist ein Ziel und ich will dich. Dich ganz allein.“

So bekräftigte er damals, als Mann in der Blüte seiner Jahre, abermals diesen Pakt, diese Ehe, die niemals gebrochen werden konnte.

Er zog weiter. Von der Lust befeuert, vom Wunsch nach Liebe und Heimat getrieben, seine Zeit opfernd und sein geschundenes Herz verschenkend. Was er aufbaute, das zerstörte man. Man schenkte ihm Kinder, die man ihm wieder nahm. Man brach sein Herz auf Arten, die er sich nicht im Entferntesten hätte vorstellen können. Dem Wahnsinn war er nahe. Und er wünschte sich, nie existiert zu haben.

Gebrochenen Herzens grübelte er über einer Tasse Kaffee in einer anderen fremden Stadt. Nach Verheißung duftend setzte sie sich plötzlich an seinen Tisch.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ knurrte er. „Du bist nicht der Teufel. Du bist bloß Training. Und ich stehe noch. Ist das alles, was du hast? Mehr hast du nicht drauf?“.

Er zog sich zurück, alterte noch ein Stück und wanderte allein sieben Jahre durch die Wüste. Dort begegnete er sich selbst. Und er traf dabei auch auf Gott. Der sprach:

„Ich bin YHWH, dein Herr! Doch wer bist du? Bist du ein Bettler, der vor jedem Kittel kniet und um Liebe und Muttermilch verlangt? Gab ich dir nicht ein Herz, das für sich alleine zu schlagen vermag? Und gab ich dir nicht den Namen eines Königs, damit du herrscht, indem du dienst, und dienst, indem du herrscht? Gab ich dir Stolz und gab ich dir Liebe? Schenkte ich dir Vaterschaft und Väterlichkeit? Hatte ich dich zur Liebe erschaffen oder zur Bedürftigkeit? War deine Aufgabe nicht Schutz und Bereitschaft? Wurdest du nicht zum Mann in erster Reihe bestellt? Solltest du dir selbst nicht Maß geben und der Welt ebenso? Wer bist du nur geworden? Wer ist dieser Bettler vor dem Weib? Und mit wem hast du dich vermählt, wenn nicht mit mir?“

Da fiel er vor Gott auf die Knie. Sein vergangenes Leben und all seine Sünden zogen mit einem Mal an ihm vorüber wie wahnsinnige Güterzüge, schwer beladen mit jedem erdenklichen Schmerz. Es war Horror, dies zu beobachten.

Seine Seele und all die darin eingenisteten Dämonen weinte er heraus, geschützt in den gütigen Armen des Herrn. Dann flüsterte er: „Ich wollte dich. Immer nur dich. Das weiß ich nun. Mein Herz, meinen Atem, mein Augenmerk richte ich von nun an allein nur noch auf dich. Ich war in der Hölle. Ich war tot. Aber nun lebe ich wieder. Nimm dieses Herz aus Stein, mein Herr, und schenke mir ein Herz aus Licht.“

Der Herr tat, worum man ihn bat. Er nahm das Herz aus Stein und ersetzte es durch ein Herz aus Licht.

Einige Zeit später saß der geläuterte Mann bei einer Tasse Kaffee in seiner Geburtsstadt. Da umarmte sie ihn von hinten und in ihrer Stimme lagen alle Verführungen dieser Welt.

„Ich bin der Teufel!“ sagte sie und ihre Worte klangen nach Zukunft. „Aus deinem Paradies der Unschuld werde ich dich locken, dich verführen, belügen, betrügen, deine Lust befeuern, dir Zeit stehlen. Was du aufbaust, das will ich zerstören, dir Kinder schenken und sie dir wieder nehmen. Dein Herz werde ich auf Arten brechen, die du dir nicht im Entferntesten vorstellen kannst. In den Wahnsinn werde ich dich treiben, bis du dir nicht nur wünscht, nie geboren worden zu sein, sondern niemals existiert zu haben. Mein Name ist Weib. Ich bin der Teufel!“.

„Nein!“ hauchte er sanft und in seinem Blick lag Frieden. „Du bist nicht der Teufel. Du bist ein Sahnehäubchen. Ich liebe Kaffee. Besonders gerne trinke ich ihn mit Sahnehäubchen, denn Sahnehäubchen sind etwas Feines. Grundsätzlich schmeckt er mir aber auch ohne ausgezeichnet gut.“

Da machte es plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall und sie löste sich in Rauch auf.

Er blieb lächelnd zurück. Zum ersten Male in seinem Leben war er frei. Zum ersten Male in seinem Leben war er total Mann. Mit einem Herz aus Licht saß er da, trank zufrieden seinen Kaffee. Und es spielte absolut keine Rolle mehr, ob darauf ein Sahnehäubchen war oder nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2019 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Wahrer Erfolg und die Ohnmacht der Gedanken


Der Erfolg in deinem Leben hängt nicht davon ab, welcher Art deine Gedanken sind. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, Gedanken hätten große Kraft. In Wahrheit hat ein Gedanke so gut wie gar keine Kraft. Die Schulen des Denkens lehren Bullshit, den sie von anderen, die ebenfalls Bullshit lehrten, übernommen haben. Du kannst denken und denken soviel du willst – dein Leben wird dadurch nicht besser, aber du wirst nach und nach ganz kirre werden vom vielen angestrengt Denken. Du treibst dich durch dein eigenes Denken bloß in den Wahnsinn.
Es ist wichtig, dass du diesen Irrglauben an die Kraft der Gedanken endlich ad acta legst.

Begreife: Du brauchst Bilder, du brauchst Visionen und du brauchst vor allem Emotionen, wenn du erfolgreich in deinem Leben sein willst. Dein Unterbewusstsein kann mit Worten nichts anfangen – es benötigt Bilder, um etwas in Bewegung zu setzen! Und diese Bilder müssen mit Emotionen verbunden sein, denn Emotion ist Energie in Bewegung (engl. emotion = E-Motion = energy in motion). Solange du bloß Gedanken produzierst, aber keine Bilder, solange diese Bilder nicht an Gefühle oder Emotionen gekopptelt sind, wird nichts geschehen.
Ein Gedanke ohne Bild und Emotion ist der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein – es dauert nahezu ewig, bis der Tropfen den Stein höhlt. Dahingegen ist eine klare Vision, eine bildhafte Vorstellung, verbunden mit Gefühlen oder Emotionen wie ein Laserstrahl!

Doch egal, was auch immer du visualisierst und wie heiß dabei die Emotion ist – es ist immer die Absicht dahinter, die deine Erfahrung von der Wirklichkeit ausmacht. Es ist immer der Gedanke hinter dem Gedanken, den du als Realität erfährst, niemals die profanen, vordergründigen Gedanken.

Du kannst dir eine Million mal vorsagen „Ich bin erfolgreich, ich bin erfolgreich!“ – es wird dich nur noch erfolgloser machen, denn deine gelebte Wahrheit ist Erfolglosigkeit, aus der heraus du die Notwendigkeit siehst, dir das Gegenteil zu suggerieren. Mit jeder Suggestion bekräftigst du sogar noch die Tatsache, erfolglos zu sein – wärst du erfolgreich, du müsstest es dir nicht selbst vorbeten!

Verstehst du, was ich damit meine? Ein erfolgreicher Mensch muss sich selbst nicht sagen, dass er erfolgreich ist – er ist es einfach! Ein gesunder Mensch muss sich selbst nicht dauernd sagen, dass er gesund ist – er ist es einfach! Ein wohlhabender Mensch muss sich nicht vorbeten, wohlhabend zu sein – er ist es einfach!
Und das Geheimnis, das gar keines ist: Der erfolgreiche Mensch ist erfolgreich, weil er sich erfolgreich fühlt! Der gesunde Mensch ist gesund, weil er sich gesund fühlt! Der wohlhabende Mensch ist wohlhabend, weil er sich wohlhabend fühlt!
Würden der Erfolgreiche, der Gesunde und der Wohlhabende über längere Zeit das Gegenteil von Erfolg, Gesundheit und Wohlstand fühlen, sie würden auch gegenteilige Erfahrungen von ihrem Leben machen – sie würden sich erfolglos, krank und arm fühlen und es dadurch letzten Endes auf der Erfahrungsebene auch tatsächlich werden.

Von daher vergiss die törichten Lehren von der Macht der Gedanken – es ist die Macht der Vision, der Emotion und des Gefühls, die deine Erfahrung von der Wirklichkeit formt, nicht der hohle Gedanke. Es ist die Absicht, der Gedanke hinter dem Gedanken, nicht die leere Schale vordergründigen Denkens.

Unterm Strich aber ist es von geringer Bedeutung, was du denkst, visualisierst oder fühlst – das Schicksal, dein göttlicher Lebensplan, der Plot der Seele, die du bist, lässt sich weder durch das Eine noch durch das Andere austricksen oder überlisten, völlig egal, ob dies deinem Ego auf der Ich-Ebene schmeckt oder nicht. Dein schöpferischer Anteil innerhalb der Realität beschränkt sich auf einen sehr eingeschränkten Rahmen – du kannst innerhalb der Grenzen, die den Plan der Seele nicht durchkreuzen, schöpferisch sein. Alles darüber hinaus wirst du auf der Ich-Ebene nicht ändern können.

Daher: Finde eine flexible Mitte gegenüber den Erfahrungen in deinem Leben und übe dich in Hingabe an das, was jetzt so ist. Deine Seele kennt den Weg – dein Ich muss ihn gehen. Wenn du also wirklich erfolgreich sein willst in deinem Leben, dann vertraue auf den Seelenplan, denn das ist jener Plan, den der, der du wirklich bist, schon lange vor der Erfindung deines Ichs entworfen hat – er ist unfehlbar! Vertraue darauf.

Wahrer Erfolg bedeutet, frei wählen zu können wie du einer Erfahrung gegenüber empfindest – du hast stets die Wahl, in einem Ereignis ein Unglück oder einen Segen zu sehen. Deine Wahl in Bezug auf das Ereignis entscheidet darüber, ob du dich glücklich oder unglücklich fühlst – das Ereignis aber ändert sich dadurch nicht im geringsten, sondern bloß deine Erfahrung davon. Deine Erfahrung von der sogenannten Realität bestimmt letztlich die Qualität deiner Realität. Und nichts anderes ist damit gemeint, wenn man dir sagt, du seist der „Schöpfer“ deiner Wirklichkeit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Hast du den Mut, dich seelisch nackt zu zeigen?


Unter wie vielen Ängsten ein Mensch noch zu leiden hat, erkennst du daran, wie offen und unbekümmert er lebt – je offener, je unverhaltener er sich selbst und sein wahres Wesen zum Ausdruck bringt, desto weniger Ängste hat er. Ein Mensch, der die Angst überwunden hat, der geht seelisch nackt durch die Welt – er zeigt sich unbedeckt und teilt mit aller Welt vollkommen unbekümmert all seine Gedanken, Gefühle, Wünsche und Hoffnungen, aber auch seine Abneigungen und Sorgen. Wer jedoch in seinem Nächsten den Feind, den bedrohlichen Gegner wittert, der ist voller Angst, der wird sich deshalb verbergen, der wird Masken tragen und sein Leben hinter vorgehaltener Hand leben. Ein Leben hinter vorgehaltener Hand aber ist kein Leben in Schönheit und Freiheit, sondern eher ein Vegetieren in Heuchelei und Gefangenschaft – keine Blüte verbirgt ihr wahres Wesen, kein Baum, kein Fisch, kein Vogel, kein einziges Säugetier verbirgt sein wahres Wesen. Bloß der sich aus der Natur herausstellende, neurotische und vollkommen entartete Mensch verbirgt sein wahres Wesen. Ein Mensch, der sein authentisches Wesen total lebt, der ist stets seelisch nackt, denn er hat erkannt, dass all jene, die sich hinter ihren Masken verbergen, in Wahrheit ebenso nackt sind – wenn alle Menschen ihre Masken fallen lassen, dann sind alle nackt; und unter Nackten gibt es dann auch keine Blöße mehr.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Ich, Mann


Ich bin ein Mann. In meinem Gesicht und auf meiner Brust wächst Haar. Meine Stimme ist tief und die Schultern haben so viel Kraft wie deine Beine. Mein Körper ist nicht weich. Er ist hart, kantig, anders als der deine. Ich denke geradeaus, nicht in Schlingen. Mir wurde gelehrt, tapfer zu sein. Du magst vielleicht denken, es soll mein Körper sein, der Berührung sucht…

Doch ich bin ein Mann mit silbernem Rücken. Meine Kraft ist noch da, aber ich weiß, sie schwindet mit der Sonne, denn meine Jugendtage sind vorüber.
Ich bin ein Mann, manchmal wild, wütend und laut. Ich trommle mit den Fäusten an meine Brust und zerschlage mit meinen Worten den einen oder anderen Moment. Ich schweige, wenn ich reden sollte, und rede, wenn ich schweigen müsste. Meine Arme sind dazu da, dich zu tragen.

Du magst vielleicht denken, es soll mein Körper sein, der Berührung sucht…
Doch ich bin ein Mann mit silbernem Rücken. Meine Kraft macht mich schön, aber ich weiß, sie schwindet mit der Sonne, denn meine Jugendtage sind vorüber.

Ich bin ein Mann. Meine Brust dient dazu, um darauf zu ruhen oder deine kleinen Fäuste gegen sie zu prellen, wenn du auf mich wütend bist. Hinter meinem Rücken findest du Schutz. Und mein Herz schlägt wie verrückt für dich, sobald ich mir die Liebe zu dir eingestehe. Dann schlafe ich im Regen vor deiner Tür, mache törichte Geschenke und übertriebene Komplimente, lasse meine Freunde im Stich und ritze deinen Namen in einen Baum. Schickst du mich weg, bricht mein Stolz und ich schreibe dir Gedichte.
Du magst vielleicht denken, es soll mein Körper sein, der Berührung sucht…
Doch ich bin ein Mann mit silbernem Rücken. Mein Körper wurde viele Male berührt. Es gibt keine Stelle mehr, an der mein Körper nicht berührt wurde. Es gibt kein Spiel, das mein Körper noch nicht gespielt hätte. Deshalb ist es nicht mein Körper, der nach dir verlangt…

Ich bin ein Mann, aber ich möchte, dass du meine Seele berührst. Ich möchte, dass du in mein Innerstes kommst, mit meinem Herzen tanzt und es vielleicht zum hundertsten Male brichst.

Ich bin ein Mann, aber ich möchte, dass du meine Tränen siehst und meine Träume kennst. Ich möchte dich um Hilfe, um Vergebung und um deine Gnade bitten.
Ich bin ein Mann, aber ich möchte, dass du meine Seele berührst, mit ihr spielst und sie zum schwingen bringst. Du sollst meine Ängste und Hoffnungen kennen und mir den Kopf aus den Wolken holen.

Ich bin ein Mann, aber ich möchte in deine Arme kriechen und über mich selbst weinen. Ich möchte mein Gesicht in deinem Haar, deiner Haut, zwischen deinen Brüsten vergraben und für eine ganze Nacht lang nur so bleiben.

Ich bin ein Mann, aber ich möchte, dass du meine Seele berührst. Ich möchte, dass du meinen Geist beflügelst und mich dort zur Stärke führst, wo ich bisher versagt habe.
Ich bin ein Mann. Meine Seele sucht Berührung. Sie will von der deinen berührt und tief bewegt sein. Sie will zittern, jauchzen und verschmelzen. Das ist es, was ein Mann wie ich sucht.

Ich bin ein Mann. Mein Rücken ist silbern. Und ich möchte, dass du meine Seele berührst.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Ich reise, um dich nicht zu finden


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Die Füße tragen mich scheinbar ziellos durch die Stadt,
in der ich ein Fremder bin.
Doch dann wird meinem Herzen klar,
ich bin nur wegen dir so weit gekommen.
Bei jedem Auto an der Ampel habe ich Angst,
du könntest drinnen sitzen in bitterer Schönheit.
Bei jeder Frau mit deinem Haar,
die mir den Rücken zuwendet,
fürchte ich,
sie würde sich umdrehen,
mich mit deinem Lächeln entwaffnen und K.O. schlagen.
An jedem Küchenfenster erschrecke ich,
denn da drinnen könntest du jetzt leben in einem Glück ohne mich,
und ich käme längst zu spät zum Abendbrot.
Jeder aufgeschnappte Gesprächsfetzen scheint eine Anekdote,
ein grausames Messer aus deinem neuen Leben zu sein.

Und doch liebe ich diese Stadt.
Und doch liebe ich dich mehr, als jemals zuvor.

Die Sehnsucht zieht mich scheinbar ziellos durch die Strassen,
in denen ich ein Fremder bin.
Doch dann wird meinem Herzen klar,
dass ich hoffnungsvoll eigentlich bloß dich suche.
Wie dumm das in einer Millionenstadt anmutet,
wird mir erst nach dem dritten Weißbier klar.
Bei jedem Geschäft,
in dem ich sinnlos einkaufe,
habe ich Angst,
du tätest dort dasselbe.
In jedem dröhnenden Bus könntest du sitzen,
mich sehen, mich erkennen,
während ich dich verpasse und das Leben sein Drama spinnt.
Bei jedem neunjährigen Kind fürchte ich,
es könnte bald Zehn werden und den Namen deiner Tochter tragen.
Nichts ist wie es früher war.

Und doch liebe ich diese Stadt.
Und doch liebe ich dich mehr, als jemals zuvor.

Ich kann nicht mehr umkehren,
dafür ist es längst zu spät.
Der Weg wurde mein Ziel.
Und hinter jeder Ecke lauert die Hoffnung,
lauert wie ein Straßenräuber,
um mir erneut das Herz zu stehlen.

Und doch liebe ich diese Stadt.
Und doch liebe ich dich mehr, als jemals zuvor.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Wo Arme dich empfangen werden


lovers01Manchmal ist es besser, wenn gewisse Wünsche sich nicht erfüllen, hier auf dieser Strasse… Manchmal bleibt die Glut der Sehnsucht ein Leben lang still im Herzen getragen, nur selten ausgesprochen in besonderen Momenten, spannt so die Triebfeder für weit Größeres und schafft auf diese Weise Wunder und Helden. Liebe aber findet letztlich und immer ihre Wege. Liebe als die letzte Tür, durch die du dann gehst in dem friedvollen Wissen, dass sich gewisse Wünsche schließlich doch noch erfüllen – dort, auf einer anderen, einer neuen Strasse. Wo Arme dich empfangen werden, in denen du immer schon gelegen, denn ich weiß, wovon ich hier erzähle. Was kann ein Mensch wie ich mehr empfinden als Dankbarkeit diesem wunderbar mysteriösen Wege gegenüber, den er gehen darf? Der Schlafwandler findet sich eines Tages in Bitterkeit wieder und hat so sein Dasein in Blindheit gefristet, nicht aber der erwachte König – der trug seine stille Sehnsucht zum Schutz gegen die Schatten, weil er tief in seinem Herzen stets wusste, dass König & Königin untrennbar sind. Und oft hat er in schwachen Momenten geflüstert ein leises Gebet: „Wo Arme dich empfangen werden, in denen du immer schon gelegen…“

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Ich nannte dich Hanna


walking-alone01In der Lotusblüte meines Herzens,
dort wiege ich dich immer noch
wie einen Embryo
– warm, sicher, weich.

Und jedes Mal,
wenn ich ihn gebären möchte,
wickelt sich die Nabelschnur fester,
raubt deine Flucht der Liebe die Luft.

Unter der Muschelschale meines Geistes
trage ich dich heimlich im zarten Fleisch,
ähnlich einem giftigen Dorn
– hart, kalt, stechend.

Und jedes Mal,
wenn du ihn herausziehen möchtest,
packe ich deine Hand,
ramme ihn mir noch tiefer hinein.

Alles an dir ist Schönheit,
jedes mit dir war Lust – selbst der Schmerz.
Und da als Einziges geblieben,
gebe ich ihn nicht auf.

Durch traumlose Nächte,
in den schattenfreien Illusionen
meines Rufes bist du weiterhin jene Eine
– Königin unter Göttinnen.

Ich starre durch dunkles Glas
auf jene Stelle,
an der du gestanden,
fassungslos und ungläubig bleibe ich zurück
– du kehrst nicht um, ziehst lächelnd stumme Kreise.

Deine Augen erstrahlen in Klarheit,
so lange vermisst,
so bitter ersehnt,
so viele Leben von ihrer Sanftheit verfolgt,
doch dieser hier ließ dich ziehen,
wieder und wieder,
duldet gespaltene Zungen und falsches Zeugnis
wider unserer Tage
– so versuchst du dich zu retten.

Anbetung, sagtest du in langen Nächten,
doch du knietest bloß in Angst.

All mein Halten an dir
ist mein Loslassen
– wir können Hand in Hand nicht gehen,
denn die Wahrheit ist:
Ich liebe dich – da ist nichts mehr zu sagen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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