Die Töchter Liliths


Lilith. Sie ist zu einer esoterischen Pop-Ikone geworden. Zum Leitbild zahlreicher Frauen. Viel wird über sie geschrieben, aber nur wenig davon ist wahr. Auch dieser Artikel hier ist gewiss nicht völlig objektiv, denn dem Subjekt bleibt alles subjektiver Wahrnehmung unterstellt. Wahre Objektivität ist alleine der Göttlichkeit vorbehalten. Trotz aller Subjektivität gründet sich der Artikel jedoch auf die heiligen Schriften und Mythologien, nicht auf das psychotische Eso-Tingeltangel der New Age-Bewegung, die alles an den Mann und seine Frau verkaufen möchte, was zweifelhaften spirituellen Status, vor allem aber Kohle bringt. Daher wollen wir versuchen, Lilith hier einmal anders zu betrachten, um sie anschließend in einen neuzeitlichen Kontext zu stellen.

Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein EIN Fleisch. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.
– Genesis 2, Vers 21 – 25

Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.
– Genesis 3, Vers 20

– Gott nahm also keinen Teil vom Haupt Adams, damit Eva nicht über ihm stünde. Er nahm auch keinen Teil von Adams Fuß, damit sie nicht unter ihm stünde. Er nahm von der Rippe, da wo das Herz ist, damit sie ihm gleich stehe, Seite an Seite.

Das ist im Grunde eine wunderbare Sache aus der ganz klar zu erkennen ist, dass hier durch Gott eine Gleichstellung der Geschlechter gewünscht ist. Also kein Anlass, um an dieser Stelle schon hysterisch ins feministische Horn zu stoßen. (Diese Stelle kommt noch, jedoch eher zum Ende dieses Artikels – soviel sei hier schon mal verraten!)
Es ist ein durchaus schöner Gedanke zu wissen, dass Mann und Frau aus einem Leib gemacht sind. Völlig egal, ob man aus Lehm und Staub (Adam) oder aus einer Rippe (Eva) geformt wurde – beides klingt nicht sonderlich erhaben oder gar romantisch. Daher ist Eifersucht (Penisneid) nicht nötig. Wesentlich bedeutsamer ist der göttliche Plan dahinter, der sich hier offenbart. Denn als Eines waren sie gedacht und eins sollten sie bleiben. Eva war Adam eine gute Frau und Adam war ihr ein guter Mann. Sie stellten zwar gemeinsam etwas Folgenschweres an, aber sie taten dies immerhin als eingeschworene Komplizen, die auch gemeinsam die Konsequenzen ihres „Sündenfalls“ zu tragen hatten. Bis zum heutigen Tage…

Adam war also ein guter Mann. Eva war also eine gute Frau. Viele Frauen dieser Tage aber wollen nicht die Eva sein. Sie identifizieren sich lieber mit Lilith. Offenbar wollen sie keine guten Frauen sein. Sie wollen lieber schlechte Frauen, Dämoninnen und Kindsmörderinnen sein. Denn es wird behauptet, Lilith sei die erste Frau Adams gewesen, die sich Adam nicht unterordnen wollte, worauf sich Adam bei Gott beschwerte, der Lilith zu Rede stellte und sie aufforderte, Adam doch eine gute Frau zu sein. Lilith aber weigerte sich. Sie verfluchte Gott und schwor, bis zum Ende der Zeit die Kinder Adams zu ermorden. Angeblich war sie auch gegen die Verführungen Satans immun und betrog sogar Gott, indem sie ihm seinen heiligen Namen entlockte, was ihr nahezu unbegrenzte Macht verlieh. In jedem Falle aber zog sie aus dem Paradies aus (Wir wissen nicht, ob es sich hierbei um die allererste Schmollreaktion eines Weibes handelte, Anm.d.Verf.) und tötete fortan Nacht für Nacht die Kinder aus Adams Linie. Über viele Jahrhunderte hinweg fürchteten Eltern deshalb um das Leben ihrer Babys, die Lilith zum Opfer fallen könnten.

In deutschsprachigen Ausgaben der Bibel wird Lilith genau an zwei Stellen genannt, bei Hiob 18,15 und bei Jesaja 34,14. Dort wird sie (von hebräisch „Lilit) als „Nachtgespenst“ übersetzt, mit der Heimat in der Wüste.

Ab dem 13. Jahrhundert begegnet sie uns erstmals in einer Schrift namens „Abhandlung über die linken Emanationen“ in der ein System aus sieben göttlichen bösen Mächten beschrieben wird, deren erste Samael und deren letzte Lilith darstellt. Samael und Lilith symbolisieren ein göttliches Paar, das eine Gruppe böser Dämonen beherrscht und gegen die rechten (guten) Emanationen um die Vorherrschaft der Welt kämpft. Erst durch den apokalyptischen Zweikampf zwischen Samael und dem Messias wird dieser Kampf beendet.

Diese Metaphorik ist leicht auf unser heutiges Erkenntnismodell von den beiden Hemisphären unseres Gehirns zu deuten, bei dem die Linke dem kalten, rationalen, analytischen, und logischen Verstand, dem Ego zuzuordnen ist, wogegen die Rechte für das Ganzheitliche, Bildhafte, Kreative, Zeitlose, Intuitive und Emotionale, also für die Seele steht. Zwischen diesen beiden Seiten eines Ganzen herrscht im schlimmsten Falle Zwietracht. Finden sie zurück zur Einheit, erlangt der Mensch wieder seine von Gott gewollte Vollkommenheit und den Frieden des heiligen Geistes.

Laut der sumerischen Mythologie wohnte Lilith zunächst im Stamm des Weltenbaumes. Nachdem dieser jedoch auf Befehl Inannas hin gespalten worden war, floh sie in ein unbekanntes Gebiet, von wo aus ihr negativer Einfluss weiterhin wirkt, sie selbst aber dazu verdammt bleibt, fortan als ruhelos, einsam und ohne festen Wohnort umherzuirren. Auch hier stellt sie eine böse, dämonische Kraft dar.

Man findet Lilith zwar nicht in der Dämonenliste, jedoch in vielfältigen anderen Beschwörungsschriften in Form der Lilit-Dämonen (der Nachtgespenster) als Incubus- bzw. Succubus-Dämonen, die des Nachts Menschen heimsuchen und auf vielfältige Art den Kindstod verursachen. Eine solche Lilith herrscht auch gerne auf so mancher Türschwelle und erschlägt oder erwürgt vorbeikommende Kinder.

Auch in den aramäischen Legenden erscheint sie in Beschwörungsformeln, jedoch nicht in Form einer individuellen Gestalt, sondern als Dämonenkategorie, die auch in Gruppen gemischt aus männlichen und weiblichen Verkörperungen auftauchen kann.

In der populären Literatur wird immer wieder behauptet, Lilith sei Bestandteil eines Midraschs. Tatsächlich aber wird sie im Talmud nur einmal genannt, ohne sie genauer zu beschreiben: „Einer sollte nicht in einem Haus allein schlafen, und wer in einem Haus allein schläft, wird von Lilith geplagt.“

Einige neuzeitliche Werke stellen Lilith gerne als Schöpfung des verstoßenen Engels Luzifers oder als Vampirin dar. Sie erhält sogar die Bezeichnung des ersten Dämons überhaupt, wodurch sie in eine Stellung gebracht wird, die Luzifer beinahe gleichkommt.

In keinem Falle war und ist Lilith eine Gute. All das sollte man wissen, bevor man sich als Frau mit Lilith als Leitbild identifizieren möchte. Die Parallelen zum heutigen Frauenbild sind jedoch deutlich erkennbar. Moderne Frauen, die auf sich etwas halten, irren ebenso durch die „Wüste“ wie einst Lilith, sind nirgendwo angekommen, was sie fälschlich mit Freiheit gleichsetzen, morden sinnbildlich gesehen Männer, verachten insgeheim das Maskuline, weil man sie darauf konditioniert hat, verlieren das Unrechtsbewusstsein in Sachen Abtreibung (Kindsmord) und streben in sämtlichen Lebensbereichen nach unbegrenzter Macht. Das nennen sie dann „Emanzipation“.

Stellt man demgegenüber das Bild der Eva, der Urmutter („…die Mutter aller, die da leben.“), die eine gute, treue, warmherzige und liebevolle, wenn auch offensichtlich sehr neugierige Frau war, ergibt sich für jeden bewussten Menschen die Frage, ob hier im Sinne der Frau wirklich der wahre Geist Gottes oder doch eher Satan angebetet wird. Und wer ganz schlau ist, der darf selbst Rückschlüsse auf das Dilemma der heutzutage massiv grassierenden Beziehungsunfähigkeit sowie den Zusammenbruch der schützenden und sozial wichtigen Familienstruktur ziehen. Beide Aspekte liegen ohne Mitwirken des Weiblichen brach. Eva war Weib und Mutter. Sie hat uns zwar dazu gebracht, dem Weg der Erkenntnis zu folgen, was schwer wiegt, dennoch aber in eine höhere Ordnung fällt. Lilith hingegen schafft es, das gesamte Weltgefüge ins Wanken zu bringen, indem sie ausschließlich Chaos verursacht, Rache übt und nach Macht strebt. Sie tut alles, nur eines nicht: Weib sein!
Das aber wäre ihre Aufgabe gewesen.

Eine gottlose Dämonin, hinterhältige Betrügerin, eiskalte Kindsmörderin, die einsam umherirrend ihren Platz im Universum sucht – das ist Lilith. Sie ist eine dunkle Macht, dem Satan nahe und deshalb gegen ihn immun. Sie bringt nichts hervor außer Leid. Und die satanistisch unterwanderte Esoterik-Industrie verkauft sie deshalb auch als globales Leitbild für die moderne Frau, weil damit nicht nur herrlich Kohle zu machen ist, sondern der menschliche Geist wieder mal wunderbar in die falsche Richtung gelenkt werden kann.

Hast du nun immer noch Bock darauf, eine Tochter Liliths zu sein?

PS: Jetzt kannst du übrigens, wie Eingangs versprochen, gerne ins (pseudo)feministische Horn stoßen. Oder auch nicht.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2018 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Advertisements

750.000 Follower


Als ich im Jahre 2011 diesen Blog und seine Schwesterseite auf Facebook ins Leben rief, konnte ich nicht ahnen, was eines Tages daraus werden sollte. Ich befand mich damals in einer Lebenskrise und suchte bloß ein Feld, um mich sinnvoll zu betätigen. Mir war auch nicht klar, was das Synonym „Andersmensch“ für mich und mein Leben zukünftig bedeuten würde. All das geschah damals ohne Plan, ohne Konzept, ohne bestimmtes Ziel…

Rückblickend darf ich heute erkennen, dass da jemand oder etwas doch einen Plan, ein Konzept und ein sehr klares Ziel hatte, doch ich war und bin nicht dieser Jemand oder dieses Etwas. Ich stehe immer noch oftmals staunend in der Mitte dieser Sache, nicht ganz begreifend, wie ich hier landen konnte, ohne das jemals gewünscht oder forciert zu haben. Das Einzige, was ich tat, war kontinuierlich dem nahezu magischen Drang zu folgen, dieses Kind namens „Andersmensch“ zu pflegen und zu füttern.

Mittlerweile lebe ich innerhalb dieses Kindes, als schwebte ich in der Fruchtblase meiner eigenen Schöpfung. Sie umgibt und durchdringt mich, sie ist Teil meines Lebens und wohl auch meine Bestimmung geworden. Doch meistens ist mir unklar, ob nun ich den Andersmensch oder er mich geboren hat. Er ist jedenfalls bestimmende Kraft, Schicksal und Erfüllung.

Und wenn ich mir, wie gerade eben, jene Zahl vor Augen halte – 750.000 Follower –, dann muss ich dies in mehreren Anläufen tun, um es tatsächlich fassen zu können. Eine Dreiviertelmillion! Das könnte man statistisch so betrachten, als würde jeder zweite Münchner Andersmensch lesen.

Was könnte ich in Anbetracht der Größe einer solchen Zahl anderes empfinden als tiefe Demut?

Ja, ich bin demütig und fühle mich gerade ziemlich kleinlaut, aber auch äußerst dankbar. Ich fühle Dankbarkeit gegenüber Gott, der mich bis hierher geführt hat, ich fühle Dankbarkeit gegenüber den wohl besseren Engeln meines Wesens, die mich nie haben aufgeben lassen, ganz gleich, wie oft ich auch vom Andersmensch die Nase voll hatte. Und ich fühle natürlich Dankbarkeit gegenüber all den wunderbaren Lesern, Fans, Followern und Wegbegleitern, die mir über all die Zeit so treu und tapfer zur Seite standen.

Ich blicke auf ein Sache, die ich noch immer nicht vollumfänglich begreife, die ich wohl niemals vollständig werde fassen können, die aber untrennbarer Teil meiner Bestimmung zu sein scheint. Und diese ist nun mit mehr als 750.000 anderen Seelen verknüpft.

Daher lade ich dich von Herzen dazu ein, mit mir gemeinsam diesen denkwürdigen Tag zu feiern, um dich gleichsam zu bitten, dir meinen tiefsten Dank aussprechen zu dürfen, denn dieser steht dir, als meinem Leser/meiner Leserin, unweigerlich in Liebe zu.

Danke.

Dein Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Nur ein liebender Mund spricht Wahrheit


Als Maria aus Magdala zum Grab von Jeshua ging, um den Leichnam zu salben, da sah sie, dass der Stein vor dem Grab weggerollt und das Grab leer war. Sie fiel auf die Knie und weinte. Ihr Weinen galt dem Fehlen des Körpers jenes Mannes, dem sie folgte als Schülerin und den sie liebte als ihren Mann, und es galt der Erkenntnis, dass er der Heiland sein musste.

Als sie aus dem Grab kam, stand ein Fremder vor ihr, der lächelnd fragte: „Weib, was weinst du so bitterlich?“
Sie antwortete: „Das Grab ist leer. Ich bin ohne meinen Mann und ich bin ohne meinen Meister.“
Aber der Fremde lächelte nur und sagte „Erkennst du mich denn nicht, Weib? Was suchst du den Lebenden unter den Toten? Ich bin es. Und ich lebe.“
Da erkannte Maria ihn, denn sie sah, dass er es war, und sie fiel vor ihm auf die Knie und streckte ihre Hände nach ihm aus, doch er sagte: „Rühre mich nicht an, Frau, denn noch bin ich nicht aufgefahren zu meinem Vater im Himmel. Doch zu dir komme ich als der Erste und als die Erste sollst du gehen und ihnen sagen, ich lebe. Gehe, und bringe ihnen die frohe Kunde, dass ich nicht eingehen kann ins Reich der Toten, und lehre sie die Worte, die ich nur dir gab, und berichte, wer ich dir bin, nachdem ich hochgestiegen bin zum Vater!“
Und Maria war glücklich, denn sie wusste nun, dass er lebte und sie ging zu dem Haus, wo die Jünger sich versteckten aus Angst vor Verfolgung, wo sie klagten um den Tod ihres Meisters, denn sie hatten Angst und waren voll Kummer. Maria tat, wie er ihr es aufgetragen hatte. Doch die Jünger konnten nicht glauben, was Maria erzählte. Und so gingen drei von ihnen mit Maria zum Grab, unter ihnen Simon Petrus, und auch sie sahen, dass es leer war.

Da nahm Simon Petrus Maria zur Seite und sagte: „Schwester, wir wissen, der Herr hat dich mehr geliebt hat als andere Frauen. Erzähle uns doch von seinen Worten die er nur dir allein gab, denn vielleicht haben wir einige davon noch nicht gehört. Welches sind die Geheimnisse, die nur du kennst?“
Maria aus Magdala antwortete: „Sobald er aufgestiegen ist zum Vater im Himmel will ich euch alles wahrheitsgetreu sagen, so wie er es mir gesagt hat, bis ins Kleinste.“
Da wurde Simon Petrus sehr wütend, denn er war voll Eifersucht.
Maria aber beruhigte ihn und sagte: „Ich will euch nicht nur die Geheimnisse anvertrauen, die er nur mir allein anvertraute und die dann keine mehr sein sollen. Ich will euch auch berichten von dem Mann, der er mir war und der er mir immer sein wird, denn ihr sollt ihn kennen bis ins Kleinste. Als Meister habt ihr ihn geliebt, als Heiland werdet ihr ihn erkennen, ich aber habe die Aufgabe, euch den Menschen zu bringen, der er ist.“

Was ich dir mit dieser Geschichte sagen möchte? – Ich will dir damit nahelegen, dass du nicht die fragen sollst, die nicht lieben. Jemand, der nicht liebt, kann nicht die Wahrheit sagen. Wenn du etwas über einen anderen Menschen erfahren willst, den du selbst nicht fragen kannst, dann gehe nicht zu jenen, die ohne Liebe über einen anderen berichten, denn was sie dir erzählen werden, ist bloß die Wahrheit über sie selbst, aber eine Lüge über den Menschen. Wenn du einen Menschen nicht über sich selbst fragen kannst, damit er dir über sich erzählt, dann frage diejenigen, die ihn lieben. Frage die, die mit ihm in Frieden sind. Sonst wirst du nur Lügen hören und ein falsches Bild bekommen. Kein Mensch kann die Wahrheit sagen, wenn er nicht liebt. Denn Liebe und Wahrheit sind eins.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

6 Jahre ANDERSmensch


Wir feiern unseren 6. Geburtstag. Seit nun bereits mehr als einem halben Jahrzehnt sind wir bemüht, den doch oftmals eher stereotypen Internet-Alltag auf einem gewissen Niveau für all unsere Freunde, Sannyasins, Leser und Fans zu halten, indem wir kostenlos und völlig unverbindlich die hochkarätigen Botschaften von Andersmensch mit der Welt teilen. Daher gilt der Dank an dieser Stelle zunächst sowohl dem Gründer, Initiator und Namensträger, David P. Pauswek, dem wir so viele impulsgebende, inspirierende Inputs verdanken, als auch natürlich all jenen, die uns als Fans, Follower und Freunde über all die Jahre die Treue geleistet haben.
Happy Birthday, Andersmensch! Wie schön, dass es dich gibt!

„Transzendenz. Bewusst. Leben!“

In aufrichtiger Wertschätzung,

das Andersmensch-Team

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Karfreitag


Meine liebsten Feiertage sind schon immer der Karfreitag und der Ostermontag gewesen. Für mich als Kind Gottes, das ich mit jeder Zelle bin, wiegen diese Tage schwer. Und obwohl ich ein bisschen jeder Religion, ganz viel aber gar keiner angehöre, bin ich doch Christ und werde es auch immer bleiben.

Wenn du einen Christen als einen siehst, der den Evangelien Jesus folgt, dann bin ich Christ. Wenn die Lehre Jesus als das Urchristentum gilt, wenn sie dein höchstes anzustrebendes Ziel darstellt und du Jesus liebst als den Größten von uns, wenn du ihn ehrst und achtest als Mensch und als Meister, dann trifft diese Definition „Christ“ auf mich zu, denn dann bin ich Christ. Dann bin ich Evangelist. Wenn du „Christ“ damit verwechselst, heuchlerisch Kirchensteuer zu zahlen, dich die ganze Woche über wie ein Arschloch zu verhalten, aber am Sonntag scheinheilig zur Beichte zu gehen und zu glauben, Gott wäre ein Idiot, den du mit 15 „Ave Maria“ bestechen könntest, wenn du glaubst, der Papst und seine Bischöfe wären tatsächlich Gottes Stellvertreter oder Geschäftsführer auf Erden, wenn du Onanie und Sexualität als Sünde betrachtest und an die Rache und den Zorn Gottes, wenn du an Hölle und Fegefeuer glaubst, dann bin ich in diesem Sinne kein Christ, denn all das wäre nicht christlich, sondern Katholizismus.

Nach meinem Verständnis von Jesus bin ich aber Christ, ohne einer Religion anzugehören, denn ein Christ zu sein ist keine religiöse Sache – ein Christ zu sein ist eine spirituelle Sache.

Ein Christ zu sein bedeutet, Gott über alles zu lieben. Es bedeutet, in allem, was da ist, Gott zu suchen und zu finden. Es bedeutet, sich dem Kreuz des Lebens hinzugeben und sich der Vergebung Gottes sicher zu sein, ohne bewusst ein Arschloch sein zu wollen.

Christ zu sein ist eine Haltung des Herzens. Es ist eine Ausrichtung des Geistes auf Gott hin. Die Liebe Gottes anzustreben, sie zu fühlen, sie in sich zu tragen und allem Leben entgegenzubringen – das ist Christentum. Nicht zu stehlen, nicht zu lügen, nicht zu töten, nicht zu begehren deines Nächsten Hab, Weib und Gut, keine anderen Götter wie etwa Macht, Ruhm, Geld oder Drogen neben Gott zu haben, kein falsches Zeugnis wider deinem Nächsten abzulegen, Vater und Mutter zu ehren, Dankbarkeit für all die kleinen Dinge des Lebens zu verspüren, deinen Nächsten lieben zu wollen, Frieden zu stiften, wo Streit herrscht, Wahrheit zu sein, wo Lüge sich breit macht, demütig vor der Größe Gottes zu sein und Jesus zu folgen durch dein Denken, Fühlen und Handeln – das ist Christentum. Das Kreuz des irdischen Daseins geduldig zu tragen, hinauf den Ölberg deiner Bestimmung, es zu umarmen als das Schicksal, das Gott für dich wählte, und nur einmal am Tage zu zweifeln, um zu wissen, bevor der Abend kommt wirst auch du bei Gott sein, wo all deine Vergehen in Liebe Erlösung finden – das ist Christentum. Und es ist schön, dieses Christentum, denn es ist wahrhaftig, es ist voller Liebe in seinem Kern.

Das Wort Christi, die Lehre Jesu – das ist das für mich einzig gültige Christentum. Denn mein Christentum ist nicht dieser hässliche, pervertierte, heuchlerische Katholizismus. Mein Christentum ist nicht Religion – mein Christentum ist eine wunderschöne Haltung des Herzen. Dazu ist keine Kirche nötig. Dazu ist keine Schrift maßgebend – allein mein Herz auf Gott gerichtet ist Maß und Ziel und Erfüllung. Das ist mein Christentum, mein Christsein.

Und am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde vor rund 2000 Jahren der Tischler aus Nazareth, der nichts Unrechtes tat, der nichts Geringeres tat als zu lieben und von dieser Liebe Zeugnis abzulegen, dem Kreuz ausgeliefert. Er wurde verurteilt, verprügelt, geächtet, misshandelt und getötet von jenen, die er liebte ohne Maß und ohne Bedingung. Am heutigen Tage, dem Karfreitag, wurde uns allen ein Maßstab vorgegeben, wie wir lieben sollten. Er wurde uns im Schmerz eines Mannes, eines Menschen offenbart, der selbst in den Stunden größter Pein noch für seine Peiniger um Vergebung bat – das ist etwas, das in diesen dunklen, egomanischen Tagen, in diesen fremdenfeindlichen, angsterfüllten, satanistischen Zeiten keinen Anklang mehr findet: Für deine vermeintlichen Feinde und Peiniger zu beten!

Doch es wurde jenen aufgetragen, die mit ihrem Herzen bei Jesus sind, es wieder und wieder in Erinnerung zu bringen: Liebe deine Widersacher! Vergib jenen, die nicht wissen, was sie tun!
Und erinnere dich an jene Person, die mit der reinsten dir vorstellbaren Seele auf diese Erde kam, um uns alle zu versöhnen, uns zu einen, um uns alle an das zu erinnern, was die ganze Welt heilen könnte: Liebe.

Das ist für mich Karfreitag: Mich daran zu erinnern, mich selbst dazu gemahnen, dass ich alle Unbill, alle Herausforderungen, alle Pein, alle Ungerechtigkeit der Welt ertragen muss als das Kreuz des menschlichen Daseins in dem Wissen, dass wenn ich dieses Kreuz den Berg hoch habe und die letzte Stunde für mich schlägt, ich zu Gott heim gerufen werde. Und ich werde da sein in einem Paradies der Liebe, denn Gott liebt alle Menschen im selben Maße, aber jeden auf besondere Weise, und er hat für alle Menschen einen Platz in seinem endlosen Haus.

Das ist mein Karfreitag als der Christ, der ich in meinem Herzen für immer bin: Erinnerung an die Härten des Lebens in Demut und Liebe im Namen meines Meisters, Jesus Christus.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Du bist Soldat in einem unsichtbaren Weltkrieg


Ist dir das schon aufgefallen? – Egal, welche Information du dir holst, dich findet sehr bald schon jene Gegeninformation, welche die erste Information neutralisiert. Wo auch immer du hinsiehst, was auch immer du hörst oder liest – irgendwer hat immer Argumente und „Beweise“, die ebenso schwer wiegen wie das, was du gesehen, gehört oder gelesen hast. Zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie, zu jeder These eine Antithese, zu jedem Beweis einen Gegenbeweis, zu jeder Information eine Gegeninformation. Und all das trifft dich täglich massenweise und in allen Bereichen deines Lebens. Es gibt nichts mehr, rein gar nichts mehr, woran du dich halten kannst, sobald du dich auf den mühsamen Weg zur Wahrheit machst. Unter dem Strich weißt du hinterher soviel wie vorher. Was bleibt ist Verwirrung und Ratlosigkeit, manchmal auch Wut.
– Das ist das Informationszeitalter! Du lebst in einer Welt voller Information. Du lebst in einer Welt, in der alle Information jederzeit verfügbar scheint. Aber du lebst dadurch auch in einer Welt ohne Wahrheit. Und das ist der größte Verlust, den die Menschheit jemals erleiden musste – den Verlust der Wahrheit zum Preis des Gewinns an unüberschaubarer, überall verfügbarer Information.
Information aber ist nicht gleich Wahrheit und Wahrheit ist nicht gleich Information. Doch woran sollst du das Eine vom Anderen unterscheiden in einer Welt, in der jeder Idiot jedwede Information als Wahrheit verkaufen möchte und auch kann?

Nun, diese Frage ist nicht mit wenigen Worten zu beantworten, denn zunächst muss geklärt werden, worin der Unterschied zwischen Information und Wahrheit besteht.

Information ist etwas, das jeder herstellen kann. Das geht ganz leicht. Du setzt dich einfach vor deinen Computer, logst dich in das soziale Medium deiner Wahl ein oder verfasst einen Blog oder sogar ein Buch. Schreibe einfach munter drauf los. Du musst dich dabei durch nichts bremsen lassen. Schreibe über das, was dir gerade selbst gefällt und was du gerne als Info unter die Leute bringen willst. Wenn du das geschickt machst und so tust, als hättest du von dem Thema, über das du schreibst, tatsächlich Ahnung, dann wird daraus Information. Und wenn du dazu ein wenig googelst, um jemand zu finden, der eine ähnliche Ansicht wie du vertritt, damit du dich in deinen Texten auf ihn beziehen kannst, wird daraus sogar Information mit Wahrheitsanspruch. Ob deine Information tatsächlich wahr ist oder nicht, spielt kaum noch eine Rolle – sobald du deine Texte publizierst, wird es Menschen geben, die sie für die Wahrheit halten. Was sich dazu immer gut macht, sind Fotos zum Text. Diese Fotos müssen nicht unbedingt von dir selbst stammen – du kannst sie mittlerweile einfach auf google klauen. Das kostet nichts und der Großteil aller Menschen tritt das Urheberrecht ohnehin bereits mit Füßen – alles scheint public domain! Daher benutze Fotos, wenn du deine Info besser aussehen lassen möchtest. Du solltest bei der Fotoauswahl bloß darauf achten, dass die Fotos in ihrer Aussage das bekräftigen, was du mit deinen Texten auszudrücken versuchst.
Wenn du ganz schlau bist, googelst du nach irgendwelchen Studien von sogenannten „Experten“, die deine Meinung untermauern könnten, und packst diese Studien als Fußnoten oder Bezugsquellen in deine Texte. Dann publizierst du das Ganze und sorgst dafür, dass es viral wird.
– Voilà! Du hast Information hergestellt! Und die muss nicht einmal wahr sein – sie muss bloß wahr wirken und viral gehen, damit viele Menschen sie für wahr halten. So einfach geht heutzutage Information.

Wahrheit ist im Vergleich zur Information schon schwieriger zu bekommen, denn Wahrheit ist weder inflationär noch ist sie künstlich herzustellen. Natürlich gibt es ein paar ganz Schlaue, die behaupten, es gäbe so etwas wie die Wahrheit gar nicht. Doch vor denen hüte dich, denn solche „Schlaumeier“ wollen dir mit ihrer Aussage bloß weismachen, das es die Wahrheit sei, dass es keine Wahrheit gäbe – ein offenkundiger, logischer Widerspruch und ein Paradoxon, das nicht funktioniert. Daher sei schlauer als die „Es-gibt-7 Milliarden-Wahrheiten-Fraktion“. Es gibt keine 7 Milliarden Wahrheiten – es gibt immer nur eine einzige Wahrheit und vielleicht 7 Milliarden Wahrnehmungen, 7 Milliarden Blickwinkel auf dieser Wahrheit. Doch es gibt Wahrheit. Und von dieser Wahrheit gibt es zu jedem Sachverhalt immer nur jeweils eine einzige.
Wahrheit erkennst du daran, dass sie sich nicht wandelt – sie ist unveränderlich, ewig und klingt immer gleich, ganz egal, von welcher Quelle sie verbreitet wird. Zwei mal Zwei ist immer Vier. Das ist unveränderlich. Alle Farben des Lichtspektrums vereint ergeben immer weißes Licht. Das ist unveränderlich. Eine Kraft ist immer die Ursache einer Beschleunigung. Das ist unveränderlich. Für den Frieden kannst du nicht kämpfen – du musst Frieden sein, wenn du welchen haben willst. Das ist unveränderlich. Alles Leben unterliegt der Evolution und alle Evolution ist Leben. Das ist unveränderlich. Mathematik ist Wahrheit. Physik ist Wahrheit. Evolution ist Wahrheit.
– All das sind Beispiele für Wahrheit. Und all diese Beispiele stellen Aspekte dar, die Unveränderlichkeit ausdrücken. Daher erkennst du Wahrheit daran, dass sie immer gleich klingt, ganz egal, wer sie verkündet. Wahrheit wandelt sich nicht mit der Zeit, der Mode, dem Trend oder der Moral. Sie ist zeitlos und unterliegt nicht dem persönlichen Geschmack. Und Wahrheit ist zudem meist unbequem. Sie deckt sich oftmals nicht mit deinem persönlichen Paradigma und so gut wie nie mit dem globalen. Wahrheit kann weder vergehen noch muss sie erschaffen werden. Wahrheit ist. Wahrheit kann nicht verändert und nicht verborgen bleiben, denn alle Wahrheit strebt beständig an die Oberfläche, ans Licht. Und sie sucht nach dir, wie du nach ihr suchst. Sie wird dich finden, bevor du sie findest. Denn alle Wahrheit strömt. Sie liegt nicht außerhalb von dir, sondern tief in dir. Du kannst sie nicht in deinem Kopf, in deinem Verstand finden – du findest sie ausschließlich in deinem Herzen. Tief in deinem Innersten existiert Wahrheit. Von daher stammt sie. Sie kann nur da sein, wo dein Denken nicht mehr ist, denn dein Denken ist durch Information permanent verwirrt. Dein Herz aber kann nicht durch Information in Verwirrung geraten. Wahrheit ist kein Erzeugnis und sie klingt immer gleich, ganz egal, wer sie verkündet.
– Daran erkennst du Wahrheit.

Wie du siehst, besteht ein großer Unterschied zwischen Wahrheit und Information. Das, was du gemeinhin für Wahrheit hältst, ist meist bloß Information. Dabei wählst du gerne jene Information als deine vermeintliche Wahrheit, die dir momentan am besten in den Kram passt. Du suchst dir jene Info, die das bestätigt, was dir in deiner gegenwärtigen Lebensphase am besten gefällt, und behauptest dann, dies sei die Wahrheit. Dabei vergisst du, wie viele „Wahrheiten“ du im Laufe deines Lebens schon zu ein und demselben Thema hattest – als Fünfzehnjähriger hattest du ganz andere Wahrheiten als mit Fünfundzwanzig und mit 65 hast du ganz andere Wahrheiten als mit 45. Für all deine vermeintlichen Wahrheiten aber warst du zum jeweiligen Zeitpunkt stets bereit zu kämpfen und zu streiten. Und für mache davon wärst du sogar bereit gewesen, etwas ziemlich Dummes oder Schreckliches zu tun.
Doch wo sind sie heute hin, diese total „wahren“ und „wichtigen“ Wahrheiten?
– Sie wurden durch andere, durch neue „Wahrheiten“ ersetzt.
Daher kannst du davon ausgehen, dass deine bisherigen Wahrheiten nicht die Wahrheit waren, sondern bloß Informationen, die dir gut gefallen haben.
Information ist jederzeit und von jedermann künstlich herstellbar, formbar, veränderlich und deinem Geschmack oder dem Trend unterlegen, denn es gibt massig davon. Wahrheit aber ist kein Produkt. Sie ist der unmanipulierte Zustand von etwas, das tatsächlich so ist, wie es ist. Sie kann in ihrer Essenz nicht verändert werden und schert sich einen Dreck um Geschmack, Zeitgeist, Mode oder Moral.

Das Schlimme an der Zeit in der du lebst, ist der Krieg, in dem du dich befindest. Die Schlachtfelder dieser Epoche sind keine geografischen mehr – die Schlachtfelder unserer Zeit befinden sich in unseren Köpfen. Da tobt der Dritte Weltkrieg. In unseren Gehirnen findet der Krieg statt. Und er wird mit Waffen geführt, die da lauten: Argument und Gegenargument, Studie und Gegenstudie, These und Antithese, Beweis und Gegenbeweis, Information und Desinformation. Das Medium dieses Krieges ist das Internet, die sozialen Plattformen. Und du bist ein Soldat mit einem Avatar als Kampfanzug. Deine Front ist deine Meinung, die du dir aus Informationen zusammengebastelt hast. Und so kämpfst du in einem Krieg, den du als solchen nicht erkennen kannst, solange du daran glaubst, dass Wahrheit etwas sei, das außerhalb von dir selbst existieren könnte. Du wirst solange Soldat in diesem Krieg sein, solange du Wahrheit in deinem Kopf zu finden versucht bist. Du wirst mit den Waffen dieses Krieges verletzen und töten, solange du an Expertenmeinungen, unabhängige Studien und Massenmedien glaubst. Du wirst es sogar bis zum Weltuntergang treiben, ehe du nicht erkennst, worin der Unterschied zwischen Information und Wahrheit besteht.
So hart und pathetisch das möglicherweise klingen mag, aber du befindest dich tatsächlich in einem Weltkrieg. Seine Waffe ist die Information. Seine Schlachtfelder sind wir selbst. Und seine Opfer sind unsere dereinst freien Geister. Der Friede unserer Seele ist das größte Opfer dieses Krieges. Erst dann, wenn der Großteil aller Menschen jene Wege geht, die der Wahrheit erlauben, aus dem Herzen des Menschen empor zu steigen, wird dieser Krieg enden. Dazu muss der Mensch das Herzdenken erlernen. Solange der Mensch ein Kopfwesen bleibt und die Wahrheit aus externen Informationsquellen zu beziehen versucht, statt sie aus sich selbst empor steigen zu lassen, solange wird der Krieg weiter toben und die Menschheit in noch kleinere Fraktionen zersprengen, die alle ihren bevorzugten, als Wahrheit gepriesenen Informationen dienen. Denn indem man durch massenhafte Information dem Menschen die Wahrheit nimmt, beraubt man ihn auch des inneren Friedens. Man beraubt ihn der Solidarität mit seinem Nächsten. Und man beraubt ihn dadurch der Würde als menschliches Wesen.
Massenhafte Information ist das Gift, welches die Wahrheit auf Basis der daraus entstehenden Desinformation zu zerstören versucht. Und Wahrheit ist das Heilmittel gegen die Information. Daher finde Wahrheit! Und bedenke: Information existiert inflationär – Wahrheit gibt es zu jeder Sache immer nur jeweils eine. Information strömt von außen nach innen – Wahrheit fließt von innen nach außen. Information verwirrt den Verstand – Wahrheit klärt ihn. Information erreicht den Kopf – Wahrheit kommt aus dem Herzen. Der Weg zum Herzen führt über echte Meditation. Echte Meditation ist etwas, das jenseits des Denkens geschieht.

Wenn du erkannt hast, das echte Meditation der Schlüssel zur Wahrheit ist, weil echte Meditation dir den Quell der Wahrheit und des universellen Wissens in deinem Innersten offenbart, dann wirst du frei sein von all den Wirrnissen des Informationszeitalters. Du wirst dann kein Soldat mehr im Infokrieg sein.

Und am Ende muss jetzt dein Herz entscheiden, ob meine Worte nun Wahrheit sind oder bloß Information. Betrachte es als die erste Übung zum Ausstieg aus dem Krieg in deinem Kopf.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2017 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Silvester – Fest für Dumme


Im Grunde ist heute ein ganz gewöhnlicher Tag, bis auf die Ausnahme, dass eine riesige Schafherde auf Kommando zu saufen beginnt, ihre unbewussten Kriegsgelüste mittels Böller zum Ausdruck bringt und glaubt, am Tage danach würde alles für sie besser. Endlich, endlich besser.
Die meisten aber ernten am Tag danach nicht mehr als einen fetten Kater (oder auch Katze, damit es brav im Gender-Modus bleibt) und die Gewissheit, dass alles beim Alten blieb. Nichts hat sich verändert, wieder, wieder einmal nichts.
Ein paar wenige Aufgewachte wissen, das Jahr könnte genauso gut am 4. April um 12:13 Uhr oder am 06.07. um 21:05 beginnen. Der Rest aber wird saufen, dämliche Glücksbringer aus Plastik verteilen und fest böllern, den einen oder anderen Finger dabei verlieren und sich in der Innenstadt ihres Vertrauen vom Flüchtling ihres Misstrauens begrapschen lassen.
– Die Kröne der Schöpfung beweist wieder mal ihr Höchstmaß an Intelligenz, Prosit!
Die meiste Freude am heutigen Tag wird wohl die Wirtschaft haben, allen voran die Drogenküchen der Sekt und Weinhersteller, die Feuerwerksmafia und die Mobilfunkbetreiber sowie die Medien und Geheimdienste, die sicher wieder etwas Hübsches zusammen ausgeheckt haben, aber auch die Bullen, denn die dürfen endlich mal wieder ganz viele Menschen festnehmen und eventuell sogar verdreschen.
Feiere schön, liebe Schafherde! Du funktionierst so brav auf Befehl. So wie auf diesen hier: Rege dich (sinnlos) über diesen Artikel auf!

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2016 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce