Andersmensch TV – Flucht vor negativen Gefühlen?


Ein wirklich erfüllender Umgang mit Gefühlen & Emotionen wurde uns weder in der Schule noch von unseren Eltern beigebracht. Im Verlauf unserer Reifung entwickeln wir dies mühsam selbst. In der Regel scheitern wir jedoch an sogenannten „negativen“ Empfindungen…
Viel Freude beim Schauen.

Herzlichst,
dein Andersmensch

© 2018 video by David P. Pauswek – der Andersmensch. © 2018 music by traum:teiler. Video produced by alphawolf studios. All rights reserved.


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Wahrer Erfolg und die Ohnmacht der Gedanken


Der Erfolg in deinem Leben hängt nicht davon ab, welcher Art deine Gedanken sind. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, Gedanken hätten große Kraft. In Wahrheit hat ein Gedanke so gut wie gar keine Kraft. Die Schulen des Denkens lehren Bullshit, den sie von anderen, die ebenfalls Bullshit lehrten, übernommen haben. Du kannst denken und denken soviel du willst – dein Leben wird dadurch nicht besser, aber du wirst nach und nach ganz kirre werden vom vielen angestrengt Denken. Du treibst dich durch dein eigenes Denken bloß in den Wahnsinn.
Es ist wichtig, dass du diesen Irrglauben an die Kraft der Gedanken endlich ad acta legst.
Begreife: Du brauchst Bilder, du brauchst Visionen und du brauchst vor allem Emotionen, wenn du erfolgreich in deinem Leben sein willst. Dein Unterbewusstsein kann mit Worten nichts anfangen – es benötigt Bilder, um etwas in Bewegung zu setzen! Und diese Bilder müssen mit Emotionen verbunden sein, denn Emotion ist Energie in Bewegung (engl. emotion = E-Motion = energy in motion). Solange du bloß Gedanken produzierst, aber keine Bilder, solange diese Bilder nicht an Gefühle oder Emotionen gekopptelt sind, wird nichts geschehen.
Ein Gedanke ohne Bild und Emotion ist der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein – es dauert nahezu ewig, bis der Tropfen den Stein höhlt. Dahingegen ist eine klare Vision, eine bildhafte Vorstellung, verbunden mit Gefühlen oder Emotionen wie ein Laserstrahl!
Doch egal, was auch immer du visualisierst und wie heiß dabei die Emotion ist – es ist immer die Absicht dahinter, die deine Erfahrung von der Wirklichkeit ausmacht. Es ist immer der Gedanke hinter dem Gedanken, den du als Realität erfährst, niemals die profanen, vordergründigen Gedanken.
Du kannst dir eine Million mal vorsagen „Ich bin erfolgreich, ich bin erfolgreich!“ – es wird dich nur noch erfolgloser machen, denn deine gelebte Wahrheit ist Erfolglosigkeit, aus der heraus du die Notwendigkeit siehst, dir das Gegenteil zu suggerieren. Mit jeder Suggestion bekräftigst du sogar noch die Tatsache, erfolglos zu sein – wärst du erfolgreich, du müsstest es dir nicht selbst vorbeten!
Verstehst du, was ich damit meine? Ein erfolgreicher Mensch muss sich selbst nicht sagen, dass er erfolgreich ist – er ist es einfach! Ein gesunder Mensch muss sich selbst nicht dauernd sagen, dass er gesund ist – er ist es einfach! Ein wohlhabender Mensch muss sich nicht vorbeten, wohlhabend zu sein – er ist es einfach!
Und das Geheimnis, das gar keines ist: Der erfolgreiche Mensch ist erfolgreich, weil er sich erfolgreich fühlt! Der gesunde Mensch ist gesund, weil er sich gesund fühlt! Der wohlhabende Mensch ist wohlhabend, weil er sich wohlhabend fühlt!
Würden der Erfolgreiche, der Gesunde und der Wohlhabende über längere Zeit das Gegenteil von Erfolg, Gesundheit und Wohlstand fühlen, sie würden auch gegenteilige Erfahrungen von ihrem Leben machen – sie würden sich erfolglos, krank und arm fühlen und es dadurch letzten Endes auf der Erfahrungsebene auch tatsächlich werden.
Von daher vergiss die törichten Lehren von der Macht der Gedanken – es ist die Macht der Vision, der Emotion und des Gefühls, die deine Erfahrung von der Wirklichkeit formt, nicht der hohle Gedanke. Es ist die Absicht, der Gedanke hinter dem Gedanken, nicht die leere Schale vordergründigen Denkens.
Unterm Strich aber ist es von geringer Bedeutung, was du denkst, visualisierst oder fühlst – das Schicksal, dein göttlicher Lebensplan, der Plot der Seele, die du bist, lässt sich weder durch das Eine noch durch das Andere austricksen oder überlisten, völlig egal, ob dies deinem Ego auf der Ich-Ebene schmeckt oder nicht. Dein schöpferischer Anteil innerhalb der Realität beschränkt sich auf einen sehr eingeschränkten Rahmen – du kannst innerhalb der Grenzen, die den Plan der Seele nicht durchkreuzen, schöpferisch sein. Alles darüber hinaus wirst du auf der Ich-Ebene nicht ändern können.
Daher: Finde eine flexible Mitte gegenüber den Erfahrungen in deinem Leben und übe dich in Hingabe an das, was jetzt so ist. Deine Seele kennt den Weg – dein Ich muss ihn gehen. Wenn du also wirklich erfolgreich sein willst in deinem Leben, dann vertraue auf den Seelenplan, denn das ist jener Plan, den der, der du wirklich bist, schon lange vor der Erfindung deines Ichs entworfen hat – er ist unfehlbar! Vertraue darauf.
Wahrer Erfolg bedeutet, frei wählen zu können wie du einer Erfahrung gegenüber empfindest – du hast stets die Wahl, in einem Ereignis ein Unglück oder einen Segen zu sehen. Deine Wahl in Bezug auf das Ereignis entscheidet darüber, ob du dich glücklich oder unglücklich fühlst – das Ereignis aber ändert sich dadurch nicht im geringsten, sondern bloß deine Erfahrung davon. Deine Erfahrung von der sogenannten Realität bestimmt letztlich die Qualität deiner Realität. Und nichts anderes ist damit gemeint, wenn man dir sagt, du seist der „Schöpfer“ deiner Wirklichkeit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Du und deine Wut


Wut ist schlecht! – Mit dieser Ansicht bist du aufgewachsen. Wann immer du wütend warst, hat man dich dazu ermahnt, nicht mehr wütend zu sein, was dich naturgemäß noch wütender gemacht hat, doch dafür wurdest du meistens bestraft. Nach und nach hast du also gelernt, deine Wut zu unterdrücken, sie zu verbergen, sie runterzuschlucken. Das ist im Grunde Wahnsinn, denn es ist, als schlucktest du pures Gift. Deshalb bildet dein Körper Krankheiten aus – Tumore und Magengeschwüre zum Beispiel sind oftmals Ansammlungen von nicht kanalisierter Wut.
Wut will gelebt werden.
Wann immer aber du Wut zugelassen hast, wurde sie zu einer zerstörerischen Kraft in deinem Leben. Deine ganze Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Wut geworden, obwohl sie Wut gleichsam bestraft. Wut, die furchtbare Dinge anrichtet, was von Natur aus nicht nötig wäre, wenn man nicht die irrige Ansicht lehrte, Wut wäre schlecht. Keiner hat dir gezeigt, wie du Wut für dich sinnvoll nutzen kannst. Niemand wollte dir deine Wut gestatten, weil kaum einer das Wesen der Wut versteht.

Wut ist weder schlecht noch gut. Wut ist eine simple, aber natürliche menschliche Emotion. Emotion ist nichts weiter als Energie in Bewegung (energy in motion = E-motion). Keine Emotion ist besser oder schlechter als die andere, so wie auch Energie nicht in ihrer Qualität, sondern bloß in ihrer Quantität gemessen werden kann. Emotionale Energie strebt immer von innen nach außen, deshalb verlangen Emotionen ihren Ausdruck; und so gibt es für dich brauchbare und weniger brauchbare Wege, eine Emotion auszudrücken – sie also von innen nach außen zu bringen. Das gilt auch für Wut.

– Doch wie entsteht Wut?

Um dies zu verstehen, musst du dir darüber im Klaren sein, dass es nur zwei ursächliche Motive für menschliches Handeln gibt – Liebe oder Angst. Aus diesen Beiden entspringt jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke.

Wut hat ihren Ursprung in der Angst. Bevor du wütend wirst, hast du immer erst Angst, selbst wenn du nur für einen Bruchteil von Sekunden diese Angst wahrnimmst, bzw. sie vielleicht überhaupt nicht registrierst auf bewusster Ebene. Doch sie ist da – für einen Augenblick, einen Herzschlag, einen Atemzug oder auch länger. Die Ursache von Wut ist jedenfalls immer und ausnahmslos Angst.

Angst lähmt, blockiert, hindert. Und daraus entsteht ein Gefühl der Machtlosigkeit. Machtlosigkeit führt zur Wut. Meist durchläufst du den Prozess „Angst-Machtlosigkeit-Wut“ in Bruchteilen von Sekunden und bist dir deshalb der Angst nicht bewusst. Auslöser für die zum Großteil unterbewusst gelagerte Angst können winzige Kleinigkeiten sein. Du nimmst aber nur das Ende des Prozesses – die Wut – wahr und übergehst somit den eigentlichen Auslöser, nämlich die Angst, als Grund für die Wut, weil dir die Angst nicht bewusst ist. Manchmal verharrst du länger in der Angst, manchmal länger in der Machtlosigkeit, aber irgendwann macht dich diese Machtlosigkeit wütend. Das ist der erste Schritt, an dem du erkennen kannst, dass du deine Angst überwunden hast, was einen Beweis für deine Fähigkeit zu überleben darstellt, denn Wut macht stark. Sie gibt dir jene Kraft, gibt dir jenen Willen zum Handeln zurück, den dir die Angst genommen hat – das ist im Grunde ein positives Zeichen.

Wenn du nun weißt, wie du dir die Wut zunutze machen kannst, dann entsteht daraus für dich ein Segen. Hast du nicht gelernt, sie gewinnbringend zu nutzen, dann wird sie zerstörerisch wirken. Im schlimmsten Falle zerstört sie dich oder etwas anderes Schönes, um das es dir hinterher leidtun wird.

Wie kannst du Wut nun für dich nutzen, ohne etwas zu zerstören?

– Zunächst erlaube der Wut einfach da zu sein. Gestatte dir die Wut. Gestehe sie dir ein und wisse, dass sie vorübergehen wird. Beobachte sie, beobachte dich. Sprich aus, dass du wütend bist. Wenn nötig, schreie es heraus, denn damit hast du der emotionalen Energie bereits zu einem Ausdruck verholfen, was oft schon ausreicht, um die Wut abzuschwächen. Dann lenke sie in die Richtung, in die du gehen wolltest, bevor dir irgendetwas Angst gemacht hat, bevor jenes Ereignis eintrat, welches dich zur Wut gebracht hat.
Versuche nicht, die Wut zu unterdrücken, denn sie wird den Weg nach außen finden. Schlimmstenfalls wird sie zum Magengeschwür oder zum Tumor, wenn sie sich nur lange genug angestaut hat. Im äußersten Extrem kann sie sogar als Amoklauf ihren Ausdruck finden. Das möchtest du vermeiden, deshalb akzeptiere die Wut. Du kannst sie nicht unterdrücken und du kannst sie nicht leugnen. Sie ist da. Akzeptiere das! Bleib im Beobachten. Fühle die Kraft, die sie dir gibt. Fühle, wie sie dein körperliches Vermögen zu handeln und zu reagieren verbessert – dadurch fühlst du dich rasch wohler in deiner Wut.

War es ein Mensch, den du als Auslöser für deine Wut wähnst, dann sag ihm, dass du wütend bist. Bemühe dich nicht zu erklären, warum du wütend bist, denn du bist in Wahrheit nicht wütend – du hattest Angst, doch weißt du meistens nichts davon. Sag dem Menschen, dass er deine Wut zu akzeptieren hat, so wie du selbst sie im Moment akzeptieren willst. Dann geh weg von diesem Menschen. Laufe ein paar Meter, nimm ein Kissen und verdresche es, wenn es nicht anders geht.
Bist du alleine in dem Moment, dann schimpfe, schreie und verprügle das Kissen, stellvertretend für den Menschen oder das Ereignis, welches du als Ursache deiner Wut siehst.
Wenn die Wut verraucht ist, dann hülle den Menschen oder das Ereignis in Liebe und Wohlwollen. Rufe diesen Menschen am Tag danach an, oder führe ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, und sag ihm, wie ungeheuer wütend du auf ihn warst. Entschuldige dich dafür, ihm gegenüber eine solche Regung verspürt zu haben. Gestehe ihm und auch dir selbst ein, dass nicht er die wahre Ursache deiner Wut war, sondern, dass du vor irgendetwas Angst hattest, das du vielleicht nicht benennen kannst, denn du alleine warst und bist die Ursache deiner Angst, die dich in Machtlosigkeit treibt und aus der heraus letztendlich Wut entsteht.

– Auf diese Weise wird dir Wut niemals schaden! Auf diese Weise wird sie dir Boden schaffen für neue Wege und Erkenntnisse. Wut ist eine natürliche Regung und sie ist wichtig für dein Überleben. Wut ist Teil des menschlichen Seins. Wut ist das Feuer, aus dem der Phönix neu entstehen kann, indem er zuvor darin verbrennt. Segne deine Wut und gib dich ihr hin, indem du sie annimmst, indem du sie geschehen lässt, indem du sie zum Ausdruck bringst! Du kannst kein vollständiger Mensch sein, wenn du nicht den Mut zur Wut hast.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Die Auflösung deiner Person


Jenseits deiner begrenzenden Identifikationen existiert die Person nicht, die du glaubst zu sein. Du bist nicht die Person, der du anhaftest. Diese Person ist nicht mehr als das Ergebnis deiner Erziehung, deiner Programmierung und Konditionierung, deiner Erfahrungen, mit denen du dich identifizierst, sie ist ein Produkt deiner Einbildung – ein Nebel, eine Illusion deines Verstandes. Je näher du deinem wahren Kern kommst, je deutlicher dein wahres Sein durch den Schleier der Illusion hervortritt, desto mehr verschwindet diese Person. Sie löst sich auf. An ihre Stelle tritt eine Präsenz. Eine Präsenz ohne Identifikationen, ohne starre Charaktereigenschaften, ohne Vorlieben, ohne Abneigungen, ohne Fragen, ohne Urteile. Wenn du mehr und mehr die Illusionen deines Egos loslassen kannst, erkennst du, dass du einen Raum nicht mehr betrittst und keine Zeit dich begrenzt, denn deine Präsenz ist in allen Räumen zu jeder Zeit. Aus der Person, die du einst warst, jenseits von Diesem und Jenem, wird eine Tendenz, eine Einladung, eine Antwort auf die Fragen anderer. Du musst diese Antwort gar nicht aussprechen, alleine deine Gegenwart wird Antwort genug sein. Der vollbewusste Mensch ist keine Person – er ist eine Präsenz, eine Einladung. Seine Gegenwart alleine ist Befreiung für jene, die bereit sind, die Illusion von der eigenen Person aufzulösen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Du und die Sache mit der Identifikation


Identifikation ist dein größtes Dilemma. Du identifizierst dich mit zu vielen Dingen – mit deinen Meinungen, Ansichten, Philosophien, Grundsätzen, Wünschen, Vorstellungen, Hoffnungen, Befürchtungen, Ängsten und Verletzungen. Du identifizierst dich mit deinem Körper, deinen Gedanken, deinen Gefühlen und Emotionen. Du identifizierst dich mit deinem Kontostand, deinem Auto, deinem Haus, deinen Mitmenschen und deren Meinungen über dich. Am allermeisten identifizierst du dich mit deinen Problemen, und das größte davon bist du selbst mit deiner ständigen Identifikation.
Du identifizierst dich mit allen möglichen Dingen und wirst so zu ihrem Sklaven, doch wo bleibt da deine Freiheit? Wo bleibt das unbeschwerte Kind? Wo bleibt deine ureigene Identität? Wo bleibt da noch Raum für das pure Leben, das du bist? Wo bleibt deine Impulsivität, deine Spontanität, deine Verrücktheit, deine Herrlichkeit? – Deine Identifikation ist Anhaftung an alles Mögliche. Anhaftung lähmt dich. Sie hindert dich daran, das zu sein, was du sein möchtest – Freiheit, pure Freude!
Sieh die Natur an. Denkst du, die Rose identifiziert sich mit ihrem Duft, der Vogel mit seinem Gesang, die Wolke mit ihrer Form, das Meer mit seinen Wellen, die Sonne mit ihrem Licht? – Nein. All diese Erscheinungen sind fern jeder Identifikation. Das einzige, was sie sind, ist purer Ausdruck des Seins; sie sind pure Freude.
Woher kommt all deine Identifikation? – Sie entstammt deiner ständigen Frage nach dem „Wer bin ich?“ Darauf gibt dir dein Verstand, dein Ego, ständig Antworten und mit jeder Antwort glaubst du mehr und mehr, dieses oder jenes zu sein. Doch du bist nichts von alldem. Nimmt man dir auch nur eine deiner Projektionsflächen für deine Identifikationen, dann bekommst du Angst, fürchtest sogar, du würdest aufhören zu existieren. Doch das ist nicht nötig. Wenn du nämlich beginnst, den zu entdecken, der in deinem Körper steckt, der hinter all den Identifikationen wartet, dann wirst du erkennen, dass da nichts weiter ist als Stille. Und nicht einmal Stille ist da, denn du und ich, wir existieren in Wahrheit gar nicht. Es gibt uns nicht. Wir sind bloß Illusion.
– Das ist die härteste Lektion für dein Ego.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Dein Platz in der Mitte


Du bist der irrigen Ansicht, ein in seiner Mitte ruhender Mensch, ein Mensch, der bei sich selbst angekommen ist, der würde den ganzen Tag über phlegmatisch grinsen und sanft blinzeln wie eine Hindu-Kuh. Aber das ist unrichtig. Ein Mensch, der in seiner inneren Mitte ruht, trägt immer noch das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen in sich und bringt es auch zum Ausdruck. Doch er selbst bleibt davon unberührt, weil er erkannt hat, dass er nicht seine Emotionen ist. Er verspürt diese Emotionen, aber er ist nicht seine Emotion. Er verfügt über sie – nicht sie über ihn.

Menschen, die nicht in ihrer Mitte ruhen, werden zum Spielball, zum Opfer ihrer Emotionen. Doch der, der bei sich selbst angekommen ist, der meistert sie. Er kann Trauer, Zorn, Wut, Angst oder auch das Gegenteil davon empfinden, aber er verweilt dennoch in seiner Mitte, ist dabei selig, bleibt unberührt. Er beobachtet die Emotion in ihrer Flüchtigkeit, weiß um ihre zeitlich begrenzte, wechselhafte Form. Für ihn wiegt das nicht schwerer als die vorüberziehenden Wolken am Himmel.

Ein in seiner Mitte ruhender Mensch bleibt unbeteiligter Beobachter aller in seinem Innersten stattfindenden Vorgänge – deshalb ist er Meister seines Daseins; er hat sich aus der Rolle des Opfers enthoben, ist zum Gefäß geworden. Ein Gefäß identifiziert sich nicht mit seinem Inhalt – es bleibt dasselbe Gefäß, unabhängig davon, was man hineintut. Und ganz gleich, welcher Inhalt es füllt – der Inhalt muss stets die Form des Gefäßes annehmen, nicht umgekehrt. Ein in seiner Mitte ruhender Mensch weiß, dass er von seinen Emotionen unberührt bleibt in seiner Seligkeit. Das ist seine Kraft, seine Weisheit, seine heilige Freiheit – die Wurzel seiner Seligkeit.

Jene, die diesen Zustand erreicht haben, wissen das. Jene, die ihn nicht erreicht haben, halten das für unmöglich. Und solange sie es für eine Unmöglichkeit halten, erreichen sie diesen Zustand auch nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

Wenn du den Zustand totaler Gelöstheit aus deiner Mitte heraus erlangen und Transzendenz auch in der Praxis erfahren möchtest, dann klicke hier:
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