Ich muss erst vertrauen, um lieben zu können?


Liebe baut nicht auf Vertrauen auf. Wenn du erst Vertrauen brauchst, um das, was du empfindest, als Liebe zu bezeichnen, dann handelt es sich nicht um Liebe. Du wünscht dann den Faktor „Vertrauen“ als Klausel in den Verträgen eurer Bedrüfnis-GmbH, die ihr Beziehung nennt. Du wünscht dir diese Vertragsklausel, um dich abzusichern. Der Wunsch nach Sicherheit offenbart Schwäche. Er offenbart Angst. Und wo Angst ist, da fehlt die Liebe.

Vertrauen ist etwas, das aus Liebe erwächst. Und es beginnt bei dir selbst – nicht bei deinem Gegenüber, das dir erst gewisse Zusicherungen machen muss, damit du dein Herz öffnen kannst. Jede Zusicherung eines Menschen ist ein Schwall heißer Luft, denn Menschen sind fehlerhaft. Sie können sterben, ihre Meinung ändern, etwas sein wollen, das sie nicht sind, oder einfach bloß lügen.

Wenn du liebst, ist dein Herz ganz von allein offen. Ob du vertraust oder nicht – da ist Liebe für einen Menschen, der dir vielleicht alles andere als Sicherheit bieten kann, denn Sicherheit ist eine Illusion. Das einzig Sichere ist die Unsicherheit. Da kannst du dir sicher sein. Vor allem in der Liebe gibt es keinerlei Absicherungen. Sie ist und bleibt ein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden. Liebe bleibt die gefährlichste Sache der Welt. Sie kann dein Herz beflügeln, deine Welt auf den Kopf stellen, dir alles, was du bisher geglaubt hast, als Unsinn offenbaren. Liebe ist immer ein Wagnis. Darüber solltest du reflektieren.

Ich z.B. liebe seit Jahren unter all den lieben Seelen in meinem persönlichen Umfeld einen bestimmten Menschen, der mir alles andere als den Boden für Vertrauen bietet, weil er immer wieder etwas verspricht, das er nicht halten kann oder will. Doch das ändert nichts daran, dass ich ihn liebe. Vom ersten Blick auf diesen Menschen war da Liebe. Und sie wird, bis ich die Augen schließe, da sein. Ich liebe ihn sogar so sehr, dass ich gelernt habe, in seine Unzuverlässigkeit zu vertrauen. Und ich vertraue vor allem mir selbst und meiner Liebe für diesen Menschen. Er könnte tun, was er will – das wird nichts an meiner Liebe ändern.

Wenn du liebst, brauchst du kein Vertrauen – du brauchst bloß deine Liebe. Vertrauen entsteht in dir, nach und nach. Es hat mit dem anderen nichts zu tun. Muss der andere etwas Spezielles tun, damit du Vertrauen in ihn findest, dann ist das sogenannte Vertrauen bloß geliehen. Es geht sofort verloren, sobald der andere nicht mehr das tut, worauf du dein vermeintliches Vertrauen gegründet hast.

Falls du erst Beweise verlangen musst, die es dir ermöglichen, etwas zu empfinden, das du mit Liebe verwechselst, dann arbeite an deinem Selbstwert. Arbeite daran, deine Liebesfähigkeit nicht an äußere Zugeständnisse zu koppeln, denn das ist keine Liebe. Es ist Vertragswesen.

Das einzige Zugeständnis in der Liebe bist du selbst. Die einzige Sicherheit in der Liebe ist deine Liebe. Und darauf musst du vertrauen lernen. Sonst führt ihr das, was ich eine Bedürfnis-GmbH nenne – eine vertragsbasierte Gemeinschaft, die dazu dient, einander emotionale, körperliche und soziale Bedürfnisse in Wechselwirkung zu befriedigen. Bei Nichteinhaltung der Verträge gibt es dann Strafkonsequenzen und im härtesten Falle die Auflösung der Geschäftsbeziehung, um mit neuen Geschäftspartnern eine weitere Bedürfnis-GmbH zu gründen.
Das ist ein sehr gängiges Modell, das viele anstreben und dann auch leben. Die Frustration ist dabei schon im Kleingedruckten der Bedürfnis-GmbH inkludiert, denn sie findet immer ihren Raum.

Möglich, dass das unbequem klingt. Aber es ist weit unbequemer, ein Leben lang in Partnerschaften Verträge abzuschließen, auf deren Einhaltung zu achten und sie notfalls mit Bestrafung zu ahnden, falls sie nicht eingehalten werden.

Der Satz „Ich muss erst vertrauen, um lieben zu können!“ ist ein Satz, den schwache, zur Liebe unfähige Menschen gebrauchen, um das Gegenüber an den Verhandlungstisch zu bitten.

Liebe ist die Grundlage. Vertrauen baut sich dann auf diese Liebe auf. Und diese Liebe ist immer frei. Sie ist stets unabhängig davon, was der andere tut. Sonst ist es keine Liebe.

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© 2019 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Konflikt und Harmonie



Eine Partnerschaft kann dich nur dann erfüllen, wenn du erkennst, was du in der Vergangenheit verbockt hast. Dazu musst du dich selbst betrachten. Das erfordert Mut und bedingungslose Aufrichtigkeit dir selbst gegenüber. Du musst dahin blicken, wo du nicht gerne hinblickst – auf den Egoisten, den Heuchler, den Lügner, das Arschloch in dir!

Es ist nötig, dass du dir eingestehst, dass die Verantwortung für das Gelingen einer harmonischen Partnerschaft bei dir selbst, nicht beim Partner beginnt. Du bist derjenige, den du ändern kannst. Du bist der, der sich immer wieder an der eigenen Nase packen muss, wenn du eine erfüllte, harmonische Partnerschaft wünscht. Solange du dich nicht selbst total ausleuchtest, dich nicht bedingungslos und restlos zu deinen Fehltritten, deinen Vergehen bekennst, solange wirst du immer wieder die Harmonie vermissen, die deine Partnerschaft zu einer erfüllten macht. Dir selbst deine Schattenseiten vor Augen zu halten und sie dir ungeschönt einzugestehen ist der erste Schritt zu echter Harmonie.

Es geht weniger darum, deine Fehltritte und Vergehen auszumärzen, als sie dir selbst endlich im vollen Umfang ihrer Tragweite einzugestehen. Wenn du das kannst, projizierst du sie nicht mehr auf den Partner. Der hat ohnehin genug mit seinen eigenen zu tun – er kann nicht die Last der deinen auch noch tragen. Also erspare dir selbst die Opfer- und dem Partner die Täterrolle. Eure Beziehung ist kein Krimi, sondern eine Liebesgeschichte!

Begreife das, denn es ist essenziell: Du wirst niemals zu wahrer Harmonie finden, wenn du nicht den Mut und die Aufrichtigkeit zur Selbstreflexion entwickelst.
Und erkenne: Harmonie ist nicht die Abwesenheit von Konflikt! Harmonie ergibt sich daraus, wie du mit Konflikten umgehst und was du daraus gewinnst.

Konflikt ist ein Raum für Wachstum und Entwicklung. Konflikt sagt dir, dass du bisher etwas nicht in Liebe zu lösen verstanden hast, weil du dich nicht ausreichend selbstreflektierst. Jeder Streit, jede Krise ist ein weitaus größeres Geschenk als dir bewusst ist.
In friedlichen Phasen kannst du nur gering wachsen, dich kaum entwickeln, weil du in diesen Phasen am Genießen bist. Es bleibt fast kein Raum für Wachstum. Alles in diesen Phasen ist dem Genuss gewidmet. Du kannst in solchen Zeiten erkennen, wie genußfähig du bist, wie groß deine Fähigkeit zur Hingabe an den Frieden, an das Licht in dir ist – dazu sind diese Phasen da.
Der Konflikt aber bietet dir Boden für Selbsterkenntnis hinsichtlich deiner Schatten. Im Konflikt erkennst du den „Arschengel“ in dir selbst. Dazu aber musst du ihn dir erst einmal eingestehen! Solange du den „Arschengel“ in dir selbst leugnest, wirst du ihn immer auf den Partner projizeren, wodurch dein Partner über kurz oder lang in deinen Augen zum Monster mutiert. Du aber hast dich nicht in ein Monster verliebt, sondern in einen Menschen, der dir einst Schmetterlinge im Bauch gezaubert hat, ohne den du nicht mehr schlafen, essen und atmen konntest.

Deine Blindheit gegenüber dem Egoisten, dem Heuchler, dem Lügner, dem Arschloch in dir selbst hat deine Wahrnehmung vom Partner aber dermaßen verzerrt, dass du dein inneres Monster nun im Partner zu erkennen glaubst, statt es in dir selbst zu finden. Und du ergehst dich in dieser Täuschung dermaßen, bis du schließlich den einzigen Ausweg in der Trennung findest.

Ich weiß, dass dein Gedanke jetzt lautet: „Wenn das nur mein Partner auch so sehen könnte!“ – Und genau daran erkennst du, dass du immer noch nicht bereit bist, den „Arschengel“ in dir selbst zu erkennen und zu akzeptieren. Du projizierst immer noch!

Nur du allein kannst dich selbst im vollen Umfang wahrnehmen. Nur du allein kannst an dir selbst arbeiten. Nur du allein trägst Verantwortung für den „Arschengel“ in dir selbst. Und nur du allein bist dazu fähig, diesen zu erkennen, zu akzeptieren und dadurch zu transzendieren. Wenn du den „Arschengel“ zu transzendieren verstehst, dann verliert er seinen Schrecken und du musst ihn nicht mehr dem Partner um den Hals binden. Dein transzendierter „Arschengel“ ist der Schlüssel zur Harmonie in deiner Partnerschaft.
Und Harmonie bedeutet nicht die Abwesenheit von Konflikt. Harmonie ergibt sich daraus, was du durch einen Konflikt bereit bist an Selbstreflexion und Selbsterkenntnis zu gewinnen!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

Falls du sowohl deine Selbsterfahrung als auch deine zwischenmenschlichen Begegnungen auf ein höheres Level heben willst, um mit dem Wechselspiel von Konflikt und Harmonie besser klar zu kommen, dann klicke hier: ZUM SEMINAR →

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