Und wir wandern blind


Man kann unmöglich wissen, wohin eine Weggabelung führt, welches Ergebnis eine Entscheidung bringt, oder wann etwas zerstört wird, wann etwas aufblüht oder stirbt.

Was, wenn ich tausend Meilen wanderte?
Würde ich vergessen können?
Fände ich Erlösung, fände ich Läuterung?
Träfe ich das Lächeln jener wieder, die ich gehen ließ?
Könnte das, was ich träume, bereits jenes Leben sein, das mir zusteht?
Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir bereits angekommen sind, ohne uns jemals auf den Weg gemacht zu haben?

All diese Fragen stelle ich, ohne mich um die Antwort zu kümmern, die sich mit jedem Schritt wandelt. Ich wandere einfach weiter. Schritt um Schritt. Und je weiter ich wandere, je näher der Abend rückt und sich die Zahl der noch bleibenden Tage beständig verkürzt, desto klarer wird mir: Dies alles war und ist mein Leben. Mag es auch noch so schmerzhaft, so wild, so verrückt und unerklärlich bleiben – in all seiner Unabänderlichkeit ist es das meine. Es ist mir so nahe, es erscheint mir so ähnlich, dass ich es unbedingt als das meine erkenne. Und doch bleibe ich ihm fremd.

Aber heute weiß ich, dass man nicht mehr nach dem Stern am Himmel greifen muss – es ist genug, ihn sehen zu dürfen. Ich weiß, dass du nicht bei mir sein musst, um dich lieben zu können – es reicht zu wissen, dass es dich gibt. Und ich erkenne, dies alles ist unabänderlich. Dies alles ist heilig.

Und so überquere ich abermals die Brücke in ein neues Leben, zu der mich mein bisheriges Leben geführt hat. Nicht ohne Blick zurück, nicht ohne einen Teil des Gesterns ganz fest an mein Herz zu drücken und zu flüstern „Du fehlst mir, doch lebe wohl!“ Und ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich in 9 Monaten einem Menschen begegnen werde, der ähnliche Wege ging, und den ich in einem Moment treffen werde, da wir beide es am wenigsten erwarten, mit dem ich eine Tochter zeugen werde, der ich den Namen gebe, den ich heute manchmal leise flüstere. Ich weiß noch nicht, dass wir in einem Haus leben werden, von dessen Schlafzimmer aus ich diese Brücke werde sehen können, über die ich in diesem Augenblick gehe.
Denn man kann unmöglich wissen, wohin eine Weggabelung führt, welches Ergebnis eine Entscheidung bringt oder wann etwas zerstört wird, wann etwas aufblüht oder stirbt.

Und wir sind niemals auf das vorbereitet, was wir erwarten.

© 2015 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Worauf wartest du?


Du suchst ständig nach Sicherheit, doch im Leben gibt es keine Sicherheit. Alles in dieser Welt bleibt stets vage, es bleibt solange unbestimmt, bis es sich ereignet im Hier und Jetzt. Aber selbst im Augenblick der Manifestation verbleiben die Ereignisse in ihrer universellen Tragweite ein ewiges Mysterium für die menschliche Ratio. Die Welt, das Leben verharrt in heiliger Unergründlichkeit. Von daher gibt es keine Sicherheit. Gib also den Wunsch danach auf. Lasse ihn los, denn er ist nichts weiter als ein Kind deiner Ängste, ein hoffnungsloses Produkt deiner Befürchtungen. Ganz gleich, was Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Weissagungen auch prognostizieren mögen – im Grunde unterliegt alles stets einer 50:50-Chance. Mit einer einzigen Ausnahme – der Tod. Das, was du den Tod nennst, ist das Einzige, was dir zu 100% sicher ist.
Doch dieser unbequeme Fakt macht dir Angst. Daher verdrängst du jeden Gedanken daran. Du gehst sogar so weit, dich der Illusion hinzugeben, nur die anderen müssten sterben. Für dich selbst aber beanspruchst du auf nahezu arrogante Weise eine groteske Form der Unsterblichkeit. Du lebst dieses Leben so, als hättest du ewig Zeit, weil du den Fakt deiner Sterblichkeit ignorierst. Dabei verzichtest du auf den wertvollsten Lebenslehrer überhaupt – den Tod!

Du sollst wissen, nicht fürchten, dass du sterben wirst. Die mutige, absichtsvolle Integration des Wissens um deinen Tod führt dich zwangsläufig zu totaler Lebendigkeit. Wenn du dir der Vergänglichkeit deiner gegenwärtigen Form gewahr bist und zwar jeden Augenblick – wie kannst du dann noch Zeit vergeuden mit dem Warten auf irgendetwas? Wenn du dir wirklich bewusst bist, dass du sterben wirst, wenn dir klar ist, wie wenig Zeit du hast – wie kannst du auch nur einen einzigen Tag damit verschwenden, deinen Lebensunterhalt mit Tätigkeiten zu bestreiten, die dir keine Freude bereiten? Wie kannst du die wenige Zeit, die dir gegeben ist, damit vergeuden, wegen irgendetwas unglücklich zu sein?

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Rauch & Lichtherz


Rauch ist nicht genug,
wenn du dich nach dem Licht sehnst,
dich im Kreise drehst
in Ausschau nach der Sonne,
aber die Dunkelheit verweilt,
lastet wie eine schwarze Wolke
auf deinem Herzen.
Und ich denke,
ich muß raus aus dieser Stadt,
bevor ich den Verstand verliere.

Reifen fressen Kilometer.
Doch jeder Zahnbiss trägt mich
eine Umdrehung näher zu dir,
näher zurück in die Metropole
meiner Wahl,
wo unser Bett wartet,
wo du mit Kaffee und dem Vorwurf
einer Frau in deinem Lächeln weilst,
einem Vorwurf,
deiner Natur als Weib entsprechend,
denn recht mache ich es dir als Kerl
wohl nie.

Der dunkle Mann und die gemeinen Weiber
ziehen billige Decken
über unsere Matrosen.
Und am Tempelhofer Hafen,
in der schwarzen Brühe,
tanzt ein Lichtherz in den Wellen.
Funkelnde Liebe.
Kalte Tiefe.
Bleiche Haie des Versagens nagen
an den Knochen unseres Palastes.
Ich werde nicht gehen,
ziehe das Bleiben einer Flucht vor.

Rauch ist nicht genug,
wenn du dich nach dem Licht sehnst,
dich im Kreise drehst
in Ausschau nach der Sonne,
aber die Dunkelheit verweilt,
lastet wie eine schwarze Wolke
drückend auf deinem Herzen.
Und ich denke,
es weht mich raus aus dieser Stadt,
bevor ich den Verstand verliere.
Wien – Berlin.
Du – ich.
Rauch ist nicht genug…

David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Atemlos



Die Wolkendecke meines Traumes zerreißt. Mit dem gleißenden Arm einer aufgehenden Sonne dringt zunächst ihre Berührung, dann ihr Lächeln in den sich lichtenden Dämmer vor.
Das Blinzeln meiner Augen – erste Blitzlichtfotografien dieses Morgens.
Ich sehe sie an, nachdem ich aus dem Nachtzug meines Schlafes ausgestiegen bin, um nach dem vertrauten Gepäck für das Leben diesseits das Träumens zu greifen.
Den einen Arm in die Matratze gestützt, den vollendeten Oberkörper aufgerichtet, neigt sie den Kopf sanft, zieht mit dem Zeigefinger der anderen Hand zart die Konturen meiner Lippen nach.
Es wirkt, als schüttle auch sie Träume aus dem Vorhang ihrer dunklen Mähne. Für einen Augenblick ist sie wieder jene wilde, strahlende Kriegerin, die Bogenschützin, die mich mit einem einzigen Pfeil töten wird, bevor sie sich in eine aufopfernde Mutter verwandelt, die nachts mit ihrem Liebsten Dinge tut, für die noch keine Wörter erfunden wurden.
Es ist warm in dem künstlichen Mutterleib unter der Bettdecke, den wir in den knappen Stunden unseres Schlafes, unserer unausweichlichen Ohmacht teilten.
Sie lächelt.
Wortlos küsse ich im Geiste jedes Fältchen dieses Gesichts.
Es war immer ihr Gesicht, stets genau dieses Lächeln.
Weich weben die Fäden ihres Nachtduftes durch eine Trägheit, an diesem Augenblick haftend, wie das unsichtbare Netz eines Nordseefischers.
Ich atme, atme das schwere Parfüm ihres Körpers, das Fluidum unsere Nacht.
Ich atme.
Ich atme diesen Morgen, wie alle anderen Morgen mit ihr zuvor.
Ich atme ihr Wesen, wie all die bisherigen Leben mit ihr.
Ich atme sie.
Ich atme sie ein und nie wieder aus.
Wenn ich sie berühre, wenn meine Hände die Landschaft ihres Körpers wieder und wieder erkunden, sie gewissenhaft kartografieren, damit mir auch kein noch so winziges Detail unentdeckt bleibt, dann ist es, als tropfe aus meinen Fingern wie Regen meine Seele in die warme Geborgenheit der ihren.
So, als könne ihre Haut mich trinken, als füllten wir einander gegenseitig, ohne uns zu erschöpfen.
Wann immer unsere Körper sich finden, wann immer das eine Wesen, das wir als Einheit ergeben, in unserer Umarmung entsteht, finden wir Frieden.
Wir vergessen für die Kostbarkeit dieser Momente jene Wüsten, durch die wir einander treiben, durch die wir unsere Liebe auf gnadenlose Teststrecken jagen. Wir vergessen die Ödländer, in die wir dann dem anderen in stiller Verzweiflung folgen.
Ich atme sie ein.
Ihre Seele als mein Atem.
Die Meine als der ihre.
Und im Wahnsinn unseres Kusses begreifen wir aufs Neue:
Ohne einander gibt es kein Morgen, keinen Traum, keinen Atem mehr.

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Ins Herz fallen


flowers16Als ich durch die Dunkelheit ging,
als ich mich selbst aufgeben wollte,
als mein Körper in Schweiß gebadet lag,
als ich zitterte vor den Schatten,
als die Kälte nach meinem Herzen griff,
als die Angst mich zu lähmen suchte,
als ich den Tod rief,
da fand ich plötzlich mich selbst,
da sah ich mein eigenes Licht erstrahlen,
da flüsterte Gott in mein Ohr:
Du bist gekommen, um dich selbst zu lieben!
Heute weiß ich:
Der Weg zu mir selbst hat weder Anfang noch Ende,
sein einziges Ziel ist der gegenwärtige Augenblick,
jener Augenblick,
in dem ich den nächsten Schritt wähle.
Jeder Schritt dieses Weges darf einer der Liebe sein.
Es ist unendliche Liebe,
die mich losgelassen hat,
damit ich laufen kann,
um dem Ruf meiner Seele zu folgen.
Es ist meine unendliche Liebe,
die dich losgelassen hat,
damit du laufen kannst,
damit du fallen kannst,
in die Arme deines eigenen Herzens.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce