Die Beschissenheit der Krise


In jedem Leben gibt es Phasen in denen alles schief läuft. Falls du gerade in einer solchen stecken solltest, dann tue dir selbst einen Gefallen und kämpfe weder dagegen an noch bemühe dich, die Kacke golden einzufärben. Du hast es derzeit hart, kriegst echt dein Fett ab. Dein Kreuz wiegt schwer und du trägst es ganz für dich allein. Quäle dich nicht zusätzlich durch den Anspruch, das Ganze müsse nun positiv betrachtet werden. Damit schaffst du dir bloß Druck. Wenn es nicht positiv ist, dann ist es eben nicht positiv. Du brauchst dir nicht selbst in den Sack zu lügen, nur weil das in gewissen Kreisen angesagter Usus ist. Vergiss, was Hinz und Kunz mit ihrem Positivgelaber in die Welt posaunen. Es muss nicht immer alles rosarot übermalt werden. Tiefschwarz darf hin und wieder auch mal sein. Die Nacht ist eben finster. Sie raubt dem Tag alle Farben und ersetzt sie durch etliche Schattierungen von Grau, was durchaus seine Berechtigung hat. Genauso ist das auch mit den Auf und Abs des Lebens. Lass das einfach mal so stehen.

Das Sinnvollste, was du dir in einer Krise also schenken kannst, ist die vollkommene Akzeptanz des dunklen Tals, durch das du gehst. Wenn du klagen musst, dann klage. Wenn du weinen musst, dann weine. Wenn du wüten musst, dann wüte. Und wenn dir dein hübscher Kopf zu schwer wird, dann lass ihn eben hängen. Gestatte dir das. Du darfst niedergeschlagen, verletzt und hoffnungslos sein.

Wer immer alles schönfärbt, der kriegt eines Tages Seelenkrebs. Sich ein Leben lang alles Negative positiv zu reden, führt geradewegs in den Wahnsinn. Und am Ende wird man zu einer bedauerlichen Witzfigur, die beim leisesten Anflug von Negativität ein Räucherstäbchen anmachen oder an einem Bergkristall rumlutschen muss. Achte also darauf, kein Neurotiker zu werden, der sich notorisch alles rosa färbt. Notorische Schönfärber bedürfen nämlich dringend psychologischer Abklärung, da sie seelisch krank sind. Ihre Krankheit wird nicht als solche erkannt, dennoch handelt es sich um pathologische Fälle. Kein Mensch ist gesund, der nicht auch das Negative zulassen kann. Solange du trauern kannst, solange du Hoffnungslosigkeit empfinden kannst, solange du vor dem Negativen nicht ins „Glücksbärchiland“ für Neurotiker flüchten musst, solange bist du gesund. Das ist das Positive am Negativen.
Daher halte dich in Krisen fern von jenen, die immer alles „im Griff“ haben und dir ihre Positiv-Phrasen suggerieren möchten. Meide Menschen, denen die Sonne aus dem Hintern scheint.

Es macht nämlich höchstens zornig, wenn es einem richtig schlecht geht, und andere tanzen mit Floskeln an, wie „Erkenne das Positive!“, „Das wird schon wieder!“, „Kopf hoch!“ oder „Alles wird gut!“. Man fragt sich dann meist, was man mit dieser Oberflächlichkeit anfangen soll, wo man sich doch selbst total in Grund und Boden gestampft fühlt, statt fröhlich an der Oberfläche plantschend ein Liedchen zu trällern. Wem es im Augenblick gut geht, der hat leicht Phrasen dreschen, die substanziell an Banalität und Inhaltslosigkeit kaum zu überbieten sind. Vom hohen Ross herab zu predigen ist keine Kunst. Dazu braucht es weder Mitgefühl noch Sensibilität. Aber es mangelt dabei gehörig an Empathie. Damit kann allerdings kaum einer wirklich etwas anfangen, der gerade durch eine depressive Phase muss.

Das Schlimme an einer Krise, die eine temporäre Depression repräsentiert, ist nicht unbedingt die Depression selbst. Das Schlimme sind jene, denen es gut zu gehen scheint und dir sagen, du dürftest nicht depressiv sein. Es sind die Schönfärber und Positiv-Jünger, die glauben, man könne ein Stück Mist golden anmalen und das ginge dann de facto als echtes Gold vom Tisch. Solche Leute meinen es vielleicht nicht böse, aber praktisch wirken sie als Depressionsverstärker. Durch sie wird alles nur noch schlimmer.

Was hilft es dir, wenn du im finsteren Tal wandelst und von den Gipfeln winkt man dir mit Fackeln? Wenn es dir beschissen geht, dann brauchst du jemand, der sich zu dir setzt und mit dir weint. Du brauchst jemand, der zu dir in die Dunkelheit hinabsteigt, um an deiner Seite zu sein. Gewiss aber dient es nicht, wenn man von den Anhöhen herabruft, du müsstest jetzt da hochklettern.

In den vielen Jahren meiner Therapietätigkeit habe ich immer wieder erlebt, wie erlösend es auf verzweifelte Menschen wirkt, wenn man ihnen in die Verzweiflung folgt, wie heilsam und befriedend es auf den Geist Einfluss nimmt, wenn man einfach nur da ist, zuhört und mitfühlen kann, weil man die Scheiße, durch die man selbst bereits ging, nicht vergessen hat. Ich lasse meine Klienten trauern, verzagen, scheitern. Ich schenke ihnen Zeit, bis sie durch sind durch ihr dunkles Tal. Ich begleite sie, halte ihre Hand, lege meinen Arm um ihre Schultern und manchmal weinen wir auch gemeinsam. Nur so fühlen sie sich angenommen. Nur so ist wahre Begegnung möglich – auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz. Bevor man sich da nicht begegnet ist, braucht man erst gar nicht beginnen, an Lösungen zu arbeiten. Denn der Mensch in der Krise hat ein Recht auf Trauer, auf Verzweiflung, auf Hoffnungslosigkeit und Schmerz. Er muss dieses Recht bewahren. Er muss den ganzen langen Weg durch all das gehen dürfen, denn nur so kann er sich für Lösungen und Veränderungen öffnen. Nur so kann er wachsen. Nur so kann er heilen.
Seit Jahren arbeite ich mit meinen Klienten auf dieser Grundlage. Und die Erfolge geben dieser recht.

Mag sein, dass es vielleicht überraschend und wohl auch ein wenig pathetisch klingt, doch es waren die Kinder, die mich dies lehrten. Allen voran meine Eigenen. Durch meine Liebe zu den kleinen Menschen, durch meine große Achtung vor ihrer unverfälschten Natürlichkeit und simplen Weisheit, durch die tiefe Hingabe an die Beschäftigung mit ihnen, durfte ich beobachten und erkennen, dass man die Affekte eines Menschen zu würdigen hat. Man kann einem Menschen, der seinen Emotionen und Affekten erliegt, nicht begegnen, man kann ihn nicht retten, wenn man sich nicht in seine Räume begibt.
Von draußen, hinter unsichtbaren Glaswänden geschützt zu agieren, das kann keinesfalls zu echter Nähe führen. Da, wo sich der Andere gerade aufhält, da muss man anwesend sein, wenn man ihm helfen möchte.

Man darf ein Kind, das sich zutiefst in einem Wut- oder Weinanfall verloren hat, nicht dadurch beruhigen, dass man es mit Albernheiten oder fröhlichen Floskeln ablenkt, bloß weil man sich durch dessen Emotionalität in der eigenen Komfortzone gestört fühlt. Sonst zwingt man den kleinen Menschen fortan, jede sogenannte Negativregung affektiver bzw. emotionaler Natur zu verdrängen. Man lehrt es, das Dunkle, das Abgründige, das Schmerzhafte zu übergehen und künftig zu verleugnen. Man leitet es dadurch an, zum Heuchler vor sich selbst zu werden. Doch das ist nicht nur kontraproduktiv im Sinne gesunder menschlicher Entwicklung, sondern zudem für die Psyche extrem schädlich. Langfristig entstehen auf diese Weise nämlich Neurosen.

Aus diesem Grunde sollte man sich in die Emotion oder den Affekt des Gegenübers hineinbegeben. Es ist nicht nötig, ebenfalls in Wut, Verzweiflung oder Depression zu geraten, man muss nicht in Tränen ausbrechen, aber man sollte tunlichst nicht mit leeren Phrasen darüber hinweg wischen. Hier ist Empathie gefragt. Empathie bedeutet vereinfacht ausgedrückt, mitzufühlen, sich einzufühlen, sich in gewissem Maße hinzuzugesellen.
Und so waren es vorrangig Kinder, die mich gelehrt haben, mich in die inneren Räume der Menschen zu begeben, indem sie mich nonverbal dazu einluden. Innerhalb dieser Räume konnte ich ihnen stets begegnen und somit auch Hilfe stellen. Wenn ein kleiner Mensch weint, dann umarme ich ihn, um gleichzeitig verbal zu versichern, dass ich weiß, wie schlimm es sich anfühlt, was er gerade erlebt, denn ich kenne das, was er im Augenblick empfindet. Durch dieses Bekenntnis fühlt er sich abgeholt und verstanden. Er empfindet Nähe, weil er in seinem Schmerz angenommen wird und sich nicht alleine darin befindet. Im Gegensatz führt es zu schwer überbrückbarer Distanz, wenn man die Alles-Wird-Gut-Haltung einnimmt. Man vermittelt dem Anderen damit eher, man befände sich am anderen Ende des Spektrums, nämlich da, wo er gerade nicht sein kann. Deswegen macht es wenig Sinn, ein sich in einer Krise befindliches Gegenüber auf diese Weise mit zusätzlicher Einsamkeit zu belasten, die natürlich empfunden wird, wenn man nicht auf den Schmerz eingeht.

Schließlich kennen wir alle Schmerz, wir alle kennen Trauer, wir alle kennen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Und wir alle fühlen das auf gleiche Weise, obwohl wir meist unterschiedlich damit umgehen. Indem man dies seinem Gegenüber bezeugt, hilft man ihm wesentlich effektiver, als wenn man sich bemüht, oberflächlich mit dem Gegenteil zu trösten. Aufrichtig zu bestätigen „Ja, im Augenblick scheint alles beschissen zu sein!“ birgt größere Heilkraft als zu sagen „Ach, das wird schon wieder!“. Gemeinsam zu weinen schafft größeren Trost, als wenn einer weint und der andere lächelt. Und was für die kleinen Menschen gilt, das gilt grundsätzlich auch für die Großen.

Deshalb sollte man nicht auch noch zur Verdrängung innerhalb einer Krise anleiten. Denn die Welt braucht nicht noch mehr Verdrängerpersönlichkeiten. Davon gibt es bereits zu viele. Die Welt braucht mehr Menschen, die lernen, dass Krisen ein wesentlicher Teil des Daseins sind, dass Krisen ihre Notwendigkeit haben, dass Krisen immens produktives Potenzial zur Selbsterkenntnis und zum Wachstum in sich bergen und nicht für jede Krise eine Sofortlösung, ein Medikament oder ein Brachialakt herbeigezaubert werden muss. Es muss dem Menschen gestattet sein, Krisen offen leben zu dürfen, ohne sich dafür schämen zu müssen. Es braucht dafür Anleitung und kompetente Lehrer. Auf gar keinen Fall aber braucht es in einer Krise die Schönfärberei, denn diese vertieft die Krise bloß.

Darum meide in dunklen Phasen die Schönfärber. Halte dich von „Ich-Hab-Das-Leben-Im-Griff-Typen“ fern. Bleibe bei dir und dem, was dich plagt. Nimm deine Krise an. Betrachte sie in all ihrer Tragödie. Rotze eine Familienpackung Taschentücher voll und dann noch eine. Höre deine traurigsten Lieder und suche nicht nach dem Ausweg. Am tiefsten Punkt des Abgrundes brauchst du nämlich noch gar keinen Ausweg. Was du da brauchst, ist in erster Linie deinen Schmerz und die Hingabe an diesen. Lass ihn zu, diesen Schmerz. Gestatte dir Verzweiflung. Bewahre deine Fähigkeit zur Trauer. Sie ist einer deiner kostbarsten Schätze. Leide eine Zeit lang. Bewege dich nicht von der Stelle. Halte inne. Beobachte, um die feinen Nuancen des Schmerzes zu verstehen. Koste die Hoffnungslosigkeit aus und schimpfe, wenn nötig. Tu dir selbst ein bisschen leid in der ganzen Beschissenheit der Krise. Bewundere deine Zerbrechlichkeit, denn sie ist nicht Schwäche, sondern Schönheit.

Und dann, irgendwann, wenn du lange genug am Boden warst, wenn der letzte Funken Hoffnung zu erlöschen droht, dann packt dich plötzlich ganz von selbst eine Kraft, die nicht von dir kommt. Eine unerwartete Wendung tritt ein. Das ist dann der Moment, da du beobachten kannst, wie sehr dich etwas liebt. Etwas, das größer, machtvoller und gütiger ist, als du bisher erahnt hast. Du siehst mit einem Mal den Ausgang aus dem finsteren Tal. Ganz von selbst. Denn da kommt plötzlich der Beistand, von dem du erkennen kannst, dass er vom Vater ausgeht.
Und das, mein Freund, bedeutet Heilung, die nicht von dieser Welt ist. Das ist das himmlische Geschenk, das jedem zuteil wird, der zu lange in der Finsternis war. Danach, nach all dem Übel, all der Dunkelheit und dem ganzen Schmerz, bist du nämlich gewachsen und stärker als jemals zuvor. Vielleicht kannst du sogar aus der Krise und ihrem Heil am Ende lernen, wie du mit zukünftigen Krisen besser umgehen möchtest. In jedem Falle aber hat dich die Beschissenheit der Krise stärker gemacht. Du bist dann jemand, der du niemals ohne diese Krise und ihre Beschissenheit geworden wärst.

Darauf vertraue! Ganz egal, wie schlecht es dir jetzt auch gehen mag, vertraue darauf, dass der Beistand kommen wird, von dem du erkennen kannst, dass er vom Vater ausgeht. Und er wird kommen, das ist so sicher, wie morgens die Sonne aufgeht. Ich wünsche dir jedenfalls von ganzem Herzen, dass du das erleben darfst. Und dass sich bald schon glückliche Wendungen für dich ergeben, auch wenn du dich jetzt vielleicht noch im tiefsten Dunkeln der Beschissenheit einer Krise befindest.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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© 2019 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Lasst Babys leben! (Extended Version)


In New York ist es jetzt legal, Babys bis zur 40. Schwangerschaftswoche zu töten. In Österreich haben 480.000 Menschen für ein Frauenvolksbegehren gestimmt, welches einen Punkt beinhaltet, der Abtreibung, also Babymord, auf Kosten der Krankenkasse fordert.

Gerne fasse ich dieses brandheiße Eisen an und mache mich wieder mal unbeliebt, denn Wahrheit ist in diesen Tagen der Feind. Man hört sie nicht gerne. Man will sich damit auch nicht aus dem Dämmerschlaf des narzisstischen Ego-Trips reißen lassen. Mir aber ist das ziemlich egal. Wer mich hassen will, der darf das gerne tun.

Ich lege sogar noch einen zusätzlichen Scheit ins Feuer und publiziere hier auf WordPress die erweiterte Version des ursprünglich auf Facebook erschienen Artikels. Vielleicht wird dadurch die Wut auf mich noch größer. Vielleicht wird noch hitziger diskutiert. Vielleicht denken einige sogar um. Wenn auch nur ein einziger ungeborener Mensch durch diesen Artikel gerettet werden kann, weil in dem Einen oder der Anderen ein Bewusstseinswandel geschieht, dann soll mir meinetwegen der Hass der ganzen Welt entgegengebracht werden. Wenn nur eines dieser Kleinen verschont bleibt, nehme ich das gerne in Kauf.

Die übliche Reaktion primitiver Menschen auf Ansichten, die unbequem und nonkonform zum Mainstream sind, war seit jeher Hass und Aggression. Daher erschüttert mich Ablehnung ganz besonders in diesem Kontext nicht im Geringsten.

Auf unserer Facebook Fanpage hat uns dieser Artikel seit seinem Erscheinen jedenfalls etliche hundert „Fans“ gekostet. Ich bin froh, diese Menschen los zu sein, denn ich möchte mich weder im realen Leben noch in der digitalen Welt mit Leuten umgeben, die Babymord befürworten, rechtfertigen, solchen durchführen lassen oder gar selbst durchführen. Es ist mein Recht, mir mein Umfeld auszuwählen. Abtreibungsbefürworter und Babymörder gehören mit absoluter Sicherheit nicht zu jenem Menschenschlag, den ich um mich wissen möchte. Keinem solchen weine ich auch nur eine Träne nach. Daher kommt einem solchen Artikel mit brisanter, aber ungeheuer wichtiger Thematik auch eine spezielle Funktion zu: Er dient ganz nebenbei der Auslese! Und ich freue mich über das Ergebnis derselben.

Traurige Ironie an der Sache ist jedoch, dass viele Menschen, die sich inbrünstig auf unserer Fanpage für den Mord an Babys stark gemacht haben, sich selbst als „spirituell“ bezeichnen. Es sind dieselben, die hysterische Schübe bekommen, sobald sie erfahren, dass am Bauernhof ein paar Kätzchen ertränkt wurden oder man irgendwo ein misshandeltes Hündchen aufgefunden hat. Es sind dieselben, die sich vegan ernähren, um Tierleid zu vermeiden, die „Licht & Liebe“ heucheln den lieben langen Tag, die haufenweise Buddha-Zitate streuen und die sich selbstgefällig „Heiler“ nennen. Für sie fällt der Mord an ungeborenen Menschen unter „Freie Wahl“ und „Selbstbestimmung“. Und jeder, der sich dagegen auflehnt, ist der Feind, der ihnen den Spaß am Zerstückeln von Föten rauben will. Das ist die bittere Ironie in diesem Drama.

Ganz besonders wütend zeigten sich Leser weiblichen Geschlechts, weil dieser Artikel von einem Mann verfasst wurde. Ihrer Ansicht nach könnten Männer da überhaupt nicht mitreden. Für uns perverse Grapscher, Stinkebären und Vergewaltiger reicht es, wenn wir auf Umgangsrecht, Sorgerecht und die Bezeichnung „Papa“ verzichten, dafür aber für Kinder und das Leben mir dem neuen Lebensgefährten den Unterhalt pünktlich überweisen. Ansonsten hätten wir den Mund zu halten, wir Männer und Menschen zweiter Klasse! Es sei eine Frechheit, dass ein Mann für das Leben ungeborener Menschen eintritt, so der Grundtenor (oder Sopran?) jener Frauen, die Babymord gut finden. Die Männer hätten ihren Spaß am Vögeln und die armen Frauen müssten das dann ausbaden, kam dann auch gerne. Es scheint fast so, als wäre Sex nur eine Freude für den Mann. Vielleicht sollten Frauen einfach aufs Poppen verzichten, weil das ja gar so eine Qual ist und man sich dabei als Opfer fühlen muss? Naja, und dann natürlich das vermeintliche Totschlagargument mit der ungewollten Schwangerschaft durch Vergewaltigung! Das war ganz vorne dabei.

Natürlich ist es schrecklich, wenn einer Frau so etwas angetan wird, das möchte hier ausdrücklich betont sein. Das Leid, welches daraus entsteht, ist sicher unsäglich. Wenn man sich jedoch durch die Kommentare auf Facebook las, konnte man fast den Eindruck gewinnen, neun Zehntel aller Schwangerschaften entstünden durch Vergewaltigung. Das aber ist nichts weiter als polemischer Bullshit! Denn rein statistisch gesehen sind 98,8 % aller Schwangerschaften aus ganz anderen Gründen zustande gekommen als durch Vergewaltigung. Aber das zählt nicht, wenn potenziellen Babymördern die Argumente ausgehen und nichts mehr bleibt als die Opferhaltung. Jede Frau kann da natürlich sofort mitreden, wenn es um Schwangerschaft durch Vergewaltigung geht, und zwar aus eigener Erfahrung. Und es ist ja auch  jeder zweite Mann ein perverser Grapscher, bloß weil „Me Too“ gerade modern ist. In der BILD steht es zumindest so geschrieben, in WOMAN ebenso und wenn die das schreiben, dann muss es schließlich wahr sein.
Ungeachtet der Polemik auf Neandertalerniveau rechtfertigt selbst eine Vergewaltigung nicht den Mord an einem wehrlosen Baby. Die Vergewaltigung, die unbestritten eine furchtbare Tat und eine noch furchtbarere Erfahrung ist, wird durch den Mord an einem ungeborenen Menschen nicht ungeschehen. Ganz im Gegenteil – es wird dadurch nur noch größeres Unrecht erzeugt.

Der Vergewaltiger ist ein Krimineller, der gefasst, verurteilt und aus dem Verkehr gezogen werden muss. Keine Frage! Wer aber ein Baby im Mutterleib zerstückeln lässt, der ist Beihelfer zum Mord an einem Menschen. Wer ist denn dann eigentlich der „bessere“ Kriminelle – der Vergewaltiger oder die Auftraggeberin zum Babymord? Unbestritten hat der Fötus die Tat nicht begangen! Warum sollte er dann dafür sterben? Warum lässt man ihn nicht leben und gibt ihn nach der Geburt zur Adoption frei? Er ist unschuldig. Er hat noch nie etwas Böses getan. Er weiß nicht, wie er entstanden ist. Er weiß nur eines: Er will leben! Und er hat ein Recht auf dieses Leben. Wer das nicht erkennt, der hat noch weite Wege zu gehen. Daher ist das Argument, eine Abtreibung sei im Falle einer Vergewaltigung gerechtfertigt, ohne ethischer Basis. Eine abscheuliche Tat, wie eine Vergewaltigung, mit einer noch abscheulicheren Tat, wie Babymord, zu vergelten, noch dazu an einem an der Tat völlig unschuldigen Wesen, das ist bar jeder Ethik.

Da jedoch eine profitgeile, seelenlose medizinische Lobby hinter dem vermeintlichen Recht auf Babymord steht, die bei Beratungsgesprächen in den Tötungskliniken den kleinen, in der Gebärmutter heranwachsenden Menschen fern jeder Pietät als „Schwangerschaftsgewebe“ bezeichnet, ist es nicht verwunderlich, wenn  unterentwickelte Geister sich schwer tun, darin einen Menschen zu sehen. Seltsam ist es dann aber, wenn sich bei Wunschschwangerschaften dieses „Schwangerschaftsgewebe“ plötzlich in „die kleine Susanne“ oder den „kleinen Michl“ verwandelt. Welch Bigotterie! Denn wahre Magie ist das mit Sicherheit nicht.

Außerdem darf man sich von einer Gesellschaft, in der der Großteil das denkt, was alle denken, weil alle vom TV und der Tageszeitung gedacht werden, nicht erwarten, dass Argumente dieser Art aus dem präfrontalen Cortex des Individuums stammen. Es handelt sich meist um eine sogenannte Wiederkäuer-Meinung. Diese entschuldigt aber ebenfalls nicht den Mord an wehrlosen Babys.

Aus den zahlreichen Wiederkäuer-Meinungen ergeben sich allerdings etliche Fragen:
Wieso dürfen sich Männer eigentlich nicht gegen Babymord stark machen? Ist denn Schwangerschaft eine reine Frauendomäne? Befruchten die sich wie Schnecken alle selbst? Ist die Liebe eines Mannes weniger von Wert als die einer Frau? Leben echte Männer denn nicht von ganzem Herzen die zerbrechliche Phase der Schwangerschaft mit? Wissen Frauen, welch Sorgen und Ängste männliche Wesen in dieser Zeit mit sich tragen? Kennen Frauen die Intensität der Vaterliebe und haben sie das Recht, diese abzuwerten? Sind Männer denn nicht Väter jener Kinder, die vielleicht getötet werden sollen? Müssen Männer zusehen und schweigen, wenn ungeborene Menschen getötet werden, bloß weil sie biologisch einfach nicht dazu in der Lage sind, ein Kind in sich heranwachsen zu lassen? Sind sie dadurch außen vor oder Menschen zweiten Ranges? Und falls ja, wo steht dies geschrieben, außer in den Mind Control-Magazinen für die moderne Frau? Ist Frausein ein Verdienst, der persönlicher Leistung entspringt? Ist die Fähigkeit, einen Mord an Babys als solchen zu erkennen, vom Geschlecht abhängig? Ist es richtiger, wenn eine Frau gegen Babymord eingestellt ist, als wenn ein Mann sich dagegen ausspricht? In Zeiten der Gleichberechtigung? Und wenn eine Frau sagt „Es ist mein Körper, daher entscheide ich darüber!“, was würde wohl der Fötus sagen, wenn er eine Stimme hätte? Würde er sagen „Okay Mama, wenn es dein Körper ist, dann töte mich eben!“? Oder würde er sagen „Es ist dies mein Körper und mein Körper hat jedes Recht auf Leben!“? Wer gibt dem ungeborenen Menschen eine Stimme für sein Recht? Und wer entscheidet darüber, ob eine Männerstimme, die für diesen Ungeborenen spricht, weniger wert ist als eine Frauenstimme?

– Das sind nur einige Fragen, die sich jene beantworten dürfen, die lautstark für den Mord an ungeborenen Babys kämpfen und sich darüber aufregen, weil ein Mann es wagt, dagegen seine Stimme zu erheben.

Ich jedenfalls werde mein Leben lang gegen Abtreibung meine Stimme erheben, obwohl und ganz besonders deshalb, weil ich ein Mann bin. Ich werde den Mord an ungeborenen Menschen niemals gut heißen und ich werde niemals dazu meinen Mund halten, denn Unrecht bleibt Unrecht, solange es niemand aufzeigt und bekämpft. Und ich werde immer auf der Seite der kleinen Menschen stehen, weil sie heilig sind. Weil sie unschuldig sind. Weil sie stimmlos sind. Weil sie wehrlos sind. Daher werde ich ein Leben lang meine Stimme für sie erheben, denn dazu wurde ich als Mann geboren: Um für die Schwächsten einzustehen, um sie mit aller Kraft zu schützen! Ungeborene Menschen sind nun mal die Schwächsten, die Wehrlosesten in unserer Gesellschaft. Sie sind ohne Schuld. Sie sind rein. Sie sind zerbrechlich und verletzbar. Ihnen gebührt jedwede Form des Schutzes. Ihnen gebührt jedwedes Menschenrecht. Denn sie sind heilig. Ist denn das so schwer zu begreifen?
Außerdem bin ich mit Leib und Seele stolzer und liebender Vater zweier leiblicher Kinder und sechsfacher Onkel wunderbarer Nichten und Neffen.

Was wäre ich für ein Mann, was wäre ich für ein Vater, was wäre ich für ein Mensch, wenn ich stillschweigen würde dazu, dass in einem Land, welches die ganze Welt dominiert, Frauen den Mord an Babys bis zur Geburt bejubeln und dies als neue „Freiheit der Frau“ feiern?
Welch Mensch muss man sein, wenn man da mitfeiert? Welch Dämon muss man sein, wenn man das als „Freiheit“ bezeichnet? Welch Monster muss in einem leben, welch bodenloses Loch an Empathielosigkeit muss in einer Seele klaffen, wenn man den legitimierten Mord an kleinen Babys als die neue Freiheit bejubelt?

Wenn eine Gesellschaft Babymord als legal betrachtet und aus Steuergeldern, wie etwa in Österreich, finanzieren möchte, dann muss sie nicht mehr auf ihren Untergang warten – dann ist sie bereits untergegangen! Wenn eine Gesellschaft die Tötung der Wehrlosesten als das individuelle Recht des Einzelnen deklariert, dann muss eine neue Definition von Ethik geschaffen, dann muss der Begriff „Kriminalität“ in jeder Form neu überdacht werden. Die alte Definition kann dann nicht mehr greifen und zwar in allen Aspekten krimineller Handlungen. Wir sollten dann überlegen, ob wir nicht jede kriminelle Handlung legitimieren, denn nur den Mord an Baby-Menschen straffrei zu halten, erschüttert die Basis jedweder soziologischen Entwicklung.

Im Subtext aber geht es den meisten Befürwortern von legalem Babymord nicht um Freiheit, sondern um Macht. Es geht um die Selbsterhöhung zur eigenen Gottheit, zum Entscheidungsträger über Leben und Tod. Es geht um die Macht, ohne reelle Verantwortung alles tun zu dürfen, wenn es nur das eigene Ego befriedigt und dafür sogar noch gesellschaftliche Legitimation zu erhalten. Narzissmus, der zur globalen Krankheit heranwächst. Wer zu blind ist, um zu erkennen, wohin wir steuern, der wird weiterhin mit geliehenen Gedanken leben und bigotte Moral als Verkleidung wählen, der wird sich weiterhin lenken lassen von geisteskranken Führern, von Psychopathen und Dämonen in Menschengestalt. Geld als Machtinstrument, Sexualität als Machtinstrument und Schwangerschaft als Machtinstrument – darum geht es hinter den Kulissen, propagiert durch marode Argumentationen. Die Abwertung des Lebens als solches, die Entweihung aller Heiligkeit, die Verachtung all jenen gegenüber, die mit gesundem Sinn für Gerechtigkeit geboren wurden, die Herabwürdigung jener, die gegen Herz- und Geistlosigkeit aufstehen, um wachzurütteln – das ist Teil eines sinistren Plans, der, orchestriert durch einige wenige, von zur totalen Empathielosigkeit indoktrinierten Massen am Laufen gehalten wird. Gottlosigkeit – ein besseres Wort gibt es nicht, um unsere Epoche zu beschreiben. Das fünfte Zeitalter, technisch hoch entwickelt, aber ethisch am Ende.

Gott sei Dank gibt es aber noch Lichter in der Dunkelheit. So auch auf unserer Facebook-Seite. Da fanden sich unter den zahlreichen Hassern auch sehr, sehr viele Menschen, insbesondere Frauen, die gegen Babymord gesprochen haben. Kostbare Leuchtfeuer der Hoffnung! Teils herzergreifende Kommentare für das Leben der kleinen, ungeborenen Menschen wurden da gepostet. Diese Kommentare haben wir stehen lassen. Bei ihren Verfassern bedanke ich mich von Herzen. Mögen sich eure Stimmen zu jener Stimme erheben, die kraftvoll im Namen aller Ungeborenen dieser Welt spricht!
Sämtliche Befürworter und Verfechter von Babymord haben wir allerdings samt den meist abscheulichen Kommentaren von der Seite gelöscht und sie dauerhaft blockiert. Wir wollen solche Menschen nicht auf unseren Seiten. Sie sind da vollkommen fehl am Platze.
Und ja, es ist unser Recht so zu verfahren, denn unsere Seite ist durch das Possessivpronomen „unsere“ als solche ausgewiesen. Im übertragenen Sinne könnte man sie als unser digitales Wohnzimmer betrachten. Und in dieses laden wir ausschließlich jene Gäste, die wir dort auch wirklich haben wollen. Ganz so, wie das wohl jeder mit seinem Wohnzimmer für sich beansprucht.

Fakt ist jedenfalls: Ob nun legalisiert oder nicht – das Zerstückeln ungeborener Babys, also kleiner Menschen, ist und bleibt Mord! Und jeder Mensch, der das befürwortet, unterstützt oder durchführt, ist sowohl ethisch betrachtet als auch spirituell gesehen ein Mörder bzw. ein Beihelfer zum Mord.
Da täuschen auch die Krokodilstränen bei den zu Millionen geschlachteten Rindern, Schweinen und Hühnern in unseren Schlachthöfen nicht darüber hinweg. Solange kein Bewusstseinswandel in Bezug auf Abtreibung erfolgt, bleibt die Menschheit bestialisch. Das Töten von Menschen, insbesondere von Babys und Kindern, ist vor Gott ein Kapitalverbrechen. Das Töten von Babys und Kindern bleibt ein Kapitalverbrechen im Sinne der Ethik. Es gibt kein einziges Argument, welches Baby- und Kindermord rechtfertigt. Kein einziges!

„Du sollst nicht töten!“
– das 5.Gebot

Ob ein Baby in die Lebensplanung passt oder nicht, ob man vorher lieber studiert, die Welt bereist oder einen anderen Partner finden hätte wollen, ob man gegen seinen Willen schwanger wurde oder einfach nur zu geil, blöd und verantwortungslos zur Verhütung war – all das rechtfertigt nicht das Zerschneiden, Zerstückeln, Absaugen und Wegwerfen kleiner Menschenwesen!

Wusstest du, dass Föten sich mit Händen und Füßen gegen die Mordinstrumente bei einer Abtreibung zu wehren versuchen? Wusstest du, dass Föten ein Schmerzempfinden haben? Und wusstest du, dass Föten eine Seele haben?

Verhütung auf Krankenkasse – ja!
Kindermord für mein Steuergeld – nein!
Adoption nach der Schwangerschaft – ja!
Kindermord in welcher Schwangerschaftswoche auch immer – nein!

Mord bleibt Mord. Er kann durch nichts gerechtfertigt werden. Es ist unerheblich, in welchem Alter des Opfers der Mord geschieht. Die vorsätzliche Tötung eines Menschen gilt per Definition als Mord.
Und das Scheinargument „Es ist mein Körper und über den bestimme ich!“ gilt wohl nur für jene, die dabei auf den Körper des ungeborenen Menschen vergessen, weil sie den ihren im Wert über den eines anderen stellen. Ein Rechtfertigungsversuch dieser Art ist absolute Ego-Scheisse, die Brechreiz verursacht und keinerlei Achtung verdient.

Mir wird vor Traurigkeit übel, wenn ich ein Kind ansehe und daran denke, dass die Eltern vor seiner Geburt vielleicht über seine Ermordung nachgedacht haben. Mir wird noch übler, wenn ich daran denke, wie viele geistig, ethisch und spirituell rückständige Menschen es auf dieser Welt gibt, die immer noch nach Argumenten suchen, um den Mord an Babys zu rechtfertigen. Und ich werde niemals so viel essen können, wie ich kotzen möchte, wenn ich erkenne, dass man Babymord bis zur Geburt als „legal“ deklariert, dass man diesen Mord an Wehrlosen noch dazu aus Steuergeldern finanzieren möchte und das Ganze als „Neue Freiheit“ feiert.

Es existiert kein Alter des Menschen, in dem seine Ermordung legal sein darf! Ob der Mensch dabei aussieht wie ein Gummibärchen, ein Frosch oder ein Püppchen, ob er bereits ein Geschlecht oder einen Namen hat, ob er gewünscht oder unerwünscht war – er bleibt ein Mensch. Und für ihn gelten die Menschenrechte ab Sekunde Null. Jeder Embryo, jeder Fötus, jedes Baby ist ein Kind Gottes. Jede Empfängnis ist ein Wunder der Natur und ein Geschenk von höherer Stelle, ungeachtet dessen, wie es dazu kam. Solange die Menschheit das nicht begreift, braucht sie sich weder sonderlich um Tierschutz zu bemühen, denn der wirkt im Angesicht legaler Ermordung von Baby-Menschen wie Hohn, noch darf sie sich als hoch zivilisiert bezeichnen, denn sie ist alles andere als das. Eine Menschheit, die Leben nicht auch im geringsten Wesen erkennen kann und will, hat nicht einmal die Bezeichnung „Menschheit“ verdient.

Ja, das schmeckt nicht in einer Gesellschaft, die den Ego-Trip zum gesunden Usus erhebt. Das kommt nicht gut an in einer Welt, in der sich der Einzelne den lieben langen Tag selbst feiert und seine narzisstische Selbstliebe für unverzichtbar hält.

Ja, das fördert nicht meine Stellung auf der Beliebtheitsskala und macht mir vielleicht mehr Feinde als Freunde, aber es ist wahr. Und Wahrheit ist selten bequem. Sie schmeckt nicht nach Nougat und fühlt sich nicht an wie das heuchlerische, weichgespülte Massendenken aus der Nachbarschaft. Daher ist sie auch so immens wichtig wie Sauerstoff in der Atmosphäre. Genau aus diesem Grunde sollte sie ausreichend vorhanden sein, zum Ausdruck gebracht und verbreitet werden, ganz gleich, mit welchen Konsequenzen der Botschafter zu rechnen hat. Wenn damit nur ein einziges Baby gerettet werden kann, weil ein Umdenken stattfindet, dann war es das wert.

Und danke, ich brauche absolut keine Erklärung oder Definition von Medizinern, die dem Menschen eine Seele abstreiten, bloß weil sie ihn aufgeschnitten und in seinen Organen keine gefunden haben. Immerhin sind unter diesen Medizinern ja auch jene zu finden, die aus dem Zerstückeln kleiner Menschen Kapital schlagen. Eine medizinisch-biologische Erklärung darüber, ab welchem Schwangerschaftsstadium Leben als solches definiert wird, ist hier nicht mehr wert als das gestammelte Alibi eines überführten Auftragsmörders.
Wer jemals eine psychisch normal funktionierende Frau kurz nach einer Abtreibung erlebt hat, kennt ihren wahren Verlust. Hier geht etwas zu Bruch, das nicht mehr repariert werden kann. Sofern es zuvor überhaupt noch intakt war…
Im Grunde ist Abtreibung daher Doppelmord – mit dem Baby stirbt das dereinst Schönste im Weib. Ihr wahres Licht als Frau geht für immer verloren. Sie wird zwar vielleicht eines Tages wieder zur Mutterschaft fähig sein, nie wieder aber zur Mütterlichkeit.
Wie kann also eine Abtreibung jemals rechtens sein?

Fazit: Abtreibung ist Babymord. Wer diesem Mord zustimmt, ihn durchführt oder durchführen lässt, der ist ein Mörder.

So, und nun hasse mich, falls du nicht anders kannst. Vorher stelle dich aber vor den Spiegel und danke dafür, solches Glück gehabt zu haben, da man dich nicht in kleinen Stücken aus dem Leib deiner Mutter geschnitten und in den Müll geworfen hat. Dann erst lege los mit deinem kleinen, erbärmlichen Hass auf die Wahrheit! Falls du nicht anders kannst, dann hasse. Nimm meinetwegen mich als Projektionsfläche für deinen Mangel an Bewusstheit dem Wunder des Lebens gegenüber. Solange du ungeborene Babys nicht tötest, soll mir das recht sein. Argumentiere, rechtfertige, wüte – das wird weder an der Wahrheit noch an diesem Artikel auch nur einen einzigen Punkt oder ein Komma ändern.

Babys sind heilig. Ihr Leben ist zehnfach kostbar, denn sie sind vollkommen unschuldig. Durch ihre Hände wurde noch nichts Böses getan. Ihr Wohl muss über allen anderen Dingen auf Erden stehen, denn sie sind die Zukunft dieser Welt. Die Welt gehört ihnen. Wenn wir ihnen eine Welt übergeben, die offenbart, dass man vor ihrer Geburt über ihre Ermordung nachgedacht hat und dass die Ermordung kleiner Babys legitim ist – wie sollen sie dann jemals Heimat finden in einer solchen Welt? Wie sollen sie lieben lernen und wie Gerechtigkeit?
Wie sollen sie den Wert am Leben selbst finden, wenn das ihre hätte enden können als entwürdigtes, zerstückeltes, abgesaugtes „Schwangerschaftsgewebe“?

– Auch wenn dieser Artikel von einem Mann verfasst wurde, so ist er deswegen nicht weniger wert, denn in erster Linie ist der Verfasser Mensch. Und als Mensch ist man der Wahrheit und der Ethik verpflichtet. Wahrheit ist es, dass das Töten anderer Menschen unethisch ist, ganz gleich aus welchen Gründen man tötet. Mag sein, dass du das nicht so siehst. Mag sein, dass du es richtig findest, Babys zu töten. Mag sein, dass du in dieser Welt damit davon kommst. Unter Garantie aber wirst du in einer anderen Welt dafür zur Rechenschaft gezogen. Dem weltlichen Gericht kann man entwischen. Niemand aber entkommt der letzten Wirklichkeit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2019 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Wenn du kein Problem hast, hast du ein Problem



Jeder Mensch hat auf die eine oder andere Weise Probleme. Lass dir da nichts vormachen. Seit Menschengedenken gab es niemand, der sein Leben total im Griff hatte. Es ist unmöglich, etwas zu kontrollieren, das unendlich viel größer ist als du. Daher verabschiede dich von dem Gedanken, irgendwann würde dein Leben bis in jeden Winkel so perfekt problemlos sein, dass du nur noch chillen, genießen und dich über den Neid anderer freuen kannst. Du wirst dieses Ideal niemals erreichen. Du wirst nicht mal annähernd herankommen. Darum höre auf damit, der „Dangling Carrot“ zu folgen.

Lass dich auch von anderen nicht blenden. Diese „Lebenimgriffhaber“ sind gute Faker. Sie haben ihre dynamische, lupenreine, lächelnde Fassade im Griff. Das ist dann aber auch schon alles, was sie im Griff haben. Hinter dieser Fassade verbirgt sich nicht selten das heulende Elend im reinsten Chaos. Und selbst wenn diese Supertypen ihr Leben im Griff hätten, so wäre ihr größtes Problem jenes, ständig alles im Griff haben zu müssen, um die Fassade zu wahren. Und damit hätten sie dann ein gewaltiges Problem.

Daher akzeptiere das Problem. Anerkenne es einfach als Teil des menschlichen Daseins. Statt es krampfhaft lösen zu wollen, beginne es in einen neuen Rahmen zu stellen. Betrachte es nicht als deinen Feind. Betrachte es als das, was jetzt so ist. Sieh es einfach nur an. Beginne es zu bewundern. Bestaune es in seiner Komplexität, seiner Beharrlichkeit, seiner Dringlichkeit.
Bekämpfe es nicht und warte, bis es sich ganz von selbst löst, denn das tun die meisten Probleme, sobald die Zeitkoordinate nur lang genug ist.

Bis dahin gehe mit dem Problem einfach anders um. Wenn es auftaucht, schalte dich nicht in den Kampfmodus, sondern sage gelassen „Wow! Was für ein geiles Problem!“ oder „Ich bewundere dich, du Problem!“ oder „Ich habe noch nie ein solch schönes Problem gesehen!“.
Lächle dein Problem an. Blicke ihm direkt ins Gesicht und bestaune es.
Und dann anerkenne, dass du es selbst erschaffen hast. Du hast einen wesentlichen Beitrag zu seiner Existenz geleistet, indem du es zu deinem Problem erklärt hast. Es möchte jetzt eine Zeit lang zu dir gehören. Also genieße seine Gesellschaft. Irgendwann wird es sich auflösen. So oder so. Dann musst du dich davon verabschieden. Aber sei nicht traurig, denn du wirst dir ganz schnell ein neues Problem finden. Sei dir da sicher. Wahrscheinlich wird es sogar ein noch schöneres, noch komplexeres, noch dringlicheres als das alte. Denn immerhin bist du ja durch die Gesellschaft des alten Problems besser im Umgang mit Problemen geworden. Das hat sich natürlich unter den Problemen herumgesprochen. Und so wird dich schon bald ein neues finden. Bis dahin: Bewundere das Problem! Und wisse: Andere Leben haben auch schöne Probleme.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Die globale Erwärmung der Herzen


Wir leben in Zeiten totalen Umbruchs, in einer seelischen Eiszeit. Soziale Kälte, Egomanie und Materialismus haben sich als Usus der Massen etabliert. Niemals zuvor war ein spirituell-ethischer Klimawandel dringender. Die großen Helden, die wahren Wandler dieser Zeit werden nicht aus den Königshäusern, den Parlamenten oder Religionsstühlen geboren – aus der Stille, aus der Wärme des einzelnen Herzens wird die Revolution kommen. Denn es gibt sie, die heimlichen Leuchtfeuer, die leisen Sterne des Friedens und der Liebe. Wie Blumen blühen sie unter Disteln. Aus ihnen geht die Saat des wahren Wandels hervor.
Denn ich glaube an die globale Erwärmung der Herzen.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Aufgabe vs. Beschäftigung


Für dein irdisches Dasein macht es einen gravierenden Unterschied, ob du bloß einer Beschäftigung folgst oder eine richtige Aufgabe hast. Dazu solltest du dich eingehend mit beiden Begriffen befassen.

Der Beschäftigte tut etwas. Er tut irgendwas, damit die Zeit genutzt bleibt. Er macht Dinge, die ihn so sehr in Beschlag nehmen, dass er die innere Leere nicht mehr spürt. Sein Tun dient der Ablenkung, der Flucht vor der Wahrheit über sein Dasein. Er ist beschäftigt mit Arbeit für den Broterwerb, mit dem Konsum von Gütern, Dienstleistungen, Beziehungen, Genüssen und Sex. Er ist beschäftigt mit Gerede über Politik, Wirtschaft und die Schlechtigkeit seiner Mitmenschen. Je beschäftigter er mit all dem ist, desto größer wird die innere Leere in den beschäftigungslosen Phasen. Deshalb stürzt er sich immer tiefer in den Kreislauf von Leere und Ablenkung durch profane Tätigkeiten. Sein ganzes Dasein gleicht einer hoffnungslosen Flucht.

Ein Mensch mit einer wirklichen Aufgabe hingegen erblüht. Er folgt einem hehren Ziel, weil er gelernt hat, die Leere des Daseins zu akzeptieren. Ihm wurde klar, dass jede Aktivität, jede Beschäftigung diese Leere nicht zu erlösen vermag. So wie ihn keine Tätigkeit vor dem Schicksal oder der eigenen Sterblichkeit retten wird können. Deshalb schenkt er sich einer Aufgabe. Er verschreibt sich ihr vollends mit all seiner Kraft, Liebe und Hingabe. Er zieht Befriedigung und Gewinn aus dem Tun selbst, nicht aus den Ergebnissen. Er sieht seine Aufgabe vielleicht darin, ein großartiger Vater, eine hingebungsvolle Mutter, ein inspirierender Künstler, ein liebevoller Heiler, ein erhellender Botschafter der Liebe, ein feuriger Rebell, ein kluger Aufklärer oder ganz simpel ein bescheidener Gärtner zu sein, weil er Pflanzen einfach immer schon geliebt hat. Seine Aufgabe ist authentischer Teil seiner selbst. Sie dient stets dem Ganzen, niemals ihm allein. Ein solcher Mensch ist nicht mal ein bisschen Dieses, dann wieder ein wenig Jenes, im Grunde aber gar nichts. Er treibt nicht wie eine Qualle von einer Welle des Konsums zur nächsten. Er ist voll und ganz Diener seiner Aufgabe. Diese Aufgabe dient nicht der eigenen Ablenkung, der Flucht vor sich selbst oder dem Totschlagen von Lebenszeit. Sie dient der Erfüllung seines Schicksals. Sie ist Teil seiner Selbstverwirklichung und Selbsterfahrung.

Ein Mensch mit Beschäftigung ist arm, denn er befindet sich in ständigem Kampf mit dem Leben, der Welt, dem Schicksal und der Zeit; er bleibt ein ewig Flüchtender.
Ein Mensch mit Aufgabe hingegen ist reich, weil er Frieden gemacht hat mit seinem irdischen Dasein. Er nimmt sich selbst zurück für den Dienst an etwas Höherem. Vielleicht macht ihn seine Aufgabe nicht vermögend. Vielleicht macht sie ihn nicht berühmt. Vielleicht wird er sogar dafür belächelt und zum Außenseiter unter den Beschäftigten, zum Geächteten unter den ewig rastlosen Konsumenten, zur Randfigur unter den von Blinden geführten Blinden. Vielleicht erhält er für seine Aufgabe niemals Anerkennung. Vielleicht macht sie ihn einsam. Aber sie macht ihn über sein ganzes Leben hinweg wahrhaft lebendig.
Am Ende seines Erdenlebens wird er wissen, dass er wirklich gelebt hat und nicht durch permanente Ablenkung vor dem Leben in ein Scheinleben geflüchtet ist.

Beschäftigt sind viele Menschen, aber nur wenige haben eine Aufgabe. Für jeden Menschen stellt sich daher die essenzielle Frage: Bin ich bloß beschäftigt oder erfülle ich meine Aufgabe?

Die Beantwortung dieser Frage ist gewiss nicht bequem, daher ist man gerne geneigt, in der Beschäftigung die Aufgabe zu wähnen. Das aber ist Selbstbetrug. Es ist nichts weiter als Rechtfertigung des eigenen Unvermögens wahrhaft lebendig zu sein.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Liebe und Mut


Liebe ist immer ein Wagnis. Liebe ist immer gefährlich. Sobald du dich total auf die Liebe einlässt, befindest du dich in Gefahr – deine ganze Welt steht plötzlich Kopf, mühevoll errichtete Paradigmen zerfallen zu Staub, eherne Prinzipien entpuppen sich als das, was sie in Wahrheit immer schon waren: vergänglicher Nebel. Deine Waffen und Schutzpanzer werden nutzlos. Du musst fliegen, wo zuvor das Gehen ausreichte, musst erneut Vertrauen schenken, obwohl du früher bereits verletzt wurdest, trittst dem Neuen völlig schutzlos gegenüber. Du wagst dich auf dünnes Eis, um zu sehen, ob es dich trägt. Es gibt keinen Halt und kein Versteck mehr. In der Liebe bist du völlig nackt, verletzlich wie die zarte Blüte eines Kirschbaums. Du tappst im Dunkeln, weißt stets nur den nächsten Schritt zu tun und hast keine Ahnung, wie die Sache für dich ausgehen wird. Vielleicht musst du Menschen und Dinge aus deiner Gegenwart gehen lassen, musst Abschied nehmen, deine Hände öffnen, damit sie für die Gaben der Liebe leer werden…
In der Liebe bist du in jedem Falle dazu gezwungen, Altes loszulassen, liebgewonnene Verletzungen und Opferrollen aufzugeben und dich in Hingabe zu üben, um die Liebe in ihrer vollen Blüte zu erfahren. Davor aber hast du schreckliche Angst. Du fürchtest nichts mehr als das Loslassen und den Schritt ins Ungewisse.
Liebe ist deshalb das größte Wagnis deines Lebens, weil Liebe vergleichbar mit dem Sterben ist – durch sie wechselst du Form, Welt und Bewusstsein; du löst dich völlig auf in der Liebe, um in ihr neu zu erstehen. Daher sage ich, Liebe ist die gefährlichste Sache der Welt! Nur wenige Menschen sind wagemutig genug, sich darauf einzulassen – die meisten begnügen sich mit billigen Imitaten, verwechseln Verliebtheit, Leidenschaft und sentimentales Geplänkel mit dem Seinszustand der Liebe. Sie verheizen Partner um Partner und gelangen auf diesem Wege nicht einmal in den Vorhof zur Liebe. Ihnen fehlt der Mut, sie bleiben Gefangene ihrer eigenen Flucht vor sich selbst.
Du kannst dich nicht auf das ungeheuerlichste Wagnis deines Lebens einlassen, solange du nicht unerschütterlich mutig bist. Du kannst ohne unerschütterlichen Mut nicht lieben. Du kannst ohne Liebe nicht unerschütterlich mutig sein. Und jetzt, da du diese Verbindung als solche erkannt hast, fragst du, wie du in diesen Kreis von Liebe und Mut einsteigen sollst?
Ganz einfach: Hör auf zu denken!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Jesus Christ Megastar


Man muss ein gewisses Bewusstsein erlangt haben, um den Christus innerlich aus dem religiösen Kontext herauszulösen. Mit dem Buddha gelingt es fast jedem, weil der Buddha derzeit populär ist. Mit dem Christus haben viele ein Problem. In Wahrheit aber haben sie dieses Problem nicht mit dem Gesalbten, sondern mit sich selbst. Es fehlt ihnen das Bewusstsein, innerlich etwas freizugeben, was immer schon frei war. Sie sperren es weiterhin in die begrenzten Boxen ihrer Dogmatik und wundern sich, warum es klemmt. Daher ist da noch ein langer Weg zu gehen.

Wer es geschafft hat, den Christus außerhalb der Religion zu finden, ihm dort in Freiheit zu begegnen und ihm in Hingabe zu folgen, der kann unmöglich an die gut verpackte, total moderne aber leider satanistische Lehre vom eigenen Schöpfertum glauben. Dabei wäre es so leicht, aus der Selbsttäuschung zu erwachen. Man müsste nur den Mut zur Wahrheit finden, statt mit der blökenden Herde zu laufen. Ich bin frei, sagt das esoterische Schaf und läuft den anderen esoterischen Schafen blind hinterher, denn da vorne wird schon eines dieser Schafe sein, das den Weg kennt. Ich mache nicht mit, sagt das esoterische Schaft und macht mit bei der Esoterik. Ich bin Schöpfer meiner Realität, sagt das esoterische Schaf und wiederholt damit eine Floskel, die fernab jeder Realität ist.

Kein Mensch ist Schöpfer seines Lebens. Kein Mensch ist Schöpfer seiner Welt. Natürlich macht die eigene Perspektive eine gewisse Wahrnehmung und somit auch eine bestimmte Erfahrung der Realität aus, das aber ist…

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– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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