Behinderung und Normalität


Immer wieder werden Menschen geboren, die sich aufgrund ihrer physischen und/oder psychischen Beschaffenheit vom Rest der Bevölkerung abheben. Deine Gesellschaft gab ihnen die Bezeichnung „Behinderte“.

Diese sogenannten „Behinderten“, diese in Wahrheit bloß außergewöhnlichen Menschen, sollen entweder therapiert, also angepasst, oder aber weggesperrt werden unter dem Deckmantel, ihnen helfen zu wollen. Man sperrt sie in Betreuungseinrichtungen, so wie man die Alten in Altenheime, die Kranken in Krankenhäuser und die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule sperrt – nur die völlig gesunden und im vollen Umfang leistungsfähigen Arbeitssklaven sollen frei umherlaufen. Alles, was nicht in diesen Bereich der Leistungsfähigkeit passt, wird weggesperrt und unter der fadenscheinigen Begründung der Hilfestellung angepasst: Die Andersartigen sollen in der Therapie gleichgemacht, die Kinder in der Schule programmiert und die Alten im Altenheim vergessen und dem Tode geweiht werden.

Das sei das Beste für diese Menschen, sagt deine Gesellschaft – doch wo kann ein Mensch besser betreut werden, wo kann Heilung nach der Erstversorgung schneller geschehen, wo können deine Großeltern besser ihren sogenannten Lebensabend verbringen, wo können deine Kinder die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens besser erlernen, als im liebevollen Kreise der Familie?

– Die Familie aber ist allein schon mit ihrem gelebten Lohnsklaventum, dem Steuerzahlen und Konsumieren derart überlastet, dass kein Raum mehr bleibt für irgendeine liebevolle Art der häuslichen Betreuung von Andersartigen, Alten oder Kindern. Und in vielen Fällen will sich die Familie auch gar nicht um solche Dinge kümmern, sie möchte sich nicht damit belasten, weil ihre Gehirne bereits so manipuliert und gewaschen, weil ihre Herzen bereits so erkaltet, weil ihre Egos dermaßen genuss- und ichsüchtig geworden sind, dass sie alleine schon die bloße Vorstellung an eine Betreuung zuhause in Angst und Schrecken versetzt, denn das würde ja die eigene Bequemlichkeit unterbinden.
Aber selbst jenen Familien, die bereit wären, sich der eigenverantwortlichen Betreuung und vollständigen Integration ihrer Andersartigen hinzugeben, gewährt das System keinen Raum – Nächstenliebe ist gesellschaftspolitisch nicht erwünscht, sie hat keine wirtschaftliche Relevanz.

Deshalb sperrt man Andersartige mit der Bezeichnung „Behinderte“ einfach weg, oder versucht sie durch Therapie anzupassen. Auf keinen Fall aber dürfen sie so akzeptiert sein, wie sie sind. Sie werden nicht in ihrem Sosein angenommen, sie werden nicht als ebenso liebens- und lebenswert angesehen, sondern mit Bedauern bestraft.
Wer ein sogenanntes „behindertes“ Kind zeugt und zur Welt bringt, gilt schon als Verlierer in der Gesellschaft der Schönen, Erfolgreichen und Leistungsfähigen. Alle Menschen sollen am besten dem stereotypen, stupiden Idealbild aus der Werbung entsprechen – wer anders ist, hat bereits verspielt, der gilt bereits als Verlierer im perversen Wettrennen an die Spitze einer durch und durch neurotischen Gesellschaft.

Man nennt Menschen, die mit physischen und/oder psychischen Besonderheiten geboren wurden, auf unerkannt zynische Weise „Behinderte“. Doch die einzige Behinderung erfahren diese sogenannten „Behinderten“ durch eine Gesellschaft, die den „normalen“ Menschen wünscht – einen Norm-Menschen. Der Mensch soll in eine Schablone passen, so wie Schulhefte genormt sind nach Formaten, so wie Tomaten in der EU nach Norm wachsen sollen, so wie die Gedanken und Handlungen der Bevölkerung nach einer Norm laufen sollen – das ist die größte Krankheit dieser Welt. Das ist die einzige Behinderung.

Eine Norm bedingt den Zwang, das Eine habe genauso zu sein, wie das Andere – ein Individuum aber kann keiner Norm entsprechen, denn kein einziger Fingerabdruck passt in eine Norm. Keine Berührung, kein Lächeln, kein Kuss, keine Träne, keine Hoffnung, keine Sehnsucht, kein Wunsch, keine Angst passt in eine Norm. Normalität ist eine psychosoziale Krankheit, ein perverser Auswuchs eines entarteten Gesellschaftssystems, eine idealistische Verseuchung des von Natur aus wunderbaren menschlichen Geistes. Normalität ist der Tod des freien Lebens, der Tod des Individuums. Das ist die Krankheit. Die Norm ist die Behinderung – nicht die Andersartigkeit!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Du und dein Kampf


Wenn ich davon spreche, du sollst den Kampf aufgeben, dann meine ich damit nicht nur den Kampf gegen dich selbst – ich meine damit jegliche Art von Kampf. Ich meine damit jegliche Art von Konkurrenzverhalten.
Du aber wurdest dahingehend konditioniert, ständig um alles, für alles und gegen alles zu kämpfen. Mit allem und jedem stehst du in Konkurrenz – sogar mit dir selbst.

Man hat dich zur Konkurrenz, zum Kampf programmiert, indem man dir sagte, das würde dein Überleben sichern – niemals kann Kampf das Überleben von irgendetwas sichern! Jeder Kampf, jeder Krieg führt zwangsläufig zu Zerstörung und Zusammenbruch. Doch dir hat man den Kampf als überlebensnotwendig eingetrichtert. Dazu wurde die Natur missbraucht und ihr heiliges Spiel zitiert, um dir weismachen zu wollen, dass jede Pflanze, jedes Tier für sein Überleben kämpfen müsse – das aber ist nicht wahr.

Die Natur ist in absoluter Harmonie mit sich selbst; für alles und jedes ist ausreichend gesorgt in vollkommenem Frieden. Es gibt keinen Kampf in der Natur. Du verstehst bloß das Spiel und die Harmonie der Natur nicht. Deshalb glaubst du, im natürlichen Lauf der Dinge Kampf zu erkennen, weil du dich selbst aus der Natur herausstellst. Doch da ist überhaupt kein Kampf in der Natur. Und auch du selbst bist und bleibst in Wahrheit Teil dieser Natur. Abgesehen davon bist du weder eine Pflanze noch ein Tier – du bist in erster Linie Bewusstsein.
Bewusstsein muss nicht kämpfen. Bewusstsein muss sich bloß dessen bewusst sein, dass es bewusst ist. Du aber kämpfst unentwegt und bist dir dessen kaum bewusst.

Beobachte dich selbst dabei, wie du immer und überall kämpfst – sogar auf deinen modernen sozialen Internet-Plattformen, die eigentlich zur Verbindung in Harmonie dienen könnten, musst du konkurrieren, kämpfen und siegen wollen durch deine Meinung, deine persönliche Ansicht, um die du meist gar nicht gebeten wurdest. Du kannst nicht einfach deinen Nächsten sein lassen – Nein! Du musst ihn andauernd bekämpfen.

– Doch warum kämpfst du?

Man hat dir Lohn für das Kämpfen versprochen! Doch man hat dir falschen Lohn für diesen Kampf in Aussicht gestellt, und dieser lautet „Sieg“. Egal, was du tust, du musst dabei siegen. Selbst in deinen Liebesbeziehungen möchtest du den Sieg erringen. Sieg scheint für dich das Höchste zu sein. Sieg aber ist noch lange kein Gewinn. Sieg und Gewinn sind zwei völlig unterschiedliche Begriffe, zwei im Grunde unvereinbare Gegensätze, denn ein Sieg bedeutet niemals Gewinn. Sieg bedeutet bloß, den anderen vernichtet zu haben, triumphierend über ihm zu stehen, auf seine Überreste zu blicken, weil man ihn kaputt gemacht hat.
Gewinn aber ist es, wenn beide Seiten aus einer Sache etwas Positives ziehen können.
Der einzig wahre Gewinn in deinem persönlichen Leben ist der tiefe innere Frieden. Der einzig wahre Gewinn in deiner Welt ist der Weltfrieden, doch sogar um diesen möchtest du kämpfen. Ich aber sage dir: Wer für den Frieden kämpft, der hat ihn bereits verloren! Wer für den Frieden kämpft, der wird ihn niemals erlangen!

Der einzige Weg, um Frieden zu erlangen oder ihn zu schaffen, ist jeden Kampf aufzugeben – du kannst Frieden weder erkämpfen noch erzwingen; du kannst durch Kampf und Zwang vielleicht einen Waffenstillstand herbeiführen, aber das ist noch lange kein Frieden. Um Frieden zu erlangen, musst du kampflos werden, du musst selbst Frieden sein – dann ist Frieden automatisch da. Wenn du im Frieden bist, wenn du friedlich schwingst, dann erst ist Frieden.

Du aber unterliegst zu sehr deinen Konditionierungen, du steckst so sehr in deiner Ego-Verhaftung fest, dass du gegen alles und jeden kämpfst, und dabei glaubst, dieser Kampf wäre durch irgendetwas gerechtfertigt. Jeder vermeintliche Sieg über andere aber ist stets eine Niederlage vor dir selbst, denn du und der andere, ihr seid eins.

All dein Kampf hat dich genau dahin gebracht, wo du im Moment stehst, da, wo deine ganze Gesellschaft steht. Deine ganze Welt, die gesamte Menschheit hält sich gegenseitig in Schach, sie steht am Rande des Abgrundes – und das nennst du dann Gewinn, das nennst du Sieg? Ein Gewinn an was? Ein Sieg worüber?
Das ist weder Gewinn noch Sieg – das ist permanenter Verlust, das ist eine jahrtausendelang andauernde, jämmerliche Niederlage, mehr nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Spirituelle Monogamie


lovers53Bemühe dich nicht, monogam zu leben. Monogamie ist dir von Natur aus nicht gegeben. Das ist eine biologische Tatsache. Die Natur hat es so eingerichtet, dass du deine Gene so weit als möglich streuen sollst; auch dein Geist liebt mannigfaltige Freuden auf physischer Ebene. Das ist ein vollkommenes Prinzip. Du kannst und musst es nicht verbessern. Die Natur weiß es immer besser als es deine gesellschaftlichen Regeln, Zwänge und Dogmen jemals wissen könnten. Die Natur ist die weise Mutter, die dich alle Dinge lehren kann, wenn du dich ihr hingibst. Leider scheiterst du an der Hingabe.

Die Institution der Ehe hat dich in ein Gefängnis gesperrt, dir den Zwang auferlegt, sexuelle Lust nur mit einem einzigen Menschen zu erfahren, doch das ist ein Schuss, der immer nach hinten losgeht. Jeder Zwang führt letztlich dazu, dass du der Natur deines Wesens folgen musst, indem du aus dem Zwang ausbrichst, denn dein wahres Wesen ist ein absolut freies. Dein wahres Wesen lässt sich nicht zwingen – je größer der Zwang, desto stärker der Wunsch, dem Zwang zu entkommen; je starrer die Regeln, umso größer das Verlangen, sie zu brechen.

Die Institution der Ehe trägt große Verantwortung am Ehebruch. Sie ist wesentlicher Verursacher der Untreue, denn gäbe es den Zwang nicht, wäre das wunderschöne Versprechen der Treue zwischen zwei Menschen weit seltener gebrochen worden, als dies in deiner Geschichte bisher der Fall war. Aber nicht nur die Ehe selbst ist ein Zwang zur Treue, sondern auch deine neuen sogenannten „lockeren“ oder „freien“ Beziehungen, die in Wahrheit alles andere als locker und frei sind.
Einzig und allein auf den Trauschein und den Ring verzichtest du, doch das Modell dahinter ist im Grunde nichts weiter als eine billige Kopie der Ehe mit kleinen, unbedeutenden Änderungen.
Als Grundlage dieser modernen Form der Beziehungen dient immer noch das Besitzdenken. Ihr Schriftführer ist das Ego und dessen Angst, etwas zu verlieren. Deshalb verlangst du deinem Partner Treue ab und er verlangt sie dir ab. Dadurch haltet ihr euch gegenseitig an der Leine. Ihr raubt einander die Freiheit, eurer Natur zu folgen. Ihr macht euch zu gegenseitigen Gefangenen.
Doch selbst wenn du damit leben könntest und auch dein Partner es täte, dass ihr beide auch sexuelle Freuden mit anderen erlebt, so gäbe es da immer noch deinen Freundeskreis, dein soziales Umfeld und letztlich die Gesellschaft, die mit dem Finger auf euch zeigen würde, wodurch ihr neuerlich unter Druck geraten würdet. Man würde euch sehr subtil wieder in die Monogamie zwingen wollen. Das Resultat davon sind Eifersuchtsszenen, Leid und schmerzhafte Trennungen.

Du kannst und wirst Monogamie solange nicht leben können, bis du sie freiwillig für dich entdeckst. Eines Tages nämlich wird sie dir zum heiligen deiner Seele immanenten Wunsch werden. Irgendwann entdeckst du, dass es nicht die körperliche, die sexuelle Anziehung ist, aufgrund der du dich einem Menschen exklusiv schenken möchtest, sondern eine tiefe seelische. Das ist spirituelle Monogamie! Sie ist immer freiwillig und kommt aus deinem Herzen. Sie entstammt nicht deinem Ego, nicht deinem Verstand, schon gar nicht aber findet sie ihren Ursprung in den Regeln einer Institution. Sie wurzelt alleine in dem Herzenswunsch, sie als Geschenk geben zu dürfen.

Als man Jesus fragte, wo denn die Untreue beginne, da sagte er: „Schon wenn du nur an ein anderes Weib, an einen anderen Mann denkst, hast du die Ehe gebrochen!“

– Jesus hatte Recht. Alle Dinge beginnen im Geiste. Dein Schwärmen für deine Stars und Models oder auch für Menschen aus deinem Umfeld ist bereits Untreue, sofern du dich in einer Beziehung befindest. Es spielt keine Rolle, ob du auf materieller Ebene verzichtest, denn im Geiste bist du bereits untreu geworden. Der Verzicht auf der materiellen Ebene ist Heuchelei – dir gegenüber und auch deinem Partner gegenüber. In dir schlummert die Sehnsucht nach anderen Körpern, nach anderen Menschen und damit ist diese Sehnsucht existent. Nur weil du es nicht in die Tat umsetzt, nur weil du dieser Sehnsucht nicht nachgibst, hast du ihre Existenz damit noch lange nicht beendet – das heimliche Verlangen nach sexuellen Erfahrungen mit anderen bleibt in deinem Inneren aufrecht. Lass das Heucheln und die Selbstverleugnung sein!
Solange du innerlich bereit wärst, eine andere Person als deinen Partner sexuell anzunehmen, hast du bereits die Ehe gebrochen, dann bist du noch nicht bereit für spirituelle Monogamie.
Deshalb musst du nicht verzweifeln, denn es ist natürlich. Es entspricht deiner Natur als Mensch. Am besten du akzeptierst das, denn so schaffst du überhaupt erst die Möglichkeit, echte Monogamie zu leben. Solange du es in dir verleugnest, wird es dich immer wieder heimsuchen und in die Betten anderer treiben.

Wenn du aber den Punkt in deiner Entwicklung erreicht hast, an dem du ganz von selbst, aus dir heraus, das tiefe Bedürfnis verspürst, ausschließlich und alleine mit diesem einen Menschen Hochzeit zu feiern und nur noch diesem einen Menschen deine sexuelle Treue zu schenken, dann bist du wirklich bereit zur Monogamie. Erst dann wird sie nicht zur Qual. Erst dann ist Treue ohne Leid, ohne das Gefühl von Verzicht, der sich letztlich als Mangel äußert, möglich. Erst dann hast du die Evolutionsstufe vom Menschen zum höheren Menschen genommen.

Sobald du diesen Punkt erreicht hast, wird dir eine zweite Seele geschenkt sein, die vollkommen mit der Schwingung der deinen harmoniert. Eure Verbindung wird dann eine Ehe sein, die keinen Segen durch die Welt mehr braucht. Diese Verbindung wird auf sehr hoher seelischer Ebene stattfinden, und von diesem Punkt an wirst du kein Bedürfnis mehr nach anderen Partnern empfinden. Es wird dir gar nicht mehr möglich sein, echte, wahre und tiefe Freude an der sexuellen Lust mit jemand anderem zu erfahren. Wenn du es versuchst, wird es dir wie eine ungewürzte Speise erscheinen. Es wird dumpfe Leere und schalen Nachgeschmack in dir hinterlassen.

Eine Ehe, eine Beziehung dieser Art gründet sich nicht mehr auf Besitzdenken, dessen Ursprung die Angst ist, sondern einzig und allein auf Liebe. Die Grundlage ist nicht mehr die körperliche Anziehung, sondern die seelisch-karmische Verbindung zwischen dir und dem Partner. Dies ist die einzig wahre und echte Form der Ehe, denn sie beruht auf absoluter Freiheit und Freiwilligkeit. Liebe ist ihr einziger Grund und ihr einziges Ziel. Monogamie ist dann keine Frage mehr, sondern die Antwort.

Dies soll kein Freibrief zum hemmungslosen Besuch sämtlicher Betten sein, sondern eine Erklärung dafür, dass Monogamie ein Geschenk und kein Zwang ist. Bevor du Monogamie nicht als tiefes inneres Bedürfnis verspürst, bevor du sie nicht aus deinem Herzen heraus schenken möchtest, streiche sie aus deinem Kopf. Monogamie ist Herzenssache. Monogamie ist ein Geschenk, niemals ein Muss.

(Dieser Artikel ist auch zu finden im Bewusstseinsmagazin „Sein“, Ausgabe Nr. 205, 9/2012, Seite 22 und 23, sowie auf www.sein.de)

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Seelenpartner, Dualseelen, Social Media & die Unfähigkeit zur Partnerschaft


Oftmals werde ich dieser Tage mit folgender Bitte konfrontiert: Andersmensch, kannst du vielleicht etwas zum Thema Seelenpartner & Dualseelen sagen?

Ja, ich kann dazu etwas sagen. Ob es allerdings das ist, was du zu erfahren wünscht, wage ich zu bezweifeln. Ich wäre nicht der Andersmensch, würde ich die Dinge nicht anders sehen.
Mit Andersartigkeit aber hat so mancher ein Problem. Im Andersartigen findet dein Ego nämlich keine Befriedigung – dein Ego möchte nämlich viel lieber die eigene, beziehungsweise die allgemeine Meinung durch das Gegenüber wiedergekäut und bestätigt wissen. Das ist wesentlich bequemer, das ist bedeutend „sicherer“, weil es dich nicht aus deiner Komfortzone lockt.
Ich aber tue deinem Ego diesen Gefallen nicht – ich fordere es auf, das sichere Schneckenhaus zu verlassen, um in die unendliche Welt des Mysteriums einzutauchen; ich fordere dich zum bewussten Denken auf.
Bewusstes Denken ist stets kreatives Denken. Kreatives Denken ist Pionierarbeit. Es stellt immer eine Herausforderung dar, denn es läuft außerhalb gewohnter Bahnen; es erfordert Eigenständigkeit und einen offenen Geist. Willst du also verstehen, was ich zu sagen habe, dann bedeutet das, du musst von der Hirnrinde, wo das unbewusste Denken gesteuert wird, auf die vorderen Stirnlappen umschalten. Da findet das kreative Denken statt; und das erfordert stoffwechseltechnisch erhöhten Energieaufwand – das Verweilen im Unbewussten ist deshalb wesentlich bequemer als die Bewusstwerdung durch eigenständiges, kreatives Denken. Wenn du also wissen willst, was ich zum Thema Seelenpartner & Dualseelen zu sagen habe, dann öffne deinen Geist, werde ein leeres Gefäß, und vergiss für einige Augenblicke das, was du zu wissen glaubst.

Die letzten Jahre trugen als Königsdisziplin das Thema Beziehung. Deine Beziehungen, deine Partnerschaften aber sind für dich unmöglich geworden – du kannst sie zurzeit nicht leben. Du kannst sie nicht so leben, wie du es gewohnt bist, wie du sie gerne leben möchtest.

– Woran liegt das?

Nun, du lebst in einer Zeit des Paradigmenwechsels, in einer Zeit der völligen Umstrukturierung deiner Gesellschaft, deiner ganzen Welt. Du lebst ein einer Zeit des globalen Bewusstseinsaufstiegs. Vieles, was du gewohnt warst zu leben, kann nicht mehr so gelebt werden wie bisher. Dazu zählen in erster Linie deine zwischenmenschlichen Beziehungen, denn dort nimmst du den Bewusstseinswandel am gravierendsten wahr. Manche spüren das weniger, andere wesentlich intensiver, jeder aber ist davon betroffen – der Wandel findet nicht nur global, sondern universell auf allen Ebenen des Seins statt.

Die vergangene Jahre brachten aufgrund der herrschenden Zeitqualität kaum Erfüllung in deinen Partnerschaften und Beziehungen – dazu war die Zeit einfach zu unruhig, es durfte noch zu viel Transformation geschehen.
Meine Prognose für das nächste Jahrzehnt sieht hingegen schon wesentlich optimistischer aus. Um gesund evulitionieren zu können, braucht der Mensch erfüllte Zwischenmenschlichkeit. Er braucht Partnerschaften, Annäherung, Verbindung, Vereinigung der Gegensätze und Bewusstwerdung durch Liebe, vor allem aber braucht er Nächstenliebe. Er wird dies alles entwickeln müssen, denn dahin führt der Weg – es kann also besser werden! Rechne in deinen Beziehungen jedoch erst dann mit spürbaren Veränderungen zum Positiven, wenn du dich wandelst, indem du aktiv an dir selbst arbeitest und deine Bewusstwerdung und Nächstenliebe förderst. Dann erst wird diese Verbesserung eintreten können.

Der globale Bewusstseinswandel sowie die herrschende Zeitqualität gilt zwar als wesentlicher Grund für die Unfähigkeit zur Partnerschaft, es gibt aber noch andere tragende Gründe. Einer davon ist das Thema Seelenpartner & Dualseelen.

Vielleicht mag es dich befremden, die folgenden Absätze durch mich zu erfahren, denn wie du möglicherweise weißt, betreibe ich selbst eine Website, die sich mit dieser Thematik befasst. Dennoch war und bin ich vor allem dem Thema Dualseelen stets skeptisch gegenüber gewesen.
Seelenpartnerschaften sind nichts weiter als die natürliche Konsequenz karmischer Verbindungen – es ist also keine große Sache, mit einem Seelenpartner zu leben, denn alle Menschen, mit denen du innig verbunden bist, gelten als Seelenpartner. Das bezieht sich nicht nur auf Liebesbeziehungen im romantischen Sinne, sondern auch auf Familienmitglieder und Freunde. Im weitesten Sinne gilt jeder Mensch als dein Seelenpartner. Jeder Mensch ist dein Bruder oder deine Schwester.
Mehr wäre zu Seelenpartnerschaften nicht zu sagen, auch wenn manche der neuen „Gurus“ diesen Terminus in einen anderen, weit verklärteren Kontext stellen – für mich aber ist dies schlicht die simple Definition des Begriffes „Seelenpartner“.

Mit den Dualseelen ist das etwas heikler. Ich halte nicht viel von den sogenannten Heiligen Schriften dieser Welt, denn durch ihren Missbrauch entstanden Religionen. Diese brachten Dogmen und Fanatismus und somit Leid in die Welt – der Kern jener Schriften ist allerdings rein, wahr und von identer Aussage. Ich habe sie alle studiert, diese heiligen Schriften. In keiner aber konnte ich einen Hinweis auf Dualseelen finden.

– Woher also kommt der Begriff „Dualseele“?

Ich selbst wurde mit dem Begriff das erste Mal über das Internet konfrontiert. Durch gewisse persönliche Erfahrungen sah ich mich dazu veranlasst, mich dieser Thematik eingehender zu widmen. Und so kam ich nach rund zwei Jahren der Forschung zu folgendem Schluss:
Es gibt weder einen religiösen noch einen historischen noch einen mythologischen Hintergrund für den Begriff „Dualseele“. Keine Heilige Schrift, kein historisches Werk, keine Mythologie beinhaltet auch nur den geringsten Hinweis auf Dualseelen. An keiner Stelle wird in diesen Schriften der Begriff geprägt, wie dies die moderne Esoterik tut. Die Idee der Dualseele ist demnach wohl eine Erfindung fantasiebegabter Möchtegernpropheten. Im Grunde aber ist es völlig egal, woher der Begriff stammt. Es spielt keine Rolle, ob er (wie etwa das „Spiegelgesetz“) bloß ein neues idiotisches Meisterstück der Esoterik-Industrie oder ein weiteres Manipulationswerkzeug deiner Machthaber ist – es wird damit in jedem Falle ein neues Ideal in die Welt gesetzt.

Ideale sind stets so beschaffen, dass sie unerreichbar bleiben. Ein Ideal soll dich zwar in Bewegung aber dennoch im Unglück halten. Die Natur des Ideals ist seine Unerreichbarkeit. Wer Ideale hat, diese aber nicht erreicht, bleibt unglücklich. Unglückliche Menschen sind leichter zu lenken. Man kann sie leichter manipulieren – dies sei hier zum besseren Verständnis kurz angemerkt.

Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass es so etwas wie Dualseelen gibt – allein schon aufgrund meines persönlichen Erlebens. Jedoch kann es sich bei vermeintlichen Dualseelenbegegnungen auch bloß um sehr innige Verbindungen zwischen Seelenpartnern handeln.
Manche Begegnungen werden schlichtweg intensiver erfahren als andere. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Dualseelenbegegnungen handeln.
Meines Erachtens wird der Begriff der Dualseelen-Liebe gerne auch dafür missbraucht, die eigene Unfähigkeit im Loslassen zu rechtfertigen: Kannst oder willst du eine Begegnung nicht loslassen, dann erklärst du sie kurzerhand zur Dualseelenbegegnung und schon hast du vor dir selbst sowie vor der Welt eine Rechtfertigung für dein persönliches Unvermögen, einen Menschen loszulassen.

Die entscheidende Frage jedoch ist: Warum sollte es so etwas wie Dualseelen geben – welchen Zweck hätte deren Existenz?

yinyangtreeAuch wenn du das im Laufe deiner unzähligen Inkarnationen längst vergessen hast, so ist doch jeder Mensch für sich selbst eine vollständige Einheit. Jede Seele ist als solche vollständig. Die Seele, die du in Wahrheit bist, ist weder männlich noch weiblich – sie ist androgyn, trägt im gleichen Maße weibliche und männliche Anteile in sich. Dazu rufe ich dir das Yin & Yang-Zeichen in Erinnerung. Es besteht aus zwei unterschiedlichen Farben, von der jede die andere in sich trägt – zusammen aber ergeben sie eine vollständig harmonische Einheit, die nicht getrennt werden kann. So ist das auch mit der Seele, die du bist – sie ist stets ganz, vollständig und unversehrt.
Warum also sollte die Seele in zwei Hälften gespalten sein? Warum sollten zwei Seelen ursprünglich eine Einheit bilden, die nur als solche funktionieren kann, dann aber durch die Göttlichkeit getrennt werden, um jenseits dieser Einheit zu leiden?

– Der Glaube an eine Spaltung existiert bloß in deinem dualistischen Weltbild. Du fühlst dich im Grunde von allem abgespalten – von deinem Nächsten, von der Natur, von Gott, sogar von dir selbst. In der Schöpfung existiert aber keine Trennung, keine Abspaltung – die gesamte Existenz ist eine in sich ruhende, vollständige Einheit: das Universum (von lateinisch: universus = „gesamt“, von unus und versus = „in eins gekehrt“). Auch du bist eine vollständige Einheit, ein Universum. Du trägst bereits Mann und Frau in dir. Dir fehlt nichts, absolut nichts. Die Seele, die du bist, ist vollkommen, und sie ist nicht hier, um diese Vollkommenheit erst herzustellen, sondern um diese Vollkommenheit auf der Ebene von Materie, Zeit und Raum zu erfahren.

Der Gedanke an eine Dualseele aber impliziert eine Spaltung. Der Gedanke suggeriert, du wärst erst dann vollständig und glücklich, wenn diese Spaltung aufgehoben würde durch die Begegnung und die Verschmelzung mit deiner Dualseele. Bevor dies nicht geschähe, müsstest du gespalten, sehnsüchtig und unglücklich durch die Welt trotten – das ist eine gefährliche Ideologie. Es ist eine törichte Ideologie.

Gesetzt den Fall, es gäbe sie tatsächlich, die Dualseele: Was wäre, wenn sie im Körper eines dreijährigen Jungen leben würde?
Was, wenn sie im Körper einer neunundachtzigjährigen Frau lebte?
Was, wenn sie in einem Körper steckte, der dir vollkommen abstoßend erschiene?
Was, wenn sie in einem gleichgeschlechtlichen Körper lebte, du aber heterosexuell wärst? Was, wenn sie gar nicht inkarniert wäre? Was wäre dann?

– Du wärst hoffnungslos dazu verdammt, den Rest deiner Inkarnation unvollständig und gespalten zu bleiben.
Erkennst du, welche Gefahr dieser Gedanke birgt? Und wird die klar, wie leicht dieser Gedanke einen anderen Ursprung haben könnte, als du vielleicht vordergründig erkennen möchtest?

Bedenke: Jene, die dich kontrollieren, deine Machthaber, wissen, dass du eines Tages erwachen wirst. Sie wissen, dass du dann ihre heimtückische Manipulation durchschauen würdest, was bedeutet, sie würden ihre Macht verlieren, sie würden die Kontrolle über dich verlieren. Deshalb werden ständig neue und noch subtilere Mittel eingesetzt, um dich zu manipulieren, dich fernzusteuern und zu kontrollieren.

„Der überlegene Krieger attackiert weder Körper noch Geist – es ist das Herz, gegen welches er seine Attacken führt.“

Wenn sie ihre ideologischen, chemischen und technischen Mittel zur Manipulation ausgeschöpft haben, dann greifen sie zu ihren spirituellen, mit denen sie dein Herz erreichen, um dich zu attackieren, dich zu manipulieren und unter Kontrolle zu halten. Mit der Idee von der Dualseele zielen sie exakt auf deine verletzbarste Stelle, denn damit erreichen sie direkt dein Herz. Dein Herz ist zwar dein stärkster, zugleich aber auch dein verwundbarster Punkt. Und so schaffen sie dir das Ideal von einer Dualseele, ohne die du niemals glücklich sein würdest. Sie erwischen dich mitten im Herzen!

Du befindest dich vielleicht in einer Partnerschaft, die ganz gut läuft. Doch dann erfährst du von der ungeheuerlichen Liebe zwischen Dualseelen, die so himmlisch sein soll, dass man allein durch die Beschreibung ihrer Herrlichkeit weltweit tausende Bestseller verkaufen kann, die allerdings nicht den Schriftsteller reich und mächtig machen, sondern vielmehr die Verlagsindustrie dahinter. Und plötzlich gerätst du in Zweifel an deiner ansonsten gut laufenden Partnerschaft, stellst dir die Frage, ob der Mensch an deiner Seite auch tatsächlich deine Dualseele ist. Da eure Beziehung jedoch nicht diesem himmlischen aber gefährlichen Ideal der Dualseelenliebe entspricht, verlässt du letztendlich diesen Partner, verursachst dadurch ihm und auch dir selbst Leid, und begibst dich auf die möglicherweise fruchtlose Suche nach deiner Dualseele. Kannst du diese nicht finden, bist du unglücklich, verwirrt und verzweifelt – schon bist du wieder ein leicht zu kontrollierendes, steuerzahlendes und konsumierendes Schaf in einer Schafherde, die sich Gesellschaft nennt.

– Genau das ist es, was ich zurzeit beobachte! Ich sehe hauptsächlich unglückliche Singles, die wie bedauerliche Irre durch die Welt rasen auf der Suche nach einer Dualseele. Sie kommen zu mir in mein Institut, sie besuchen meine Seminare und leiden alle an derselben Symptomatik: „Chronische Dualitis“.

loversEine weitere Ursache für die Unfähigkeit zur Partnerschaft sind soziale Plattformen im Internet. Dies aber nicht etwa aus dem Grund, weil du zu viel Zeit mit Social Media verbringst, sondern weil dich die unüberschaubare Zahl möglicher Kontakte in die Illusion versetzt, es gäbe einen unerschöpflichen Pool an idealen Partnern.

Auf diesen sozialen Plattformen im Internet hat jeder seinen Avatar, durch den man in Rollen schlüpfen kann, die einem im realen Leben verwehrt bleiben. Da stellst du Fotos von dir online, die mit der Realität rein gar nichts mehr zu tun haben, weil Freund Photoshop & Co bequemer und kostengünstiger ausfallen, als das Fitnesscenter, eine Diät oder die plastische Chirurgie. Auch virtuelles Papier ist geduldig – aus einem einfachen Angestellten wird plötzlich der wagemutige Globetrotter; aus der Hausfrau der verruchte Vamp. Kluge Zitate existieren zuhauf, werden gerne dem Urheber geklaut, als die eigenen ausgegeben oder einfach unreflektiert wiedergekäut, und so gaukelt jeder jedem Qualitäten vor, die in Wahrheit gar nicht existieren.

Es ist einfach und unkompliziert, via Mausklick in Kontakt zu treten beziehungsweise diese Kontakte auf dieselbe Weise wieder zu lösen. Man kann sich hinter dem eigenen Avatar verstecken und zum Idealmann, zur Idealfrau werden. Viele fallen darauf rein, verlieben sich in eine Fiktion. Und zerstören dadurch bestehende Partnerschaften in der irrigen Ansicht, den anderen durch das soziale Medium ohnehin ausreichend kennen gelernt zu haben, denn nächtelanges Chatten wird bereits als sozialer Austausch von tragender Gültigkeit gewertet.

Die erste Begegnung im realen Leben geht in vielen Fällen gut. Doch wenn sich dann nach einigen Wochen herausstellt, dass Prinz Eisenherz eigentlich ein Frosch und Königin Cleopatra in Wahrheit eine bissige Hexe ist, dann fällst du aus allen Wolken.
Deine vormals gut laufende Beziehung ist im Eimer, die kurze Affäre mit dem Avatar aus dem Social Network, den du begeistert als deine Dualseele wähntest, entpuppt sich als bitterer Trugschluss.
Nun stehst du wieder da – unglücklich, ratlos, einsam. Aber das Rad beginnt sich von Neuem zu drehen – der Pool an möglichen Partnern scheint immer noch unerschöpflich; und vielleicht ist ja diesmal die Dualseele dabei. Das Social Network ist der Fundus – du bist die Suchmaschine.
Vielleicht hast du auf diesem Wege sogar tatsächlich jemand gefunden, der ideal für dich wäre, doch da existiert vermeintlicher Weise noch immer so viel Auswahl! – Wer soll sich da schon festlegen?

Fazit: Begreife, dass du keine Dualseele nötig hast! Lerne dich selbst zu lieben, denn du bist in Wahrheit vollständig und trägst alles, was du brauchst, bereits in dir. Wenn du dich in einer bestehenden Partnerschaft befindest, dann achte, ehre und pflege diese in Dankbarkeit und Liebe. Bist du Single, dann finde zunächst dein wahres Selbst. Schenke dir selbst die umfassende Liebe, die du von anderen zu empfangen wünscht – ein geeigneter Partner findet sich dann ganz automatisch.

Lass das törichte Ideal von der Dualseele los, ungeachtet dessen, ob es sie nun gibt oder nicht – falls so etwas tatsächlich existiert, findet ihr einander ohnehin. Und verfalle nicht dem Irrtum, du hättest unendlich viele Partner zur Auswahl, selbst wenn dir deine liebste soziale Plattform dies vorzugaukeln versucht.
Tatsächlich gibt es in einem Menschenleben vielleicht zwei oder drei, falls du Glück hast sogar vier adäquate Seelen, mit denen eine lebenslange, harmonische Partnerschaft möglich wäre – alles andere ist bloß Illusion durch Manipulation, ganz gleich, wer es ist, der sie ausübt.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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