In diesen Armen


Manchmal, da will ich mich klein fühlen. Hin und wieder möchte ich Bedürftigkeit empfinden. Dann erlaube ich mir Sehnsucht. Sehnsucht nach Armen, die einfach nur da sind, um mich zu halten.

Manchmal brauche ich nichts weiter als diese Arme. Keine Ermutigungen, keine klugen Worte, denn ich kenne sie alle als mein Eigen und mag sie nicht mehr hören aus tausend Mündern.

Manchmal, da will ich bloß in die Arme eines weichen Herzens kriechen, um über mich selbst zu weinen. Wie ein Baby will ich darin ruhen und haltlos fallen in mein kleines, dummes Drama, ohne dass man versucht, mich aufzufangen. Fallen will ich dann und aufschlagen am Boden der Tatsachen. Mehr will ich dann nicht, mehr brauche ich in solchen Momenten nicht. Bloß Arme, die da sind wie ein schützender Mutterleib in dem ich schwimmen darf, wie ein warmes Bad in das ich gleite nach langer Wanderung durch eine Winternacht.

Manchmal will ich nur die Geborgenheit dieser Arme. Haut will ich dann spüren, die mit der meinen verschmilzt, und jemand, der diesen müden Kopf streichelt, aber mir nicht vorlügt, alles würde gut. Denn es wird nicht gut. Es war nie gut und es wird nie gut sein. Es wird immer bloß so sein, wie es ist, aber niemals wird es gut sein. Und am Ende finden wir uns sowieso alle wieder in unglücklichen Reihen von Steinen in die unsere Namen gemeißelt sind. Unglückliche Reihen erzählend von plötzlich zerschmetterter Hoffnung und unerfüllten Plänen, von abgetriebenen Träumen und bedeutungslosen Kämpfen, für immer aus den Erinnerungen der Welt wehend mit dem Wind der Zeit.

Manchmal will ich einfach nur diese Arme, die mich ehrlich, die mich aufrichtig umfangen. Keine Versprechungen, keine süßen Lügen, keine Schwüre oder Belehrungen, keine Ratschläge, keinen Trost, nur diese stillen, wahrhaftigen Umarmungen, die mich für zwölfhundert Herzschlage und neun Sekunden vergessen lassen, wo ich bin, wer ich bin und dass ich bin.

Manchmal brauche ich nicht mehr als das. Nur die Arme eines weichen Herzens, an dem ich ruhen darf, dessen Schlag mir ein Schlaflied pocht. Nur diese Arme, wo ich für ein paar Atemzüge meiner Heimatlosigkeit, meiner angeborenen Verzweiflung entfliehen darf, wo weder Frage noch Antwort mich plagt, wo einzig stiller Frieden, wo flüchtige Geborgenheit mich trägt.
Und wenn mich dann endlich Schlaf findet in diesen Armen, dann flüstere sanft „Ich liebe dich!“, denn das ist der einzige Moment, in dem ich es dir glauben werde.

Manchmal, da brauche ich genau das. Nichts weiter als diese Arme, mein Einschlafen in ihrem Schutz und die schönen Worte, die du mir dann flüsterst, wenn ich da bin, wohin mir keiner folgen kann. Das ist alles, was ich wirklich brauche. Manchmal.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Advertisements

Boy & Girl


In jeder Frau steckt ein unschuldiges Mädchen, das immer noch träumt von einem Mann, der eines Tages kommt, und sie einfach nur liebt, der einfach bloß da ist und sie gut behandelt, indem er ihr zuhört, selbst dann, wenn er nicht immer alles versteht, der mit ihren Launen souverän verfährt, der treu ist und ihr das Gefühl gibt „Du kannst zwar manchmal echt nerven, redest vielleicht zu viel oder stellst dich ungeschickt an beim Umgang mit dem Navi, aber ich bete dich an, weil du einfach alles bist, was ich immer wollte, weil ich dich so liebe, wie du bist, und weil ich dich so sehen kann, wie du gerne wärst, und weil du mir zeigst, wertvoll für dich zu sein!“. Sie will nicht mehr als Liebe. Das ist alles, was sich dieses Mädchen tief in sich drinnen wünscht.

In jedem Mann steckt ein unschuldiger Junge, der immer noch träumt von einer Frau, die eines Tages kommt, und ihn einfach nur liebt, die einfach bloß da ist und ihn gut behandelt, indem sie ihm zuhört, selbst dann, wenn sie nicht immer alles versteht, die mit seinen Spinnereien souverän verfährt, die treu ist und ihm das Gefühl gibt „Du kannst zwar manchmal echt nerven, redest vielleicht zu wenig oder lässt deine Socken mitten im Wohnzimmer liegen, aber ich verehre dich, weil du das bist, was ich immer wollte, weil ich dich so liebe, wie du bist, und weil ich dich so sehen kann, wie du gerne wärst, und weil du mir zeigst, kostbar für dich zu sein!“. Er will nicht mehr als Liebe. Das ist alles, was sich dieser Junge tief in sich drinnen wünscht.

Und dann ist da das sogenannte Erwachsensein, das meist nur daraus besteht, sich hoffnungslos in unerreichbaren Idealen verstrickt zu haben, alte Verletzungen weder wegstecken noch verarbeiten zu können und sich selbst viel zu wichtig zu nehmen.

Was wäre, wenn sich dieses Mädchen und dieser Junge wieder mal am Sandkasten treffen würden, wo sie einfach neue Freude daran finden, Schlösser aus Sand zu bauen in dem Gedanken „Egal, ob das alles zusammenbricht oder nicht – wir haben einander Freundschaft und Liebe für immer geschworen, wir bauen es notfalls eben wieder auf, noch besser, noch größer, noch schöner als zuvor, weil du gibst mir und ich gebe dir, was wir eigentlich immer schon als einziges gebraucht haben: Liebe!“ – was wäre, wenn das geschehen könnte an jedem einzelnen Tag ihres Lebens?

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2015 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Wie du lieben sollst?


Du fragst mich, wie du lieben sollst. Doch ich kann dir nicht sagen, auf welche Weise du lieben sollst. Niemand kann dir das sagen. Und wenn jemand kommt, der dich lehren will, wie du lieben sollst, dann nimm Reißaus! Flüchte vor diesem Menschen so weit du kannst!
Wie du lieben sollst, das kann ich dir nicht sagen. Aber ich kann dir sagen, dass du lieben sollst. Liebe es, oder lasse es! Hier gibt es nur Schwarz oder Weiß, keine fünfzig Schattierungen von Grau. Liebe es, oder lasse es!
Liebe mich für meine Unperfektion. Liebe mich mit all meinen Narben, meinen Schatten, meinen Abgründen, meinen Widersprüchlichkeiten. Liebe mich ohne deine Sehnsüchte auf mich zu projizieren. Liebe mich flach, liebe mich tief. Liebe mich morgens, liebe mich abends und wenn du kannst, dann liebe mich auch dazwischen. Liebe mich nicht um meinet oder deinetwillen, liebe mich um der Liebe willen. Und ich, mein Liebling, werde dein Leben bereichern als etwas, das nie vergeht. Liebe mich in jeder Zelle deines Seins. Liebe mich um der Liebe willen. Und ich, mein Geliebtes, werde dir etwas sein, das nicht schwindet. Liebe mich einfach. Und nenne mir niemals einen Grund für deine Liebe, denn weder du noch ich, mein Herz, kennen die Gründe für die Liebe. Und weder du noch ich lenken ihren Lauf. Liebe mich auf diese Weise und ich, mein Seelenfreund, werde dir etwas sein, das dir den Nachthimmel erhellt.
Und dann liebe mich doch ganz anders! Liebe mich auf deine Weise. Denn auch ich kann dich nur auf meine Art lieben. Liebe will zur Liebe. Und das ist der Boden, auf dem wir einander fanden. Über keine anderen Ländereien wandeln wir als auf der blanken Straßenkarte der Liebe. Kein Weg ist darauf verzeichnet, aber mit jedem Augenblick der Liebe erkennen wir in der Rückschau die schwindende Distanz zwischen dem Ich und dem Du. Liebe mich, als wäre ich für deine Liebe geschaffen. Und ich, mein Wunder, werde dir etwas sein, das dich für immer befreit.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2014 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Liebe ist keine Einbahnstraße


Es ist nicht wahr, dass du erst dich selbst lieben musst, um andere lieben zu können. Dieses „Finde erst zur Selbstliebe, sonst kannst du keinen anderen lieben!“ ist ein weiteres esoterisches Dogma. Es wurde von Schafen für Schafe in die Welt gesetzt. Es wurde erfunden, damit du Seminare und Workshops besuchst, damit du Bücher und Tonträger kaufst, die dich Selbsliebe lehren wollen. Wenn du Liebe nicht in dir trägst, dann kann sie dir auch keiner lehren. Niemand kann dich die Liebe lehren – weder die Selbstliebe noch die Liebe zu deinem Nächsten!
Denke und fühle vor allem selbst: Es gibt Phasen in deinem Leben, da kannst du dich selbst nicht ausstehen, da ist es dir unmöglich, dir selbst Liebe entgegenzubringen. Und trotzdem liebst du in diesen Phasen deine Kinder, deine Eltern, deinen Partner, deine Freunde.
Du musst nicht erst zur Selbstliebe finden, um deinen Nächsten lieben zu können, denn Liebe ist keine Einbahnstraße – sie funktioniert und fließt in beide Richtungen! Du kannst durchaus über die Fremdliebe zur Selbstliebe finden und vice versa. Und es ist sehr wohl möglich, einen Anderen zu lieben, dich selbst aber abzulehnen – der Großteil der Menschheit lebt nach diesem Schema. Das Schöne daran aber ist, dass du durch die Liebe zu einem anderen Menschen mehr und mehr erkennst, dass auch du liebenswert, dass auch du es wert bist, geliebt zu werden durch dich selbst, denn Liebe verwandelt alles. Liebe ist zu allem fähig, sie macht alles möglich! Jeder, der dir anderes weismachen will, ist nichts weiter als ein esoterischer Staubsaugervertreter, ein Schaf, ein bunter Papagei, der fleißig nachplappert, was andere ihm vorgegeben haben.
Du musst nicht erst dich selbst lieben, um deinen Nächsten zu lieben, denn Liebe ist keine Einbahnstraße. Vergiss das nicht! Und lerne endlich selbst zu denken und zu fühlen, denn es ist kein Zeichen von Bewusstheit, unreflektiert jede Torheit zu übernehmen, bloß weil sie populär ist.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ bedeutet, du sollst versuchen, der Liebe kein Maß aufzuzwängen; du sollst alles und jeden im selben Maße lieben. Aber es bedeutet mit absoluter Sicherheit nicht, dass du deinen Nächsten erst dann lieben kannst, wenn du dich selbst liebst. In der Liebe gibt es kein „Wenn, dann…“, weil ein „Wenn, dann…“ eine Bedingung darstellt. Liebe aber ist immer ohne Bedingung. Und Liebe ist sicherlich keine Einbahnstraße.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2014 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Du brauchst keinen Idealpartner


Wenn du ständig nach dem oder der „Richtigen“ suchst, könnte es geschehen, dass du vereinsamst, dass du verbitterst und zu einer verschlossenen Schatztruhe wirst, in der du selbst als kostbares Juwel eingesperrt bleibst – schön, funkelnd, aber verschwendet. Es sind weniger die Gemeinsamkeiten, die ein Paar zu einer Einheit machen, als die Unterschiede. Es ist das „Lego-Prinzip“, wie ich es nenne, und mit Lego kann man schöne Dinge bauen. Doch dazu musst du zunächst mal den ganzen romantischen Müll, all deine überirdischen Ideale in Bezug auf eine Partnerschaft loswerden. Lösche die fixen Vorstellungen, die man dir durch infantile Liebesromane und törichte Liebesfilme implantiert hat. Gib den rosaroten Traum endlich auf! Das Leben, die Liebe ist nicht rosarot – es gibt weit mehr Farben und Schattierungen! Entferne den Müll aus deinem Kopf und öffne dich für das Menschsein – zunächst für dein eigenes und dann für das deines Nächsten. Begreife, dass du niemals einem Idealpartner, sondern immer nur einem Menschen begegnen wirst. Mache dich nicht bereit für eine Kopie deiner selbst, sondern für dein Gegenstück. Eine Kopie deiner selbst wird dich nicht lange begeistern, sie kann dich nicht ergänzen, wohl aber dein Gegenstück.
Was du brauchst, um dich auf ein Gegenstück einzulassen?
– Mut! Denn Liebe erfordert Mut. Die Liebe fordert dich dazu auf, mutig zu sein; sie ruft dich dazu auf, dich auf das Andersartige einzulassen…

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2014 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


In der Liebe bleibst du wach


Eine Partnerschaft ist keine Sache, die du irgendwann im Rausch der Verliebtheit beginnst und die dann ganz von selbst nebenher zu laufen hat. Wenn du möchtest, dass es mit dem Anderen auch noch nach Jahren rockt, dann verliebe dich täglich neu. Werde dir bewusst, dass dein Partner in jedem Moment ein anderer ist, als im Moment zuvor – er lebt und entwickelt sich. Du hast täglich die Chance, dich neu zu verlieben. Du kannst jeden Tag einen frischen Scheit in das Feuer eurer Liebe legen, die Glut anfachen, indem du deinen Partner wieder und wieder neu entdeckst. Sieh ihn an. Täglich. Wann immer du kannst, nimm ihn wahr. Betrachte ihn mit den Augen der Vergebung für das Gestern, den Augen der Liebe für das Morgen und den Augen der Dankbarkeit für das Jetzt. Wenn du den Moment des gemeinsamen Einschlafens zu einem Akt des Dankes für euren gemeinsamen Weg und den Augenblick des gemeinsamen Erwachens zu einem Fest der Freude eures Neubeginns erhebst, wenn du dir täglich bewusst machst, dass dein Partner, dass eure Höhen und Tiefen, eure Zärtlichkeit und euer Zank, dass alles, was ihr zusammen seid, ein Geschenk ist, dann wird deine Partnerschaft nie einschlafen – wie könnte die Verbindung zwischen zwei wachen Seelen jemals einschlafen?
– Bleib wach!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2014 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Von Liebesverweigerern & Seelenpartnern


So unterschiedlich die Menschen auch sein mögen – in einer Sache sind sie alle gleich: In der Suche nach Nähe!

Die Suche nach Nähe ist der Wunsch nach Liebe. Du trägst diesen Wunsch seit deiner Geburt in dir – er ist ursächlich immanent. Gib einem Säugling Nahrung, halte ihn trocken, gesund, aber verweigere ihm Liebe, versage ihm die Nähe und er stirbt – das ist ein bemerkenswerter Fakt! Ohne Nähe, ohne Körperkontakt stirbt etwas im Menschen. Selbst wenn du die totale Eigenliebe für dich selbst entwickelt hast, so verebbt der Wunsch nach Nähe, nach Körperkontakt niemals. Ohne Nähe zu deinem Nächsten verkümmert das Herz – nicht als Organ, wohl aber als energetisches Zentrum, als Energiespirale, als Herzchakra, welches du im Raum deiner Brust trägst. Du kannst zwar deine Arme um dich selbst legen – jene Wärme, welche die Umarmung deines Nächsten zu spenden vermag, wirst du darin jedoch niemals finden; und letztlich kannst du dich niemals selbst auf den Mund küssen!

Nun gibt es da Menschen, die, wie jeder andere auch, insgeheim nach Nähe, sprich Liebe, suchen – nach der Nähe, der Liebe durch den Nächsten. Offen geben sie dies nicht gerne zu, behaupten statt dessen lieber voll bemühter Selbstüberzeugung, auf diese Nähe, diese Liebe verzichten zu können, und trotzdem gehen sie zahlreiche Partnerschaften, Verbindungen, Beziehungen ein, bloß um diese sofort wieder zu lösen, sobald sie spüren, dass die Liebe an ihre Türe klopft. Eigentlich hätten sie schon längst ihr seelisches Pendant gefunden – sie aber geben es lieber auf, verraten dieses Geschenk des Lebens, stürzen sich in die nächste bedeutungslose Affäre, verpassen großartige Chancen auf spirituelles Wachstum.

– Warum ist das so?

Der Mensch ist ein gespaltenes Wesen – er wünscht, hofft, sehnt, doch sobald sich seine Wünsche erfüllen, die Hoffnungen sich verwirklichen und Sehnsüchte gestillt werden, weiß er sich nichts mehr mit der Befriedigung anzufangen. In dieser Befriedigung steckt das Wort „Frieden“ verborgen. Frieden ist etwas, das zwar alle gerne etablieren möchten in ihrem Inneren, in ihrer Welt, in der Gesellschaft, doch haben sie niemals gelernt, mit diesem Frieden zu leben – erfahren sie ihn zu lange, entsteht ein Gefühl der Langeweile, der Leere, der Rastlosigkeit. Dann zieht der Mensch aus und fängt Streit an, erzeugt Chaos, schafft Probleme und mit diesen auch Konflikte in seinem eigenen Inneren.

Du suchst zwar Nähe, du ersehnst die Liebe durch dein Umfeld, doch kaum ist sie da, bekommst du Angst oder zumindest Unbehagen davor, denn Liebe bedeutet auch Verantwortung. Wer geliebt wird, der trägt auch große Verantwortung, die sich durch Achtung, Respekt und Dankbarkeit auszudrücken wünscht. Liebe geschieht zwar in Freiheit, gleichwohl schafft sie auch ein unlösbares Band zwischen den Seelen – ein Band mit unbegrenzter Reichweite, aber dennoch ein Band für die Ewigkeit. Davor scheuen sich viele, denn ihnen scheint die Verantwortung zu groß.
Verantwortung hat für die meisten Menschen immer auch mit „Scheitern“ zu tun. Verantwortung wird aufgrund des Belohnungs-Bestrafungssystems dieser neurotischen Gesellschaft automatisch mit Scheitern assoziiert, denn ist man nicht in der Lage, seine Verantwortung nach gesellschaftlichen Richtlinien zu tragen, so gilt dies in den Augen der Gesellschaft als Schwäche, als Freveltat, als sträfliches Scheitern auf sozialer Ebene; und darauf erfolgt grundsätzlich Strafe, Ächtung, Ausgrenzung. Daher haben manche vor dem Scheitern ebenso große Angst wie vor der Liebe. Doch in der Liebe kannst du nicht scheitern – das Einzige, was in der Liebe einem „Scheitern“ gleichkommt, ist, diese Liebe zurückzuweisen, sie nicht anzunehmen, sie nicht zuzulassen! Das wäre das einzige Scheitern im Zusammenhang mit der Liebe. Liebe kennt grundsätzlich kein Scheitern ihrer Natur gemäß. Liebe ist in sich vollkommen – ganz gleich, welchen Ausdruck sie wählt.

Leider wurdest du durch die Erfindung der Romantik so sehr verpatzt und zum idealtreuen Fantasten erzogen, dass du immer wieder vergisst, dass eine wahre Liebesbeziehung kein Zuckerschlecken ist – Liebe ist eine ständige Herausforderung an beide Partner. Liebe ist wie der rauhe Wind, der den Baum biegt, der ihn zu brechen versucht, damit der Baum stärker und stärker werden kann, um auch einem Sturm, einem Orkan zu trotzen. Liebe ist aber auch die windstille Phase, in der das Wachstum beider Seelen stattfindet, denn unter Belastung wächst nichts – alles wächst in den Phasen, in denen der Wind des Lebens stillschweigt; und dennoch benötigt alles den Reiz, den Widerstand gegen den Lebenswind, der dieses Wachstum auslöst. Herausforderungen sind der Wachstumsreiz für die Seele, die nur ein einziges Ziel kennt – grenzenlose Liebesfähigkeit durch totale Bewusstwerdung.

Du möchtest wissen, woran du deinen Seelenpartner erkennst?

Wenn er dir begegnet, dann weißt du es durch Träume, Visionen, Eingebungen, die dich darauf hinweisen, sowie durch intuitives Erkennen. Sicher kannst du dir dann sein, wenn euch beiden klar wird, dass ihr nicht voneinader lassen könnt, obwohl alles viel verworrener, anstrengender und komplizierter erscheint als mit jedem anderen Partner zuvor – daran könnt ihr einander erkennen, darin findet ihr die Bestätigung dessen im Außen, wessen ihr euch im Innersten schon vor der ersten Begegnung im Klaren ward. Lange bevor ihr euch inkarniert habt, haben eure Seelen den Plan für diese Begegnung geschmiedet. Eure Verbindung trägt daher das höchste Wachstumspotenzial, erlaubt die wichtigsten spirituellen Erfahrungen, ist eines der heiligsten Geschenke überhaupt.

Liebe ist niemals nur leicht, Liebe ist niemals nur Harmonie – Liebe beinhaltet die größten Herausforderungen, die du dir überhaupt vorstellen kannst. Wenn du dem Irrtum anheim fällst, eine wunderbare Liebesbeziehung äußere sich durch absolute Harmonie, dann solltest du deine romantischen Vorstellungen endlich loslassen, die Liebesromane der Altpapiersammlung übergeben und dem wahren Gesicht der Liebe ins Auge blicken – Liebe ist die größte Herausforderung deines Lebens! Sie ist in Wahrheit die einzige Herausforderung deines Lebens. Und Nähe ist das Feld, auf dem du diese Herausforderung annehmen darfst.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.