Spirituelle Monogamie


lovers53Bemühe dich nicht, monogam zu leben. Monogamie ist dir von Natur aus nicht gegeben. Das ist eine biologische Tatsache. Die Natur hat es so eingerichtet, dass du deine Gene so weit als möglich streuen sollst; auch dein Geist liebt mannigfaltige Freuden auf physischer Ebene. Das ist ein vollkommenes Prinzip. Du kannst und musst es nicht verbessern. Die Natur weiß es immer besser als es deine gesellschaftlichen Regeln, Zwänge und Dogmen jemals wissen könnten. Die Natur ist die weise Mutter, die dich alle Dinge lehren kann, wenn du dich ihr hingibst. Leider scheiterst du an der Hingabe.

Die Institution der Ehe hat dich in ein Gefängnis gesperrt, dir den Zwang auferlegt, sexuelle Lust nur mit einem einzigen Menschen zu erfahren, doch das ist ein Schuss, der immer nach hinten losgeht. Jeder Zwang führt letztlich dazu, dass du der Natur deines Wesens folgen musst, indem du aus dem Zwang ausbrichst, denn dein wahres Wesen ist ein absolut freies. Dein wahres Wesen lässt sich nicht zwingen – je größer der Zwang, desto stärker der Wunsch, dem Zwang zu entkommen; je starrer die Regeln, umso größer das Verlangen, sie zu brechen.

Die Institution der Ehe trägt große Verantwortung am Ehebruch. Sie ist wesentlicher Verursacher der Untreue, denn gäbe es den Zwang nicht, wäre das wunderschöne Versprechen der Treue zwischen zwei Menschen weit seltener gebrochen worden, als dies in deiner Geschichte bisher der Fall war. Aber nicht nur die Ehe selbst ist ein Zwang zur Treue, sondern auch deine neuen sogenannten „lockeren“ oder „freien“ Beziehungen, die in Wahrheit alles andere als locker und frei sind.
Einzig und allein auf den Trauschein und den Ring verzichtest du, doch das Modell dahinter ist im Grunde nichts weiter als eine billige Kopie der Ehe mit kleinen, unbedeutenden Änderungen.
Als Grundlage dieser modernen Form der Beziehungen dient immer noch das Besitzdenken. Ihr Schriftführer ist das Ego und dessen Angst, etwas zu verlieren. Deshalb verlangst du deinem Partner Treue ab und er verlangt sie dir ab. Dadurch haltet ihr euch gegenseitig an der Leine. Ihr raubt einander die Freiheit, eurer Natur zu folgen. Ihr macht euch zu gegenseitigen Gefangenen.
Doch selbst wenn du damit leben könntest und auch dein Partner es täte, dass ihr beide auch sexuelle Freuden mit anderen erlebt, so gäbe es da immer noch deinen Freundeskreis, dein soziales Umfeld und letztlich die Gesellschaft, die mit dem Finger auf euch zeigen würde, wodurch ihr neuerlich unter Druck geraten würdet. Man würde euch sehr subtil wieder in die Monogamie zwingen wollen. Das Resultat davon sind Eifersuchtsszenen, Leid und schmerzhafte Trennungen.

Du kannst und wirst Monogamie solange nicht leben können, bis du sie freiwillig für dich entdeckst. Eines Tages nämlich wird sie dir zum heiligen deiner Seele immanenten Wunsch werden. Irgendwann entdeckst du, dass es nicht die körperliche, die sexuelle Anziehung ist, aufgrund der du dich einem Menschen exklusiv schenken möchtest, sondern eine tiefe seelische. Das ist spirituelle Monogamie! Sie ist immer freiwillig und kommt aus deinem Herzen. Sie entstammt nicht deinem Ego, nicht deinem Verstand, schon gar nicht aber findet sie ihren Ursprung in den Regeln einer Institution. Sie wurzelt alleine in dem Herzenswunsch, sie als Geschenk geben zu dürfen.

Als man Jesus fragte, wo denn die Untreue beginne, da sagte er: „Schon wenn du nur an ein anderes Weib, an einen anderen Mann denkst, hast du die Ehe gebrochen!“

– Jesus hatte Recht. Alle Dinge beginnen im Geiste. Dein Schwärmen für deine Stars und Models oder auch für Menschen aus deinem Umfeld ist bereits Untreue, sofern du dich in einer Beziehung befindest. Es spielt keine Rolle, ob du auf materieller Ebene verzichtest, denn im Geiste bist du bereits untreu geworden. Der Verzicht auf der materiellen Ebene ist Heuchelei – dir gegenüber und auch deinem Partner gegenüber. In dir schlummert die Sehnsucht nach anderen Körpern, nach anderen Menschen und damit ist diese Sehnsucht existent. Nur weil du es nicht in die Tat umsetzt, nur weil du dieser Sehnsucht nicht nachgibst, hast du ihre Existenz damit noch lange nicht beendet – das heimliche Verlangen nach sexuellen Erfahrungen mit anderen bleibt in deinem Inneren aufrecht. Lass das Heucheln und die Selbstverleugnung sein!
Solange du innerlich bereit wärst, eine andere Person als deinen Partner sexuell anzunehmen, hast du bereits die Ehe gebrochen, dann bist du noch nicht bereit für spirituelle Monogamie.
Deshalb musst du nicht verzweifeln, denn es ist natürlich. Es entspricht deiner Natur als Mensch. Am besten du akzeptierst das, denn so schaffst du überhaupt erst die Möglichkeit, echte Monogamie zu leben. Solange du es in dir verleugnest, wird es dich immer wieder heimsuchen und in die Betten anderer treiben.

Wenn du aber den Punkt in deiner Entwicklung erreicht hast, an dem du ganz von selbst, aus dir heraus, das tiefe Bedürfnis verspürst, ausschließlich und alleine mit diesem einen Menschen Hochzeit zu feiern und nur noch diesem einen Menschen deine sexuelle Treue zu schenken, dann bist du wirklich bereit zur Monogamie. Erst dann wird sie nicht zur Qual. Erst dann ist Treue ohne Leid, ohne das Gefühl von Verzicht, der sich letztlich als Mangel äußert, möglich. Erst dann hast du die Evolutionsstufe vom Menschen zum höheren Menschen genommen.

Sobald du diesen Punkt erreicht hast, wird dir eine zweite Seele geschenkt sein, die vollkommen mit der Schwingung der deinen harmoniert. Eure Verbindung wird dann eine Ehe sein, die keinen Segen durch die Welt mehr braucht. Diese Verbindung wird auf sehr hoher seelischer Ebene stattfinden, und von diesem Punkt an wirst du kein Bedürfnis mehr nach anderen Partnern empfinden. Es wird dir gar nicht mehr möglich sein, echte, wahre und tiefe Freude an der sexuellen Lust mit jemand anderem zu erfahren. Wenn du es versuchst, wird es dir wie eine ungewürzte Speise erscheinen. Es wird dumpfe Leere und schalen Nachgeschmack in dir hinterlassen.

Eine Ehe, eine Beziehung dieser Art gründet sich nicht mehr auf Besitzdenken, dessen Ursprung die Angst ist, sondern einzig und allein auf Liebe. Die Grundlage ist nicht mehr die körperliche Anziehung, sondern die seelisch-karmische Verbindung zwischen dir und dem Partner. Dies ist die einzig wahre und echte Form der Ehe, denn sie beruht auf absoluter Freiheit und Freiwilligkeit. Liebe ist ihr einziger Grund und ihr einziges Ziel. Monogamie ist dann keine Frage mehr, sondern die Antwort.

Dies soll kein Freibrief zum hemmungslosen Besuch sämtlicher Betten sein, sondern eine Erklärung dafür, dass Monogamie ein Geschenk und kein Zwang ist. Bevor du Monogamie nicht als tiefes inneres Bedürfnis verspürst, bevor du sie nicht aus deinem Herzen heraus schenken möchtest, streiche sie aus deinem Kopf. Monogamie ist Herzenssache. Monogamie ist ein Geschenk, niemals ein Muss.

(Dieser Artikel ist auch zu finden im Bewusstseinsmagazin „Sein“, Ausgabe Nr. 205, 9/2012, Seite 22 und 23, sowie auf www.sein.de)

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2013 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

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6 Gedanken zu „Spirituelle Monogamie

  1. Pingback: Spirituelle Monogamie | Christall-CODE

  2. ja David, da sag ich doch mal es gibt sie, diese bedingungslose Liebe, und es ist eine Bestimmung die Dich trifft, wie ein Blitz….wenn man bereit ist, ohne ein Wollen, ohne ein Sollen…
    ich werde dir eine Geschichte erzählen…
    ich habe meinen Mann getroffen, da war ich 22 hatte 2 Kinder von einem der unmöglich an meiner Seite leben konnte, denn er war einer dieser Menschen, der die Faust anstatt Worte gebrauchte…ich hatte beschlossen, keinen Mann mehr, die 2 Kinder sind Aufgabe genug…ich war auf Arbeitsuche und bin in einem Zoogeschäft gelandet…vor mir stand das Ebenbild meines Vaters …er hatte sich erhängt, da war ich 19 und meine unendliche Liebe zu ihm, hatte mich in dieses Geschäft gebracht…2 Jahre hörte ich diesen Mann reden…2 Jahre sah ich sein Leben…er war verheiratet und hatte drei Kinder…er war ein Suchender, der Liebe brauchte und nicht in seiner Ehe fand…er fragte mich also nach 2 Jahren zusammenarbeit….diese eine Frage und ich war mir sicher…er wird der einzige Mensch sein, der mich berühren darf…er hat mich berührt…nicht nur meinen Körper…meine Seele hat sich gefunden in ihm …..keine Schwierigkeit, die nun in den nächsten 4 Jahren aufkam, konnte uns trennen…er ließ sich scheiden…wir zogen weg, wir lebten und liebten, er konnte meine Gedanken aussprechen und ich die seinen….nach 20 Jahren haben auch wir uns dieses Ja Wort gegeben…ich wollte immer das diese Freiwilligkeit bestehen bleibt, die uns verbindet….nach 5 Jahren verstarb er in meinen Armen….an einer schweren Krankheit und seine letzten Worte waren…immer wieder geliebte Seele, werde ich dich finden…ich verlasse Dich nie…und weißt du was?….ich kann ihn immer noch fühlen…er bewegt die Dinge für mich in aller Liebe die sie sind…EINSEIN ist nicht nur ein Wort, es ist die Wahrheit…die in mir lebt…die mit mir ist….die mich wunschlos und glückselig erwachen ließ, nachdem ich in Gefühllosigkeit versunken war, nachdem er ging….7 Jahre….am 31.12. 2011 bin ich erwacht…bis dahin war ich ein funktionierenden Etwas ~ aber nicht am Leben…jetzt ist Liebe mein Atem…ich gehe ins Fitnesscenter, bin im Internet…werde gesehen…werde geliebt…..verliere mich nicht aus den Augen…und danke jedem Augenblick der mir begegnet…denn er ist so unendlich in seiner Liebe….lässt er mich doch die Verbundenheit bewusst fühlen..die EINSEIN ist~Glückseligkeit ist das einzige Ziel und ER hat mich beseelt in allem Sein und ich werde glückselig diese Dimension ERDE verlassen und in ein Bewusstsein fließen…das für mich eines sein wird GÖTTLICH……Danke, dass ich reden darf…was ich nicht mit dem Mund tue….denn es ist meine Hand die schreibt…und wenn ich es lese…ist es für mich wie eine Geschichte…ich lebe im Augenblick, keine Vergangenheit und keine Zukunft…existiert…es ist der Augenblick der bleibt, bis in alle Ewigkeit……

    • du hast mich berührt mit deinen Worten … ich hab geweint …. find schön das das du den frieden gefunden hast in deinem herz deinen kopf dein alles … danke das du deine Gedanken mit uns geteilt hast …

    • Danke für diese wunderbare Geschichte. Sie tut wirklich gut!

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