Da stehen wir nun


sadlove01Da stehen wir nun, entsetzt starrend auf die Scherben unserer Begegnung – eine jede Spiegel unseres Unvermögens.
Wir stehen da schaudernd vor der Asche, die wir hinterlassen haben – mehr haben wir nicht zustande gebracht?
Unsere Seelen sangen von Liebe – das hier aber hatten sie damit gewiss nicht gemeint.
Nun sammelst du meine Tränen und ich sammle die deinen. Beide wünschten wir wohl, es wären welche der Freude.
Du bist jene Frau, die nicht zu mir gehört, ich bin jener Mann, der nicht zu dir gehört – wie aber sollen wir von einander lassen, wenn das Schicksal gnadenlos bindet?
Wie verzweifelt ich wünschte, du wärst meine Erfüllung, wie verzweifelt du wünschtest, ich wäre die deine.
Da stehen wir nun starrend auf die Bruchstücke verlorener Zeit – jedes eine unheilbare Wunde.
Verstört stehen wir da, unserer Liebe beim Sterben zusehend, ihr bloß noch den Gnadenstoß erteilend – ist da doch weder ein Miteinander noch ein Ohneeinander.
Was ist von uns geblieben, wenn da nun weniger ist als nichts?
Jetzt stehen wir ernüchtert da und die Nacht senkt sich über unsere Leben.
Ungläubig stehen wir da – unfähig, Abschied zu nehmen.
Weinenden Kindern gleich sinken wir gebeutelt in die Knie, jeder verzweifelnd an das Herz des Anderen klammernd, beklagend den Trümmerhaufen, der von uns geblieben ist.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

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