Angekommen


mask01Ich fand Heimat in deinen Augen, die Welt in deinem Gesicht.
Augen, die blieben, ein Gesicht, das mich liebte.
Und dann wischte ich nach langer Zeit den Spiegel wieder blank.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Angst & Mut


Wenn du die Dinge durchschauen willst, wenn du wirklich-wirklich wissen möchtest, in welch einer Welt du lebst, dann ist es nicht genug, bloß die Oberfläche der Dinge zu betrachten – dazu musst du tief eintauchen in all das, was um dich herum geschieht. Wenn in dir das Feuer des Lebens lodert und seine Flammen dein Bewusstsein erhellen, wenn in dir die Sehnsucht nach Wahrheit schwelt, dann musst du dich ins Dunkle, ins Ungewisse wagen – dann ist von dir gefordert, deine Komfortzone zu verlassen, all deine illusionären und falschen Sicherheiten aufzugeben. Das macht dir Angst, ich weiß. Auch ich hatte jahrelang Angst vor tiefen Gewässern – bis ich ganz bewusst zum Scuba Diver wurde. So konnte ich meine Angst vor der Tiefe überwinden.

Es reicht nämlich nicht aus, die Oberfläche des Sees zu betrachten, denn so wirst du das wahre Wesen des Sees niemals in seiner Totalität erfahren – tauche in die Tiefe und all deine Angst wird schwinden, da Angst nur dadurch entsteht, nicht zu wissen, was wirklich um dich herum geschieht; sie entsteht aus Furcht davor, das wahre Wesen der Welt zu erkennen, denn du scheust immer noch das irrationale Monster im Wandschrank. Solange du den Wandschrank nicht öffnest, wird in deiner irrationalen Vorstellung ein hässliches Monster darin lauern. Wagst du dich aber so weit vor, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken, indem du den Wandschrank öffnest, wirst du erkennen, dass da niemals ein Monster drin war.

Angst entsteht stets aus dem Nicht-Wissen, aus dem dir Unbekannten. Vor allem aber entsteht Angst dadurch, dein wahres Wesen, dein wunderschönes Wahres Selbst nicht zu kennen. Würdest du dein wahres Wesen kennen, du wärst von allen irrationalen Ängsten befreit. Dazu aber musst du den Tauchgang in die Tiefe wagen.
Wenn du in dich selbst eintauchst, wirst du der Angst begegnen, der Dunkelheit – dort, wo die Angst am größten ist, dort, wo du die bedrohlichste Dunkelheit findest, dahin gehe, denn das ist dein Weg zu dir selbst. Auf dem abenteuerlichen Pfad zu deinem wunderschönen Wahren Selbst ist die Angst dein Wegweiser.

Es gibt nur einen Weg, die Angst zu verlieren: Stelle dich ihr! Stelle dich der Angst, gehe wohlwollend auf sie zu, blicke sie geradewegs an, erlaube ihr da zu sein. Indem du die Angst akzeptierst, gleitest du durch sie hindurch. Und auf der anderen Seite findest du zu deiner Überraschung: Liebe! Das Tor zur Liebe ist stets die Angst, denn beide sind Kinder derselben Mutter, die niemals zugleich zur selben Zeit im selben Raum anwesend sind.
Alles, was du brauchst, um die Liebe zum Dauergast in deinem Leben zu machen, ist Mut! Für ein freies Leben ohne Angst brauchst du bloß Mut und die völlige Hingabe an diesen Mut.

Mut ist ein heiliges Lied der Existenz, in dem sie dich bei deinem wahren Namen ruft. Dein Mut ist ein Ruf der Göttlichkeit, der dich an dein wahres Selbst erinnern soll. Dein Wahres Selbst ist Liebe. Dein Wahres Selbst ruft dich stets durch die Stimme des Mutes. Folge ihr, und du wirst Wunder erleben, die du dir in deinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hast.
In Wahrheit ist deine einzige Sicherheit der Mut. Eine andere Sicherheit gibt es nicht für dich.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Da stehen wir nun


sadlove01Da stehen wir nun, entsetzt starrend auf die Scherben unserer Begegnung – eine jede Spiegel unseres Unvermögens.
Wir stehen da schaudernd vor der Asche, die wir hinterlassen haben – mehr haben wir nicht zustande gebracht?
Unsere Seelen sangen von Liebe – das hier aber hatten sie damit gewiss nicht gemeint.
Nun sammelst du meine Tränen und ich sammle die deinen. Beide wünschten wir wohl, es wären welche der Freude.
Du bist jene Frau, die nicht zu mir gehört, ich bin jener Mann, der nicht zu dir gehört – wie aber sollen wir von einander lassen, wenn das Schicksal gnadenlos bindet?
Wie verzweifelt ich wünschte, du wärst meine Erfüllung, wie verzweifelt du wünschtest, ich wäre die deine.
Da stehen wir nun starrend auf die Bruchstücke verlorener Zeit – jedes eine unheilbare Wunde.
Verstört stehen wir da, unserer Liebe beim Sterben zusehend, ihr bloß noch den Gnadenstoß erteilend – ist da doch weder ein Miteinander noch ein Ohneeinander.
Was ist von uns geblieben, wenn da nun weniger ist als nichts?
Jetzt stehen wir ernüchtert da und die Nacht senkt sich über unsere Leben.
Ungläubig stehen wir da – unfähig, Abschied zu nehmen.
Weinenden Kindern gleich sinken wir gebeutelt in die Knie, jeder verzweifelnd an das Herz des Anderen klammernd, beklagend den Trümmerhaufen, der von uns geblieben ist.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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