Der Verstand ist niemals im Jetzt


Der Verstand ist ein guter Diener, aber ein denkbar schlechter Herr. Du brauchst den Verstand für viele nützliche Dinge, doch die essentiellen Probleme deines Lebens kannst du damit nicht lösen – im Gegenteil! Du schaffst dir in Wahrheit die meisten Probleme mit dem Verstand, weil er begrenzt ist, weil er dich vom Glück abhält, weil er dich mit dem Denken, statt mit dem Leben beschäftigt hält.

Der Verstand ist niemals im Jetzt – er ist im Gestern, er ist im Morgen, aber er ist niemals im Jetzt. Da es aber nie etwas anderes gab, gibt und geben wird, als das Jetzt, kannst du den Verstand nicht nutzen, um das Jetzt zu erfassen – im Jetzt setzt er aus. In besonders intensiven Glücksmomenten oder in Gefahrensituationen erlebst du sehr eindrucksvoll, wie der Verstand kapituliert – deshalb siehst du Unfälle, in die du selbst verwickelt bist, wie in Zeitlupe ablaufen: Du steigst aus dem Verstand aus und wirst in diesen Momenten zu dem, der du wirklich bist – zum unbeteiligten Beobachter, zum reinen Gewahrsein dessen, was so ist. Du erlebst jedes Detail, jede Kleinigkeit des Unfalls vollkommen unbeteiligt, siehst die Dinge sich verlangsamt ereignen, erfährst den Ablauf so teilnahmslos, aber gleichzeitig so intensiv, wie sonst kaum etwas. Erst danach kehrst du allmählich zurück auf die reduzierte Ebene deines Verstandes und identifizierst dich wieder mit dem Geschehen, aber im Moment des Unfalls bist du vollkommen lebendig, bist total im Jetzt, während die Welt um dich herum extrem verlangsamt, deine Wahrnehmung aber präzise und absolut geschärft ist – du erfährst die Tiefe des Jetzt, du bist vollkommen im Leben, aber absolut außerhalb des Verstandes.

Nur das Jetzt besitzt die Tiefe des Lebens, der Verstand aber hat keine Tiefe, deshalb kommt er mit der Tiefe nicht klar, deshalb kommt er mit dem Leben nicht klar. Der Verstand steigt immer dann aus, wenn das Leben stattfindet, und das findet jeden Augenblick statt – du bist also nie lebendig, wenn du denkst, denn du denkst so gut wie in jedem Augenblick.

Versuche das Jetzt mit dem Verstand zu erfassen – du wirst daran scheitern. Kaum hast du „Jetzt“ gedacht, ist es auch schon wieder weg, dieses Jetzt, weil schon wieder Jetzt ist. Das Jetzt ist der einzige Augenblick, in dem das Leben sich vollzieht, aber wenn du nicht da bist im Jetzt – wo bist du dann?
– Wenn du nicht im Jetzt bist, dann bist du nicht im Leben, dann bist du in der toten Vergangenheit oder in der illusorischen Zukunft.

Das Jetzt ist für den Verstand die absolute Grenze, weil im Jetzt das Leben geschieht, nicht das Denken. Du wirst das Leben niemals denken oder verstehen können, weil es weder gedacht noch verstanden, sondern gelebt und erfahren werden möchte. Solange du dich im Jetzt mit dem Denken an das Zuvor oder ein fiktives Später befasst, verpasst du das Leben und schiebst dein Glück ständig auf – das ist der Grund, weshalb du nicht glücklich bist. Dein Verstand sagt ständig, es müsse noch etwas hinzukommen, bevor du glücklich sein kannst, etwas, das vor dir liegt, und so denkst du und denkst und denkst dich am Leben vorbei. Das Positive Denken ist der beste Weg, um niemals lebendig werden zu müssen, sondern ewig im Morgen zu verweilen, doch niemand hat jemals das Morgen erlebt. Kein einziger Mensch hat jemals die Zukunft erfahren, niemals war einer in der Zukunft – jeder Mensch war immer nur im Jetzt. Glück, das später, morgen oder irgendwann geschieht, ist bloß Illusion. Die einzig wahre positive Haltung im Leben ist jene, im Jetzt zu sein. Solange du dem Irrtum aufsitzt, dass morgen dein Glück auf dich wartet, weil du dir jetzt durch Positives Denken ein glückliches Morgen erdenken musst, wirst du sterben und niemals glücklich gewesen sein, denn das Glück kann nur im Jetzt stattfinden. Egal, was du dir auch erdacht hast – ob es sich nun erfüllt oder nicht – du kannst es nur im Jetzt erfahren. Da du aber nie im Jetzt bist, macht dich nichts von dem glücklich, was du dir erdacht hast, denn kaum hat sich etwas für dich erfüllt, bist du auch schon am Denken darüber, ob es auch so erfüllt wurde, wie du es dir erdacht hast – so kommst du niemals an im Glück, so bleibst du ewig ein sich im Kreis denkender Roboter, eine kalte Maschine, eine leblose Denkfabrik.

Wenn du dich führen lassen möchtest, wenn du glücklich sein willst, dann folge dem Herzen, denn das Herz ist unbegrenzt, das Herz ist gefühlvoll, das Herz ist weise, das Herz ist im Jetzt. Der Verstand aber ist begrenzt, kalt und ohne Gefühl, denn im Kopf ist nicht die Heimat deiner Empfindungen – die wohnen im Herzen, und das Herz ist immer und ausnahmslos im Jetzt. Das Leben findet jetzt statt, das Leben ist die Erfahrung deines Empfindens im Jetzt, weniger die Erfahrung deines Denkens an Gestern oder Morgen.

Man hat dich stets nur das Denken gelehrt, niemals aber das Empfinden. Man hat dich denken gelehrt und dich damit vom Leben entfernt, man hat dir dein Jetzt geraubt – ich aber lehre dich zu Empfinden, ich erinnere dich daran, dass du in diese Welt kamst, um jetzt zu leben, nicht um zu denken.

Übe das Jetzt! Erlerne das Jetzt! Finde die Tiefe, entdecke die Stille im Jetzt, denn im Jetzt, im Augenblick, ist kein einziges Problem – eine Sekunde davor, eine danach – da liegt dein Problem, doch es liegt niemals im Jetzt.

Das Leben ist kein Problem, welches du durch denken lösen könntest – das Leben ist ein Mysterium, das es zu erfahren gilt. Solange du denkst, lebst du am Jetzt und somit am Leben vorbei. Wenn du dich von deinem Verstand führen lässt, führt er dich geradewegs in den Abgrund seiner eigenen Grenzen. Du kannst nicht glücklich werden durch das Denken, auch wenn man dich das gelehrt hat – man hat dich etwas Falsches gelehrt! Du brauchst dich nur umzusehen in deiner Welt, in deiner Gesellschaft – es ist eine traurige Welt, eine traurige Gesellschaft, weil alle bloß denken, denken und nur noch denken, weil sie von Denkern regiert und von Denkern bewohnt wird. Die Natur denkt nicht – die Natur erfährt sich immer nur im Jetzt, aber im Jetzt ist kein Gedanke. Im Jetzt ist die Stille, im Jetzt ist das Leben. Im Verstand ist nur tote Vergangenheit oder fiktive Zukunft, aber im Verstand ist kein Leben.

Kinder sind deshalb glücklicher, lebendiger und energetischer, weil sie weniger denken, dafür mehr im Jetzt sind. Dadurch sind sie fröhlich, dadurch sind sie unbeschwert, deshalb haben sie weniger Probleme. Es liegt nicht daran, weil sie weniger Verantwortung zu tragen haben, sondern daran, dass sie in Wahrheit mehr Verantwortung übernehmen – die Verantwortung für das Leben im Jetzt.
Deine einzige Verantwortung ist jene, lebendig zu sein im Jetzt, aber du flüchtest davor, indem du dich im Gestern oder im Morgen vor dem Jetzt versteckst. Kinder sind lebendiger und verantwortungsbewusster als du, weil sie die natürliche Verantwortung am Leben zu sein übernehmen – so wie die Blüte alleine dafür verantwortlich ist, zu blühen, so wie der Wind alleine dafür verantwortlich ist, zu wehen, so wie der Jaguar alleine dafür verantwortlich ist, ein Jaguar zu sein – dazu ist kein Denken nötig, dazu ist kein Verstand erforderlich. Du nennst dich Homo Sapiens – der denkende Mensch – und bist darauf sehr stolz, aber du bist nicht glücklich mit all deinem Denken. Worauf also bist du stolz – auf dein Unglück? Auf dein Unvermögen, das Leben im Jetzt zu genießen vor lauter Denken?

Weil du nichts anderes hast, als deinen Verstand, machst du ihn zu deinem goldenen Kalb, doch dieses Gold ist kalt, hart und gefühllos. Es ist Selbstbetrug, dich mit der Krone des Verstandes zum unglücklichsten König des Planeten zu krönen. Jeder Sperling auf der Straße, jede Ameise im Wald ist glücklicher als du. Jedes Blatt am Baum, jede Wolke am Himmel hat mehr Freude am Dasein als du. Sogar deine Katze rollt sich hinter dem Ofen zufrieden mit sich selbst zusammen, ohne zu denken, ob das auch das wahre Glück sei. Nur du denkst unentwegt und möchtest die Arroganz, die hinter der Illusion deines Verstandes steckt, einfach nicht aufgeben und dir den Irrtum des Denkens als höchste Errungenschaft deines Daseins eingestehen – du hast dich in eine Sackgasse gedacht! Deine ganze Gesellschaft steckt in dieser Sackgasse. Da wird gedacht und gedacht, aber es wurde kein einziges essentielles Problem der Menschheit durch Denken gelöst – es gibt immer noch Kriege, es gibt immer noch Hunger, es gibt immer noch Armut, es gibt immer noch eine bald vollkommen zerstörte Biosphäre. Nichts hast du mit deinem Denken verändert in den letzten 10.000 Jahren, absolut nichts. Du hast sie bloß hin und her geschoben in deinem Kopf, die Problematik des Menschseins. Du steckst in einer Sackgasse. Der einzige Ausweg ist der Weg zurück zum Nicht-Denken, zum Fühlen, zum Jetzt Hier Sein.

Verwende den Verstand als deinen Diener, aber beende die Knechtschaft durch ihn – du bist nicht dein Denken, du bist nicht dein Verstand. Du bist das, was jenseits deines Verstandes liegt – du bist das Herz, der Beobachter im Jetzt!

Solange du deinen Verstand als dein einziges und höchstes Werkzeug ansiehst, solange du das unerklärliche Mysterium des Lebens mittels des Denkens zu erklären versuchst, solange wirst du am Leben vorbei leben. Du lebst nur deshalb am Leben vorbei, weil du nicht glücklich bist – und du kannst nicht glücklich sein, wenn du der Sklave eines Herrn bist. Der Handwerker wird zum Sklaven seines Werkzeugs, wenn dieses Werkzeug sein einziges ist, denn ohne Werkzeug kann er sein Handwerk nicht verrichten – du hast dich auf ein einziges Werkzeug eingelassen: den Verstand. Deshalb bist du zu seinem Sklaven geworden und leidest unter seiner eiskalten Knechtschaft.

Wäre diese Gesellschaft eine Gesellschaft des Herzens, dann wäre die Welt ein warmer, reicher, freundlicher Ort – diese Gesellschaft aber ist eine des Verstandes, deshalb ist sie kalt, arm, berechnend und voller Probleme.

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Du und die Kinder


Es ist eine Ehre, die dir das Leben erweist, Vater oder Mutter eines oder auch mehrerer Kinder zu sein. Wenn dir diese Ehre zuteil wird, dann ehre auch du das, denn durch ein Kind bezeugt YHWH Elohim, dass er dir vertraut! Er legt das Leben eines Kindes in deine Hände samt der Verletzlichkeit eines solch kleinen Wesens. In deinen Händen liegt es in all seiner Schutzbedürftigkeit, in all seiner Reinheit, in all seiner Schönheit; und du darfst für dieses Kind da sein, darfst es begleiten ein Stück seines abenteuerlichen Weges durch die Welt. Kinder sind die Linie deines Blutes auf physischer Ebene, in ihnen lebt ein Teil von dir weiter auf Erden.

Was dein Kind braucht, ist in erster Linie Liebe, Aufmerksamkeit, Geborgenheit. Wenn du einem Kind diese Dinge nicht geben kannst – wie soll es später selbst diese Dinge geben können? Wie soll es selbst zu einem Liebenden werden? Wie soll es dann selbst die ihm geschenkten Kinder lieben?

Ein Kind fragt nicht, ob es in einer Villa lebt oder in einem Mercedes zur Schule gebracht wird, ein Kind fragt nicht, ob seine Kleidung Marken trägt, ein Kind fragt nicht, wann du den nächsten Karriereschritt machst – ein Kind ruft schlicht nach Liebe! In seinen Augen kannst du diesen Ruf vernehmen, in seinen Umarmungen liegt dieser Ruf, in seinen Träumen träumt es ausschließlich von Liebe. Erhöre diesen Ruf, denn das ist deine heilige Pflicht. Schenke den Kindern weniger Güter, schenke den Kindern alle Liebe, alle Aufmerksamkeit und alle Geborgenheit, zu der du fähig bist. Schenke einem Kind Zeit mit dir, denn ihr habt niemals ausreichend davon – Zeit ist das knappe Gut in deinem Leben, deshalb wähle weise, wem du sie schenkst und womit du sie verbringst.

Liebe, Aufmerksamkeit, Geborgenheit – dies sind jene Wunder, die du dir selbst als Kind gewünscht hast. Jetzt kannst du dem Kind in dir geben, was man ihm damals vielleicht nicht gab, als es meist still seine Eltern danach angefleht hat. Du kannst all das nun durch jene Kinder geben, die dir YHWH Elohim anvertraut hat. Durch die Liebe zu deinen Kindern heilst du dein inneres Kind. Und du ehrst durch diese Liebe YHWH Elohim.

Liebe ist jenes Licht, welches die wunderbare Blüte des Lebens, die dein Kind verkörpert, zum erblühen bringt. Aufmerksamkeit ist jene Nahrung, die dein Kind stark macht. Geborgenheit ist das Umfeld, in dem die Blüte reifen kann. Kinder benötigen ein Klima der Liebe, um vollends zu erblühen. Nur in Liebe kann diese Blüte ihre volle Pracht entfalten.

Und wisse dies: Ein Kind ist niemals dein Kind – es gehört sich selbst und es gehört YHWH Elohim. Es ist lebendiger Teil des Wunders seiner Liebe. Es gehört dir nicht, aber es wurde dir in vollem Vertrauen in Obhut gestellt. Achte jene Kinder in deiner Obhut, denn so achtest du das Leben, das allein aus YHWH Elohim hervorgeht. Lehre ein Kind mit dem Herzen zu sehen. Lebe es ihm vor, indem du es selbst durch dein Herz betrachtest. Schaffe ein Klima der Liebe, sei aufmerksamer Zeuge des Lebens jener Kinder in deiner Obhut und nicht bloß gelegentlicher Besucher der Kinderwelt. Werde zu einem Ort der Geborgenheit für ein Kind – es gibt keinen größeren Lohn als das Glück und die Freude eines Kindes; es gibt kein schöneres Gesicht als jenes eines glücklichen Kindes; es gibt kein erhellenderes Lachen als das eines fröhlichen Kindes.

Lass zwei Generationen von Kindern in Liebe aufwachsen und du hast eine neue Welt!

„Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Malachim im Shamayim sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Shamayim.“
– Matthäus 18, Vers 10

(Malachim = Engel; Shamayim = Himmel;)

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Transzendenz


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Transzendenz – das ist ein Zustand jenseits des Verstandes, fernab des Denkens. Es ist reines Gewahrsein. Im Zustand der Transzendenz bist du unbeteiligter Zeuge deiner Wahrnehmung. Du bist der, der sich selbst beim Denken und Wahrnehmen beobachtet. Der Beobachter ist frei. Er ist nicht beteiligt an dem, was er beobachtet. In der Transzendenz bist du nichts weiter als stiller Zeuge. Es findet keine Identifikation mehr mit den Gedanken, Wünschen und Ängsten statt. Dadurch lösen sie sich auf. Jenseits des Verstandes, in der Transzendenz, ist das wahre Leben, dort ist das reine Sein beheimatet, die wahre Existenz, die Ist-heit.

Der Verstand kreiert bloß ständig neue Illusionen, neue Wünsche, neue Begierden, neue Probleme – weiter tut er nichts.

Man muss erst einmal einen einzigen Augenblick im Zustand der Transzendenz verweilt haben, um überhaupt dessen Möglichkeit anzuerkennen. Wer jenen Zustand erlebt hat, der will nie wieder zurück ins Roboterdasein des konditionierten, egoverhafteten Menschen, dessen einzige Aufgabe es ist, gesellschaftlich zu funktionieren, und dessen einziges Lebensziel darin besteht, sich durch immer neue Vergnügungen und materielle Güter von seiner wahren Existenz abzulenken.

Wer in seinen Konditionierungen verharrt, wer mit seinem Ego verhaftet bleibt, der ist bereits tot, bevor er überhaupt gestorben ist, denn das Denken setzt deinem unbegrenzten wahren Sein ständig Grenzen, es beschneidet das Leben auf die Beschränkungen des Verstandes. Dadurch wird echtes Leben unmöglich; an seine Stelle tritt das Funktionieren, das Vegetieren.
Denk am besten erst gar nicht zu viel über das hier nach, denn du kannst dich nicht durch das Denken vom Denken befreien – finde dich besser in stiller Meditation ein.

Nur Meditation in Stille führt dich in den Zustand der Transzendenz, nur dort ist jene Gedankenstille, nur dort ist jener Frieden, nur dort ist jenes ewige Sein, nach dem du dich innerlich sehnst. Nur dort ist die tiefe innere Ruhe, die dir dein Verstand über deine ganze Lebensspanne hindurch niemals schenken wird.

Der Verstand, das Ego, ist reine Illusion. Dein Verstand hat keinerlei Substanz, er existiert gar nicht, denn er erlischt mit deinem Tod – das Sein aber ist ewig, ist unsterblich.

Dein Denken ist dir stille Qual, denn es gönnt dir keinen Frieden, keine Pause. Das Chaos in deinem Kopf ist eine Hölle, die dich nicht mal im Schlaf entlässt, denn selbst da rattert dein Gehirn nahezu pausenlos – du nennst das Träumen. Du bist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, vom ersten Gedanken bis zum letzten Herzschlag Sklave deines Denkens. Und du bist dir dessen nicht einmal bewusst, weil du von all dem Denken keinen freien Raum mehr in dir hast, um das Bewusstsein für dein Leiden am Denken zu entwickeln.

Denken ist dein größtes Dilemma, dein ganzes Problem ist im Denken zuhause. Über deine Konditionierung wurdest du zum Opfer, zum Sklaven deines Verstandes. Das ging so weit, dass du nun glaubst, du seist dein Verstand, aber du bist nicht dein Verstand – du bist reines Sein. Jedoch erfährst du dich nicht als dieses reine Sein, da du dich mit deinem Verstand, deinem Ego identifizierst. Der Verstand sollte dein Werkzeug sein, nicht du seines. Jetzt aber bist du sein Diener geworden und findest keinen Ausweg aus dem Gedankensturm, aus dem Kreis deiner Probleme.
Ich sage dir, du bist nur deshalb Sklave deines Denkens, weil dir noch keiner den Weg gezeigt hat, das Denken abzustellen. Du glaubst sogar, du würdest nicht mehr existieren, wenn dein Denken endet, doch das ist ein großer Irrtum.

Meditation ist Nicht-Denken. Meditation ist Gedankenstille. Meditation ist stilles Gewahrsein. In der Meditation wirst du zum unbeteiligten Zeugen deiner Probleme, du kehrst zu deinem Urzustand, zum reinen Sein zurück, wirst zum stillen Beobachter, und nur auf diese Weise sind deine Probleme zu lösen. So lange du mit ihnen verhaftet bist, kannst du sie nicht lösen. Du wirst ein Problem beseitigen und damit zehn neue schaffen. Solange du dich mit deinen Gedankenformen, mit deinen Wünschen, mit deinen Begierden und Problemen identifizierst, bist du selbst das Problem. Wie willst du dich davon lösen, wenn du selbst das Problem bist? Wie willst du deine Probleme los werden, wenn du nicht von ihnen getrennt bist? Wie willst du befreit sein davon, wenn du sie nicht transzendierst?

Stille Meditation führt dich über das Ego und seine Verhaftungen hinaus, sie werden transzendiert, und erst jenseits deiner Verhaftungen wirst du frei sein, erst jenseits der Identifikation mit deinen Gedanken kannst das sein, was du wahrlich bist – reines Sein, reines Bewusstsein.
Meditation in Stille ist der Schlüssel zur Transzendenz.

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Konditioniert


Wo auch immer du dich befindest, du musst immer an der Spitze sein, damit du dich gut fühlst. Doch das soll dir nicht zur Last gelegt werden, denn du wurdest letztlich dahingehend programmiert. Es begann bereits in deiner frühesten Kindheit. Je eher du Leistung erbrachtest, desto mehr Aufmerksamkeit und Lob wurde dir in Aussicht gestellt. Du wurdest dressiert wie ein Zirkuspferd. Erfolg, egal in welchem Bereich, war die Grundprogrammierung deines Geistes. Man hat dich so konditioniert, ohne dass du dich dagegen wehren konntest. Daher glaubst du, es wäre wichtig und richtig, ständig der Sieger sein zu müssen. Du hältst diese Programmierung sogar für die wahre Natur des Menschen – über andere zu triumphieren gilt deiner Weltsicht nach als der Sinn menschlichen Daseins. Schuld daran ist dieses falsche Programm in deinem Geist.

Diese ganze Konditionierung aber erzeugt Minderwertigkeitskomplexe, weil sie darauf hinausläuft, dass du immer besser sein willst, besser als alle anderen.
Sie lehrt dich zu konkurrieren, zu vergleichen und dich zu messen mit deinem Nächsten. Sie lehrt dich Gewalt und Kampf.
Sie lehrt dich, dass der Zweck die Mittel heiligt und der Erfolg das einzige Ziel ist.
Du aber musst nicht erst erfolgreich werden – du bist es bereits! Dein Leben alleine, schlicht dein Dasein, ist der Beweis dafür, dass du selbst ein Erfolg bist. Die Liebe Gottes musst du nicht erst durch Leistung erlangen, denn du wärst ohne diese Liebe gar nicht hier. Du wärst nicht hier, wenn Gott dich nicht lieben würde – du hättest keine Existenz, ohne die Liebe Gottes. Wäre Gott nicht von deinem natürlichen Erfolg überzeugt, wäre Gott nicht von dir begeistert, gäbe es dich nicht. Du kannst nicht noch erfolgreicher werden – du bist bereits an der Spitze!

All dein Kampf, der ganze wahnsinnige Wettstreit, ist vollkommen sinnlos. Er ist bloß Resultat deiner Konditionierung, ein unnützes Programm in deinem Geist. Deshalb fällt es dir so schwer, dich selbst zu lieben – du vergisst ständig, wer du wahrlich bist: Gottes gewolltes Kind!

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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