Andersliebe



Du kommst mir mit den Spielen, die ich nicht mehr spiele.
Du nutzt deine Liebe zur Macht, statt deine Macht zur Liebe.
Du willst besitzen, was niemals dein sein wird.
Du möchtest den wilden Geist, der ich bin, in eine Flasche tun und ihn schluckweise verbrauchen, doch du kannst mich nur als Wasserfall bekommen.
Du kannst mich aufsuchen, dich in meinen kühlen Regen stellen, deine Seele dort reinwaschen, deinen Durst nach Leben stillen, aber du kannst mich niemals besitzen.
Du kannst mich deuten wie die Wolken am Himmel, aber du wirst mir keine klare Form verpassen.
Du kannst nach meiner Hand greifen, die ich halten werde, bis du wieder gehst.
Ich werde weinen, wenn du gehst, aber ich werde dich nicht einsperren in einen Garten, der hohe Mauern braucht, damit ich mich deiner Liebe sicher fühle.
Du kannst mein Herz hören, wie es schlägt, wenn du mir ganz nahe bist, aber sein Pochen wirst du niemals in einen Sack stecken und mit dir nehmen.
Du musst schon an meiner Seite verweilen, wenn du mich ganz haben möchtest.
Du kannst mir keinen Namen geben, weil ich nicht an Namen glaube, aber ich folge dem Ruf eines aufrichtigen Herzens.
Das ist der Name, auf den mein Herz hört.
Es ist ein klangloser Name.
Es ist ein Name, den deine Augen sprechen müssen.
Es ist ein Name, den dein Herz brennen muss.
Es ist ein Name, den die Liebe flüstert, ohne ein Wort zu gebrauchen.
Das kann ich für dich sein, aber niemals weniger – ein Hafen für deine Lebensschiffe.
Ein Leuchtturm für deine Träume.
Eine Umarmung für deinen Schmerz.
Ein Freund in der Nacht, der dich findet, egal, wo du bist.
Einer, der nicht redet über deine Schwächen, weil sie das sind, was ich sehen möchte – dich in deinem Schatten, in all deinem Lichte.
Und anders wirst auch du mich nicht sehen können, denn ich bin unsichtbar.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2012 text by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

3 Gedanken zu „Andersliebe

  1. Stark berührt! Immer von Deinen wundervollen Zeilen. Jedes Wort eine einzige Intention in ihrer reinsten Form. Wer das erfassen kann ist ein König. Wer es gebirt reine Gnade an die Menschheit! Das bist Du für mich in der schöpferischen Manifestation Deiner Worte – reine Gnade! Und ja, diese braucht wahrlich keine Form und kann sich verschenken! Mit einem tief verbeug…DEINE

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