Eine schlichte Hypothese



Und gesetzt den Fall, wir begegnen einander erneut auf irgendeinem Festival…
So rein „zufällig“…
Würdest du dann in meine Arme laufen?
Und würde ich dich dann im Kreise wirbelnd die Spirale hinauftragen?
Und würden in diesem Moment Kirschblüten vom Himmel regnen?
Und hätten wir dann eine Zukunft, die nicht schon morgen endet?
Und würden die Seile des Schicksals all das halten, was wir einander versprechen wollen?
Und würde der Mond jeden Tag voll sein?
Und würden die Sterne unserer Verbindung Beifall zollen?
Und würde dann endlich Frieden in unseren Herzen sein?
Und würde ich dir törichte Gedichte schreiben wie in alten Zeiten?
Und würden wir den Tod höhnen, weil er unserer Liebe nichts entgegenzubringen hat?
Würdest du mich anlächeln? Mit deinem bescheidensten Lächeln?
Und würde ich dich in all deiner Freiheit so lieben, wie du geliebt sein sollst?
Würde auch nur die Hälfte von all dem geschehen?
– Dann lautet meine absolute Antwort: JA! ich will dich wiedersehen…

– David Peterson Pauswek

© 2012 text by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Creative Commons Licensce

Ein Gedanke zu „Eine schlichte Hypothese

  1. Es ist vielleicht nicht ganz so dramatisch, nicht ganz so spektakulär. Obwohl die Worte zu träumen einladen. Aber eben zu träumen…

    Und dadurch lenken sie uns manches Mal vom Wesentlichen, vom Zugang ab. Da ist rein gar nichts spektakuläres, eigentlich ist es sehr einfach. Natürlich. Schlicht. So dass man geneigt ist zu denken, das soll es sein? Und wenn das so einfach ist, wieso nicht schon früher…

    Die Wahrheit braucht keine Kirschblüten, die vom Himmel regnen. Und die Liebe braucht auch kein ja. Denn in ihrem Vokabular existiert auch das nein so gar nicht. Aber nicht, weil sie es verstanden hätte, weil sie aus der Erfahrung etwas schöpfen würde. Sie ist nie in die Materie getreten, sie kennt „unser“ duales, oft trennendes Denken gar nicht. Das alles ist ihr fremd. Deshalb schaut sie uns oft mit unschuldig, gar naiv wirkendem Blick an…und dann neigen wir zu denken: „das ist ja ganz und gar unspektakulär…das kann sie nicht sein!“

    Unsere Enttäuschung, unsere Zweifel und nicht zuletzt unsere eigene Vorstellung, unsere eingebildeten Konzepte halten uns von ihr ab. Die Liebe ist da. Direkt vor Deiner, vor meiner Nase…

    Die Entscheidung wird nicht zwischen dem ja, ich will und dem nein getroffen. Das ganze hat nichts mit meinem WILLEN zu tun…mit meinem ich will es! Die Entscheidung hat mit meiner Bereitschaft zu entdecken zu tun.

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