Des Dichters Gattin



Heute liegt eine gewisse Melancholie in der Luft. Ich mag das. Melancholie ist die Kunst, ein wenig traurig zu sein, ohne dabei Unglück zu empfinden. Melancholie ist an manchen Tagen die Auftraggeberin des Dichters. Viele bewegende Worte hat sie diktiert, die Melancholie, die ich mir als wunderschöne, hochgewachsene Frau mit langem, glatte-schwarzem Haar und bleicher Haut vorstelle. Ihre Hände sind schlank und die Finger lang, damit sie nach den Herzen der Menschen greifen kann, ohne sie zu verletzen. Aus ihrem linken Auge fließt ständig eine silbrige Träne, die nicht sehr süß, aber auch niemals zu bitter schmeckt. Ein Lied summt sie für einen Liebsten, den sie nicht haben kann, und unten am grauen See, wo die Nebel der Zeit lautlos über den Wellen tanzen, da lebt sie. Der See war einst ein helles Tal, doch nach und nach hat es sich mit ihren silbrigen Tränen gefüllt und wurde so ein finsteres Gewässer. Abends, wenn die Dämmerung ihren samtenen Mantel über die Welt breitet, legt sie ihr bestes Kleid an, fährt mit einem verwitterten hölzernen Kahn hinaus, um in nicht erfüllten Sehnsüchten zu schwelgen. Es ist ihr nicht geschenkt zu altern, sie darf niemals vergehen und das ist ihr ewiger Grund. Und wenn sie dann in der Mitte des Sees, dort wo die Wasser schwarz und endlos tief sind, angekommen ist, dann stimmt sie an zu einem wunderbaren Klagelied, welches zartbitter die Herzen rührt. Melancholie ist die heimliche Gattin jedes Dichters. Sie fragt nicht nach der Hochzeit, denn sie ist längst schon mit jedem Krieger des Wortes vermählt.

© 2012 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Du bist dir ein Seelenpartner


Das Thema Seelenpartner/Dualseele wird oftmals überstrapaziert und kann dazu führen, dass du über kurz oder lang beziehungsunfähig wirst, von ständiger Sehnsucht nach dem/der Richtigen geplagt bist, auf schöne Beziehungen deshalb verzichtest, und dich einsam wiederfindest…

Wenn du dich zu einem Menschen hingezogen fühlst, wenn ihr eine schöne Beziehung miteinander lebt, dann frage dich nicht, ob es „richtig“ ist, denn es ist richtig – ihr wärt sonst nicht zusammen. Jeder Mensch, der kommt, muss auch irgendwann gehen – das sollte dir vor Augen führen, wie wertvoll in Wahrheit jeder Augenblick mit deinem Partner ist. Deshalb genieße es! Beziehungen haben immer nur so lange Bestand, wie es der gemeinsamen Entwicklung dient. Das klingt unbequem, weil du etwas Ewiges ersehnst, aber du ersehnst es an falscher Stelle. Liebe ist ohnehin ewig. So auch die Verbindung zu jedem einzelnen Menschen, den du liebst. Und im Grunde ist es unerheblich, wen du liebst. Wichtig ist bloß, dass du liebst.

Taucht der Seelenpartner oder die Dualseele auf, dann ist das ebenso. Dann genieße es in vollen Zügen. Geschieht dies nicht, taucht die Zwillingsflamme nicht auf, dann ist das auch gut. Dann genieße es im selben Maße mit dem Menschen, der zurzeit an deiner Seite ist; sei offen und bereit, falls du gerade Single bist. Lerne kunstvoll zu leben. Kunstvoll zu leben bedeutet, Annehmen und Loslassen im rechten Moment – das ist die Kunst des Glücklich-Seins.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Die Existenz braucht dich


Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass sie dringend etwas vom Leben brauchen, aber nur wenige wissen, dass das Leben dringend etwas von ihnen braucht.

Das ist der einzige Grund für dein Dasein. Das Leben hat dich – ja, genau dich! – ganz dringend nötig. Du bist wichtig für die Existenz, sonst hättest du keine Existenz. Wisse das. Sei dir dessen bewusst. Jeder einzelne Grashalm einer Wiese, jede einzelne Blüte am Apfelbaum, jede einzelne Feder des Falken und jeder einzelne Mensch auf Erden ist individuell, gewollt und immens wichtig. Wenn du fehlst, zerbricht das Universum, weil es dann nicht mehr vollständig wäre für die Zeit, die es dir für deine Existenz geschenkt hat.

Du kannst die Zeit deiner Existenz weiterhin damit zubringen, angepasst und mechanisch dem Geld sowie all den unwichtigen Dingen und falschen Träumen nachzurennen, oder du kannst deine Dankbarkeit an das Leben dadurch zum Ausdruck bringen, individuell, einzigartig und herrlich zu sein, indem du deinen eigenen Traum verkörperst, denn nichts Geringeres hatte das Leben für dich geplant, als es dich bat zu existieren.

Hör auf, Sklave fremder Träume und Ideale zu sein. Sei besser der Traum, der alle Sklaven befreit. Brich die Regeln. Sei anders. Sei verrückt. Sei du selbst.

Einen größeren Ausdruck von Dankbarkeit dem Leben gegenüber gibt es nicht.

– David P. Pauswek – Der Andersmensch

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Geister unserer Bestimmung



Trage mich sanft aber unerbittlich zu neuen Ufern,
bring mich zur Ziellinie, damit ich neu starte mit dir.
Tanze barfuß mit mir im Sommerregen,
bis der Himmel nicht mehr weint.
Küsse mich mit einer Zunge der Lust,
so dass es Nacht wird hinter meinen Lidern
und mir die Kraft in den Beinen versagt.

Lass die Zeit schmelzen wie das Wachs einer Kerze,
deren Flamme der Wind droht,
weil das Leben manchmal nicht genug ist.
Fließe in mich als herrliches Wesen,
ähnlich zweier Ströme im Delta,
sich wild windend durch die Ewigkeit.
Hab keine Angst jetzt, sei mutig an meiner Seite,
denn unsere Seelen kennen den Tod nicht.

Mache mich nicht traurig, aber bringe mich zum Weinen
vor der gnadenlosen Schönheit unserer Begegnung.
Wir wurden geboren, um miteinander zu atmen,
weil Liebe die einzige Bestimmung ist,
derer das Leben folgt.

Wilde Kinder sind wir,
die sich in den Wäldern der Welt die Knie blutig schlagen,
entschlossen zu jedem gemeinsamen Abenteuer.
Obgleich schon keiner das Ross der Verschmelzung zu stehlen wagt,
so lass wenigstens uns tapfer auf seinem mächtigen Rücken
in den Morgen reiten,
und unser Lachen soll hallen durch den Weltenraum
zum Zeichen unseres Wahnwitzes.

Niemand wird uns halten,
denn wir sind Geister unserer Bestimmung,
Länder erobernd, die noch nicht entdeckt wurden,
alle Schlachten beendend durch die Macht unseres Friedens,
der sich heimlich wie der Morgennebel
über den Wahnsinn der Welt legt.

Geister unserer Bestimmung – das sind wir.
Ein Mann und eine Frau,
bereit,
Eins zu sein und fortan
keine Namen mehr zu tragen,
weil das Du & das Ich sich erlöst in stiller Einheit.

© 2012 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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2011 in review


Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

The concert hall at the Sydney Opera House holds 2,700 people. This blog was viewed about 22.000 times in 2011. If it were a concert at Sydney Opera House, it would take about 8 sold-out performances for that many people to see it.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.