Letzte Grenze



Lass uns in Vergessenheit schwimmen
Auf unserer Reise ans Ende aller Zeiten
Auf unserer Fahrt durch die Milchstrassen
Wo wir gestorben waren und wiedergeboren
In den Gezeiten eines kosmischen Ozeans

Lass uns die letzte Grenze übertreten
Auf unserer Reise ans Ende allen Schmerzes
Auf unserer Fahrt durch die wahnsinnige Nacht
Wo wir gefesselt waren und totenstumm
Im Atem eines göttlichen Monstrums

Als unsere Augen noch blind
Und unsere Seelen noch rein
Als unsere Tage gezählt und
Die Leiber noch nackt waren

Lass uns vergessen, wer wir sind
Auf unserer Reise ans Ende aller Zeiten
Auf unserer Fahrt durch die Milchstrassen
Wo wir befreit waren und unbefleckt
In den Zeitaltern eines heiligen Gartens

Lass uns noch einen Schritt weiter gehen
Am Rande der Welt.

David P. Pauswek – Der Andersmensch (1998)

© 2011 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
Creative Commons Licensce

In Dir sein – mein Sein in Dir



Wenn Du mich in Dich einlädst,
dann will ich:

In Dir sein, in deiner Einladung,
in deinem Einverständnis,
in deinem Hof.

In Dir sein, in deinem Körper,
in deinem Geist,
in deiner Seele.

In Dir sein, in deinen Augen,
in deinem Atem,
in deinen Lauten,
in deinen Bewegungen.

In Dir sein, in deinem Verlangen,
in deinem Begehren,
in deiner Lust.

In Dir sein ist dann mein Sein in Dir,
für eine Kette einmaliger Augenblicke.
In Dir sein,
wenn der Tanz bereits vorüber
und dort bleiben,
bis die Trommeln unserer Herzen
mit dem Schweiß
auf unseren Körpern erkalten.
In Dir sein, am Morgen noch,
wenn am Weg in den Tag
und durch diesen hindurch
die Erinnerung an die Nacht
mir die Schwingen
eines Engels schenkt.

– David Peterson Pauswek

© 2011 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Meine Liebe


Meine Liebe wollte diese Welt erkennen. Wahrheit, Licht und einen Weg, das wollte meine Liebe.
Meine Liebe ging durch leere, stumme Strassen, in der Nacht, als die Betten der Leute ihre Arbeit taten. Schlafende Menschen, die ewig träumen, die nie erwachen – stille, warme Körper auf emsig weichen Matratzen -, flüchten vor der Trance des Tages in den Traum der Nacht. Meine Liebe folgte ihrem ruhigen Atem, der, einer Treppe gleich, ihr Einlass in deren Traum gewährte.

In fremde Träume stieg sie also hinab, meine Liebe. Die Liebe – meine Liebe, ist eine neugierige, eine volle, eine weiche, ist die Liebe eines Kindes. Doch dort unten in den Strassen, den engen, stickigen Gassen der Menschenträume, wo der Dreck sich häuft, Ängste wie Ratten aus den Rissen brüchiger Realität hervorspähen; da in den Rinnsälen fließen verdrängte Tränen und verflossene Ideale, versickern in stinkenden Kanälen, aus denen sich wabernde Neurosenschwämme über den Boden der Tatsachen drücken. Dort trieb sich meine Liebe herum, schauderte und fragte nach dem Grund, nach einer Antwort für diese Welt.

Meine Liebe wanderte durch laute, volle Strassen. Sie war auf der Suche nach Sinn, Erkenntnis und Antwort, am Tage, als schlafende Wesen in ihren Spiegel blickten und sich nicht erkannten – göttliche Geschöpfe; sehende, sprechende, atmende Marionetten an unsichtbaren Schnüren, die unermüdlich nach dem hölzernen Kreuz fassen, das sie tanzen lässt. Menschen, die alles sein möchten, nur nicht das, was sie wirklich sind. Leute auf der Flucht vor ihrem allmächtigen Selbst, das sie dennoch zu finden wünschen.

Meine Liebe beobachtete die Welt sehr genau, viele Leben lang, staunte und fragte nach dem Sinn, dem Sinn für diese Menschen.
Die Liebe – meine Liebe, ist eine tiefe, eine unergründliche, ist die Liebe eines Engels, deshalb ging sie zum Fluss, weinte, fand schließlich Ruhe und lachte, als die Sonne aufging.

– David Peterson Pauswek (1994)

© 2011 by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
Creative Commons Licensce