Leere Hände


Ich finde mich verloren, unerschütterlich verliebt in deine Schönheit, sowohl in jene profane im Außen als auch in die unergründliche deines Innersten. Aber wie alles Schöne auf Erden, alles, was wahrhaft voll Schönheit ist, findet sich auch das mit Traurigkeit und Schwermut verwoben, denn alle Schönheit ist vergänglich wie Tränen im Regen. Und aus dem Einen wird bald schon sein Gegenteil. So wird aus dem Schönen einst das Hässliche und umgekehrt.

Bei beiden Prozessen bleibt jedoch eines gleich: die Bedauerlichkeit der Wandlung und das alles irgendwie so ist wie feiner Sand, der einem durch die Finger gleitet. Das ist im Grunde schon ein angenehmes Gefühl, wenn dich der Sand zwischen den Fingern streichelt an Stellen, an welchen man sonst nie gestreichelt wird. Es ist aber auch ernüchternd, wenn man aufrichtig bemüht den Sand halten möchte, weil es unmöglich ist und auch für immer unmöglich bleiben wird.

Leere Hände – so kamen wir, so gehen wir.
Leere Hände.

Und das Herz war einst weich, als wir Kinder waren und spielten in wunderbunten Welten, aber hart wird es sein, wenn wir welk und müde heimwärts gehen, denn kein Herz wünscht sich, Durchzugsstrasse der Liebe zu sein.

Jedes Herz will ein ewiger Kirschbaum sein, der blüht und unter dem sich die eigenen Träume verlieben in ihre Erfüllung wie ein Liebespaar, aufgeregt, heißblütig, weil eben erst gefunden.

Leere Hände.
Leere Hände und ein Herz, schlagend für einen einzigen Augenblick vergänglicher Ewigkeit.

– David Peterson Pauswek

© 2011 by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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4 Gedanken zu „Leere Hände

  1. Guten Morgen, ich bin immer (das vermeide ich sonst zu sagen 😉 ) fasziniert, inspiriert…., einfach nur hin und weg von Deinen Texten und auch den Bildern. Das Gesamtwerk geht mir so unter die Haut und trifft meine Seele……., dafür bin ich Dir aus tiefstem Herzen dankbar, Astrid.

    • auch dir einen guten morgen, werte Astrid!
      es ist ein erhebendes gefühl, wenn man spürt, dass man mit seinen werken andere inspiriert. das sagt einem, dass man etwas richtig gemacht hat. 😉 ich danke dir von herzen für dein feedback. es ist mir reicher lohn. 🙂

      licht & liebe

  2. … wenn wir gelernt haben, die Wandlung mit kindlicher Neugier zu betrachten, das Hinübergleiten der Schönheit in das vermeintlich Hässliche als zwei Seiten der gleichen Medaille wahrzunehmen, das Streicheln des Sandes zwischen den Fingern mit ganzer Lust für DIESEN Augenblick empfinden können und wir nicht mehr versuchen, irgendwas zwischen den Fingern festzuhalten, werden wir fühlen, dass wir nie mit leeren Händen da standen, es niemals tun werden, denn unsere Finger werden, liebevoll und fest weiterhin für immer das umschließen, was immer da war, auch wenn wir es vergessen haben – und immer da sein wird, wenn wir es zulassen – das Herz unserer Seele, dessen Feuer, wenn wir es nicht ersticken, uns für immer mit der Glut der hingebungsvollen Liebe für ALLES, WAS IST wärmen wird. Auch dann, wenn die Hände und der Sand nicht mehr sind, wird es da sein. Wir werden da sein…

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