Seelenblicke


Meine Pupillen filmen dich
auf einer endlosen Rolle.

Das Auge ist eine Kamera,
die auf ganz besonderes
Zelluloid aufnimmt.

Ich werde dich wiedererkennen,
morgen,
nachdem ich gestorben bin.

© 2012 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


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Die Kaiserin des Narren


Niemals noch war’s mir gegeben,
die Wehmut heiter fern zu lassen,
dein blendend Bild aus mir zu löschen,
es endlich tapfer zu verbrennen,
damit es nicht verloren geht.

In den Hallen meines Herzens
ist es wo du ewig wohnst,
da hab ich dir einst Platz gegeben,
damals unter Sommersternen.
Dieser Thron ist dein
in diesem wie im nächsten Leben.

Bitter müssen wir nun lernen,
die Verbindung neu zu knüpfen,
einander zart im Tanz zu halten,
ohne zu besitzen,
weil ein Schritt der Seele endet,
wo jene andere den Raum ergreift.

Schätze musst du nun nicht teilen,
möchte mich bloß ein Kleinod
unter deinem Reichtums wissen,
dir all jene Seelenstücke reichen,
die bisher ich dir vorenthielt.

Ehrlich wie ein warmer Juliregen
will ich dir offenbaren mich,
dein Weinen nicht mehr bremsen,
Schleusen öffnen und die Flut
zu einem Rinnsal küssen.

Sei befreit durch mein Hier Sein
und inspiriert,
so wie mich die Muse küsst,
wenn dein Licht in meiner Nähe weilt,
kein Versprechen aber
soll uns mehr ketten und verbinden.

Dein Lachen wandert,
wandert über meine Narreteien,
flattert über späte Sommerwiesen
deines ewigen Gesichts
wilden Schmetterlingen gleich,
während meine Augen Fotos schießen
als Beitrag für das staubige Archiv.

Närrische Geschichten eines Lebens
schreiben schweigend meine Finger
über deine Mondscheinhaut,
und Anekdoten deines Weges
malt mein Geist mir aus
mit kräftig hellen Farben,
die deine weiche Stimme mischt.

In meinem Seelengarten spielst du,
völlig frei und ungezwungen
über seine Felder laufend
wie ein nacktes Kind,
weil ich weiß,
wie gerne du dort barfuss streunst
durch meine bunten Reiche,
die in finstren Winkeln Urwald sind.

Aus dunklen Schlachten komme ich,
müde, blutend, hungrig auch,
ungestillt und wund
einem Säugling gleich,
um an der Liebe warmen Bauch
über Torheit Tränen zu vergießen,
von Heldentaten nicht berichtend,
nein, erzählend von der Eiswelt,
die mich ohne dich empfängt.

Frieden finde ich dann endlich,
in unseren Körpern eng umschlungen,
die brennend in den Dialog vertieft,
wenn du erneut den Mann erkennst,
dem du den Schwur der Liebe gabst,
bevor die Züge nachts entgleisten.

Seine Narben wirst du zählen,
wirst sie küssen,
und ihn fragen, welche davon
du geschlagen,
aber er wird lächeln,
vornehm lügen und dir flüstern,
dass du nichts verwundet hast.
Denn reuig findet dich das Wissen,
da du kalt das Herz des Narren hältst.

David P. Pauswek – Der Andersmensch

© 2011 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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Die Schattenlegion


(kleine Ballade vom Weltuntergang)

Jenseits der Nacht,
hinter dem Mond,
wo Fürst Schrecken
mit seinen Schergen wohnt,
da ragt ein Turm so dunkel,
kalt und mächtig,
aus steinernen Seelen erbaut
– Oh prächtig!

Da wo der Dämonen Schmiede ewig glühend Feuer,
scharen sich zahlreich, grässlich Ungeheuer
– ein teuflisch schwankend Geisterreigen,
Ringelreih in stillem Schweigen.

Inmitten all dem Grauen
mit seinen Guhlen,
seinen Schlangenfrauen,
lässt eine Gestalt
mit eisig Klauen,
der Fürst, der Herr sich zeigen:

Ein Kleid – so schwarz wie Rabenschwingen –
heißt seinen Knechten stumme Oden singen.
(In manchem Traum ertönt ihr zartes Klingen!)

Düster, dunkel – reglos harrend
wie ein Schatten – thront der König;
mit tödlich Blicke starrend
auf sein finster steinig Land.

(Ach, lasst uns klagen um die verlor’nen Seelen!)

Dem Verzweifelten
bricht kein Sonnenstrahl das Herz.
All das Gold,
der laue Frühlingsregen,
der Mädchen pfirsichjunge Haut
sind nur noch dumpf=vergang’ner Schmerz.

Der Nächte Fürst:
Sein grausam flammend Banner weht
auf höchster zackig Zinne.
Im Turme,
der da drohend steht,
hält keine Peitsche inne.

– Es naht der Meister mit seiner Legion!

Am Horizont,
jenseits der Hügel,
färbt sich der Himmel rot.
Der Finst’re bringt uns Verderben,
er schenkt uns den Tod.
Die tosend schwarze See,
die Monsterherde,
es donnern die Hufe
der Geisterpferde.
Wie rasend,
wie wütend
in purpurnem Feuer
brennende Erde.

Das Ross des Wahnsinns ziert nun den Himmel – er glüht!
All die Paläste, der Prunk und die Pracht sind verblüht.

Die letzten Qualen
zaghaft vergehen,
ein Sturm will die Schreie
der nun Toten verwehen.
Doch plötzlich,
mit einem Mal,
wie durch den Streich
einer Klinge aus Stahl,
breitet sich übers verheerte Land
des Dunklen Fürsten Wille.
So herrscht nun
durch grausame Hand
zum ersten Male
herrlich Stille!

David P. Pauswek – Der Andersmensch (1993)

© 2011 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Die Unmöglichkeit der Liebe


Über die Liebe wurde seit Anbeginn der Zivilisation so Vieles gesagt. Es erscheint auch mir in diesem Moment nahezu unmöglich, diese Zeilen zu verfassen, denn alles, was ich schreibe, stammt im Grunde aus eigener Erfahrung, entspringt dem persönlichen Erleben. Ich erfahre das hier nämlich gerade selbst, bin ebenso mit der Unmöglichkeit der Liebe konfrontiert. Doch das Unmögliche hatte schon immer einen starken Reiz auf mich. Ich gebe auch gerne zu, dass wohl auch ich die Liebe bisher nicht verstanden und nicht so gelebt habe, wie ich das gerne getan oder hätte tun sollen.

Bevor ich aber nun loslege, ist es mir von großer Wichtigkeit, meine Leserinnen wieder einmal daran zu erinnern, dass alles, was ich hier von mir gebe, bloß meine eigenen ganz persönlichen Ansichten widerspiegelt (die sich bestimmt laufend wandeln, was unvermeidlich ist, da auch ich der Evolution unterliege). Man betrachte diese Zeilen deshalb mit dem nötigen Abstand und nehme nichts persönlich.

Wir leben in einer extremen Zeit. Vielleicht behauptete das bisher jede Generation, doch darauf will ich in diesem Artikel nicht eingehen. Vielmehr möchte ich auf eine augenfällige Wandlung hinweisen, die sich im Bereich Beziehung und Partnerschaft bemerkbar macht. Eine Wandlung, von der wohl jeder – auch ich selbst – in irgendeiner Weise betroffen ist.

Jeder Mensch wünscht sich Liebe, das steht mit Sicherheit außer Frage. Fast alle hoffen auf eine erfüllte Partnerschaft, doch befinden wir uns in Zeiten, die es uns unmöglich machen, einander so zu lieben, wie wir das gerne täten, wie es unsere Herzen in ihrem Kern ersehnen.

Woran liegt das? Nun, das liegt zum Großteil wohl an medialer Suggestion durch TV, Rundfunk, Printmedien und Internet sowie dem Mangel an persönlichen Schutzmaßnahmen gegenüber dieser Art der Massenmanipulation, aber auch an unserer Erziehung und den althergebrachten Rollenbildern, die wir widerspiegeln. Tag ein Tag aus werden wir mit Bildern und Phrasen bombardiert, die uns sagen wollen, dass wir NICHT lieben sollen und wenn, dann nur unsere eigenen Sehnsüchte und Bedürfnisse. Unsere Eltern haben uns das vorgelebt. Die Medien in der Hand der Wirtschaftsmächte setzen dem Eins drauf.

Wir sollen das Duschgel, die Schuhe, den Mittelklassewagen lieben, aber niemals Andere und schon gar nicht uns selbst. Wir sollen diese Produkte zwar kaufen, um dafür Anerkennung (Liebe?) zu erhalten, aber wir sollen auch hübsch und brav Singles bleiben, denn das ist für die Wirtschaft von Vorteil. – Singles sind einsam, unzufrieden und deshalb aktiv, um die innere Leere zu kompensieren, was zu gesteigertem Konsumverhalten führt. Alles wird nur noch konsumiert, bis es an Reiz verloren hat, um dann gegen neue Konsumgüter getauscht zu werden. Ist das Mobiltelefon überaltert oder kaputt, wird es gegen ein neueres oder funktionierendes getauscht. Ähnlich gehen wir bisher auch mit Beziehungen und Partnerschaften um. Das resultiert in einer erkalteten, lieblosen Gesellschaft. Und wir in den Erst-Welt-Ländern leben in dieser Gesellschaft. Wir sind diese Gesellschaft.

Doch das Leben wäre nicht das Leben, wenn es zu all dem nicht eine Gegenströmung gäbe. Hinter der ganzen Single-Konsum-Maskerade spielt sich auf einer feinstofflichen Ebene, der spirituellen Ebene, etwas ganz Anderes ab.
Seelenpartner finden sich. Sie platzen einander ins Leben und passen meist gar nicht so recht ins momentane Geschehen des Einzelnen. Viele erfahren genau dies zurzeit. Plötzlich taucht da ein Mensch auf, der perfekt passt, auf den man scheinbar schon ewig gewartet hat. Man weiß nicht, was man nun tun soll.
Manche stecken noch in einer bestehenden Beziehung oder haben sich an ihr egoistisches Single-Dasein gewöhnt, wollen es gar nicht mehr aufgeben. Einige haben auch die Nase gestrichen voll, sind frustriert und desillusioniert von Beziehungen und den bislang damit verbundenen Enttäuschungen.
Wie sich dies nun im individuellen Falle auch zutragen mag – der Seelenpartner ist plötzlich da. Sein Auftauchen dreht alles um, stiftet Verwirrung. Im Inneren wie im Außen. Man fühlt sich magisch zu ihm hingezogen, spürt, man kann nicht mehr ohne ihn, weiß aber auch noch nicht so recht, wie mit dem seelischen Pendant umzugehen sei.

Probleme tun sich auf. Alte Ängste kommen hoch, von denen man dachte, man hätte sie längst überwunden oder man wusste gar nicht, dass sie überhaupt in einem schlummerten. Aber mit einem Male sind sie da, stellen sich zwischen einen selbst und die neue Liebe. Man hat das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Eigentlich müsste man Altes aufgeben, vielleicht sogar aus einer bestehenden Beziehung ausbrechen, sich voll und ganz auf ein neues Spiel einlassen, dessen Regeln man nicht kennt, denn die Begegnung mit dem Seelenpartner kommt einem Quantensprung gleich. Quantensprünge bedeuten immer komplette Umwälzung des Vorhandenen. Zuvor herrscht Chaos.
Dem Ruf der Liebe aber zu widerstehen ist eine Unmöglichkeit, denn Liebe ist immer noch die stärkste Antriebskraft und das höchste Motiv des Menschen. Selbst, wenn das dem Menschen nicht immer bewusst ist. Gegenwehr ist also zwecklos.

Ein interessantes Muster in dieser Zeit ist jenes, dass die Begegnung mit dem Seelenpartner stets zwei Archetypen von Menschen trifft: Der Eine leidet seit jeher an Verlustängsten, während der Andere Angst hat, Liebe anzunehmen, sich darin fallen zu lassen.
Das führt zu anfänglichen Schwierigkeiten und dem Aufbrechen alter Angstdepots. Man liebt sich innigst vom ersten Augenblick an, gleichzeitig stößt man einander doch ab. Es scheint zu Beginn unmöglich, diese neue Liebe leben zu können. Zu groß wirken die inneren Hindernisse und Blockaden.
Einerseits hat man endlich gefunden, wonach man sucht, andererseits erscheint es zu schön, um wahr zu sein. Oft ereignen sich leidenschaftliche Begegnungen auf höchster seelischer Ebene, aber zu einer dauerhaften Verbindung kommt es vorerst nicht. Es ergeben sich Trennungen und Wiedervereinigungen. Dies kann sich mehrmals in Folge vollziehen. Alles wirkt chaotisch und wirr. Manchmal auch hoffnungslos. Doch es besteht immer Hoffnung.

Ich persönlich glaube, dass sich zwar zurzeit die Seelenpartner finden, eine dauerhafte Verschmelzung aber aufgrund der herrschenden Zeitqualität einfach noch nicht möglich ist.
Jeder Einzelne hat dieser Tage noch zu viel an sich selbst zu arbeiten. Das Bewusstsein wandelt sich rasant. Es gilt, sich selbst anzunehmen, die Eigenliebe zu entdecken, diese zuzulassen, alte Muster aufzulösen, sich selbst neu zu erschaffen. Erst wenn diese Arbeit abgeschlossen ist, kann eine stabile und andauernde Verbindung mit dem Seelenpartner entstehen.
Dabei mag man sich darum sorgen, den seelischen Gegenpart während des Selbstfindungsprozesses wieder zu verlieren, doch das wage ich zu bezweifeln, denn was Gott zusammengeführt hat, das wird der Mensch nicht trennen. Das wichtigste in dieser Zeit ist wohl Geduld. Sowohl mit sich selbst als auch mit dem Partner. Und eine große Portion Glauben kann dabei ebenfalls nicht schaden.

Wir alle sind also immer wieder mit der Unmöglichkeit der Liebe konfrontiert. Das Schöne an der Liebe ist jedoch, dass sie das Wort „unmöglich“ nicht kennt. Und so sage ich abschließend:
Harret der Dinge, Liebende! Die Zeit ist auf unserer Seite!

– David Peterson Pauswek

© 2011 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


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Ruhelos


Warst du je in einem Zimmer,
kaum größer als eine Gefängniszelle,
morgens um 4,
während draußen der Herbstwind tobt,
es regnet und es würde beinah‘
sieben Wochen lang regnen,
und du allein
in deinem Zimmer morgens um 4
trinkst spanischen Landwein,
sehr langsam,
drehst dir einen Joint
nach dem anderen,
rauchst zwei Packungen Zigaretten
und deine Lungen flattern
wie ein aufgescheuchtes Huhn,
aber du wirst nicht müde,
bist auf der Suche
nach einem Gedicht, einer Antwort
nach irgendwas.
Alles, was du findest
in deinem Zimmer
morgens um 4
bist du und der spanische Landwein
und die nebelgrauen Muster
deiner Zigaretten,
aus der Stereoanlage fließt
schon seit Stunden was
von Billy Corgan und seinen Leuten,
Ex-Frauen kriechen aus deiner Erinnerung,
lachen dich aus,
plündern deinen Kühlschrank,
dein Sparschwein,
deine Tränensäcke,
und der Mond lässt sich nicht blicken,
um dich zu retten
aus deinem Zimmer
morgens um 4,
während Verleger nichts von dir wissen
und neben ihren Frauen schlafen
und die Bauern in Kuba Bananen ernten
und kleine rote Lämpchen
auf atomaren Sprengköpfen blinken,
Gebeine in den Gräbern verrotten,
während die Erde sich dreht
und die Sonne überall scheint
nur nicht bei dir
in deinem Zimmer
morgens um 4
wo du sitzt und rauchst,
spanischen Landwein trinkst
und darauf wartest,
dass die Welt geschieht.

David P. Pauswek – Der Andersmensch (1999)

© 2011 by David P. Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
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