Plädoyer für das Ego



Ich möchte zu später Stunde ein Plädoyer für das arme Ego halten. Allerdings bin ich mir dessen bewusst, dass wohl einige Unkenrufer, vor allem die Erz-Esoteriker unter den Lesern, mir nach der Lektüre dieses Artikels erbost werden Räucherstäbchen an den Kopf werfen wollen für diese Freveltat meiner ganz persönlichen Erkenntnisse, die ich mit Freuden in hübsche Worte kleide, um sie so besser an den Mann und seine Frau zu bringen. Aber, wie einige meiner Stammleser bereits wissen, lehnt sich der Andersmensch gerne aus dem Fenster – nicht zuletzt wegen des sich dadurch erweiternden Horizontes, der zweifelsohne einen besseren Fokus auf die Sachverhalte bietet, als würde ich hinter den Gardinen meines Geistes die Welt betrachten.

Dies sei mal vorweg erwähnt.

Nun aber zur Sache: Wir gehen mit dem allzu sehr missachteten Ego äußerst lieblos um, sind geneigt, ihm zuweilen die Schuld für so vieles zuzuschreiben. Ja, es wird geradezu verteufelt, doch das ist dem Ego gegenüber einfach nicht fair, wie ich meine. Den Teufel haben wir abgeschafft, um ihn postwendend gegen einen neuen zu tauschen – das Ego. Wurde in früheren Zeiten jeder menschliche Abgrund als Werk des Teufels bezeichnet, so hat man heute bloß den Terminus gewechselt – aus „Teufel“ wurde „Ego“. Das ist weder ein wirklicher spiritueller Fortschritt noch ist es dem Ego, dem Ich, gegenüber gerecht.

Das Ego ist (welch Wortspiel) unser größter Segen. Hätte unser Selbst kein Ego erschaffen, gäbe es im Grunde gar kein lebendiges, wachsendes, erkennendes Selbst. Das Göttliche Selbst benötigt nämlich sein illusorisches Gegenteil, sein fiktives Contra, um erfahrbare Wirklichkeit werden zu können. Erst das Ego macht uns zu individuellen Erscheinungsformen des Einen, der wir wirklich sind. Es stellt eine vollkommene, natürliche Abgrenzung zwischen dem „Ich“ und dem „Du“ her, die nötig ist, um sich als Individuum zu erkennen. Es ist außerdem unser Anker in der Welt. Gäbe es das Ego nicht, wären wir weiterhin die still in sich ruhende Allgegenwart Gottes vor dem Urknall. Das Resultat wäre dann zwar universelle Allwissenheit und vollkommene Einheit auf allen Ebenen, aber auch schlichtes Nicht-Sein auf der Erfahrungsebene Gottes. Kurzum: göttliche Langeweile.

Weil wir aber geniale Seelen sind, schufen wir uns ein Ego. So weit so gut. Jetzt werden sich einige die berechtigte Frage stellen, was wir denn von dem oft groben, rücksichtslos anmutenden Verhaltend des Egos denken sollen. Eifersucht, Gier, Neid – all das sind Dinge, um nur einige zu nennen, die das Ego hervorbringt. Dem pflichte ich vorbehaltlos bei. Allerdings bringt es aber auch Kunstwerke, Musikstücke und ähnlich schöne Erscheinungsformen hervor, denn das Ego will unter anderem auch als Künstler Bewunderung finden. Und nicht nur das. Jeder Heiler, Weltlehrer oder Prophet tut seine Werke nicht aus reiner Egolosigkeit und Nächstenliebe – es ist auch sein Ego, welches ihn dazu anstiftet. Das Ich möchte glänzen, herrlich sein, Achtung und Anerkennung erheischen.
– Gott findet also gefallen an sich selbst durch das Ego!

Hat nun Gott auch ein Ego? Die Frage müsste eigentlich jeder Denkende für sich selbst bereits beantwortet haben, denn die Antwort liegt auf der Hand: Ja, natürlich hat Gott auch ein Ego! Er hat sogar alle Egos des gesamten Universums – Gott erscheint in Form all dieser Egos, denn wenn alles, was ist, Gott ist, dann ist demnach auch das Ego Gott. Aus dem All-Einen darf nichts herausfallen, sonst ist das All-Eine nicht mehr all-eins.

Natürlich ist das Ego in Wahrheit ohne echte Existenz, da es bloß Illusion ist, doch auch die Illusion findet innerhalb der Göttlichkeit statt. Die Ego-Ebene ist eine Erfahrungsmatrix für die Erscheinungsformen des Einen in der Vielfalt von Alldem-Was-Ist. Das Eine teilt sich in unendlich viele Individuationen, die sich auf der Erfahrungsebene durch das Ego voneinander abheben – ohne Ego ist das nicht möglich, also ist das Ich (das Ego) innerhalb der Erfahrungsmatrix eine Notwendigkeit.

Wer so weit folgen konnte (mochte), wird wohl fragen: Wie sollen wir nun mit den Bedürfnissen des Egos umgehen, wo doch alle Meister sagten, wir müssten das Ego besiegen? – Nun, ich schlage vor: Befriedigen wir sie! Befriedigen wir die Wünsche des Egos, als würden wir mit einem weinerlichen Kind umgehen. Und in der Tat ist es das ja auch – unser Kind, unser Geschöpf. Wir haben es geschaffen, und es führt kein Weg an den Erfahrungen vorbei, die wir durch das Ego machen müssen, oder besser gesagt, machen wollen, denn deshalb sind wir hier – um Erfahrungen zu machen. Dazu erschufen wir unter anderem auch unsere Egos.

Als Yahshua sagte: „Man hat euch gelehrt, eure Freunde zu lieben. Ich aber sage euch, liebet eure Feinde, denn wenn ihr nur die liebt, die auch euch lieben – was wäre dann euer Lohn?“, da meinte er, meiner Auffassung nach, wir sollen nicht nur die Feinde außerhalb unserer selbst lieben, sondern gerade auch die uns immanenten Widersacher. Dadurch verschwinden sie, denn: Was du ansiehst, das verschwindet – dem, dessen du dich widersetzt, das bleibt bestehen.

Also, sehen wir das Ego ruhig an! Beachten wir es, denn nur das wünscht das Ego. Geben wir ihm das, wonach es ihm verlangt. Verfallen wir dabei aber nicht dem Irrtum, uns für das Ego zu halten; verstricken wir uns nicht noch tiefer in die Identifikation mit dem Ich, sondern finden wir den Weg aus der Identifikation heraus. Denn wir sind nicht das Ego, wir sind nicht das Ich. Unser Kern ist weit erhabener. Unser Kern ist reinste Liebe, unser Kern ist das Göttliche Selbst in Liebe. Und diese Liebe geben wir auch unserem Ego. So kommt das Ego zu dem, was ihm, wie allen Ausdrucksformen Gottes, zusteht – Liebe! Nur durch Liebe und vollkommene Akzeptanz unseres Egoismus können wir ihn „überwinden“. Nur so ist es möglich, das Ego zu transzendieren. Dabei sollten wir aber nicht dem Trugschluss erliegen, zu denken, es würde sich zwar der Geist und die Seele entwickeln und wachsen, nicht aber auch unser Ego. Das wäre ebenso töricht, als glaubten wir, bei einem Baum würden nur die Äste, Zweige und Blätter wachsen, die Wurzeln und der Stamm jedoch nicht, nur weil wir deren Wachstum nicht sehen können – auch das Ego, auch das Ich entwickelt sich im Sinne der Evolution.

Jeder Meister hatte ein Ego, nur verlangte es diesem Ego nach anderen, „höheren“ Dingen, als dies etwa beim Ego eines primitiven Geistes der Fall ist.
Ich fordere deshalb: Mehr Liebe und Mut zum Ego – es wird es uns danken durch sein Schweigen!

Die Kunst der Bewusstwerdung ist es unter anderem auch, zu erkennen, wann es angebracht ist, sein Ego zu „stillen“ wie einen Säugling, der schreit, und wann Zeit für die reinen Bedürfnisse der Seele ist. Tägliche Meditation in Stille wird uns die nötige Klarheit bringen.

Wenn auch du Klarheit zwischen Seele und Ego schaffen willst, dann klicke hier: ZUM SEMINAR →

andersmensch-silent-sannyas04

© 2011 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:


Keine Sorge!
Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Der Weg nach Kinderstadt


Wenn ich auswandern würde, dann wüsste ich schon wohin – nach Kinderstadt!

In Kinderstadt, da gibt es keine Zäune und Tore, sondern nur offene Welt.
In Kinderstadt, da ist man an Regentagen genauso fröhlich wie an Sonnentagen und es gibt keinen Wecker, der Träume zerfetzt früh am Morgen, wenn selbst die Playmobil-Bauarbeiter noch schlafen.
In Kinderstadt gibt es keinen Bürgermeister, keinen Präsidenten, keinen König, denn es gibt auch keine Gesetze, außer das der Freude & des Spaßes.
In Kinderstadt ist das Lachen, das wild- und das nackt Sein erlaubt und das Verbieten ist verboten.
In Kinderstadt ist der Spielplatz die ganze Welt und Tauben sind Adler, die Würmer manchmal Schlangen und ein Baumstumpf, der zur Hälfte mit Laub bedeckt ist, ein Drache, der manchmal lieb, manchmal fürchterlich sei kann.

In Kinderstadt ist jedes Mädchen eine Prinzessin, eine Meerjungfrau, eine Fee und jeder Junge ein Jedi-Ritter, ein Power Ranger, ein Held, aber die meiste Zeit über sind alle Engel.
In Kinderstadt riecht alles so gut wie der Kopf eines Säuglings und alles schmeckt nach dem Besten, was man nur essen kann.
In Kinderstadt hat jeder Recht, denn alle sprechen nur die Wahrheit, weil in Kinderstadt das Lügen gar nicht existiert.
In Kinderstadt hat jeder seine Aufgabe, man kann sie aber auch ganz einfach tauschen an Tagen, an denen ein Anderer sie erledigen mag oder wenn man mal einfach keine Lust hat, sie zu erfüllen.
In Kinderstadt wird keiner verlassen, vergessen oder ausgelassen, denn Kinderstadt kann nur Kinderstadt sein, wenn alle dabei sind.

In Kinderstadt heißt jede Strasse „Liebesstrasse“ und jeder Platz ist „Der Platz der Freiheit“, denn in Kinderstadt muss man keine Adresse wissen – man ist in jedem Haus zuhause.
In Kinderstadt sind Schnecken auch Rennpferde und Raupen bereits Schmetterlinge ohne Flügel.
In Kinderstadt macht alles, was man erlebt, beim 101. Mal immer noch Spaß wie beim ersten Mal, weil man in Kinderstadt nur zu einer Zeit lebt – jetzt!
In Kinderstadt fragt man den Anderen, den man sympathisch findet, ganz einfach und offen: „Willst du mein Freund sein?“, denn in Kinderstadt fürchtet man sich nicht voreinander.
In Kinderstadt verborgt man gerne sein Lieblingsspielzeug, weil man weiß, man bekommt es wieder zurück.
In Kinderstadt bezahlt man nicht für die Dinge, aber man kann sie tauschen und dabei ist es egal, ob das Ding, das man im Tausch bekommt, schon mal gebraucht wurde, da in Kinderstadt die Dinge nur den Wert haben, den man ihnen beimisst.

In Kinderstadt leben nur Kinder und wer Kinderstadt finden möchte, um dorthin auszuwandern, der muss einen Stein hochheben, die Ameisen und Asseln darunter freundlich grüßen und dann in einem Wurmloch verschwinden. Auf dem weiten, weiten Weg nach Kinderstadt muss man selbst immer kleiner werden, bis man wieder ungefähr fünf Jahre alt ist und wenn man das geschafft hat, dann sieht man schon die ersten bunten Häuser aus deren Schornsteinen Zuckerwatte quillt. Man hört helle Stimmen lachen und spürt ein Kribbeln wie zwei Tage vor Weihnachten im Bauch.
Wenn man dann seine Schuhe auszieht und barfuss durch eine bunte Wiese läuft, dann findet man ein Schild auf dem steht:

„Herzlich willkommen in Kinderstadt! Wir wissen zwar nicht, wie Du heißt und wer Du bist, aber wir haben Dich jetzt schon lieb. Übrigens: Nasenbohren erlaubt! Ääätsch!“

– David Peterson Pauswek

© 2011 by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
Creative Commons Licensce

Wille, Glaube und Sein



Der Wille ist ein kraftvolles Schöpfungswerkzeug. Von seiner Beschaffenheit jedoch darf er den nieder schwingenden Ebenen zugeordnet werden. Tatsächlich ist er mehr ein materielles, denn ein geistiges Instrument. Wir spüren den Willen im Bauch, im Bereich des Nabel-Chakras, woran man erkennen kann, dass der Wille niedrig schwingt.
Wenn wir etwas wollen, dann stampfen wir mit dem Fuß auf – kleine Kinder tun dies offen, erwachsene Kinder bemüht verholen, doch nicht minder erkennbar. Das zeigt uns, dass wir mit Widerstand rechnen, denn wir demonstrieren damit unbewusst einen starken Wunsch nach Erdung – den Fuß in die Erde rammen, damit wir unverrückbar sind!

Nun wurde der Wille als kraftvolles Schöpfungswerkzeug bezeichnet, doch ist er dies nicht im Sinne von „Schöpfung nach Wunsch“, sondern er dient eher dazu, zu erfahren, welche energetische Rohkraft in jedem von uns steckt, denn die Energie, die wir willentlich aufbringen, um einen Wunsch zu manifestieren, ist gleich jener Energie, die sich uns am Weg zum Erreichen des Ziels entgegenstellt.
Hinter diesem unbewussten Verhalten des „Aufstampfens“ verbirgt sich demnach auch tiefes ursprüngliches Wissen, denn wir rechnen mit der Gegenwelle an Energie, da wir tief in uns erinnern, wozu der Wille in Wahrheit dient – er ist ein Spiegelwerkzeug unserer geistigen Rohkraft, mehr nicht. Dazu haben wir ihn uns geschaffen.
Menschen, die auf der Ebene des Willens ihre Ziele erreichen wollen, altern schneller, sind oftmals frustriert und desillusioniert, da sie wertvolle Energie verschleudern und gegen Widerstände ankämpfen. Je höher das Bewusstsein entwicklet ist, desto seltener kommt der Wille als Werkzeug zur Schöpfung zum Einsatz.

Glaube
Der Glaube an eine Sache, ein Ereignis, eine Person oder was auch immer, ist ein gehobenes Schöpfungsinstrument. Meist macht sich Glaube durch ein stilles Gefühl der Freude bemerkbar. Wir fühlen dies im Bereich des Herz-Chakras und können daran erkennen, dass der Glaube höher schwingend ist.

Im Gegensatz zum Willen ist die Energie des Glaubens nicht nach vorne, sondern in die Gegenrichtung gepolt. Alle Schöpfung hat ihren Ursprung im Geiste. Dort ist auch ihre wahre Wirklichkeit zu finden. Der Glaube an eine Sache, die sich noch nicht in der Realität erfüllt hat, erzeugt demnach ein Realitätsvakuum auf der Projektionsfläche von Raum und Zeit, denn durch die Vorfreude über die Erfüllung des eigenen Glaubens, nimmt man dem Universum etwas vorweg – es gerät dadurch in Bringschuld und muss den Berg, der noch nicht versetzt wurde, nun dorthin bringen, wo man ihn durch den festen Glauben bereits sieht.
Wer mittels seines Glaubens Schöpfung betreibt, der geht meist einen Weg der Freude, insbesondere der Vorfreude, die aus dem stillen aber festen Glauben daran entsteht, dass es nach dem eigenen (oder auch göttlichen) Sinne geschieht.

Sein
Der Königsweg des Schöpfungsaktes ist das Sein. Im reinen Sein herrscht die höchste Schwingung. Wir erfahren die reine Energie des Seins durch das Kronen-Chakra. Sie strömt dort als göttlicher Atem (Prana) ein und aus und durch uns hindurch in Ewigkeit. Sein ist der schnellste Weg der Schöpfung. Du willst glücklich sein? – Dann SEI es im Augenblick!

Ein gutes Beispiel für die „Anwendung“ des Seins ist das Verlieben. Man verliebt sich immer plötzlich. Egal, ob man sich bereits Jahre kennt und erst dann verliebt oder ob man dies auf den ersten Blick tut, jedenfalls findet sie stets augenblicklich statt, diese Erkenntnis darüber, verliebt zu SEIN. Man weiß nicht genau wie es geschieht, man IST es einfach. Erst im Nachhinein findet man dafür Gründe – das wunderbare Lächeln, die schönen Augen etc

Das Sein ist ein Spontanausdruck der Seele bzw. Gottes.
Wer also permanent schaffen möchte, indem er einfach IST, was er zu sein wünscht, der ist bei der Meisterschaft angelangt – werde also nicht Meister, SEI es!

– David Peterson Pauswek

© 2011 text by David P. Pauswek der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:

Keine Sorge! Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.


Von der Inszenierung des Dramas


Manchmal nimmt man ein Detail wahr, den Bestandteil einer Sache oder Situation, die selbstverständlich grösser ist als jenes Detail, umfassender als jener winzige Ausschnitt des Gesamtbildes, die Sache selbst in ihrem vollen Umfang aber erkennt man nicht, weil einem die Zusammenhänge fehlen, es am erweiterten Fokus mangelt.

Jeder ist grossartig darin, sich anhand von wenigen Details einen eigenen Film im Kopf zu drehen. Die wichtigsten Protagonisten in diesem Film – hochbezahlte Schauspieler, deren Gage stets ein enorm schlechtes Gefühl bedeutet – sind Vorurteil & Angst. Diese Beiden treten ausschließlich im Duo auf und tragen die gesamte dramatische Handlung des Kopfkinos, welches meist tragischer Natur ist.

Filme dieser Art sind durchwegs farbenprächtig und kunstvoll inszeniert, während sich im Bauch Gefühle formieren zu einem hässlichen Tanz. Da spielt die Angst das Lied vom Verlust und die Eifersucht hält eine glühende Rede an den Verstand. Dieser zeigt sich bereits trunken von all dem inneren Chaos und ist daher als eigentlicher Gastgeber nicht mehr in der Lage, das schaurige Spiel zu ordnen. In der Mitte dieses Festes der üblen Illusion weilt das Herz. Es schlägt zwar stoisch die Trommel der Wahrheit, doch von den Gästen nimmt keiner den Rhythmus wahr. Das lautstarke Geplapper einer gemeinen Schar ungebetener Gäste – hässliche Zwillingspärchen, genannt „Zweifel“ – übertönt ungeniert jeglichen Ruf der Wahrheit. Gedanken wirbeln, das Gefühlskarrussel dreht sich, bis einem übel wird.

Aber: Alles in solchen Kopfkinos ist Illusion. Der Billeteur, die Zuschauersitze, die Megaportion Popcorn, sogar die Leinwand, auf die der Film projiziert wird, und natürlich der Film selbst – Illusion. Streifen dieser Art sind zwar meist Oscar-verdächtig in Szene gesetzt, tragen jedoch stets den Stempel der Fiktion, denn mehr als Fiktion stellen sie nicht dar. Vorerst!

Wer also anhand eines beobachteten Details, eines winzigen Ausschnitts des Gesamtbildes seine Schlüsse zieht, der wird durch Kopfkino dieser Art reichlich entlohnt.
Und tatsächlich inszenieren wir täglich massig solcher B-Movies, die aber leider unsere Realität werden, denn Kopfkino ist ein machtvolles Schöpfungswerkzeug, vor allem, wenn wir es mit Emotionen und Gefühlen zur multimedialen Erfahrung machen.

Was aber dagegen unternehmen?

Nun, mein Vorschlag: betrachte die ganze Sache in ihrem vollen Umfang. Geh auf Distanz zu dem Detail. Nimm eine Perspektive ein, die dich mehr erkennen lässt. Handelt es sich dabei um eine Situation zwischen dir und einem anderen Menschen, dann geh zu dieser Person, suche das Gespräch, frage ganz einfach nach.
Dazu nimm allerdings ein paar Dinge mit: Offenheit, Vertrauen, Bereitschaft.

Manchmal musst du nur drei Sätze aus dem Mund dieses Menschen hören, um klar zu sehen, um zu erkennen, dass für einen wirklich guten Film ein umfangreicher Plot nötig ist und nicht bloss ein Satz, ein Wort oder eine Geste.

Gründe deine Urteile deshalb niemals auf Details; und so du nicht mehr erkennen kannst als Details, lass das Urteil sein. Hole mehr Informationen ein, bis du das ganze Bild erkennen kannst. Ist dir das nicht möglich, dann triff die bewusste Wahl, wie es für dich aussehen soll und dreh dir demgemäß einen Film im Kopf mit Happy End. Oder lass das Ende offen, aber achte dabei auf ein positives Gefühl, das es zu bewahren gilt, bis sich die Sache von selbst klärt, denn irgendwann klärt sich jede Sache auf vollkommene Weise.

So ersparst du dir hausgemachte Dramen und etliche Missverständnisse in deinem Leben, denn wenn du dem Detail erlaubst, der Auslöser für Kopfkino minderer Qualität zu sein, kannst du deinen sich ständig wiederholenden Realitätsmustern nicht entkommen. Du inszenierst sonst immer wieder den gleichen Film in einer neuen Version.

Denke weitläufig, denke grosszügig, schaffe dir keine Dramen mehr!

– David Peterson Pauswek (Gedankenornamente by Hanna Severin)

© 2011 by David Peterson Pauswek. Der hier veröffentlichte Text unterliegt einer Creative Commons Lizenz.
Creative Commons Licensce

Was die Raupe zu sagen hat


Wir kamen nackt und unbedarft in diese Welt. Wir begannen Fragen zu stellen und fragten doch an der falschen Adresse, denn jene, die uns die Welt erklärten, hatten sie selbst nicht verstanden, weil sie in ihrer Kindheit jene fragten, die die Welt ebenfalls nicht verstanden hatten.

Wir begannen uns Meinungen zu bilden aus Meinungsbausätzen, die wir aus Medien und fremden Köpfen empfingen. Selten gründeten wir unsere Ansichten auf unsere eigenen Erfahrungen, welche in Wahrheit die einzige Grundlage für unsere Weltanschauung bilden sollten. Dies taten wir aus gutem Grunde, denn wir erkannten sehr rasch, dass das Vertreten eigener Ansichten zu Ausgrenzung, Spott und Einsamkeit führte. So fällten wir Urteile über Sachverhalte, die wir niemals am eigenen Leib erfahren hatten, konstruierten Meinungen zu Menschen aus fernen Ländern, zu politischen Geschehnissen, die wir nur vom Hörensagen kannten. Wir entwickelten zu diesen Fertigteil-Ansichten sogar Emotionen, begannen deswegen zu hassen und zu lieben, zogen in Kriege und richteten Menschen für Ideologien, die nicht mal die unseren waren.

Wir vergaßen tatsächlich wie es sein kann, wenn man seine eigenen Gedanken denkt, sich seine eigene Meinung bildet auf Grundlage eigener Erfahrung, hatten verlernt, uns eine eigene Identität zu schaffen und übernahmen dafür jene, die uns Eltern, Lehrer, Spielkammeraden oder Partner zuwiesen, indem wir sie nach ihrer Meinung über uns befragten – Meinung, die auf Vorurteilen und persönlichen Perspektiven gegründet war, denn unser Nächster ist für uns ein fernes Land, welches wir noch nie betreten haben. Wie also konnte unser Nächster uns sagen, wie es in unserem eigenen Land aussehen mochte?

Ja, wir begingen all diese Torheiten. Und wir tun es noch. Doch es ist Zeit, dies zu beenden. Es ist jene Zeit, in der wir entdecken, dass Wissen nicht mehr über die horizontale Ebene – von Meister zu Schüler – sondern auf vertikalem Wege empfangen wird, und zwar durch uns selbst von uns selbst. Wir erkennen, dass wahres Wissen niemals theoretischer Natur sein kann, denn Theorie ist nicht mehr als Hörensagen. Buchwissen ist geborgtes Fremdwissen und daher gleichbedeutend mit Nichtwissen. Wahres Wissen kann ausschliesslich durch Erfahrung gewonnen werden. Doch egal, was wir schliesslich glauben zu wissen, wir werden akzeptieren lernen, dass alles Wissen sich wandelt, so wie sich alles unaufhörlich wandelt. Wir leben in einer Wandelzeit und es ist Zeit für die Rückkehr zu uns selbst.

Deshalb wirf alle Meinungen über Bord, die nicht von dir selbst stammen. Lass jedes Urteil sein über Situationen, denn du kennst ihren Ausgang nicht.
Folge deinem eigenen inneren Ruf und finde endlich Vertrauen in deine Erfahrungen, Fähigkeiten und Träume.
Schaffe dir Raum für dich und deine wahre Schönheit, bringe dein Licht zum Ausdruck durch deine Einzigartigkeit.
Du musst deine Schatten nicht fürchten, denn sie sind notwendige Konsequenz deines Lichtes.
Nimm alle Masken ab, zeige mutig und aufrichtig der Welt dein Gesicht.

Du bist ein einziartiges Wesen, vollkommen im Sinne der Schöpfung. Sieh deinen Fingerabdruck und begreife, dass es da nur ein Maß gibt, an dem du dich messen kannst – du selbst!

In dir ist ein Ort der Stille, den es zu finden gilt, sonst irrst du ewig weiter auf der Suche nach dir selbst, verloren und unvollendet, als blasse Kopie von irgendwem.

Sei einfach du. Werde ein Schmetterling.

Wenn auch du in dir selbst ankommen und nachhaltig zum Seelen-Schmetterling werden willst, um deine Lebensverdindung verstärkt zu kultivieren und zum Quell der Fülle vorzudringen, dann klicke hier: ZUM SEMINAR →

andersmensch-silent-sannyas04

© 2011 text by David P. Pauswek – der Andersmensch. All rights reserved.


Gefällt, dir unser ANDERSmensch-Blog? Wenn du die Informationen und Energien wertschätzen möchtest, kannst du den Betrieb und Erhalt dieser Website hier mit einer freiwilligen Zuwendung unterstützen:


Keine Sorge!
Wir finanzieren durch deine Zuwendung nicht unsere Ferraris oder Lamborghinis. Etwa 60 Prozent deiner Unterstützung kommt umgehend unserem gemeinnützigen Projekt FREE HELP & HEALING zugute.